strennoje und den benachbarten Bezirken waren am 2. Febr. 7 Kranke vochan« den, 2 traten hinzu und 4 starben. Gegenwärtig befinden sich also dort 5 Kranke. In Tschernojarsk hat die Krankheit nicht zuzenommen. Zehn Grad Kälte.
Karl-ruhe, 5. Februar. Die zweite Kammer genehmigte heute den Kauf der blsder württembergischen E'senbahnftrecke Bruchsal -- Bretten mit 3 Mill. Mk. mit allen gegen eine Stimme. Der Staatsmmtster bedauert den antmosen Ton des Berichts gegen Württemberg.
Petersburg, 5. Februar. Die hiesig n Blätter bringen ein Tele« gramm der Börsenältesten von Astrachan vom 4. Februar, wonach tm ganzen Gouvernement Astrachan gegenwärtig nur 6 oder 7 Tyobuskranke sich b finden; es sei nicht die geringste Gefahr einer Epidemie vorhanden; die Absonderung der Erkrankten von den Gesunden habe sich als vollständig genügend zur Unterdrückung der Krankheit erwiesen.
Wien, 5. Februar. Die „Wiener Abendp." citirt die Publication des „Deutschen Reichs-Änz." betreffs Regelung des Artikels 5 des Prager Frie- drns und fügt hinzu: das Datum des Staatsvertrages — 10. Octbr. 1878 — erscheint insofern beachtenswert^ als es an sich schon gewiffe Versionen zu entkräften scheint, welche über den äußeren Anlaß der neuen Vereinbarung aufgestellt wurden.
Berlin, 5. Februar. Gutem Vernehmen nach wird ein Gesetzentwurf über Durchgangs-Abgaben, von dem in den Blättern die Rede ist, weder im Staatsmtnistertum vorberathen, noch ist den Mitgliedern der Zolltarif-Commission etwas davon bekannt.
Kopenhagen, 5. F.bruar. Die Eisbewegung zwischm Seeland und Fünen und zwischen Seeland und Falster dauert fort. Der Sund ist mit Eis belegt; nur von Helstnaör nach Helstngborg ist die Dampfschifffahrt tm Gange. Das Kattegat ist voll Eis.
Elvas, 5. Februar. Der König von Spanien ist heute Morgen um 10 Uhr hier angekommen. Der König von Portugal erwartete ihn am Bahnhofe. Die beiden Souveräne umarmten sich und hatten hierauf eine 40 Minuten dauernde Unterredung. Man versichert, daß weder die Politik noch eine Familienverbindung mit dieser Zusammenkunft etwas zu thun habe.
Berlin, 5. Februar, Abends. Fürst Bismarck mit Familie ist heute Abend 9 Ubr von Frtedrichsruh hier eingetroffen.
Paris, 5. Februar. Präsident Grevy wird am Samstag das diplomatische Corps empfangen. — Die Türken werden den Montenegrinern Pod- goritza am Samstag übergeben.
Malta, 5. Februar. Die britische Behörde hat für alle Provenienzen aus dem Schwarzen und Asow'jchen Meere eine Quarantäne von 21 Tagen angeordnet.
Elvas, 5. Februar. König Alphons wurde vom Könige von Portugal wärmstens empfangen. Nach eingenommenem Frühstück und einer Unterredung reiste der König von Portugal nach Llffabon zurück, der König von Spanien nach Badajoz.
Das Budget in der Familie.
Neuerdings hat man in Lregnitz die Errichtung von Arbetterwohnbäusern empfohlen und ein dortiger Arzt hat darauf aufmerksam gemacht, daß sie billig herzustellen sind, und sich erfahrungsmäßig die Theilnahme von Capitaltsten findet. Für die Idee selbst tritt auch der bekannte Arbeiterfreand und Abgeordnete Geh. Regierungsrath Jakobi ein und wird ermitteln, ob sich die praktische Inangriffnahme empfiehlt.
Das Ltegnitzer Stadtblatt brachte, muthmaßlich aus derselben Quelle, eine beachtenswerthe Ermahnung für die Arbeiter, wie auch für bester Sltutrte.
Der Fabrikarbeiter sowohl wie der Beamte, der Tagelöhner wie der reiche Kaufmann haben in gleicher Weise die Pflicht, ihre Haushaltungskosten im Voraus zu überschlagen und fest zu regeln. Da die spezielle Wirthschafts- sührung, d. h. die Ausgaben für die tägliche Beköstigung und Instandhaltung der dazu nöthtgen Geräthe, immer Sache der Frau ist, so ist es das Beste, wenn ihr der Mann wöchentlich ein bestimmtes Wirthschaftsgeld giebt, über das sie gewtstenhaft Buch zu führen hat. In einer Ehe, wie sie sein soll, werden Mann und Frau einander sagen, was sie besitzen und verdienen, und gleich bet Einrichtung der gemeinsamen Wirtschaft wie später, wenigstens immer in allen dringlichen Fällen, mit einander berathen, wie viel oder wie wenig sie ausgeben können. In den bester situirten Ständen wird sehr häufig dadurch gefehlt, daß die Frau kein bestimmtes Wirthschaftsgeld erhält, sondern es sich geben lasten soll, sobald sie es braucht; ebenso wenig ist es in Ordnung, wenn der Mann vielleicht seinerseits aus Zartgefühl das Wirthschafts- buch seiner Frau keines Blickes würdigt. Dadurch entstehen dann meist nicht allein die ersten häuslichen Differenzen, sondern auch die Differenzen zwischen Einnahme und Ausgabe. Die Frau will die Wünsche ihres Mannes befriedigen: sie macht Schulden, erst nur beim Kaufmann und Fleischer, in der Hoffnung, einmal wo anders ersparen zu können — ist aber einmal das zuverlässige System der Baarzablung verlasten, so geht es mit den Finanzen abwärts. Das gilt für den Mann wie für die Frau. Wenn diese so thörtcht handelt, etwas schuldig zu bleiben, um dem Mann ein Ltebltngsgericht vorzusetzen, das ihre Kastenverhältniffe übersteigt, so handelt der Mann noch unverantwortlicher, wenn er, wie sie im Kleinen, nun tm Großen Schulden macht, nur um seiner Frau nicht zu sagen: wir wüsten uns etnschränken, wobei er natürlich auch bereit sein muß, auf die gewünschten Leckerbissen zu verzichten. Der Mann also mit einem bestimmten Einkommen gebe seiner Frau ein be- stimmte- Wirthschaftsgeld wöchentlich, besten Höhe gemeinschaftlich nach dem, was man eben wöchentlich zu „verzehren" hat, erst festgestellt und dann von der Frau berechnet werden mag, dann kann und muß sie sich einrtchten, daß es ausreicht, und der Mann muß dann mit dem zufrieden sein, was dafür aus den Tisch zu beschaffen ist. Aber nicht allein in diesen besser gestellten Familien, sondern auch bet den ärmeren Lohnarbeitern bespreche der Mann mit seiner Frau, wie viel die wöchentliche Nahrung kosten dürfe, und gebe ihr dann dazu den betreffenden Thetl seiner Einnahme; auch hier muß es der Grundsatz sein, keine Schulden zu machen und nicht auf einen geträumten Glücksfall zu bauen, durch den sie bezahlt werden könnten. Nun kann und wird man sagen: Verschwendung und Schulden entstehen viel mehr durch die Wirths« hauSausgaben bet den Männern, durch dte Putzsucht bet den Frauen als durch dte Beschaffung der Lebensmittel — aber auch hier wird eher eine Grenze gesetzt, wenn Mann und Frau aufhören, einander und sich selbst zu erheimltchen, was ihm die Restauration, was ihr dte Toilette kostet! Also
Alles hübsch aufschretben klarlegen, baar bezahlen — dann wird das Familienleben gefunden, bt' Hans ^irthsckaft geord et werden.
Lokales.
Gießen, 6. Februar. Heute Nacht mußten mehrere junge Bürschchen wegen zu starken Lärmens auf der Straße in polizeiliche Verwahrung genommen werden — Gleichfalls fand ein eben aus dem Arrest entlassener Mann, welcher acht Tage wegen Bettel und Ruhestörung verbüßt hatte, wiederum Aufnahme in Dem gastlichen HLtel in der Sandgafse.
--Bet der heute Morgen abgehaltenen Milch-Revision wurde keine verdächtige Milch vorgefundrn.
Vermischtes.
Hamm, 1. Februar. In der Nacht vom 29 zum 30 v. M. wurde gegen den Pastor von der Stühlen in Herringen ein Mordanfall verübt. Dte Wests. Ztg. erfährt noch das Nähere, daß der Pastor, welcher inzwischen leider seiner schweren Verletzung erlegen ist, durch einen Schuß, welcher dem Leben seines wachsamen Hofhundes ein Ende machte, aus dem Schlafe geweckt wurde. Als nach etwa einer Stunde sich Geräusch im Hause vernehmen ließ, eilte der Pastor die Treppe hinab, um nach der Ursache desielben zu forschen. Als er die Thür des Wohnstmmers offen fand, wollte er in daffelbe eintreten, ward aber daran gehindert, da dieselbe zugeschlagen wurde. Er öffnete die Hausthür, da er nach dem weitern Geräusche darauf schließen mußte, daß Dte Urheber des Geräusches, welche in der offenbaren Absicht zu stehlen sich den Eintritt in das Haus verschafft hatten, durch das Fenster zu entweichen suchten. Dem Vernehmen nach soll sich im Hause ein wenige Tage vorher an den Pfarrer gezahltes Capital befunden haben, in dessen Besitz die Diebe sich um so leichter glaubten setzen zu können, da sie offenbar den Pfarrer, welcher als Zeuge in der gegen den Pfarrer Davidis schwebenden Anklage vor dem Schwurgerichte vernommen worden war, noch in Hamm vermutheten. Auf den Anruf des Pfarrers ward auf ihn geschossen und sein linker Arm getroffen, er hatte jedoch noch so viel Kraft, sein Gewehr, welches er aus Vorsicht aus seiner Kammer mitgenommen hatte, in die Richtung abzufeuern, wo dem Geräusche nach die Diebe sein mußten. Aus den Blutspuren, welche beinahe eine Stunde weit verfolgt sind, ergibt sich, daß der Schuß sein Ziel nicht verfehlt hat. Der Arm mußte amputirt werden; die Kräfte des 73jährigen aber hielten die Operation nicht aus. Die Uebelthäter zu fangen, hat leider nicht gelingen wollen. Da sie an ihrem schändlichen Beginnen gestört worden, haben sie sich nichts aneignen können. Das Schicksal des allgemein beliebten und allseitig geachteten Mannes findet die innigste Teilnahme.
Concert- Verein.
Gießen, 6. Februar, lieber das erste Oesterreichische D amen-Quartett, welches kommenden Sonntag im Concertverein auftreten wird, laffen wir noch folgende Recensionen auswärtiger Zeitungen folgen:
Die Dresdener Zeitung schreibt nach einem Coneerte im Börsensaale: Die Vorträge dieses Vocalquartetts, zu welchem sich vier junge anmuthige Grazerinnen, die Damen Fanny, Marie und Amalie Tschampa und Marianne Gallowitsch vereinigt haben, boten einen ungewöhnlichen musikalischen Genuß in der Ausführung des sowohl fremdsprachliche Volksweisen als auch deutsche Kunstlieder umfaffenden Programms. Ohne durch besonderes Tonvolumen zu imponiren, sind die einzelnen Stimmen wohl ausgeglichen, von außerordentlicher Reinheit der Intonation und präeis in der Ansprache. Das Ensemble der vier Stimmen, unter denen nur der merkwürdige, orgeltonartige Timbre des Contraalt zuweilen etwas mehr hervortrat ist meisterhaft, von wunderbarer Schönheit das ereseendo und deeres- cendo, int piantssimo geradezu unvergleichlich. Eine wahre Glanzleistung war Wagner's „Nun ist der Tag geschieden" (von Potpeschnigg für Quartett gesetzt) ein" polyphon gearbeitetes Gesangsstück, welches die einzelnen Stimmen in voller Klarheit hervortreten ließ und auf allgemeinen Wunsch wiederholt werden mußte. — Ihre Majestäten der König und die Königin wohnten dem Coneerte bis zum Schluffe bei.
Der Nürnberger Anzeiger: Das österreichische Damenquartett nennt sich das erste und bei der Vorzüglichkeit seiner Leistungen glauben wir auch nicht, daß es von irgend einem anderen übertroffen wird. Freilich ist der Vortrag von Nationalliedern nur eine Speeialität, diese erscheint aber mit so tiefem musikalischen und gesangsmäßigen Verständniß ausgebildet und in charakteristischen Auffassung der verschiedenen Volksgesänge so originell und treffend auS- gedrückt, daß sie in dieser Weise auch als Kunstleistung gelten muß. Schon die tiefempfundene Melodie des irischen Volksliedes „Lang' ist's her" schwebte bei der sehr geschickten vierstimmigen Bearbeitung dieses LieDes wie ein zarter Seelenhauch über den Wellen dieser Gesangstöne, die sich befreiet) schattirten Stärkegraden zuletzt im leisesten unnachahmlich schönen Piano verloren. Wir möchten dieser Vortragsnummer Den Preis vor allen übrigen zuerkennen, wenigstens unter den elegischen Weisen. Heiteren Eindruck machte die slavische Polka und der CsarDas, beide Stücke bei ungemein sachkundiger Technik der vierstimmigen Bearbeitung. Eine stimmliche Zierde dieses Damenquartettes ist Fräulein Amalie Tschampa, zweiter Alt. In der tiefen Lage reichen ihre Töne vom kleinen F bis zum kleinen C hinab mit einer Fülle und Stärke, die fast tenormäßig erscheint, ohne dabei an edlem Wohlklange nur das Mindeste einzubüßen. Wir sind überzeugt, daß auch noch tiefere Töne ansprechen und die physische Entwicklung dieser Altstimme zu den phänomenalen Seltenheiten gehört.
Theater.
Den Freunden des Humors wollen wir die Freitag den 7. Februar stattfindende Aufführung von Kneisel's reizendem Schwank liebe Onkel" warm empfehlen. Die Hauptrollen sind in den besten Händen und „der liebe Onkel" wird von Herrn Lindner I. dargestellt werden. Bürgschaft genug für einen außergewöhnlich heiteren Abend! P.
Sctilffäbericlit. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd E. W. Dietz in Gießen.
Newyork, 3. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Mosel, Capt. H. A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 19. Januar von Bremen und am 22. Januar von Southampton abgegangen war, ist gestern 8 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen._________________________________________________
Handel und Verkehr!
Frankfurt, 5. Februar. (Marktbericht.) Der heutige Wochenmarkt war an Feldfrüchten ziemlich licht. Weißkraut, Kohl- und Rothkraut wurde das Stück mit 25—30 Blumenkohl mit 30 50 H bezahlt Der Heu- und Strohmarkt war schlecht befahren. Heu kostete je nach Qualität per Ctr JL 1.80—3, Stroh JL. 1.80—2.20. Butter im Großer 1 Qual. 80 2. Qual. 70 H, im Detail 1. Qual. 90 H bis 1 JL, 2. Qual. 80—90 Ä.
Eier das Hundert deutsche 5.50—6, italienische JL 7—8 Handkäse das Pfd. 50 Ganze Erbsen JL 19—23, geschälte Erbsen JL 23—25, Linsen 17—22, Bohnen JL 24 bis 26 per 100 Kilo. Kartoffeln JL 7—8 per 100 Kilo. Fleischpreise: Ochsenfleisch per Pfd. 70—75 H, Kuh- und Rindfleisch 54—60 H, Kalbfleisch 60—70 Hammelfleisch 54 bis
68 H, Schweinefleisch 70—75 Im Großhandel wird Letzteres das Pfd um 50 H bezahlt. Milchhändler, kleinere Landwirthe erklärten dieser Tage in den Häusern, wo sie ihr „Gespül" für die Schweine beziehen, den seitherigen Preis nicht mehr bezahlen zu wollen, weil sie unter dem Marktpreis verkaufen müßten. Buchenscheitholz 1. Sorte per Cubikmeter JL 10 — 11.05, 2. Sorte 8—9. Tannenscheitholz L Sorte 8—9, 2. Sorte JL 7. Holz je nachdem
geschnitten im Großen der Centner JL 1.40—70, im Detail JL 1.80—2. Steinkohlen per Hectoliter JL 2. Tannäpfel per Hectoliter HO H bis 1 JL Lohkuchen das Taufend JL 9. — Hasen verboten, Reh das Pfd 80 — 85 H, Hahnen per Stück JL 1.80—2.50.
Limburg, 5. Februar. (Fruchtmarkt.) Roiher Weizen JL 16.30, Weißer Weizen JL 15.50, Korn ,/£ 10.40, Gerste JL 9.25, Hafer JL 5.88, Erbsen —, Kartoffeln JL —, (Durchschnittspreis pro Malter.)
^Wer bürgt mir
in meiner Abwesenheit für die Unverletzlichkeit des verschluffes an Thüren, Schranken, Kisten und Kasten?" Die Antwort auf diese im praktischen Leben nur allzu wichtige Frage mochte bis vor Kurzem nicht so leicht sein, jetzt aber ist sie auf da« Beste und Endgülttgste gelöst, durch die von Herrn B. H. Löffler in Frankfurt a. M. erfundenen
SicherheitsvorhängeschlÖBser, eine deutsche Erfindung, die alles aus dem Felde schlägt, was Engländer und Amerikaner Aebnliches auf den Markt gebracht haben, welche noch obendrein Den Vorzug der Billigkeit besitzt. Für eine Mark schon kann man ein solches Schloß haben, das kein Schlüssel der Welt zu offnen vermag, während es sich dem Besitzer leicht und bequem auf die bloße Einführung eines ausgezahnten Zapfens erschließt, und dieser Zapfen wird in so vielen Variationen angefertigt, daß jedes einzelne Schloß seinen eigens geformten Schließzapfen erhält.
Auch die Größe des Schlosses ist verschieden zu haben in den meisten Eisenwaaren- bandlungen vorräthig und jedem möglichen Bedürfniß angepaßt, so daß Löffler's Sicherheitsvorhängeschloß in allen Fällen Anwendung finden kann.


