diaen B-satzuna zum Manöver abgerück:; trotzdem ist der fonfl zu dieser Zeit in den Garnisonstävten üblich- mtltiLrische Stillstand nicht zu bemerken, da dre Trupventheile der 16. Division bereits etnzerückt sind und die Pflichten der Besatzung übernommen haben. Das in Zabern garnisonirende Rheinische Jäaerbataillon Nr. 8 ist ebenfalls nach Metz herangezogen und wird die bevorstehenden Feldmanöver bei der 32. Jnsanteriebrigade mitmachen. Die Gele- aenheit ihrer Anwesenheit benutzten vor wenigen Tagen die 69er, um mit dem aanlen Regiment gelegentlich einer kleinen Felddienstübung das Schlachtfeld von Graoelotte zu besuchen, wo an dem Denkmal des Regiments bet der Ferme St. Hubert eine kleine militärische Feier zum Gedächtniß an die gefalle- nen Helden des Regiments stattsand.
England.
London, 2. Septbr. Die heutige Feier des Sedantages gtebt meh- reren unserer heutigen Blätter, namentlich der „Times" und dem „Standard , Anlaß, mit herzlichen Worten der in langer, geduldiger Vorbereitung und mit hartem Kampfe in heißen Schlachten vollbrachten Einigung Deutschlands zu aed-nken. Das Krtegsglück könne sich wohl in künftigen Tagen einmal »Über wenden, dies müsse man Angesichts geschichtlicher Erfahrungen zugeben. Aber die Einheit Deut chlands stehe nun einmal als unwandelbare Thatsache fest, und an ihr könne weder fremde Esiersucht noch dle Reibereien feinU cher Parteien im Innern rütteln. Freilich erscheine die Bürde, welche den Einwohnern des Reiches für die gewaltigen Rüstungen zu dessen Verthetdtgung auferlegt sei als eine schwere und drückende, aber die große Mehrheit des Volkes trage sie ohne Murren, ja, mit Freuden, gleichsam als ob es ein Gesammtbewußt- sein aäbe, das, die persönlichen Wünsche und Empfindlichkeiten der Emzelmn überragend und sie auflösend, gern Alles für die Aufrechterhaltung der starke und des Ansehens des Reiches dahingebe. In der Stärke dieses Bewußtseins liegt nach der Ansicht des „Standard" die Erklärung für die trotz mancher m wetten Kreisen unbeliebten Maßregeln ungeschwächte, unvergleichliche Volks- thümlichkeit des Fürsten Bismarck. So lange wenigstens als er lebe, darüber dürfe man sich nicht täuschen, werde das deutsche Volk kaum an dre Abwälzung der auf ihm liegenden schweren Bürde denken.
— In einem Rückblicke aus die Schlacht von Sedan und ihre Folgen kommt die „Times" aus die eigenthümltchen Erscheinungen zu sprechen, die in der Gegenwart in Deutschland, dem durch jenes glänzende geschichtliche Eretg- niß seine Einigung errungen wurde, zu Tage getreten sind. In Deutschland folgte ein Zeitraum unbedachter Speculation auf zukünftiges Gedeihen, eine Zeit der Niedergeschlagenheit und der Noch. Ganz Europa aber scheint jetzt ein bewafflietes Lager zu sein und Nation rüstet gegen Nation nicht nur mit den Waffen, sondern auch im Handel. Wollte man den Versicherungen europäischer Staatsmänner glauben, so würde in wenigen Jahren jedes Land durch eine chinesische Mauer von den anderen abgeschlosien sein, damit es nur nicht durch die Arbeit seiner Nachbarn prostttren könne.
Telegraphische Depeschen.
«aguer'4 telegie. GOrrespendenz-vurearr.
Berlin, 4. Septbr. Der „Reichs-Anzeiger publicirt eine kaiserliche Verordnung, durch welche der Bundesrath aus den 15. Septbr. nach Berlin einberufen wird. ,
Halifax, 3. Septbr. Der Dampfer „Quebec", von Ltverpool nach Halifax, Quebec und Montreal bestimmt, ist heute bet Eastpotnt (Prince Edwardinsel) gestrandet. Die Reisenden sind gerettet und in Ptctou gelandet. Man hofft, die Fluth werde das Schiff wieder flott machen.
New-Aork, 4. Septbr. Die Baumwollen- und die Zucker-Ernte in Louisiana und Texas ist von Gewittern stark beschädigt. Mehrere Schiffe sind verloren. . „
Wien, 4. Septbr. Die „Poltt. Cvrresp." meldet aus Konstantinopel: Die für heute onberaumte Konferenz in der griechischen Frage ist auf den 6. d. vertagt. Wie es heißt, beabsichtigt Savset Pascha zu beantragen, baß unverweilt in bk Erörterung btt Grenzfrage eingegangen werbe. Eine Diskussion bet Botbehalte, welche die Psoite an die Annahme bet Bestimmungen des 13. Congteß.Ptotokolls knüpfte, sollen die tütkischen Bevollmächtigten nicht zuzulasten beauftragt sein. — Der Sultan soll heute den Gesandten Monte- negros empfangen.
Alexandrowo, 4. Septbr. Der Kaiser Alexander reist heute Mittag um 1 Uhr nach Warschau. Kaiser Wilhelm gegen Mittag via Bromberg nach Dirschau ab, wo die Ankunft um 4 Uhr stattfindet.
— Kaiser Alexander verrichtete in Begleitung seines Stabes Morgens 8Va Uhr in der Kirche das Frühgebet und stattete daraus dem Kaiser Wilhelm einen Besuch ab. Die Abreise des deutschen Kaisers erfolgte um 121/z Uhr, die des Kaisers von Rußland 2 Minuten später.
Berlin, 4. Septbr. Die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz Wilhelm, die Prinzen Karl und Friedrich Karl und der Eibgroßherzog von Mecklenburg- Schwerin sind mit Gefolge heute Morgen 8i/2 Uhr mittelst Extrazuges nach Königsberg abgereist.
Köln, 4. Septbr. Die außerordentliche Generalversammlung der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft zur Beschlußfaffung über den Vertrag, betreffend die Uebergabe der Bahn an den Staat, ist zum 10. October einberufen. , t c ,
Danzig, 4. Septbr. Heute Vormittag sand der ^»tapellaus einer auf bet hiesigen Werft erbauten eisernen Korvette statt; Admiral v. Stosch taufte das Schiff „Gneisenau."
Wien, 3. Septbr. Der Fürst von Montenegro empfing gestern den Besuch Andraffy's und stattete demselben seinen Gegenbesuch ab.
Paris, 4. Septbr. Die „Republique francaise" meldet: Der Bischof von Grenoble wird wegen Amtsmißbrauch vor den Staatsrath gestellt, weil er die Kircbe zu Salettes zu einer Basilika erhoben hat, ohne daß er die päpstliche Bulle in Betreff dieser Aenderung vorher einregtstriren ließ.
— Prtvatnachrichten aus Stockholm melden, daß die unter dem Befehl des Prof. Nordenskiöld stehende schwedische Expedition das Meer im Norden Asiens glücklich passtrt habe und in Japan angekommen sei.
Darmstadt, 5. Septbr. Die Großfürsten Paul und Sergius von Rußland sind gestern Abend in Jugenheim angekommen.
Brüssel, 4. Septbr. Das hier tagende Institut für Codification des Völkerrechts nahm den Antrag Bluntschli's an, wonach die Regierungen ersucht werden sollen, die Bestimmungen des Kriegsrechts durch Verträge zu regeln.
Königsberg, 4. Septbr. Heute Abend 8 Uhr 40 Min. traf Se.
Maj. der Kaiser, empfangen von den Spitzen der Behörden der Stadt hier ein. Der Kaiser sprach sehr huldvoll mit fast allen auf dem Perron ausgestellten Herren, ebenso die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz Wilhelm. Der Bahnhof war elektrisch beleuchiet; die Stadt ist reich geschmückt, beflaggt und illuminirt. Begeistertes Hurrahrufen von der dichtgedrängten Menge begleiteten den Kaiser auf dem ganzen Wege zum Schlöffe.
Namur, 4. Septbr. Die „Opiuione liberale" meldet, daß der hiesige Btscbof seine Demission geaeben habe.
L 0 k a l e S.
Gießen, 5. September. Gestern Vormittag wurde ein junger Mann wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen verhaftet.
- Bei einer heute Morgen gegen 4 Uhr abgehaltenen Razzia wurden 4 Obdachlose und 1 lüderliche Dirne verhaftet.
— Ein hiesiger Spenglermeister verunglückte gestern Morgen in LaunSbach dadurch, daß er bei Anbringung eines Kandels vom Dache fiel und sich sehr schwer verletzte. Die Kinnlade soll einaeschlagen und der rechte Arm gebrochen sein. Außerdem klagt der Bedauernswerthc über innerliche Schmerzen. Möge ihm baldige Genesung werden.
Vermischtes.
Offenbach, 4. September. Mit unverkennbarem Jnteresie und hoher Befriedigung sieht man seit einigen Tagen die Besucher der Offenbacher Landes-Gewerbe-Ausftellung dm Annex des Ausstellungsgebäudes durchwandern, in welchem die Zeichnungen, plastischen Modelle und Schulhefte aller hessischen Handwerker-Schulen zusammengestellt sind Für die Schaulust bilden die vielen prächtigen Ornament-Darstellungen, meist nach antiken oder Renaissance-Mustern einen befriedigenden Anziehungspunkt; für den Freund der Volksbildung und gewerblichen Entwickelung aber werden die der praktischen Thätigkeits-Sphare verschiedener Handwerke angebörenden Zeichnungen, wenn auch unscheinbarer als die Schaustücke, doch nicht weniger Werth und Bedeutung haben. Es ist ja überaus wichtig, daß der Zögling einer deutschen Handwerkerschule das geschmackvolle Formenbild aus dem Alterthume und der Renatsiance, das seine Hand nachgezeichnet, auch in seinem Geiste aufnehmen und da, wo er selbstständig schafft, wiederum schöne Formen und geschmackvolle Zierrathen anbringe. Man sieht, die tüchtig geleiteten hessischen Handwerkerschulen sind auf dem besten Wege, das Schöne und Gediegene aus dem Bereiche der- idealen Kunst in den des praktischen Alltagslebens überzutragen. Das zeigt sich am besten dort, wo die Natur des Handwerks eben auf die Benutzung möglichst anziehender Vorbilde hinwetst. Ein Ornammt, das der Bauhandwerker an einer Haus-Fa^ade, der Schmied an einem Gitterthor, der Goldarbeiter an einem Schmuckgegenstand, der Möbeltischler an einem Einrichtungsstück anbringt, ist natürlich von viel Höherem Werth für den Cultur- und Geschmacksfortschrttt des Volkes als das, wenn auch noch so hübsch und correct ausgeführte Bild dieses Ornaments, das er mit Bleistift, Kceide u. s. w. auf ein Blatt Papier zeichnet. Die Offenbacher Handwerker-Schulausstellung zeigt uns nun dessen Uebergang aus der Theorie in die Praxis in seinem Wcrde-Stadium auf's Anziehendste. Der große Kreis hessischer Städte und Landorte wetteifert in der Veredelung des Schönheit-: sinnes seiner Handwerkerjugend. Der Erfolg wird nicht fehlen. Möge diese intereffante Ausstellung recht zahlreiche Besucher finden.
— Aus Zarskoje-Selo, der bekannten Sommer-Residenz des Kaisers von Rußland, wird dem „GoloS" folgender abscheulicher Vorfall berichtet: Am vorigen Mittwoch, etwa um 4 Uhr Morgens, hörte ein auf Posten befindlicher Wächter der- Stadt unheimliches Wehegestöhne, das gleichsam aus oer Erde zu ihm empordrang; er konnte bei genauerem Hinhorchen die Worte: „Wache! Rettet!" vernehmen. Die Patrouille nahte und der Wächter machte derselben den Vorschlag, gemeinsam mit ihm in den Hof jenes Hauses zu treten und sich über den Sachverhalt dort zu vergewiffern. Die schmerzerfüllten Wehelaute leiteten die Suchenden in das Kellergeschoß; dort bot sich ihnen folgendes Schauerbild dar: Auf einer Strohschichte lag ein Weib, das mit einer langen Kette angekettet war. Ein Ende der Kette war um einen Pfahl geschlungen und dort mit einem starken Schlöffe befestigt; das andere Ende umschloß den Fuß der Unglücklichen und war gleichfalls durch ein großes Schloß geschloffen. Neben dem Weibe lagen drei Gurken, ein Stück Brod und stand ein Krug mit Wasser. Als die Leute eintraten, warf sich das Weib ihnen zu Füßen und flehte sie um Hilft, um Erbarmen an. Es ist die Frau deS Besitzers jene« Hauses; sie soll über zweimal 24 Stunden angekettet im Kellergeschoffe gelegen haben. Sie wurde vom herbeigerufenen Polizisten aus ihren Banden befreit und tn's Hospital geschafft.
— (Der Barbier be ? Kaisers.) Die Barbierherren von Berlin haben kürzlich eine festliche Zusammenkunft gehalten, bei welcher sich folgende heitere Episode ereignete: Als Ehrengast war auch Herr F. Staude, der Leib-Barbier unseres Kaisers, anwesend, der.den hohen Herrn auf allen Reisen begleitet und auch jetzt täglich nach Babelsberg hinüberfährt, um dort seines Amtes zu warten Als Herrn Staude einige als Gäste anwesende Fachgenoffen aus den Hansestädten vorgestellt wurden, erkundigte sich einer derselben sofort danach, ob Seine Majestät auch den vom Verein festgesetzten Tarifsatz für das Rasiren zahle. Schmunzelnd erwiderte Herr Staude: „Ja wohl, meine Herren, er zahlt sogar noch etwas mehr!" Herr Staude bezieht nämlich als Leibraseur einen Gehalt von 3600
— Das Schwurgericht zu Lyck verurtheilte unlängst, der „Tils. Ztg." zufolge, den Waisenvater eines größeren Waisenhauses in Margrabowa wegen einer großen Reihe von Sittlichkettsverbrechen, welche er seit 7 Jahren gegen heranreifende Mädchen seiner Anstalt ver- übt hatte, zu 15 Jahren Zuchthaus. Der Verurtheilte hatte sowohl mit seinen Pfleglingen wie mit einzelnen Lehrerinnen höchst intime Verhältnisse unterhalten. Er ist 40 Jahre alt, verheirathet und Vater von 4 Kindern, daneben ein sehr frommer Mann, der Augenschmerzen empfand, wenn er Jemand nur Karten spielen sah. Seine Entschuldigung vor Gericht war, daß der Teufel, mit dem er tüchtig gerungen, ihn stets besiegt habe. Trotz seines Geständnisies haben die Geschworenen die mildernden Umstände ihm versagt und der Gerichtshof hat auf die höchste zeitige Zuchthausstrafe erkannt. ____-
Irischbäcker in Gießen.
Sonntag, den 7. September. Hermann Vogt, Seltersweg. LoutS Klemm rath, Neuenweg. Daniel Rühl, am Rathhaus.__
Kirchliche Anzeigen
der evangelischenGemeinde suGießen.
Gottesdienst:
Sonntag den 7. September.
Morgens: Pfarrer Dr. See! (Feier des heiligen Abendmahls).
Nachmittags: Pfarrer Schlosser.
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 7. bis 13. September besorgt Pfarrvicar Schöner.
Temperatur in G i e st e n.
August 1879.
Niederste..........4- 2,5 0 R.
Mittlere..........-f-13,33 „
Mittel früherer Jahre........4-13,52 „
Höchste...........4-24,0 „
Niederschlag an 18 Tagen - ..... 2,07 Par. Zoll
„ im Mittel früherer Jahre an 14 Tagen . . 2,31 „
Sciiiir*bericiit. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd E. W. Dietz in Gießen.
Southampton, 3. Septbr. Der Postdampfer Neckar, Capt. R. Hoffmann, vom Norv deutschen Lloyd in Bremen, welcher am 23. August von Newyork abgegangen war, ist gestern 10 Uhr Abends wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 12 Uhr Nachts die Reise nach Bremen fortgesetzt- Der Neckar überbringt 115 Passagiere und volle Ladung.
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Rachmil (ollen jw-i M< landwirWaM Ott unb SteL t werben-
Gießen, den >• H-aßherchzWL 5693) A GruuMtM in
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