Ausgabe 
9.1.1879
 
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fcag Budget seines Ministeriums vollständig zu vottren, seine Entlassung 6 8 6t'eprtbpn, 7. Januar. Lord Beaconsfield ist an einem heftigen Gtcht- an^a 2fitctt>:9)prf, 7. Januar. Die Baumwollfabrtk Harmony in Cohoe«, welche 3500 Arbeiter beschäftigt, hat seit gestern in Folge der gedrückten schäftSlage dle Arbeitszeit aus die Hälfte herabgesetzt. Dafielbe geschah Sei- tclis der Baumwollfabrtk in Newbury wo 300 Arbeiter beschäftigt find.

Der DampferSuevta" von der Hamb..Amertk. Gesellschaft ist hier eingetroffen. ____________

Lokales.

8. Januar. In der gestern verhandelten Auklagesache gegen Karl Heus aus Vilbel wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg, erließ der Schwurgerichtshof auf Vrund des Vcrdicts der Geschworenen ein fretsprcchendes Urtheil.

Gießen, 8. Januar. (Sterblichkeit in Gießen nach den Aufzeichnungen ßirofeh KreiS-GcsundheitöamtS.) Im Monat December 1878 starben in Gießen

24rfonen, nämlich 15 Bronzene und 9 Sinber. Son den Erwachsenen stiilben O Nnnaenicbwindsucht, 2 an Lungenentzündung, 2 an den Folgen erlittener Schlaganfalle, 3 an Herzkrankheiten, je eine Person an Bauchfellentzündung, Altersschwache, Brightischer Niercnkrankheit und Krebs. Ein Mann entleibte sich selbst. Von den Kindern befanden sich 5 ersten Lebensjahre und wurden 2 durch Krämpfe, eins durch Lungenentzündung, ems durch Darmcatarrh weggerafft, ein wenige Wochen altes Kind verlor sein Leben wegen Mangels ge­nügender Muttermilch. Die 4 anderen Kinder befanden sich im 2. bis 8. Lebenswahre und rwar starben 2 an Diphtherttis, eins an häutiger Bräune und eins an Gehirnentzündung. * VnoUtcken >°ir damit d-n Monat D-e-mber des Jahres 1877, (, betrug damals di- Gesammtzahl der Sterbefälle 26, darunter 8 Fälle, welche Kinder im ersten und 3 Fälle, -welcke Kinder vom 2. bis 15. Lebensjahre betrafen.

$ Während des verflossenen Jahres 1878 ereigneten sich in Gießen überhaupt 378 Sterbefälle. Hiervon kommen 213 auf Erwachsene, 94 auf Kinder im ersten Lebensjahre und 71 auf Kinder die im 2. bis 15. Lebensjahre sich befanden. Als hauptsächlich wichtigste Krankheiten, welche die meisten Opfer forderten, nennen wir: Lungenschwindsucht mit 72 Sterb­fällen, dann Lungen, und Bronchienentzündung (45 Falle), Darmcatarrh und Brechdurchfall }16 Fälle, Diphtheritis und häutige Bräune (16 Fälle), Schlagfluß (14 Falle), Keuchhusten >9 Fälle) Masern (im April und Mai 7 Fälle), während an Scharlach im ganzen verflossenen crabre nur ein Kind starb. Rose, Unterleibstyphus und Eitervergiftung führten je 3mal den Tod herbei Ruhr und acuter Gelenksrheumatismus je 2mal. Eine Wöchnerin starb an Kindbettfieber. 7 Menschen endeten ihr Leben durch Selbstmord, davon 4 durch Erhängen, einer durch Erschießen, zwei ließen sich durch Bahnzüge überfahren. Piermal erfolgte cher Tod durch Unalücksfälle, ein neugeborenes Kind wurde durch seine eigene Mutter erstickt.

Rach Monaten betrachtet, waren es gerade die Frühjahrsmonate, welche die höchste Sterblichkettsziffer zeigten, nämlich April 51, März und Mai je 40 Todesfälle, dann folgen November mit 36, Februar mit 34, Juli mit 31, August und Oktober mit je 26, September Mit 25 Juni und December mit je 24 Fällen Der Monat Januar war ,tn Bezug auf Sterblichkeit der günstigste, indem wir in demselben nur 21 Todesfälle zu verzeichnen hatten.

Nach der letzten Volkszählung beträgt die Einwohnerzahl Gießens nahe an 14,0«>0, eS -würden also nach der obigen Gesammtziffer auf je 1000 Einwohner während des verflosienen Jahres 27 Sterbefälle zu rechnen sein. Doch ist hierbei zu erwägen, daß die in den ver­schiedenen Krankenanstalten Gestorbenen mitgezählt sind, die zum größten Theile der hiesigen - Einwohnerschaft nicht angebört haben, so daß sich also nach Abzug derselben das Verhaltniß noch günstiger gestalten würde. G-

__Im Laufe des gestrigen Tages wurden 7 Bettler und eine obdachlose Frauens­person eingeheimst.

__Aus guter Quelle erfahren wir, daß die alszweites Concert" angekündtgte musikalische Aufführung des Concertvereins, welche zur Zeit durch das Ableben unserer hoch- seligen Großherzogin ausfiel, am 26. Januar und zwar mit unverändertem Programm «Auf­treten des Violonisten E. Säuret und der Altistin Frl. Hofmann rc) stattfinden soll. Auf

nächsten Sonntag den 12. dss. ist ein Concert arrangirt, dessen Programm der Stimmung der Bevölkerung entsprechend, einen ernsten Charakter tragen und in folgender Nummer dss. Bltts. veröffentlicht werden wird.

Vermischtes.

Darmstadt, 5. Januar. Die Gesundheits-Verhältnisse in den 14 bevölkertsten Gemeinden des Großherzogthums erwiesen sich unausgesetzt als sehr befriedigend und ist die Sterblichkeit, dementsprechend, selten eine größere, ja in den beiden Monaten October und November eine ungewöhnliche geringe gewesen. Mit Ausschluß der Todtgeborenen wurden im October 337, tm November 353 Todesfälle verzeichnet, während im März und April, den ungünstigsten Monaten des Jahres, diese Zahlen die Höhe von 518 bezw. 524 er­reichten. Auf 1000 Lebende und auf's Jahr berechnen sich für März 29,7, für April 30,0, für October und November aber 19,3 bezw. 20,2 Todesfälle. An der Gesammtsterblichkeit im November sind das Säuglingsalter mit 105, Kinder im 2. bis 15. Lebensjahre mit 79 und die höheren Altersstufen mit 169 Todesfällen betheiligt. Im Vergleich zum October hat die Kindersterblichkeit um 34, und zwar die des Säuglingsalters um 10, die der übrigen Kinder um 24 zu-, die der Erwachsenen um 18 Personen abgenommen. Für die einzelnen Gemeinden Friedberg ausgenommen, in welcher Stadt im November Todesfälle überhaupt nicht vor­kamen ergeben sich in aufstetgender Reihenfolge pro Mille und Jahr Sterbefälle: Bessungen 14,4, Bingen 14,6, Darmstadt 16,2, Offenbach 16,9. Mainz 19,9, Bensheim 21,4, Worms 21,7, Heppenheim 23,6, Lampertheim 26,9, Pfungstadt 27,7, Kastel 28,1, Gießen 28,8, Alzey 45,3. In Anbetracht der Todesursachen erscheinen Infektionskrankheiten in 50 Fällen, gegen 36 tm October. Croup uno Diphtheritis 15. (October 14), Darmstadt 5, Mainz und Worms je 3, Offenbach 2, Gießen und Bessungen je 1, Masern 12 (1), Mainz 11, Kastel 1, Keuchhusten 11 (10), Darmstadt 4, Offenbach 3, Worms 2, Mainz und Gießen je 1, Unter­leibstyphus 4 (4), Mainz 2, Gießen und Alzey je 1, Kindbettfieber 4 (1), Mainz 2, Gießen und Kastel je 1, Rose 2 (), Gießen und Alzey je 1, Scharlach 1 (2), in Mainz, andere Infektionskrankheiten 1 (3) in Mainz. An sonstigen vorherrschenden Krankheiten verstärken tm November: Lungenschwindsucht 49 (October 48), acute entzündliche Krankheiten der Athemorgane 41 (27), Schlagfluß 13 (11), Darmkatarrh und Brechdurchfall 21 (24). Andere bekannte Krankheiten, sowie Lebens- und Altcrschwäche hatten in 147 (160) Fällen den Tod zur Folge. Eines gewaltsamen Todes verstürben 13 (17) Personen und zwar durch Verunglückung 5 (10), Selbstmord 7 (6), Mord 1 (1). Unbekannt blieb die Todesursache in 19 (13) Fällen, wovon 8 in Mainz, 4 in Worms rc.

(Eine gesunde Familie.) Bekanntlich zeichnen sich die schleswig-holsteinischen Westseeinseln Föhr und Sylt durch ein sehr gesundes Klima aus. Als Beweis dafür möge hier mitgetheilt werden, daß im Dorfe Oedsum auf Föhr kürzlich ein Kind getauft wurde, wobei zugegen waren: die beiden Eltern, vier Großeltern, zwei Urgroßeltern des Täuflings, während noch eine Urgroßmutter und eine Tante der Urgroßmutter, resp. eine Ur-Urgroßtante des Kindes, am Leben sind. Letztere ist 106 Jahre alt.

Warum man eine Anzeige mindestens siebenmal hinter einander inseriren lassen soll? Erste Insertion: man sieht sie nicht; zweite Insertion: man sieht sie, aber man liest sie nicht; dritte Insertion: man liest sic; vierte Insertion: man sieht nach dem Preise; fünfte Insertion: man spricht davon mit seiner Frau; sechste Insertion: man bekommt Lust, zu kaufen; siebente 'Insertion: man kauft.

(Was zu einem guten Gastmahl gehört.) Diese Frage beantwortet der Speisezettel des Gasthauses zumMuthigen Ritter" in Kösen in folgender Weise: 1. Ein freundlich Gesichte. 2. viele gute Gerichte, 3. -Weine von Gewichte, 4. eine schöne Nichte, 5. eine lustige Geschichte, 6. hübsch, hell und Lichte, 7. beim Sitzen nicht dichte, 8. zuletzt eine gute Verprchte.

(Neue Flegelei.) Käufer:Geben Sie mich doch mal ä Zugpflaster." Apo­theker :Wollen Sie vielleicht eins hinter die Ohren haben? Käufer:Na, so 'ne Flegelet is mich doch wahrhaftig noch nicht vorjekommen!"

(Amerikanisches.) Im Staate Indiana soll ein Mann seinen Schwiegersohn kurz nach dessen Hochzeit verklagt und eine Rechnung für Thee, Butterbrod und Lichter, die Jener, während er der Tochter die Cour machte, verbraucht haben soll, eingereicht haben. Der Prozeß ist noch nicht entschieden.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

117) Das 6. und letzte Ziel Communalsteuer pro 1878 Dann innerhalb 10 Tagen an den Zahltagen: Dienstag, Donnerstag und Samstag noch ohne Kosten zur hrefigen Stadtkaffe bezahlt werden.

Gegen Diejenigen, welche bis dahin im Rückstände ver­bleiben , wird und muß das gesetzliche Zwangsverfahren eingeleitet werden.

Gießen, den 4. Januar 1879.

Der Stadt-Rentmeister

Enders.

Bekanntmachung.

Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar:

Donnerstag den 9. Januar 1879,

Samstag 11.

Dienstag 14.

Mittwoch 15.

Donnerstag 16.

Samstag 18.

Die Interessenten werden daher aufge- lordcrt, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legi- timiren.

Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind.

Die Herren Bürgermeister werden er­sucht, dieses in ihren Gemeinden ortsüblich bekannt machen zu lassen.

Gießen, den 28. November 1878.

Der Rechner der Spar- und Leihkasse.

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