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Vermischtes.
Darmstadt, 5. März. Heute Nacht zwischen 1 und 2 Uhr schreckte Feuerlärm und die sich sofort verbreitende Nachricht, daß es im Großherzoglichen Residenzschlosse brenne, die Einwohner unserer Stadt aus dem Schlafe. Es brannte im Dachstuhle desjenigen Theils des Schlosses, welcher nach Nordwesten dem sog. Hofkonditoreibau vorliegt und nach dem Wall gerichtet ist. Es ist derjenige Theil, welchen Seine Königliche Hoheit der Großherzog gegenwärtig bewohnen- Der Brand wurde glücklicherweise bald durch die Feuerwehr gelöscht, jedoch ist der Dachstuhl südwestlich von dem in der Mitte des Baues befindlichen Giebel fast zerstört. Wir fügen noch die Notiz bei, daß der fragliche Bau in seinem nordöstlichen Theile um das Jahr 1630 (Audienzsaalbau) und in seinem südwestlichen Theil, dessen Dachstuhl durch das heutige Feuer beschädigt wurde, in dem Jahre 1786 angelegt und 1858 erhöht wurde. Der Hofcon- ditoreibau mit seinen Mauern von höchst beträchtlicher Stärke ist bekanntlich der älteste Theil des Schlosses und stammt in der Anlage aus dem 14. Jahrhundert.
--lieber den heute Nacht im Großh. Nesidenzschloß ausgebrochenen Brand erhalten wir von zuverlässiger Seite folgende Mittheilung:
Die Brandstätte war das Kabinet neben dem Marmorzimmer in den Appartements der böchstseltgen Großherzogin Mathilde im Herrnbau des Rcsidenzschlosses, unmittelbar über dem Bibliothekzimmer des höchstseltgen Großherzogs Ludwig III., dessen Decke durchgebrannt ist. Veranlassung zu Dem Brand gab die mangelhafte Kaminanlage; der Kaminofen war mit unterlegter eiserner Platte auf dem Deckbalken errichtet und hat jedenfalls, nachdem daselbst lange Zeit nicht gefeuert und erst in den letzten Tagen wieder gehetzt worden war, diese Balken entzündet, wobei es wahrscheinlich ist, daß daß Feuer nach mehrtägigem Glimmen zum Ausbruch kam. Die Entdeckung des Brandes geschah durch Kammerlaquai Brückmann, welcher den Nachtdienst bei Sr. Kgl. Hoh. dem Großherzog hatte und durch Rauch und Hitze aus dem Schlafe geweckt wurde. Die erste Hilfe war rasch zur Hand, doch währte es geraume Zett, bis der Herd des Feuers entdeckt wurde. S. K. H. der Großherzog betheiligte sich selbst mit Muth und Ausdauer bei den Lösch- und Nettungsarbeiten und verließ die Brandstätte erst als die bald darauf eintreffende Feuerwehr genügende Arbeitskräfte zur Verfügung stellte. Es darf bei allem Unglück noch als ein Glück betrachtet werden, daß das Feuer in den unbewohnten Räumen des betr. Baues ausbrach und nicht vorher seinen Herd noch weiter auSbreitete, als dies ohnedem geschehen ist. Der Schaden an Mobiliar ist nicht sehr bedeutend, dagegen ist von dem zur Gr. Cabtnets- bibliothek gehörigen Inhalt des obenerwähnten Bibliothekztmmers vieles zerstört und leider auch das zum Privatbesitz der höchstseligen Großherzogin Mathilde gehörende, unersetzliche Oel- bild „die büßende Magdalena", ein Geschenk des Königs Ludwig von Bayern, verbrannt.
(Tgl. Anz.)
Darmstadt, 3. März. (Postpersonalnachrichten.) 1. Angestellt sind: die Telegraphen- Assistenten Range in Alsfeld und Krösing in Butzbach. 2. Versetzt sind: der Ober-Telegraphen- Assistent Metzner von Darmstadt nach Mainz und der Ober-Telegraphist Lenninger von Mainz nach Darmstadt. 3. In, Ruhestand ist getreten: der Postseeretär Weber in Darmstadt.
— Aus Philadelphia vom 13. Februar schreibt der Philad. Demokrat: „Um den spitzbübischen Handel mit falschen Doetor-Diplomen und dem sogenannten Doctor „in absentia“ für immer lahm zu legen, wurde von Herrn Petroff eine Vorlage in der Legislatur eingebracht, welche besagt, daß der Charter der American University of Philadelphia und der Philadelphia University of Medicine and Surgery von der Legislatur widerrufen wurde, daß aber das Staats - Obergericht entschieden hat, dieser Widerruf sei verfassungswidrig, weil er in den Wirkungskreis der Gerichte eingriff. Darauf hatten die Councils von Philadelphia beschlossen, den Staatsanwalt zu ersuchen, gegen die American University klagbar zu werden, welche öffentlich ihre Doctor-Diplome zum Kauf ausbot. Der vorige Staatsanwalt Dimmick hat auch diesen Proceß angestrengt, um den Charter der Universität als verwirkt erklären zu lassen.
Alle guten Bürger sind dabei interessirt, daß dieses Ziel erreicht wird, und deßhalb soll der gegenwärtige Staatsanwalt Beauftragt werden, den Proceß gegen die Universität wegen Mißbrauchs ihrer Privilegien fortzusetzen."
Joseph Haydn und sein letztes Werk, die Jahreszeiten.
Nach der »Schöpfung"' jener Welt, für die wir auf eine oder die andere Weise gemacht sind, sehen wir in den Jahreszeiten das schöne, reiche Leben auf derselben — anknüpfend an die verschiedenen Zustande, in welchen wir sie uns aneignen. Alle ursprünglichen Thätigkeiten, die Freuden und das Ungemach, die das laufende Jahr mit sich bringt, sie ziehen an uns vorüber. Säemann, Hirt, Jäger, Winzer stellen sich dar. Der Lenz bringt seine belebenden Lüfte, die Pracht seiner Blüthen, — der Sommer seine Schwüle, die Macht seiner Gewitter, den Frieden seiner lauen Nächte. Das Treiben der Jagd, das Fest der Weinlese mit seiner übermüthigen Lust erheitert uns in den Herbsttagen, und der Winter, in welchem dem müden Wandersmann nach langem Irren ein trautes Licht schimmert, führt uns ein in das gemüthliche Innere der ländlichen Wohnung, zum Spinnrade der Mädchen, dem Geplauder und dem Hellen Lachen der Jugend Und weder die Herzlichkeit treuer Liebe fehlt, noch das ernste Dareinschauen des alten Gottes. Die Empfindungen der Sehnsucht und der Lust, des frommen Denkens und des starken Glaubens sind ausgesprochen. Und in allen diesen verschiedenartigen Momenten, die in bunter Fülle einander folgen, zeigt sich jener Geist der Wahrhaftigkeit, der Einfachheit und Treue, der Heiterkeit und des Friedens, den man „Vater Haydn" zu nennen pflegt.
Man bezeichnet die Jahreszeiten als ein Oratorium, sie sind ein Idyll —, sie sind vielleicht das Idyll in seiner höchsten Vollendung. Der Verfertiger des Textes Freiherr v. Smieten, der (wie einige Jahre zuvor bei dem Texte die „Schöpfung") einen zweiten englischen Text, nämlich James Thomson's Lehrgedicht „Seasons" zu einer Art Oratorium umarbeitete, hat den Componisten vortrefflich bedient, — die Erfindungskraft und die Meisterschaft aber, welche Haydn in diesem seinem letzten großen Werke leuchten läßt, sind gar nicht genug zu preisen, und man müßte alle Ausdrücke hinschreiben, mit welchen man die außerordentlichste Vereinigung von Genie und Kunst zu analysiren sucht, um denselben gerecht zu werden. (Schluß folgt.)
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 5. März. (Marktbericht.) Butter im Großen 1. Qual. 90 H, 2. Qual. 80 jf, im Detail 1. Qual. Jt, 1—115, 2. Äual. 95 H bis 1 Handkäse das Pfund 50—75 H. Ganze Erbsen stellten sich per 1OU Kilo auf 22—25, geschälte Erbsen 24—28, Speisebohnen 18—24, Linsen 24—34 JL Kartoffeln jü 6.20—7 Roggenmehl-
Dorschuß 20.50—21.50 JL, Schrot 23—24 JL Es kostete Ochsenfletsch per Pfd. 65—70 Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 55—64 H, Hammelfleisch 55—65 Kalbfleisch, abgeschlagen, kostete jetzt 50—60 Schweinefleisch 65—70 Speck 60—70 H, Dörrfleisch 90 H, Schinken 90 H bis 1 JL, auggebeint JL 110, Fleischwurst 80 H, Hausmacher Leberwurst 90 Preßkopf 90 H, Schwartenmagen 90 gewöhnliche ßeber und Blutwurst 60 Schmalz 80 Holz: Buchenscheitholz per Kubikmeter 1. Sorte JL. 9.50—10.55, 2. Sorte JL 8.50—9 50. Tannenscheitholz 1. Sorte JL. 6.80—7, 2. Sorte JL 6.50. Holz je nachdem geschnitten der Centner im Großen 1.50—80, im Detail Jl. 1.80—2. Steinkohlen per Hectoliter JL 1.90—2. Tannäpfel per Hectoliter 1. Lohkuchen das Tausend «M. 10. Hahnen 1.80—2.40, Tauben 70 Enten 3, Hühner Jt. 2
Limburg, 5. März. (Frachtmarkt.) Rother Weizen Jü 16.50, Weißer Wetzen JL 16.30, Korn 10.75, Gerstel 9.25, Hafer 6.05, Erbsen JC. —, Kartoffeln JL —- Durchschnittspreis pro Malter.)
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
1386) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Handelsgesellschaft Gebrüder Buderus zu Lollar unterm heutigen Taze mit dem Eisen- und Manganerzbergwerk „Leicester" in der Gemarkung Leihgestern, Kreises Gießen, mit einem Felde von 95,600 Quadratmetern beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung muffen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerkseigeuthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsriffes bei der Bergmeisterei Gießen Jedem gestattet.
Darmstadt, den 6. Februar 1879.
Großh. Gber-Korst- und Domänen-Direction, Berg-Abteilung.
Bose.
Tecklenburg.
Bauhostverfleigerung.
Mittwoch den 12 März,
von 9 Uhr Vormittags an, sollen in der Freiberrlich von Rabe- nauischen Oberförsterei, District Dietzen- fobl und Altenbrunnen:
51,75 Festmtr. Kiefern-Stammholz, 4,69 „ NadebSiangenholz
(meistens sehr gesundes und starkes Holz aus der 1878r Holzerndte) öffentlich meistbietend versteigert werden.
Die Zusammenkunft ist am Pflanz« garten des Districts Kirchgeheg um 9 Ubr Morgens.
Keffelbach, am 4. März 1879. Der Oberförster:
1379) Hopps.
Mobilienversteigerung.
Dienstag den 11. d. M.,
Nachmittags 2 Ubr,
und folgende Tage
sollen in der Wohnung des verst. Herrn Prof. Dr. Keim Möbel aller Art, wo- mnter 1 schöner Schreibftcretär, 1 Schreibtisch, Sophas, 1 Fauteuil, Büchergestelle, sowie Silberzeug, 1 eiserner Kasseschrank, Porträts, 1 große Standuhr; ferner sehr gutes Bett- und Weißzeug, Herrenkleider und verschiedenes Haus- und Küchenge- räthe meistbietend versteigert werden.
Die Gegenstände können Montaa den 10. d. M., Nachmittags von 2 — o Uhr einaesehen werden.
Gießen, den 1. März 1879.
Großh. Ortsgericht Gießen.
1317) Lüdeking, Vorsteher.
Holzversteigerung.
Mittwoch den 12. März, von Morgens 9 Uhr an, sollen in dem Nied^r-Bessinger Gemeindewald , District Altenheegwald, folgende Holzsortimente versteigert werden:
189 Rmtr. Buchen-Scheitholz,
165 „ „ Knüppelholz,
2458 B'ichen-Wellen,
250 Rmtr. Buchen«Stock,
26 Buchen - Stämme von 8 — 10 Mtr. Länge und 70—160 Ctm. Durchmesser,
16 Eichen - Stämme und Stangen, brauchbar zu W^gnerholz.
Ni der-Bessingen, am 5. März 1879. Gr. Bürgermeisterei Nieder-Bessingeu. 1387)________Roth._____________
Samstag den 8. l. Mts.,
Vormittags ll1^ Uhr, soll ans dem Lenz'schen Felsenkeller eine Mufikhalle versteigert werden.
Dieselbe ist im Mittel 6,30 m lang, 4,30 m breit und 3,45 m im Lichten hoch, aus Fichten-Rundholz gezimmert, mit Bretterwänden und Schieferdach versehen.
Gießen, den 4. März 1879.
Großh. Bürgermeisterei Gießen. 1348) A. ©ramm.
1104) 200 Stück Birnstämmchen zu verkaufen im Körner'schen Garten.
Mmmtmadjung
des Rechnungsergebniffes des Spar- und Vorschuß-Vereins
zu Leihgestern.
(Eingetragene Genossenschaft).
1) a. Zahl der Einleger zu Anfang 1878 ...... 70
b. Zugang im Laufe des Jahres....... . 28
zusammen 98
c* Abgang im Laufe des Jahres....... 24
d. Bestand am Schluffe des Jahres.......74
2) Betrag der Einlagen: Jl. H.
a. Bestand am Anfang des Jahres....... 35,009 6
b. Zugang im Laufe des Jahres durch neue Einlagen 15,136 79
zusammen 50,145 85
c. Abgang im Laufe des Jahres durch Rückzahlung . 12 026 18
d. Bestand am Schluß des Jahres .... . 38,119 67
3) Baarer Kaffenbestand am Schlüße des Jahres. ' ! 917 v6
Gesammtbetrag der verzinslich angelegten Kapitalien . . 39,246 7
Bestand des Reservefonds am Schluß des Jahres . . 2,044 26
Leihgestern, am 4. März 1879.
1388) Der Rechner: Weller.
Hostverfleigerung
im Gemeindewald Hausen.
Dienstag den II. März I. J., von Vormittags 9 Uhr an, sollen im hiesigen Gemeindewald, District Bekertswald und Bruch nachverzeichnetes Holz, als:
60 Fichtenstämme bis zu 18 Mir. Länge = 16,16 Cbm.,
799 Fichtenstangen bis zu 18 Mtr.
Länge, — 58,02 Cbm.,
22 Rmtr. Eichen- u. Nadelknüppel, 39 „ Nabelstock,
2000 Buchen-Durchforstungswellen u. 2650 Nabel-Wellen versteigert werden.
Bemerkt wird, daß das Stangenholz ganz besonders zu Dachsparren, Rüststangen u. s. w. geeignet ist.
Der Anfang ist zur bestimmten Stunde im District Bruch beim Wegweiser, wo der Wcg von Hausen nach Annerod über die Staatsstraße führt. Hausen, am 3. Mä'z 1879. Großh. Bürgermeisterei Hausen.
1345)______Dem_______
1385) Ühina zu verkaufen bei Georg Mohl, Neustadt.
Aeikgeöotenes.
1390) Eiserne Tragbalken, Schienen, Rohre, Dachfenster, Schieber, Tuffsteine, Kaminrohre, Thon- u. Saudsteinplatten, Cement, Gips, Krippen, Tröge rc. bei ______________________Emil Pistor.
Frische Schellfische
eingetroffen 1389)
I. A. Busch Söhne.
1380) Durch ein Waaren-Tausch-Geschäft kamen wir in den Besitz eines großen Postens ausländ.
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