mationen auf Grund körperlicher Gebrechen vor, die bei der ärztlichen Untersuchung nicht sofort erkennbar hervorlreten, z. B- Schwerhörigkeit, Rheumatismus u. dergl. Es empfiehlt sich deshalb, derartige körperliche Gebrechen längere Zeil vor der Musterung durch Ortsbeamte, Aerzte rc. beobachten zu lasien und spätestens im Musterungstermine hierüber Atteste vorzulegen. — Dem „Tagebl." wird über die Verhandlungen mit der Curie wegen Beendigung des Culturkampfes versichert, daß das von der „Germania" erwähnte Schreiben des Cardtnal-Staatssecretärs Nina schon vor drei bis vier Wochen, also noch vor Entlastung des Ministers Falk an den Fürsten Bismarck gelangt ist. Indessen sollen auch diese Eröffnungen hier den gehegten Erwartungen nicht entsprochen haben- Gleichzeitig hält genanntes Blatt die von der „Nordd. Allg. Ztg." dementirte Nachricht über Ledochowski's neueste Strafvorladung auf's Energischste aufrecht. In Parts geht das Gerücht, daß die Jesuiten das Hotel „Imperial" auf der Insel Jersey angekauft haben, um dort eine Central-Ntederlaffung zu gründen.
Seröien.
Belgrad, 7. August. Das amtliche Blatt „Serbske novine" veröffentlicht die Ernennung des früheren KriegSministers Oberst Sava Grutc zum General-Consul und diplomatischen Agenten für Bulgarien. Baron Corvin, Adjutant des Fürsten von Bulgarien, hat sich nach einer Conferenz mit dem Minister des Auswärtigen nach Nisch begeben, um dem Fürsten Milan ein Handschreiben des Fürsten Alexander zu überbringen. Der bisherige deutsche Geschäftsträger Graf Bray ist gleichfalls nach Nisch abgeretst, um sein Credttive als deutscher Ministerresident zu überreichen.
Telegraphische Depeschen.
Waguer's telegr. Strrefponleni ■ vure««.
München, 8. August. Abgeordnetenkammer. Referent Stenglein befürwortet die Annahme des Gesetzentwurfes, betreffend die in der Pfalz zu erbauenden Eisenbahnen. Gegen den Entwurf spricht Schels, für denselben Vatllant, Buhl und Kuby. v. Schlör spricht gegen die Lauterthalbahn als Sackbahn und regt den Ankauf der pfälzischen Bahnen durch den Staat an. Ministerpräsidenl v. Pfretzschner erklärt auf die wiederholte Anfrage von Schels, ob der Verwaltungsrath der pfälzischen Eisenbahnen sich gegen die Lauterthalbahn ausgesprochen habe, er sei nicht verpflichtet, die Frage zu beantworten. Der Verwaltungsrath möge früher abgeneigt gewesen sein, jetzt jedenfalls nicht mehr. Darauf wird die Vorlage mit 77 gegen 49 Stimmen angenommen. Ueber den Antrag des Abg. Gustav Schmitt wegen des Baues der Eisenbahnlinie Katserslautern-Btbermühl wird auf Antrag des Ausschuffes zur Tagesordnung übergegangen. — Nachdem noch die Austrittsgesuche von Stenglein und Dürrschmrdt genehmigt sind, verliest der Minister des Innern die königliche Botschaft, durch welche der Landtag vertagt wird.
Dieselbe Botschaft wird vom Minister des Innern auch in der Kammer der Reichsräthe verlesen.
Wien, 8. August. Meldung der „Poltt. Corresp." aus Konstantinopel vom Heutigen: Der Sultan hat das Gesuch des ehemaligen Khedive, Ismael Pascha, in Konstantinopel seinen Aufenthalt nehmen oder nach Egypten zurück- kehren zu dürfen, zurückgewtesen. — Die Pforte hat die von Serbien anläßlich des Arnauten-Emfalls erhobenen Entschädigungsansprüche abgelehnt mit dem Hinweis, daß sie diesbezüglich eine Depesche an ihre Vertreter bet den fremden Mächten gerichtet habe.
Alexandrien, 8. August. Die Generalkonsuln von Frankreich und England haben der Regierung die Wahl von Bligntöres und Bartng zu Ftnanzcontroleuren notifictrt.
Belgrad, 8. August. Das Amtsblatt veröffentlicht die Ernennung des Senators Jakob Tuzakovtc zum Minister des Innern und die Enthebung des seithcrigen Ministers des Innern Mtlojkovic von diesem Posten und dessen Ernennung zum Mitgliede des Staatsrathes.
Rom, 8. August. Die „Agenzta Stefani" theilt Folgendes mit: Die Regierung steht den von der „Agenzia Stefani" über die Verhandlungen des Vatikans mit der preußischen Regierung gebrachten Depeschen vollkommen fern. Die beir. Nachrichten gingen der „Agenzia" von privater Sette zu.
Serajewo, 8. August. Im lateinischen Viertel brach am Nachmittag eine Feuersbrunst aus, welche furchtbare Dimensionen anzunehmen droht. Das ganze Viertel steht in Flammen. Der Herzog von Württemberg trifft umfassende Maßregeln zur Bewältigung des Brandes.
Madrid, 8. August. Das Befinden des Königs ist befriedigend und gibt zu keinerlei weiteren Besorgnissen Anlaß.
Berlin, 9. August. Gegenüber dem Artikel der „Nar.-Ztg." über den Rücktritt v. Bennigsen's vom 6. August, worin es heißt: Wir stellen historisch fest, daß der Reichskanzler mit Bennigsen wegen einer Verständigung auf Grund des von Bennigsen aufgestellten Vermittlungs-Programmes in Unterhandlungen getreten war und der Reichskanzler diese Verhandlungen plötzlich fallen ließ und mit dem Centrum abschloß, schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": Diesem „historisch" müssen wir entgegentreten, damit daraus nicht einmal später Geschichte gemacht werde. Was die „Nat.-Ztg." von Verhandlungen über den Bennigsen'schen Antrag sagt, ist unrichtig. Die Regierung erhielt erst ganz zuletzt von konservativer Sette Anerbietungen, die sie annahm. Weder der Kanzler, noch irgend ein Regierungs-Organ haben Verhandlungen über den Bennigsen'schen Antrag mit liberaler Seite abgebrochen und kamen überhaupt gar nicht in die Lage, sie abzubrechen, weil solche von dieser Seite gar nicht eingeleitet waren. Die liberalen Parteien hielten sich vielmehr bei Seite und machten gar kein Anerbieten, wie dies der Reichs- kanzler auch in seiner Rede vom 9. Juli bestätigt hat.___________
Lokales.
Gießen. 9. August. (Schwurgerichtsverhandlung am 8. August). Heinrich Georg Wall, ledig, von Holzhausen, wurde wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg in eine Gcfängnißstrafe von 3 Jahren verurtheilt unter Berechnung von 3 Monaten erlittene Untersuchungshaft.
— Die Anmeldung zur demnächstigenObst-, Pflanzen- und Gemüse-Ausstellung im Laufe der letztens Tage war eine reichhaltige und sind sebr tüchtige Gärtnereien dabei vertreten. Um aber nicht diesen Gärtnereien allein den Preis zu erthcilen, ist in dem Ausstellungs-Programm vor- aesehen, daß Liebhaber und Besitzer von einzelnen schönen Pflanzen (wie Palmen, Dracänen, Jucca rc.) solche zur Ausstellung bringen und um die bestimmten Preise concurriren können. In unserer Stadt z. B. sind viele Liebhaber im Besitze einzelner schönen Exemplare und bedarf es wohl nur dieses Hinweises, um sie zu bestimmen, daß sie ihre Pflanzen anmclden. Auch wer im Besitze eines schön bepflanzten sog. Baumstammes, sowie Aquariums, Terrariums u. s. w. ist, kann sich an der Ausstellung betheiligen und wird dann sein Theil zur Mannig-
den
Denselben. Denselben. Denselben. Denselben.
4. Juli.
Denselben, den 7. Juli.
Dem Schuhmacher Johannes Gans eine Tochter, Anna Margarethe, geb.
Dem Händler Johann Görr ein Sohn, Karl, geb. den 14. Mui.
Dem Bremser Heinrich Göbel ein Sohn, Karl Jakob, geb. den 29. ^uni.
Dem Taglöhncr Konrad Pfeiffer ein Sohn, Wilhelm, geb. den 18. Quli
Dem Fuhrmann Heinrich Krafthöfer eine Tochter, Karoline Louise', geb'
I sEgkeit beitragen. Ferner möchten wir noch die Handlungen, welche Gartenaerätbe Riourt» I Ornamente rc. vertreiben, auf die Ausstellung aufmerksam gemacht haben 9 b' $9 '
— ©eftern wurde Seitens der Schutzmannschaft in den Wirthschaften und Restauration,^ to«en?eat^tem Unb ®la5 gesehen, wobei verschiedene Unzuträglichkeiten zu verzeichnen ~ Gestern Abend brach in einem Hause in der Kaplansqaffe in der Küche Teuer au« sjjsä “ÄtjR® .........
gerichtet. Hoffentlich werden die Mefferhelden eruirt und entsprechend belohnt $ b — Wegen Diebstahl wurde gestern ein Arbeiter verhaftet. 9
Der mischt es.
Offenbach, 6 August. Wie wir hören, soll man sich in den Erwartunaen welche ,to0” kem bei uns abgehaltenen Turnfest hegt, insofern getäuscht haben als wobl ein bedeutendes Deficit zu verzeichnen sein dürfte. Uns kam es von vornherein sonderbar vor dak man so horrende Eintrittspreise forderte und hätte man bei bescheideneren Kassel mehr Sympathien bn dem Publikum gefunden. Gern hätte sich so mancher Bürger mit seinn Familie dies Schausvtel angesehen, jedoch unter den sengenden Strahlen der Sonne für einen so theuren Preis zu schwitzen, b-hagte Vielen nicht. Andere hingegen hatten nicht die Mittel ^ubten sich deßhalb dieses Vergnügen versagen; zwar hatte man die Einrichtung getroffen daß Stehplätze zum Preise von 30 pro Person vorhanden waren, jedoch qehötte schon e n! ziemlich starke Natur dazu, ein paar Stunden in der ärgsten Hitze ohne den geringsten Sckuk vor der Sonne, stehend zuzubringen, und zogen es Viele vor, lieber die Räum? wiedn z?ver^ mön e Preise in demselben Maße gestellt, wie es bei dem ersten in unserer Stadt abgehaltenen Turnfeste der Fall war (oder wie es in Gießen stets der Fall ist') so Ware die Zahl der Zuschauer weit über das Doppelte vermehrt worden, und hätte man erstens Pinff<.nDt^-9nr?DmD9^ Zuschüsse AU machen und dann hätte man es auch den ärmeren Klaffen möglich gemacht, sich ein Vergnügen zu gewähren. ärmeren
. , ^TtnfLurt wenigen Tagen hatten wir Gelegenheit, den von Autoritäten er- probten und als vorzüglich anerkannten Dampf-Apparat des Herrn Ingenieur Sincholle aus S raßburg zur Reinigung der Bier-Pressionen hier in Funktion zu sehen DnApparat arbeitete zur größten Zufriedenheit der Betheiligten und stellte eS sich heraus, daß selbst deffen Anwendung bet den empfindlichen Bierleitungsröhren aus Glas mit großem Vortheile benuht Ü E/ ist der Apparat durch deutsches Reichs-Patent gesetztUnb gtitrnffenten, die Bierbrauer und Brerwuthe sowohl als das Bier consumirende Publikum die Nachricht mit Freuden, daß Herr Carl Pauly für Frankfurt und Umgebung einen solchen Apparat erworben hat und das Patentrecht für diesen Bezirk besitzt. 9 9 $
^ntoenhung ist es unmöglich, daß die Dierleitungen unrein bleiben und ist durch hen Gebrauch des Apparats den oft gehörten Klagen, daß das Bier nach den Pressionen schmecke und möglicherweise gesundheitsschädlich sei, gründlich abgeholfen. Wie allgemein bekannt, sind dieserhalb die Pressionen in Würzburg von der Polizei verboten und cassirt worden. Wre wir heute vernehmen, hat Hxrr Ingenieur Sincholle sein Patent und deffen Aus- nutzung für ganz Deutschland und das Ausland an Herrn R. Neddermann, Gummtfabrik in ApparÄ^ethan" ^tmx 6erclt8 ble "öthigen Schritte für weiteste Verbreitung des c, ®8 liegt im allgemeinen Interesse, daß in jeder Stadt sich ein Unternehmer findet der die Reinigung der Pressionen mit dem patentirten Dampfapvarat übernimmt. '
, ßJ!!LbuT9' 6- August. Heute Nachmittag wurde von dem Gensd'armen Herrn Koblen- nÄ aU§ Ctn Kutscher aus Gießen hier eingebracht, der einem von ihm nach Montabaur gefahrenen Reisenden einen Siegelring gestohlen haben soll. Der Diebstahl wurde von Montabaur telegraphisch nach Diez signalisirt und der Kutscher bei seinem Eintreffen in Diez fest- genommen und fand sich das gestohlene Object auch in seinem Besitze. Obgleich er angab den Ring gefunden zu haben wird ihm diese Ausrede doch nicht ge/aubt werden, und zwar um so weniger, als er bereits wegen Diebstahls bestraft worden sein soll. 8
Handel und Verkehr.
„ Hetzen, 9. August. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd 0 90 Hühnereier per Stück 5-5V-H, Enteneier, per Stück 6 Käse ver S^ck 1-8 \ Käsematte, per Stück 3 Erbsen, 1 Liter 20 H, ^nfen, 1 Jiter 24 1 Tauben, das Paar 65 Hühner, per Stück JL 1.—, alte Hcchnm, per Stück AL 1 — Än. r» W’
Nsch * ®d’reci"<flei,d’58-™ * »
Der Curiosität halber theilen wir mit, daß auf heutigem Wochenmarkte voriäbriae fehr oft W fcil0cboten wurden. Es ist dies eine Seltenheit, welche nicht
Auszug sus den Standesamisregistern des Standesamts Gießen
Vom 2. bis 8. August 1879.
Aufgebote.
, dlnllust 6. Kaufmann Heinrich Hermann Wallach von Gießen mit Emilie Mansbacke» Tochter des Kaufmanns Moses Mansbacher, von Beffunqen bei Darmstadt 8 (Sfrinkr^i ' «*“*•« mit Minna Lb, S^icrVa^
Eheschließungen.
q-». - Gottlob Zöllner von Warnick mit Karoline Friedericke
<&e C .®ufnt^cr -bc8 Lohndieners Johann Friedrich Christian Günther, von ä?1?' » \ 8abr,kaufseher Karl Drescher von Krofdorf mit Anna Elisabeths Hainer, Tochter des Glasers Johannes Hamer III., von Krofdorf. ' °^tCT Dcd
Geborene.
Am 26. Juli. Johanna, Tochter des Küfermeisters Heinrich Belloff. 29. Johannes Ms-rt.n Franz Sohn des Schlossers Georg Jung. 3. August. Dem Heizer bei der Köln Mindener Bahn Fnedr,ch Goubraus ein Sohn. 2. Albert, Sohn des Kaufmanns Bär Meye/- öb' ?0Ulfec Tochter des Bahnarbeiters Justus Walther. 30. Juli Ja^cob
Heinrich, em außereheliches Kmd von auswärts. 2. August. Dem Gerichtsvollzieher iu in»» J°h°N"°s -°°nh«d S-°°--b°rg -im Tochter. 6. Dem Sak« »Ä« ein ©X 5. Johann Heinrich Christian, Sohn des Kutschers Johannes Müller. 9
Gestorbene.
2. August. Schuhmachermeister Heinrich Wißmann, 60 Jahre alt. 2. Sophie Gerling, geb. Euler, 5o Jahre alt, Wittwe des Maurermeisters Johannes Jsterlina 3
«TO 74 J-hr- «1t. 4. August, 2 Jahre olt^Sohn d-S BsL-ist-r Kari o nC' 1 2ahr alt, Tochter des Taglöhners Heinrich Schmidt. 4 Luowia
Karl Alexander, 2 Monate alt, Sohn des Mitpredigers Gustav Drescher. 4 Hermann 1? Sage alt, ein außereheliches Kind von auswärts. 5. Ein todtgeborener außerehelicher Sohn von auswärts. 5. Maurermeister Heinrich Hartmann, 56 Jahre alt. 5. MarqaretkeRamweck geb. Gensheim, 76 Jahre alt, W-tlwe des Schuhmachers Jacob Ramspeck. 9 6. Mechanckus Wilhelm Lony, 26 Jahre alt. 4. Katharine Keller geb. Wingefeld, 50 Jahre alt (ibefrau de« Gememdehirten Georg Keller von Lardenbach Kreis Schotten 6 ^Tubrmann^K^^ Muskulus, 47 Jahre alt. 7. Wilhelm Valentin, 1 Jahr al7 Sohü' des Sckubm^m^Z @nißb®eb?aOrbtl Christine, 1 Jahr alt, Tochter des Porcellan- Malers
Ernst Gebhardt.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getaufte.
gu, ben^l” JuU^' 3afob Klingelhöffer eine Tochter, Clara Elisabeth Louise,


