(gez.) Augusta.
Diejenigen l. I. Bei Meldung
Gießen,
Baden-Baden, den 3. October 1879.
Krankreich
Unter Vr «nträgen bezüglich daß spätere Reklan
Zugleich $
rcct mit den früheren Unterhandlungen beschäftigt worden , auch vom. Fürsten Bismarck angenommen war und überdies großen Takt bewiesen hatte, wurde mit der Aufgabe betraut, neue Unterhandlungen einzuleiten. In Folge dessen hatte Msgr. Jacobini am 4. Septbr. mehrere geheime Unterredungen mit dem Fürsten Bismarck, bei denen es möglich wurde, die hauptsächlichsten-Punkte eines neuen Planes festzustellen. Msgr. Jacobini kehrte dann nach Wien zurück und redigirte in aller Form ein wirkliches Projekt, welches in Gastein vom 14. bis zum 19. Septbr. discutirt worden ist. Im Princip wurde ein Einvernehmen erzielt; es fehlt nur noch die Zustimmung des heiligen Stuhles. Der Papst und der Cardinal Nina beschäftigen sich augenblicklich mit der Prüfung dieser Präliminarien; indessen wird es noch einiger Zeit bedürfen, ehe man zu einem Abschlüsse gelangt, da noch mehrere Abänderungen und mehrere Zusatzartikel eingefügt werden müssen."
— Der „Retchs-Anz." schreibt: In Folge neuerer Bestimmungen über die russische Paßpolizet ist jeder Ausländer verpflichtet, sich bet seiner Ankunft in Warschau im Paßbüreau des Oberpolizetamts zu melden, woselbst in seinem heimathlichen Passe durch einen Vermerk der Termin zur Nachsuchung eines russischen Passes für den ferneren Aufenthalt in Rußland auf die Dauer eines Jahres bestimmt wird. Wer diese Meldung verabsäumt und demnächst auch die rechtzeitige Extrahirung des russischen Paffes unterläßt, hat Poltzeistrafe verwirkt. Um dteffeitige nach Rußland reisende Staatsangehörige vor den aus der Nichtbefolgung dieser Vorschriften erwachsenden Unannehmlichkeiten und Nachthetlen zu bewahren, ist denselben nach etnem Ctrcularerlaß des Ministers des Innern v. Mts. durch die mit der Ertheilung von Päffen nach Rußland beauftragten Behörden anzuempfehlen, sich bet ihrer Ankunft am Bestimmungsorte bet der Ortsbehörde zu melden und den russischen Paßpolizei-Vorschriften pünktlich nachzukommen.
— Nach der „Kreuz-Ztg." hat die Kaiserin an das Central-Comitö der deutschen Vereine zur Pflege im Felde verwundeter und erkrankter Krieger folgendes huldvolle Dankschreiben gerichtet:
Der warm empfundene Ausdruck derMückwünsche des deutschen Central- Comitäs zu Meinem Geburtstage hat Mir von Neuem eine Gesinnung bethä- tigt, deren werthvolle Bedeutung Ich kenne und Hochschätze. Um so mehr gereicht es Mir zur Freude, Meinen Dank hiefür durch die Versicherung Meines unveränderlichen aufrichtigen Anthetls zu bekunden, mit welchem Ich die wichtigen und erfolgreichen Bestrebungen der unter dem Rothen Kreuze verbündeten Vereine stets begleite.
Telegraphische Depeschen.
Waguer'S telegr. Correspondenz - Bureau.
Darmstadt, 7. Octbr. Die Kaiserin von Rußland ist heute nach einem Aufenthalt von 2 Monaten auf Schloß Heiltgenberg bei Jugenheim nach Cannes abgereist.
— Der Herzog und die Herzogin von Edtnburg haben heute Jugenheim nach sechswöchentlichem Aufenthalte verlassen und sind über PaUs nach London zurückgekehrt.
Berlin, 7. Octbr. Die Vertretung des Staatssecretärs v. Bülow übernehmen v. Radowitz und Dr. Bucher. Die handelspolitische und staats- rechtliche Abtheilung deS auswärtigen Amtes bleibt unter der Leitung v Philips- borns. Nach der Abreise des Fürsten Bismarck fällt die obere Leitung des auswärtigen Amtes dessen Stellvertreter, dem Grafen zu Stolberg zu
London, 7. Octbr. „Times" meldet aus Mandalay von gestern • Der hiesige britische Resident, sowie das Personal der englischen Gesandtschaft und mehrere englische Unterthanen haben sich unbehelligt cingesckifft. Mandalay ist Alles ruhig. n
Strastburg, 7. Octbr. Der Präsident des Landes-Ausschusses stellte heute dem Statthalter, Marschall v. Manteuffel, die Mitglieder des Bureaus sowie mehrere andere Mitglieder des Landes-Ausschusses vor. Derselbe sagte dabei: Es freut mich, Ew. Excellenz, den ersten Statthalter von Elsaß-Loth- ringen hier begrüßen zu können. Der Landes-Ausschuß hat öfters den Wunsch ausgedrückt, es möge der Sitz der Verwaltung tn's Land nach Straßburg ver- legt werden. Dieser Wunsch ist in Erfüllung gegangen. Ich hoffe daß sich Gutes daraus entwickeln wird und spreche meinen herzlichen Dank dafür aus Sr. Majestät und Allen, die dazu beigetragen haben. Der Stattbalt-r erwiderte, auch er hoffe, daß die Etünchtunn der Statthalterschaft und des Ministeriums zum Wohle des Landes gereiche. Die Herren sollten sich ver- sichert halten, daß, was in seiner Krast liege, er dazu beitragen werde diesen (
Wun!th zu erfüllen. Der Erfolg werde nicht fehlen, wenn ste in gemeinsame Arbeit mit ihm zusammenwirkten.
Madrid, 7. Octbr. Die Deputirten der ministeriellen Partei verlangen, daß in Catalonten der Belagerungszustand erklärt werde, falls dir Republikaner und Carlisten versuchen sollten, Unruhen zu erregen. Dai Ministerium hat noch keinerlei bezügliche Entschließung gefaßt.
Petersburg, 7. Octbr. Wie die „Rußkaja-Prawda" über die Bo schlagnahme der geheimen Druckerei tu Petersburg weiter erfährt, wurdet dabet siegen 20 Personen, darunter 3 Frauenzimmer, verhaftet und wären außer der Druckmaschine und vorräthiger Schrift viele andere beim Typographen- wesen gebräuchliche Gegenstände vorgefunden.
Berlin, 7. Octbr., Abends. Von den 433 Wahlen zum Abgeordnetenhause sind bis jetzt bekannt 412. Davon fielen 110 auf Conseroattve, 92 auf das C-.ntrum, 90 auf National-Liberale, 5 auf als liberal, 3 als gemäßigt liberal bezeichnete, 43 auf Freiconservative, 33 auf den Fortschritt, 19 auf Polen, 4 auf Partikularsten, 1 auf einen Demokraten; 12 der Gewählten sind unbestimmter Parteistellung. Unter den Gewählten befinden sich Kriegs- Minister v. Kamecke, Minister Bitter, Minister Eulenburg und die früheren Minister Falk, Hobrecht und Friedenthal.
Paris, 7. O.tbr. „Temps" und „Journal des Dubais" melden, der heutige Ministerratb habe sich mit der Frage der Amnestie beschäftigt und beschlossen, keinerlei Abänderungen des von der Kammer votirten Gesetzes zu- zulaffen.
Athen, 7. Octbr. Die gestern im ganzen Lande stattgefundenen Deputirtenwahlkn verliefen überall in vollkommenster Ruhe und Gesetzlichkeit.
Paris, 5. Octbr. Gestern Abend feierte der hiesige deutsche Turnverein seinen 16. Geburtstag in seinem gewöhnlichen Local, Rue St. Marc Nr. 8. Der Festsaal war mit deutschen, österreichischen und französischen Fah- nen, deutschen Adlern und anderen Emblemen, sowie mit Etchenlaubkränzen auf's Glänzendste geschmückt. Gegen 10 Uhr waren dort ungefähr 200 Turner und Gäste versammelt, darunter mehrere Mitglieder der deutschen Bot- schäft, wie Graf Wesdehlen, Graf Leyden, Freiherr v. Stefnbertz, svwi? eine" größere Anzahl der hier augenblicklich anwesenden Deutschen. Das Fest begann mit dem Absingen des von Jaff6, dem Bibliothekar des Vereins, ver- faßten Festgedichtes, worauf der Präsident des Vereins, der Augenarzt Dr. Meyer, die Festrede hielt, in welcher er darauf hinwies, daß der Verein während seines 16jährigen Bestehens nicht ohne großen Erfolg seine Aufgabe verfolgt habe, nämlich die, in Paris deutschen Sinn und deutsche Sitte zu hegen und zu pflegen. Einen kurzen Rückblick auf die Geschichte des Vereins werfend, kam er auch auf das Jahr 1870 zu sprechen, das die Veretnsmtt- glieder auseinandergefprengt habe; nach dem Kriege hätten sich dieselben aber wieder schnell zusammengefunden, und gleich nach dem Abschluß des Friedens, in einer Zett, wo dieses gerade nicht ohne Gefahr gewesen, habe der Verein sein wohlthätiges Wirken wieder ausgenommen. Hierauf der übrigen deutschen Vereine von Paris gedenkend, wies Redner darauf hin, daß der Turnverein mit denselben, namentlich mit der Teutonia, immer Hand in Hand gegangen sei. Nachdem er noch der Bibliothek des Vereins gedacht, die, Dank den deutschen Schriftstellern und Verlagsbuchhandlungen, die ihre Werke freigebig zur Verfügung stellen, heute bereits 900 Bände zähle, brachte er schließlich dem Verein ein „Gut Heil" dar, in welches die Versammlung mit Begeisterung etnsttmmte.
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Lokales.
Gießen, 8. October. (Sterblichkeit in Gießen.) Die Todesfälle haben Im September im Bergleich zu der hohen Zahl derselben, die wir im August zu verzeichnen hatten, um ein Bedeutendes abgenommen, da ste von 45 auf 28 herabgingen und damit erwa die mittlere Sterblichkeitsziffer erreichten. Insbesondere können wir noch constatiren, daß sog. Jnfeciions- krankheieen durchaus keine häufige Todesursache waren, wenn auch Erkrankungen an solchen immerhin vorkommen. — Unter den 28 Gestorbenen befanden sich 9 Kinder im ersten Lebensjahre von denen an Gehirnentzündung und Darmcatarrh je 2, an Krämpfen und Rose je 1 starb.' Ein Zwillingskind starb an angeborener Schwäche, bet einem wird Mangel an Muttermilch als Todesursache angegeben; in einem Falle blieb die Todesursache unbekannt, da ein Arzt das Kind während des Lebens nicht gesehen hatte. Ein Lind im 2. LebenSjahre starb an Ruhr -in Knabe von 7 Jahren an Scharlach. Bon den 17 Erwachsenen starben 5 an Lungenschwindsucht, darunter einige auswärtige Personen, die hier Heilung gesucht hatten. 3 l'onen erlagen Schlaganfällen, 2 organischen Herzkrankheiten; an Lungenemphysem, Gehirnent- zünvung, Lcberentartung, Krebs, Krampfen (Eclampsie) st,rb je eine Person. Ein Mann der sich in Untersuchungshaft befand, entleibte sich durch Erhängen. Ein Mann von auswärts' der bei einer Dreschmaschine schwere Verletzungen des rechten Oberschenkels erlitten hatte erlag rasch denselben. '
Wenn wir die Sterblichkeit im Monat September 1878 in Vergleich ziehen, so finden wir, daß damals sich 25 Todesfälle ereigneten, nämlich 4 bei Kindern im ersten Lebensiabre 3 bei Kindern im 2. bis 15. Jahre, 18 bei Erwachsenen. G. K ' ''
Gießen 8. Oetober. Gestern Abend gegen 8 Uhr brach im Kamin in einem Gasthaus am Wallthor Feuer aus, wurde jedoch, ohne weiteren Schaden anzurichten, alsbald gelöscht.
o n m" Darmftadt, 6. Oetober. Die Jury für die Beurtheilung der hervorragende« Leistungen auf der Landes-Gcwerbe-Ausstellung zu Offenbach hat folgende Prämien zuerkannt-
a. Goldene Medaille:
Nippel, Conrad, Darmstadt, Forst und landw. Samenhandlung.
van Baerlc & Co., Worms, Wasserglas- und Seifenfabrik.
Becker, Ludwig, Offenbach, Maschinen- und Dampfkessel-Armaturen-Fabrikant.
Becker & Steeb, Offenbach, Seifenfabrikanten.
Bembß, A., Mainz, Möbelfabrikant.
Bcruard, Gebrüder, Offenbach, Schnupftabakfabrikanten.
Bettelhäuser, Carl, Mainz, Lederfabrikant.
Bleiwciß- und Lackfirniß-Fabrik, Offenbach.
Böhm, Gustav, Offenbach, Parfümerie-Seifen-Fabrikant.
Boller, A, Worms, Bildhauer und Sleinhaueret.
Uuberus, Gebrüder, Eisenwerkbesitzer, Lollar.
Collet &. Engelhard, Offenbach, Maschinenfabrikanten.
Dick & Kirschten, Offenbach, Fabrik von Luxuswagen, Patentachsen, Federn, Rädern u.s. w.
Tyckcrhoff & Sühne, Amöneburg bei Castel, Portland-Cement Fabrik.
Dörr & Reinhart, Worms, Lederfabrikant.
Faber & Schleicher, Offenbach, Maschinenfabrikanten.
Fccge, W. & Gotthard, Offenbach, Portland-Cement-Fabrik.
Fischer, I. Nachfolger, Mainz, Möbelfabrikant.
Flinsch, Ferdinand, Offenbach, Maschinenfabrikant.
Gasapparat- und Gußwerk, Mainz.
Heim, Wilh. Ferdinand, Offenbach, Maschinenfabrikant.
Heininger> Johann, Mainz, Möbelfabrikant.
f Hildebrmr-/? I., -Pfungstadt, Lierbrau««. — - -f J
Holzmann, Ph., & Co, Haipstadt und Gehspitz bei NeuMenburg, Ztegelwaarev Fabrikanten.
Huppe & Bender, Offenbach. Taschenbügelfabrikanten.
Jurberg-Rnst, Georg, Offenbach, Schriftgießerei.
Keller, Heinrich, Sohn, Darmstadt, Forst- und landw. Samenhandlung.
Krafft, Ph. Casimir & Co, Offenbach, Tabakfabrikanten.
Kupferberg, Ch- Ad-, & Co., Mainz, Fabrik moussirender Weine.
Lauteren, C, Sohn, Mainz, Weinhandlung und Fabrik von Schaumweinen.
Mainzer Actien-Bierbrauerei, Mainz.
Melas, L., &. Co., Worms, Lederfabrikanten.
Merck, Gebr., Offenbach, Fabrikanten in Seiden- und Filzhüten.
Müller, Gustav, Bensheim, Lederfabrikant.
Naumann, C, Offenbach, Seifenfabrikant.
Neubecker, A-, Offenbach, Fabrik von Brauerei-Einrichtungen.
Oehler, St., Offenbach, Anilin- und Alizarinfarbenfadrik.
Schmaltz, Gebrüder, Offenbach, Maschinenfabrikanten.
Schoenenbcrg & Co., Groß-Gerau, Oelfabrikanten.
Schott, B-, Söhne, Mainz, Musik-Verleger.
Schramm & Hörner, Offenbach, Firniß-, Lack- und Farben-Fabrikanten.
Spicharz, Pb. Jacob, Offenbach, Lederfabrikant.
Sprenger, Eberle & Co., Offenbach, Bleiweißfabrikanten.
Wolf, Simon, Mainz, Schuhwaarenfabrikant.
I». Silberne Medaille r
Anselm, F. C., Nachf., Offenbach, Gold- und Silberspinner.
Bercke, Chr. PH., Söhne, Offenbach, Posamentierwaaren-Fabrikanten.
Bietz, I. ®., Offenbach, Holzschnitzer und Fabrikant geschnitzer Möbel.
Bode, Leopold, Offenbach, Maler.
Brauneck & Maier, Mainz, Photographie- und Lichtdruck-Anstalt.
Bücking, Hermann, Söhne, Zeugweberei in Alsfeld.
Creutz, Ferv. Fr., Michelstadt, Gelatine- und Gelatin-Leim-Fadrikant.
Dibelius, H., Mainz, Möbelfabrikant.
Dillenberger, C. und W., Offenbach, Portefeuille-Fabrikanten.
Dorfelder, I. B, Mainz, Billard-Fabrikant.
Dotter, E., Mainz, Büchsenmacher.
Finger A, & Co., Lauterbach, Preßspan, Pappen- und Jacquardkarten-Fabrikanten
Fleischmann, Wilh., Offenbach, Wachs-, Stearin-, Oleinsetfe- und Pfeffernuß-Fabrikant
Freund, F. A., Offenbach, Buntpapierfabrikant.
Fürstweger, F., Sohn, Mainz, Billardfabrikant.
(Fortsetzung folgt )


