Niederlegung der Arresthaus-Mauer und Entfernung der Freitreppe am Anatomie Gebäude demnächst Entscheidung getroffen würde. Bis solche erfolgt muß auch mit der Tieferlcgung ver Univ -Straße Seitens der Stadt gewartet werden. — Der „Rhein Kurier" in Wiesbaden und 'nach diesem die „Frankfurter Zeitung" und das „Frankfurter Journal" brachten vor einiger Zeit eine Notiz, worin gesagt worben, daß in Hattersheim Rindvieh an der Lungenieuche verendet sei, welches auf dem Viehmarkte zu Gießen gekauft worden. Nach einer von der Bürgermeisterei Hattersheim erlaffenen Antwort, trifft diese Nachricht nicht zu. Der Herr Bürgermeister hat nun an die bett. Redactionen der obigen Blätter eine Berichllgung gesendet, welche auch ausgenommen worden. — In Die Tages - Ordnung eintretend beschließt die Versammlung, daß bet der demnächst vorzunehmenden Pflasterung des rechtsseitigen Bankets der Grünberger Straße ein Uebergang über qu. Straße zwischen der Einfahrt zum Marx leben Zimmerplatze und dem Stollmer schen Hause gepflastert werden soll. — In einem an Die Bürgermeisterei gerichteten Schreiben verlangt Herr F. Zöller die Anlegung eines Abzugs- Canals von seinem Hause nach der Stadtbach, sowie Genehmigung zur Anlage eines Treppentritts und Reparirung des Pflasters vor seinem Hause. Die Bau-Deputation, welche Augenschein genommen, beantragt, daß dem Ansinnen wegen Anlegung eines Abzugskanals, weil hier, wie behauptet, kein Servitut vorliege, nicht zu entsprechen sei; der Wasserlauf am qu. Hause |et immer nach der Httaße gewesen, dagegen möge die Versammlung den Treppentritt gestatten und auch daS Pflaster repariren laffen. Die Versammlung genehmigt diesen Antrag. — Herrn Metzger Friedrich Möhl und Herrn Emil Lotz wtrd gleichfalls die Anlage von Treppentritten in die Straße auf Wiverruf gestattet. — Die Baugesuche der Herren M. Rosenthal, Loh. Bender, Loh. Schleuuiug, E. Pansch Wittwe und Alexander Meyer sollen befürwortet werden. — Pos. 10 der Tagesordnung entwickelte eine längere Discussron. Es handelte sich um das Reinigen der Straßen, resp. um die Abfuhr des Kehrichts und im Winter Des Eises, von Seiten der Stadt. In der Sitzung vorn 17. April dsS. Jahres wurde ein Antrag Der Bau-Deputation angenommen (mit nicht großer Majorität, »von 19 Stimmen waren Damato aeaen diesen Antrag) daß bei Großh. Ministerium die Aufhebung derjenigen Paragraphen im Regulativ, betr. die Straßenreinigung, welche die ötabt zur Abfuhr des Kehrichts und EijeS verpflichten, beantragt werden solle Motivirt wurde die Aufhebung damit, Daß Der neu cm; geführte Modus der Reinigung sich nicht bewährt hätte, daß im Winter die Fuhrwerke nicht beizutreiben seien, welche die Wegschaffung des Eises besorgen sollten u. dgl. m. Diese Eingabe von Seiten der Stadt wurde vorn Großh. Kreisamte der Polizei - Verwaltung zur gut; achtlichen Aeußerung übergeben. In einem längeren Schreiben entwickelt Die Polizeiverwaltung ihre Ansicht über den vorliegenden Punkt und kommt schließlich zu der entgegengesetzten Ansicht als die Vertreter der Stadt. Sie behauptet es seien bei der Ausdehnung unserer Staot viel zu wenig Fuhrwerke zur Wegschaffung des Kehrichts angenommen worden. Gießen, welches im Flächengehalt bet Ausbehnung nicht viel hinter Darmstabt zurückstehe, habe nur 4 Fuhrwerke unb 4 Kehrdistricte, währenb Darmstabt solcher 43 habe. Kein Wunder also wenn die Abfuhr mangelhaft sei. Im Uebrigen kommt im Gutachten ein Punkt vor, gegen welchen Die Stadtverordneten entschieden protestiren zu müffen glauben. Sie unterstellen, daß ihnen von Seiten der Polizeiverwaltung Illoyalität bet dem gefaßten Beschluffe vorgeworfen wirb und weisen diesen Vorwurf ganz entschieden zurück. Der Herr Bürgermeister beantragt nun in einer Resolution, daß man auf dem früher gefaßten Beschluffe: gänzliches Fallenlaffen der Abfuhr, beharren möge. Dieser Antrag wird heute abgelehnt. Es gelangt nun em Antrag Gail zur Abstimmung, welcher besagt, daß man bei Großh. Ministerium einkommen möge, daß solches die Wegschaffung des Eises von Seiten der Stadt aus dem Regulativ streiche. Dieser Antrag wird angenommen. (Die Stadt würde demnach nach wie vor die Abfuyr des Kehrichts aus dem Hause und von der Straße besorgen und erwartet, daß sie von der Wegschaffung des Eises dispensirt werde. Wir möchten den Wunsch noch beifügen, daß die Häuserbesttzer Durchaus den Straßenkehricht in geschloffenen Behältern bis zur Abnahme durch die Fuhrwerke bereit halten und nicht denselben wie seither mitten auf der Straße liegen lassen, wo er alsbalD toieDer auseinandergefahren wird. Unseres Erachtens wird sich die Abfuhr viel leichter gestalten wenn der betr. Fuhrmann einfach die Behälter auf seinen Wagen auszuleeren braucht als wenn er sich auf die Straße hinstellen und nochmals den Kehricht zusammenfegen muß. Es werden sich dann auch wohl mehr Fuhrwerke finden, welche die Abfuhr besorgen. Eine amtliche Anweisung in diesem Sinne könnte hier nichts schaden.) — Zur inneren Einrichtung der neuen Mädchenschule wirD der entsprechende Credit bewilligt. — Den Bewohnern der Schießgärten werden 2 Petroleumlaternen für den Fall bewilligt, daß sich einer der Bewohner bereit findet die Bedienung zum üblichen Preise zu übernehmen. — Das Gesuch deS Metzgermeisters Herrn Balth. Schmidt um käufliche Uebctlafiung von stadt. Gelände auf der Mäusburg kommt nun zur Verhandlung. Herr Schmidt hatte Den Platz, wo eben die Pumpe steht, fammt einem sog. „Feuerlauf" an seinem Hause der Stadt im Jahre 1860 für 850 fl. verkauft. Er bedarf jetzt, da sein Haus baufällig geworden und abgesprießt ist, einen Theil von seinem früheren Besitzthum, um einen Neubau zu errichten. Es liegt hier ein eigenthümltcher Fall vor. Wie eben gesagt, kaufte die Staot den Platz für 850 fl., konnte aber damals über die Verwendung desselben nicht schlüssig werben. Für ober gegen die Verbauung waren immer nur Majoritäten mit einer Stimme, ja, als in einer Sitzung die Minorität voraussah, daß sie unterliegen mußte, erklärten 8 Der damaligen Gemeinve- rätbe nicht abzustimmen und machten dadurch die Versammlung beschlußunfähig. In Folge dieser Zustände bestimmte ein Ministerialreseript, daß der fragt. Platz vorerst unbebaut bleibe, bis eine regelrechte Majorität gültig über dle Verwendung sich ausspreche. Es lag diese Angelegenheit 19 Jahre lang ruhig bis heute, wo die Versammlung darüber zu verhanoeln hatte, 1) ob der Platz überhaupt verbaut werden solle und 2) inwieweit man Herrn Balth. Schmidt nothwendiges Gelände abtreten wolle. Die Versammlung beschließt nun 1) daß der Platz nicht verbaut werde, 2) daß man Herrn Schmidt Gelänbe abtrete, wie viel unb unter welchen ©eolngungen, darüber sehe man Anträgen der Bau-Deputation entgegen. — Verschiedene Losten- becreturen werden genehmigt und einem von der Direktion der Oberh. Eisenbahnen proponirten Vergleich wegen beiderseitigen Niederschlagens von Steuern rc. beigepflichtet. Schluß der öffentlichen ß. September. In dem prachtvollen Etablissement des Herrn Wilh.
Wenzel einem Orte, wo sich Alles arrangiren läßt, sei es Turn-, Sänger-, Kriegeroder ein anderes Fest, bat eben die liebliche Göttin Flora ihr Hauptquartier aufge- schlaaen. Wir meinen hier die Ausstellung des Oberheff. Obst- u. Gartenbau-Vereins, welche am heutigen Tage eröffnet worden ist. Zweck dieser Zeilen sei es nun, dem Besucher die Ausstellung vor Augen zu führen und ihm gewissermaßen als Leitfaden zu dienen. Wir wollen versuchen, so einfach und nüchtern wie möglich, die ausgestellten Pflanzen rc. zu schildern und die Namen der Aussteller zu verzeichnen, zumal von dem Drucke eines Katalogs abgesehen wurde. — Der Ausstellungsraum mmmt den großen Spielplatz ein, wo ringsherum die Hallen aufgeschlagen sind. Die Mtttelpartte des Platzes ist zu einem reizenden Zier- und Lustgarten umgewandelt worden. Ferner sind noch die beiden Säle der Etablissements zugezogen worden, in welchen diejenigen Pflanzen, welche des Schutzes bedürfen, sowie die getrockneten Blumen rc. und die Aquarien ihren Platz finden. Betreten wir nun den Ziergarten, so präsentirt sich dem Auge vor allem das Wappen der Stadt Gießen, welches nach einer alten Zeichnung, von dem Gärtner Herr I o h. B a l s e r dem Hause G g. H. S ch i r m e r angehorend, mittelst Teppich-Pflanzen angelegt worden ist. Die Farben-Zusammenstellung des Wappens an sich, sowie der beiden Nebenbeete, ist eine ganz vortreffliche zu nennen und verdient der Fleiß bei dieser Anlage, sowie das Arrangement, alles Lob. Vor diesem Wappen hat Herr Gärtner Karl Berger von Gießen ein Teppichbeet in erhabener Form angelegt, welches allen Anforderungen des verwöhntesten Geschmackes in gärtnerischer Hinsicht entsprechen dürfte. Rechts und links von beiden eben bezeichneten Anlagen rechen sich die schönen und seltenen Nadelhölzer der Herren Hartmann Henckel von Bickenbach an. Die Umgebung auf der rechten Seite nimmt eine Zusammenstellung von Kalthauspflanzen des Gärtners Herrn Ehr. Georg von hier ein. Links präsentirt sich dem Beschauer eine Gruppe von Canna's, der Frau Gärtner Becker angehörend, welche recht schön ist, sowie eine weitere Nadelholzgruppe dem Gärtner Herrn v. Rocken - t hsin in Büdingen angehörend. Wir müssen hier noch lobend der einzelnen in üppigster Pracht sich darbietenden Dracenen, Yucca's, Agaven und Phormium des Herrn Wenzel im Garten erwähnen, welche einen würdigen Abschluß der einzelnen Gruppen bilden und von gedachtem Herrn in liberalster Weise zur Verfügung gestellt wurden. Die Aucca's und Agaven in Vasen, dem Herrn Buderus auf der Main-Weser-Hütte gehörend, zeugen durch ihre Ueppigkeit und Schönheit von dem Sinne, mit welchem diese Pflanzen gepflegt werden. Die freien Plätze im Mittel des Platzes, sind durch reckt scköne Gartenmöbel des Herrn Emil Pi stör hier, sowie von Möbel in Naturholz des Herrn Bahnhofsvorstandes Möhl in Salzschlirf, welche sich durch ihre Originalität auszeichnen, bestellt. Herr Ferdinand Gail und Herr G. Grausgrill haben durch freundliche Ueberlassung einer Anzahl Lorbeerbäume zur Ausschniückung der Mittelpartie, wesentlich beigetragen. Beim Eintritt in die Hallen bietet sich uns ein überraschender Anblick durch die Ausstellung von Geranium zonale und Fuchsien, einfach wie gefüllt, des Herrn Gärtner Georg, welche in recht vielen und zum Theil neuen Sorten vertreten sind und sich durch ihre treffliche Kultur ganz besonders
auszeichnen. An diese Ausstellung reihen sich die Coleus desselben Ausstellers, bestechend durch prachtvolle Färbung der Blätter, an. Wir kommen nun an ein Quodlibet von Zimmerpflanzen, ausgestellt von Herrn Rose zu Gonsenheim bei Mainz, welche recht sckön sind. Eine Auswahl Pflanzen zur Bestellung von Blumenbeeten des Herrn von Rockenthin in Büdingen reiht sich hier an. Trotzdem daß in diesem Jahr kein eigentliches Obstjahr zu verzeichnen ist, sind doch reckt gute und schöne Sorten von diversem Obst von den Herren Hofgärtner Junker in Llch, Hofgartner Welle in Assenheim, Oberaärtner Kambeitz in Hof-Gill und der Freiherr von Schenk'schen Gutsgärtnerei in Nieder-Ofleiden ausgestellt. Zahlreiche und gut bestimmte Sorten sehen wir hier, wie auch eine Collection Pilze, giftige und eßbare, des Herrn Professor Hoffmann von hier, welche für ein größeres Publikum interessant und instruktiv sein dürfte. Die Hallen weiter betretend, sehen wir nun eine Ausstellung von Gemüsen und Kartoffeln, welche geeignet sind das Herz der Hausfrau zu erfreuen. Betheiligt haben sich bei dieser Gruppe Herr Gutsbesitzer Schlencke auf dem Hardthofs, dessen Erfolge im Gemüsegarten beweisen, daß man mit Fleiß und Verständniß ganz Vorzügliches erzielen kann, sowie Herr Jean v. Rebell, welcher sich nut ca. 300 Sorten Gemüse und 100 Kartoffelsorten beteiligte, eine Leistung, welche es erklärliä, macht, daß Herr v. Rebell den verschiedenen ökonomischen Vereinen angehört und welche ihn mit Freuden zu den Ihrigen zählen. Außer diesen Gemüse- und Kartoffelsorten hat gedachter Herr sich mit einer schönen Collection von Obst bei unserer Ausstellung beteiligt. Wir kommen nun weiter an die Gemüse-Ausstellung des Herrn Jacobi bei Freiherrn v. Schenk und des Gärtners Herrn Ziep recht bei Herrn Buderus auf der Main-Weser-Hütte. Frau Inspektor Gabriel von hier reiht sich mit den Erzeugnissen ihres Gartens den eben genannten Ausstellern würdig an. Ten Wirthschaftsgarten verlassend, erblicken wir in der Halle die Blattpflanzen, Fuchsien und Geranien der Herren Dölstedt u. Richter aus Frankfurt a.M., ausgezeichnet durch hübsche Cultur. Ferner die abgeschnittenen Blumen von Gladiolus und Dahlien derselben Herren. Herr Gg. H. Schirmer, seither bekannt nur durch seinen vorzüglichen Rauchtabak, bietet dem Auge durch eine Zusammenstellung von Geranien und Fuchsien einen ganz reizenden Anblick. Herr Hartmann Henckel von Bickenbach hat hieran zwei Blattpflanzengruppen (Warm- und Kalthaus) aufgestellt, welche sich durch Reichhaltigkeit und schöne Eultur sehr hervorheben. Die Thonwaarenfabrik des Herrn I. Bertram in Siegburg, prämiirt auf den verschiedensten Gartenbau-Ausstellungen, hat eine schöne Collection von Blumentöpfen, Blumenständern rc. gesendet, welche „ch durch ganz vorzüglichen Gesckmack und außerdem durch Billigkeit auszeichnen. Einzeliie Privat-Ausstellungen in der Eile übergehend, sind wir nun so ziemlich mit den Hallen fertig und wenden uns nun zu den beiden Sälen, wo Pracht und Herrlichkeit der Flora ihren Hauptsitz aufgeschlagen hat. Im großen Saale nimmt den Hintergrund eine hübsche, zahlreiche und mit vielem Fleiß arrangirte Gruppe der Frau Gärtner Becker von hier ein. Rechts von dieser Gruppe sehen wir eine ähnliche, wenn auch nicht so zabl- reiche des Herrn Moser bei Freiherrn von Rabenau zu Friedelhausen. Dieser gegenüber, auf der linken Seite, erblicken, wir eine das Auge wahrhaft bestrickende Gruppe von tropischen Pflanzen des Herrn Gärtner Kampeitz zu Hof-Gill. Dem Pflanzen- und Raturfreunde hüpft das Herz vor Vergnügen beim Anblick dieser Gruppe, so schön und frisch sehen die Pflanzen hier aus. Die Mitte des Saales nimmt eine Gruppe des Herrn Ibach von Frankfurt a. M. ein, welche sich durch ihre Feinheil und Farbenpracht ganz besonders auszeichnet. Herr v. Rockenthin hat auch hier recht hübsch in Warmhauspflanzen ausgestellt. Im Anbau angelangt, sehen nur hin die blühenden Begonien in mannigfaltigster Farbenzusammenstellung und Große. Tu Kunst der Bouquetbinderei (lebend) ist durch die diversen hiesigen Gärtnereien, sowie von Frau F. C las mann aus Mainz und Herrn Gärtner Rösing von Marburg sehr hübsch vertreten. In getrockneten Blumen, sowie Bouquets, Kränzen, Ampeln:c. in geschmackvoller Zusammenstellung zeichnen sich Frau C las mann aus Mamt | Döllstedt u. Richter aus Frankfurt a. M. und Chr. Georg hier sehr vorthetlhal । aus. Künstliche Blumen, eine Concurrenz der Pariser, sind durch Herrn Weber tun i hier vertreten. Im Nebenbau erblicken nur sodann noch 3 Aquarien, welche eine Bieröt für jedes Zimmer sein dürften. Es ist jedes schön in seiner Art. Gedenken wir hm noch der einzelnen Ausstellungen von Privaten, so u. A. des Pflanzenständers und der Farrn des Herrn B o r n m ü l l e r, der Campanulas der Herren D a u e r n h e i m u. K i n k el, des Fruchtaufsatzes der Frau Lina v. Gehren u. A. m., so sehen wir, daß nut Liebt und Aufmerksamkeit auch im Zimmer sich herrlich kultwiren läßt. Baumwack s, Gartenmesser u. bergt, ausgestellt von Herrn Paul Neid hart aus Erfurt, Carl Brande- in Hannover, L. Kalbfleisch aus Lauterbach und Rinker aus Weilburg mögen den Schluß der Ausstellung im Saale bilden. Uns wieder nach dem Freren wenden), sehen wir die Obstbaumzucht durch Sendungen des Herrn Müll er kl ein aus Cai.« stadt und die Herrnhager Baumschule bei Büdingen vertreten. Chemische Producte M Herrn Dr. Thront von Gießen, sowie eine Collektton Pflanzenkübel von Herrn Kohle:- mann von hier sind noch zu verzeichnen. Wenden wir nun einen Blick auf das Ganze d« Ausstellung so drängt sich uns der Gedanke auf, daß es einer unermüdlichen und rar.; losen Thätigkeit bedurfte von Seiten des Mannes, welcher die praktische Seele M Ganzen gewesen ist. Wir meinen hier Herrn Carl Deines, welcher, mtt Hmtansetzuiq des eigenen Geschäftes, rastlos und thätig nur das Beste der Ausstellung im Auß hatte und durch den ihm innewohnenden Geschmack wesentlich zum Gelingen der Anstellung beitrug. Ihm sind das Comite und die Aussteller zu großem Danke verpflicht und diesen hier auszusprechen, sei unsere Pflicht. J .
Vermischtes.
Darmstadt, 2. September. (Postpersonalnachnchten.) Angestellt ist: Der Pcd Praktikant Hu eg In Worms als Postsecretär.
Mainz, 30. August. Aus Nierstein, Dem nahegelegenen bekannten Wrinorte, wird ub von Durchaus glaubwürdiger Seite ein Vorkommniß berichtet, das, wenn die Schilderung unfne Gewährsmannes vollständig der Wahrheit entsprechen sollte, bis jetzt in unserer Gegend sich' ohne Beispiel dastehen würDe. Wir geben wörtlich wieder, was uns von Nierstein geschrirdr wird: Auf der vorjährigen Kirchweihe wurde ein junger Mann von hier in einer Wirthscha' erstochen. Die That erregte um so größere Entrüstung, weil der Erstochene, dl« Stütze cm alten Vaters, nicht den geringsten Anlaß zu einem Angriffe auf ihn gegeben hatte. M Thäter ein roher Bursche von Schwabsburg, wurde in allen Nedenumftanden überführt un von dem Assisenhof zu 13 Monaten Gefängniß verurtheilt. Nach verbüßter Haft wurde dc Thäter am Montag in Freiheit gesetzt. Als der Zug, in welchem sich derselbe befand, m - Niersteiner Bahnbofe eindampfte, wurde »on dem eine halbe Stunde entfernten Schwadsburs' Schloßthurme Böllerschüsse gelöst, der soeben Freigelassene unter förmlichen Ehrenbezeugung- an einen bereitgebaltenen Wagen geleitet und unter fortwährendem Schießen nach Schw^« bürg geführt, wo demselben fast die halbe Gemeinde zum Empfang entgegen gelaufen kam. D' Schwabsburqer hatten einen förmlichen Feiertag veranstaltet, alle Arbeiter kamen au8 dem nach Hause, Musik ertönte, Kegelspiele erschallten und es war Des Jubels kein Ende, v- heftig auch Die Unthat vor einem Jahre alle Gemüther der Niersteiner Bevölkerung «W; so ist doch die damalige Stimmung nicht zu vergleichen mit der Aufregung, die sich hi» in der Umgegend über eine solche offenkundige Verherrlichung einer Mordthat durch eine ß»? GemeinDe eben kundgibt." So weit unser Niersteiner vertchterstatter. ES fällt uns doch W®* zu glaub«, Daß eine ganze Gemeinde eine blutige That so leichtfertig beurtheilen und eine« Verbrecher in solcher Weise feiern könne und erwarten wir darum eine entschiedene
Berlin, 31. August. Der Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns hatte vor einigv Jahren an Derf'olgungswahnsinn gelitten, war längere Zeit in einer Irrenanstalt behände, und als geheilt entlassen worben. Er fand bei seinen Eltern wieDer Aufnahme und wurde Comptoir seines Vaters beschäftigt. Vor einigen Monaten lernte er eine junge Dame kenne und verlobte sich mit derselben. Die Hochzeit sollte beschleunigt werden und alle Vorbcreitung zu derselben waren bereits getroffen. Der junge Mann, welcher seiner Braut mit leiben»®1*^ licher Liebe zugethan war, befand sich, je näher der Hochzeitstag, u*b mit ihm die Jtiw“1’ seines heißesten Wunsches berannahte, in einer fieberhaften Aufregung. Am Donnerstag « • mittag sollte die Ehe auf Dem Standesamt geschlossen werden. Wie gewöhnlich erschien Mittwoch Morgen der junge glückliche Bräutigam im Comptoir seines VaterS An viel Tage befand er sich ebenfalls in sichtlicher Aufregung. Das Comptoirpersonal bemerkte zwar, achtete jedoch nicht weiter darauf, ein Jeder verrichtete feine Arbeit. Plötzlich F‘eP / an seinem Pult stehende Sohn des Chefs ein wahres Wuthgeheul aus, ergriff eine fl ». Papierscheere und stürzte sich auf einen Kollegen, der an einem NebeNpult arbeitete, mi Worten: „Du willst meine Braut ermorden!" Der Angegriffene flüchtete; der plötzlich , . sinnig gewordene Mann eilte hinter ihm her, immer mit dem kreischenden Rufe: „er will Braut ermorden." Glücklicher Weise stolperte der Unglückliche Über eine Thuttchwelle u» stürzte zu BoDen. Die Buchhalter und der Chef selbst versuchten den tobenden Menschen I
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