phischen Nachricht vom Alföld-Bahnhofe hat Obergespan Dam die umfassendsten Maßregeln getroffen, drei Pontons mit 2 Officieren und 36 Pontoniers, so auch mehrere Fahrzeuge mit Mitgliedern bei RcttungSvereinS gingen Mittag ab. Abends 5 Uhr wurde um Succurs gebeten, da die Rettungsmannschaft schwer vorwärts komme und Hunderte von Menschen zu bergen seien, zumal die Nacht großes Unheil bringen könnte. Sofort wurde von der Militärbehörde und der Donau-Dampfschifffahrts-Geselljchaft alle verfügbare Mannschaft an den Ort der Gefabr befördert. Abends halb 1(> Uhr legte sich der Wind. Die Arbeiter kommen ganz durchnäßt nach ber Stadt, den Verlust ihrer auf den Wohnschiffen geborgenen Kleider, Lebensmittel und Geldbeträge beklagend. Der Obergespan stellte für die Hartbetroffenen sofort Brod zur Der- -fügung. Das InundationSwasser steht 21 Schuh 3 Zoll, die Theiß 33 Schuh b Zoll hoch.
Nieder - Saulheim. Aus einem Privatbriefe, datier Martenschloß, 22. April 1879, bringt der „Rheinische Volksbote" folgenden Auszug: „Du erinnerst Dich noch des Falles in Mainz, wo vor 3 Jahren ein gewisser Koch ein Mädchen im „Stein" auf das Gräßlichste verstümmelte und deßhalb zum Tode verurtheilt, aber zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt wurde. Derselbe machte im Juli verflossenen Jahres einen Durchbiuchversuch, welcher aber mißlang. Auch sitzt hatte er wieder alles mögliche Werkzeug und fünf Schlüssel und wollte wieder einen Fluchtversuch machen, was aber wieder vereitelt wurde l vielleicht zu meinem Glück). Jetzt sitzt er bombenfest und liegt an einer Kette, da wird ihm wohl ber Muth sinken" '
Eingesandt.
Gießen, 8. Mai 1879. Die geehrten Leser mögen entschuldigen, daß wir es uns nicht versagen können, auf die gestrigen Ausführungen des hiesigen Tabaksteuer-Comit^ zu repliciren.
Die freudige Erregung, welche das Comitö über die jüngste Petition des hiesigen Ar- veiterstandes für sich in Anspruch nimmt, kommt uns etwas verdächtig vor, wir glaubten wenigstens nicht auf eine solche, wohl aber auf die gegentheilige Wirkung rechnen zu können. Doch wie leicht man sich täuscht sieht man an diesem Falle, immer vorausgesetzt, daß Zweifel an der gehörigen Auffassungskraft des Comit4 nicht erlaubt sind ; wollte man solchen nachgeben, so dürfte eine geeignete Nachhülfe insoweit gestattet sein, als man darauf hinweist, daß dem Eomitä eine gründlichere Desavouirung doch eigentlich nicht werden konnte, als dieS durch die erwähnte Petition geschehen. Genügt dieser Umstand jedoch dem Comitd nicht, um es zu ver- anlaffen, von dem Schauplatz seiner Thaten abzutreten, so liegt darin für seine Unverfrorenheit allerdings ein glänzendes Zeugniß, gestattet wird es alsdann unsererseits aber sein, daran zu erinnern,
daß das Eomitä die übernommene Rolle doch eigentlich usurpirt hat. Die Mitglieder desselben wurden s. 3t. durch eine größere Anzahl versammelter Arbeiter lediglich und allein dazu erwählt, die Unterschriften zu einer von auswärts vorliegenden Petition gegen Vergütung der darauf verwendeten Mühe, einzusammeln, und designirte man den jetzigen Vorsitzenden des ComitL außerdem noch zur Aufbewahrung eines Ueberschusses von Beträgen, die sptclell zu obigem Zwecke eingesammelt. Darüber hinaus gingen deren Befugniffe nicht und geschah jeder spätere Schritt, auch die Constituirung unter dem Namen „Tabaksteuer-Comitö" aus eigener Macht- Vollkommenheit, aber ohne jede Autorisation Seitens des Arbeiterstances. Doch auch ein solches Verfahren würden wir noch entschuldbar gefunden haben, wenn das Comitö das Pflichtgefühl besessen, die wirklichen Jntereffcn des Arbeiterstandes zu vertreten, statt dessen aber hat es, den Intentionen seines Urhebers gemäß, sich zum Mundstück eines hiesigen Fabrikanten hergegeben, dem es bequemer und erfolgreicher schien, seine Sonderinteressen in dieser Form und auf Kosten der Arbeiter zum Ausdruck zu bringen, dem die wahren und wirklichen Interessen der Arbeiter aber, wie eS die Petition wegen Nachversteuerung beweist, für em Linsengericht feil sein dürfte.
Handel und Verkehr.
Limburg, 7. Mai. (Fruchtmarkt.) Rotber Wetzen X 17.95, Weißer Wetzen X — Korn X 11.60, Gerste X. 9.12, Hafer X 6.70, Erbsen X —, Kartoffeln X —. (Durchschnittspreis pro Malter.)
Frankfurt, 7. Mai. <Marktbericht.) Butter int Großen 1 Qual X 0 95, 2. Guflt. X ‘»,85- 90, im Detail I.Qual. X 1.20, 2. Qual. X 1,10, Handkäse das Pf'uud — Ganze Erbsen stellten sich per 100 Kilo auf X 20—25, geschälte Erbsen X 23—26 Spe.sebohnen 22-25, Linsen 24-30 X Kartoffeln X 7 fig kostete Ochsenfleisch per $rlDc'«6-Dr,!,c Kuh', Rind', und Farrenfleisch 50—60 Hammelfleisch 40-65 A Kalbflnich 55—65 H, Schweinefleisch 56—70 Dörrfleisch — Ä Schinken — H ausgebeint — bis — X, Fleischwurst 7U—8O H, Hausmacher Leberwurst, Preßkopf, Schwart magen, Zungenwurst 80—90 gewöhnliche Leber- und Blutwurst 55—60 Hahnen X 2,30 — 50, Hühner X 1,80 — 2, Enten X -, Poularden X — ^"50-60 Hechte 80-90 Karpfen 80 H, Schleien - ^, Cabliau 30 A
Schellfische 25 Salm das Pfo. X 2,6"—2. Eier das Hundert deutsche 4.50, italienische 5.40 Heu- und Strohmarkt schlecht befahren. Heu kostete je nach Qualität per 6en*ter X 2 -3,20 Stroh X 2 2.20.
Allgemeine Bekanntmachung.
3172) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 uno 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlich« n Kenntniß a bracht daß Herr Wilhelm Dtauf und Wilhelm Meinhard Wittwe zu Siegen unrerm heutigen Tage mit dem Eisenerzberga erke „Morgenstern" in der Gemarkung L i ch, Kreises Gießen, mit einem Felde von 339^62 Quadratmetern beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen bei Vermeidung des Verlunes des Vorzugsrechtes binnen brei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den BergwerkseUenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des SituationSriffes bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet.
Darmstadt, den 16. April 1879.
Großlierzogiiche Obere Bergbehörde.
Jaup.
__________________________________________________Teckl enbura.
Bekanntmachung.
3173) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Dergwerksgeseüschaft Germania zu Kalk bei Deutz uuterm heutigen Ta,e mit dem Eisenerzbergwerke ,Mögl ich" in bei Gemarkung Burkhardsfelden, Kreises Gießen, mit einem Felde von 180600 Quadratmetern beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigenthümer geltend gemacht werden. Wahrend dieser Frist ist die Einsicht des Situationsriffes bei der Bergmeisterei Gießen Jed^m .gestattet.
Darmstadt, den 17. April 1879.
r Anzeiger.
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Großherzogliche Obere Bergbehörde.
Jaup.
Tecklenburg.
Die am Heutigen abgehaltene Holzversteigerung in der Oberförsterei Treis a. b L. ist genehmigt. Die Abfuhrscheine darüber befinden sich vom 10. d. Mts. au bei Großtprzoglichem Rentamt Gießen und wird das Holz Montag den 12. d. Mts-, Morgens um 7 Uhr überwiesen, an welchem Tage auch Abfuhr stattfinden tann.
Treis a. d. L-, den 6. Mai 1879. «""■ °"'L7°d5" "pin
Holzvcrfteiqerung.
Freitag den 9. Mai d. I , Nachmittags 2 Uhr,
-sollen inder Alicenslratze, neben dem Garten des Herrn Münch, verschiedenes Bau und Brennholz versteigert werden.
3174)Z'nser.
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