Sonntag den 7. September
187»
Nr. ns.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
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Deutschland
? a. f. 3urg.
Kesternich
England
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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringcrloh,-.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P^
Kairo, 4. Septbr. Durch Dekret des Khedioe werden Barmg unO Bligntörrs ju Finanz-Controleuren ernannt.
Berlin, 5. Septbr. Im Sitzungssaale der Akademie der Wiffen- schäften trat heute die achte Generalversammlung der astronomischen Gesellschaft zusammen, welcher eine große Zahl wissenschaftlicher Capacitäten auch aus Oesterreich-Ungarn, England, Frankreich, Belgien, Holland, Rußland und Scandinavien beiwohnen. Den Vorsitz führte der Director der Sternwarte in Gotha, Krüger. Namens der Staatsregierung hieß der Cultusminister die Versammlung in einer Ansprache willkommen.
Königsberg, 5. Septbr. Heute Morgen empfingen der Kaiser und die Kaiserin, ehe sich Ihre Majestäten zur Parade nach dem Exercierplatz begaben, die Bewillkommnung hiesiger Stadt in einer Deputation von 27 Jungfrauen, geführt vom Oberbürgermeister Selke und den beiden Stadtverordneten- Vorstehern. Bei der Deputation befand sich auch der Dichter des poetischen Festgrußes, Tribunalrath Wichert. Fräul. Braun sprach das an beide Majestäten gerichtete Festgedicht. Die Uebergabe eines prächtigen Straußes an die Kaiseriir wurde ebenfalls von einem poetischen Gruße begleitet. Die Majestäten nahmen diese Huldigung der Stadt mit hoher Befriedigung auf und sprachen dies rn tiefgefühlten Worten des Dankes aus. Der Kaiser gedachte hierbei der Zeiten schwerer Heimsuchung, die Se. Majestät hier mit Seinen königl. Eltern verlebt, hob aber auch die weise Fügung Gottes hervor, der Alles so herrlich hinausgeführt habe; an Gottes Segen sei Alles gelegen.
Petersburg, 5. Septbr. Der Mörder des Gouverneurs von Charkow ist im Gouvernement Tschernigow verhaftet; derselbe soll durch Bestechung Seitens des bereits Hingerichteten Lisogub zum Morde veranlaßt worden sein; er wird nach Charkow tranöportirt und daselbst abgeurtheilt.
— Dis „Agence ruffe" schreibt: Die Zusammenkunft in Alexandrows ist die beste Antwort auf die jüngsten Versuche, die guten Beziehungen zwischen Rußland und Deutschland zu stören und ein Beweis, daß im Geiste der beiden Monarchen die Traditionen tief eingeprägt sind, wodurch dieselben neben den Banden der Verwandtschaft, auch durch ihre von den Vorfahren ererbten Erinnerungen und Beispiele mit einander verbunden wurden.
Wien, 5. Septbr. Dem § Fremdenblatt" und der „Presse" zufolge sind die Nachrichten von der RecognoScirungs-Commission bisher sehr günstig. Die Bevölkerung in Prrbois ließ bereits dir Commission ersuchen, die Besetzung durch österreichische Truppen möge noch in diesem Jahre erfolgen und erklärte sich bereit, die nothwendigen Häuser für Unterbringung der Soldaten zur Verfügung zu stellen. Auch die Bevölkerung Taschlidfchas (Plewje) ist bereit, alle für die Truppen erforderlichen Materialien zu liefern.
— Bei dem heute tm Moskowiter Saale des Schloßes stattgehabten Galadiner brachte Se. Majestät der Kaiser folgenden Trinkspruch auf das Wohl des 1. Armee - CorpS aus: Ich trinke auf das Wohl des 1. Armee- Corps, welches unter seinen Königen stets im Kriege wie Frieden deren Zufriedenheit und Anerkennung sich erworben hat, so auch die Meinige am heutigen Tage im vollsten Maße.
— Abrnds. Die heutige Parade hat den glänzendsten Verlauf genommen. Der Kaiser und sämm'.liche Prinzen ritten die Front der Truppen ab, die Kaiserin folgte im vierspännigen Wagen. Sodann fand zweimaliger Vorbeimarsch statt, wobei der Kronprinz sein ostpreußisches Grenadier-Regiment zweimal vorbeiführte. Aus dem Hin- und Rückwege wurde der Kaiser von stürmischen Kundgebungen der Volksmaffen begrüßt; vom Königsthor bis zum Schloß bildeten die Gewerke mit ihren Fahnen und Abzeichen Spalier. Um 4 Uhr sand das Parade-Diner von 300 Gedecken statt. Dem Kaiser gegenüber saß der Kriegsminister, welcher neben sich den eommandirenden General des 1. Armee-Corps, v. Barnekow, und den General Skobeleff harte. Der Kaiser brachte den bereits gemeldeten Trinkspruch aus. Se. Majestät besuchte um 8 Uhr das Stadttheater.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'- telegr. W»rrefpOudenr-B«rr«n.
Gefundene Gegenstände:
1 Maurrrhammer, 1 Armband, 1 weiße« Taschentuch, 2 Schlüssel, 1 kleiner Kinderschuh, 1 Portemonnaie mit Inhalt. Die Gegenstände sind auf der Polizeiwache (Schloßgafle 258) aufbewahrt.
Gießen, den 6. September 1879. Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.
Fresenius.
208. Erstes Blatt
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SrpedttionSburearrr / Schulstraße B. 18.
Wien, 4. Septbr. Hebet die Verhandlungen wegen eines deutsch. Herretchischen Handelsvertrages erfährt man, daß die Anfrage der österreichischen Regierung, um sich über die Geneigtheit Deutschlands zum Ab- ff eines Vertrages Klarheit zu verschaffen, deutscherseits beantwortet wor-
Illi! TU* Antwort ist, gleichwie die Anfrage es war, ganz allgemein
uu ^halten und drückt blos die principielle Bereitwilligkeit der deutschen Reichs-
irgterung aus, mit Oesterreich-Ungarn den Abschluß eines neuen Handelsver- Mahler. trags anzubahnen. Es ist dabet dem Wunsch Ausdruck gegeben worden, daß ______ Verhandlungen in Berlin stattfinden möchten.
Petersburg, 5. Septbr. Durch heftige Stürme im Finnischen Meer- iiifm schwoll die Newa außergewöhnlich hoch an. Der Verkehr kleinerer Dampfer und der Pferdebahnen über die Brücken ist eingestellt. Die Canal- Mässer des Stadtcentrums treten aus. Einige Vorstädte sind bereits über- iHwemmt. Viele Hausdächer und Rauchsänge sind vom Sturme fortgesührt.
Konstantinopel, 4. Septbr. Der hiesigen ^Agence Havas" zufolge 118 unrichtig, daß die Sitzungen der griechischen und türkischen Bevollmäch- ijttn auf Samstag vertagt worden seien, weil die griechischen Bevollmächtigten 'eint weiteren Instructionen erhalten hätten. Ebenso sei es unrichtig, daß öriechenland die Mächte über ihre Ansichten bezüglich der Auslegung des ß. Congreß-Protokoll- durch die Pforte befragt habe. Die griechischen Dele- chtm erhielten gestern früh Instructionen, dahin gehend, daß sie von der Morte bejahende oder verneinende Antwort darüber verlangen sollten, ob die Mort« bereit sei, als Grundlage der Verhandlungen das 13. Congreß-Proto- oll anzunehmen. Unter diesen Umständen werde der Abbruch der Verhand- a»gen als bevorstehend angesehen.
Rew-Novk, 5. Septbr. Einer Depesche aus Havannah vom 3. d. M.
Lokales.
Gießen, 6. Septbr. (Sitzung der Stadtverordneten am -1. Septbr.) Anwesend: Herr Bürgermeister Bramm, Herr Beigeordneter Keller; von Seiten der Stadtverordneten die Herren Baist, Gail, Grüneberg, Hoch, Homberger, Kauf, May, Ad. Noll, Aug/Noll, Petri, Pfannmüller, Scheel, Schopbach und Wenzel. Zu Beginn der Sitzung theilte der Vorsitzende den Stadtverordneten eine Einladung des Lokal-Comitö's der Blumen-Ausstellung mit, wonach die Herren aur Eröffnung der Ausstellung etngeladen sind. Auf ein desfallsiges Gesuch werven eine Anzahl Fichten, Fichtenreiser und mehrere Wagen Moos dem Ausstellungs-Comit4 kostenfrei überlasten. — Es wird der Versammlung Kenntniß von einem Rescripte Großh. Ministeriums gegeben, in welchem mttgethetlt wird, daß über die
Mchener ^üueiger
Anitigk- mH Jlmtslilfltt für ben Kreis Gießen.
.... London, 4. Septbr. Die „Times" begrüßen den Nachfolger des Grasen yn^rehe derselbe ernannt und im Amte ist. Das Cityblatt 'Nwtg 184 nu’mit Wohlwollen und Sympathie von dem künftigen österreichischen Mister des Aeußern, dem sie es hoch anrecknet, daß er seine delikate Stellung r'stiail PttN V., I« Rom mit viel Geschick behauptet hat, und von dem sie erwartet, daß er in e f MrWiitfotr höheren Sphäre der Wirksamkeit ebenso maßvoll auftreten werde; die »Times" meinen, daß eine Aenderung in der Richtung der österreichisch-unga- lilchen Politik, wie sie von dem Grafen Andrassy auf das innige Einver- n K, ftinbr.il? mit Deutschland und England basirt und geführt worden sei, nicht Thoten/?,,ttc*en wcr^c- Sie könnte, meint das Blatt, nur herbetgeführt werden durch ►nt Erschütterung der Verfaffung und speciell der Stellung der Magyaren;
nt das xeifitin die ungarischen Minister werden sich wohl nicht letchtweg aus ihrer con- -s Fach eiils^ ^Mionellen Position verdrängen laffen und ihr Widerstand könnte nicht besei- jcn übrworn^' werden ohne einen Kampf, der die Aufmerksamkeit ganz Europas prüfen würde.
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Berlin, 4. Septbr. Namhafte Führer der Centrumspartei Wftqe und reelle W>cn stH über die Situation lange nicht mehr so ruhig und hoffnungsvoll ^ubllkum-i -n -r- üu8, tote na(^ dem Zoll- und Steuer-Compromtß mit der Regierung. Die ' i ir' Herren sind sehr genau davon unterrichtet, daß an eine Beendigung des Cul- mkampfes in ihrem Sinne, nämlich an die gänzliche Aufhebung der Maige- ßtze noch lange nicht zu denken ist. In der ultramontanen Preffe ist nicht mehr jene Siegeszuversicht zu finden, wie früher; auch der höhnende Ton, mit .mrnon. welchem man den Gegnern der neuen Wirthschaftspolitik begegnete, ist einer ------------- ruhigeren Kritik gewichen. Man traut der Partei des Herrn v. Kleist-Retzow ' öttlhrttime$T a^usehr, weil ihm und seinen Genoffen ausschließlich die evan^ ' jelifdje Hierarchie am Herzen liegt. Die Herren vom Centrum beabsich-
I. Sept. llgen, im preußischen Abgeordnetenhause mit einer Fluth von Anträgen, die /-MMchenpolitische Gesetzgebung betreffend, zu debutiren, und ihre taktische Hal- "itifl nach der Stimmung, welche ihnen vom Regierungstische und aus dem >oufe entgegengebracht wird, einzurtchten.
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Mge hat die spanische Regierung dorthin angezeigt, daß sie die sofortige üfmdung von 20,000 Mann Truppen und der erforderlichen Geldmittel zur lchechterhaltung der Ruhe in Cuba anordnen werde.


