Ausgabe 
6.7.1879 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

berathung mit großer Majorität beschlossen und zugleich einen Gegenentwurf >.es srüheren Ministers Bardoux abgelehnt, keinem Zweifel mehr, und die Haltung des Senats, welcher der Regierung aus Anlaß einer Interpellation über die Absetzung und Versetzung zahlreicher richterlicher Beamten ein Ver­trauensvotum ertheilte, läßt erwarten, daß Ferry auch bei dieser perichaft die gewünschte Unterstützung finden wird. Der Tod des Prinzen Louis Napo­leon übt mehr und mehr eine der Regierung günstige Wirkung aus. Der größte Thetl der bonapartistischen Partei hat sich nämlich, da das Testament des Prinzen Nichts über die Erbfolge enthält, zwar entschlosien, den Prinzen Jerome Napoleon als das nunmehrige Haupt der Familie Bonaparte anzu- «rkennen, dieser selbst aber erklärt, der Republik keine Hinderniffe in den Weg legen zu wollen. Im Uebrigcn ist noch zu berichten, daß der Kriegsminister der Commission für das Militärwesen Gesetzentwürfe über Ermäßigung des allgemeinen Kriegsdienstes auf 3 Jahre und über die Modificirung des ein­jährig freiwilligen Dienstes vorgelegt hat.

Nachdem der italienische Senat die Vorlage über die Mahlsteuer mit einer Abänderung, welche die Abschaffung derselben auf die geringeren Getreidcsorten beschränkt, angenommen, hat die Regierung der Deputirtenkammer Vermittlungsvorschläge gemacht, um das Gesetz endlich zu Stande zu bringen. Für die Stellung der italienischen Geistlichen zu dem von der Kammer votirten Civilehegesetz ist cs charakteristisch, daß 500 lombardische Pfarrer erklärt haben, ste würden sich durch das Gesetz in der Ausübung ihrer Pflichten bezüglich der kirchlichen Eheschließung nicht hindern laffen.

Aus Rußland wird gemeldet, daß Tausende von Arbeitern seit einiger Zeit beschäftigt sind, um den Amu Darja, den Oxus der Alten, in sein altes Bett zu letten, so daß dieser Fluß wieder seinen Lauf in das kaspische Meer nehmen wird.

Während Lcffeps, der Eibauer des Suezcanals und der hauptsächlichste Förderer des Planes zur Durchstechung der Landenge von Panama, Reden für die Ausführung seines Projects hält und sich für die Vollendung des Canals In 78 Jahren verbürgt, ist im Senat der Vereinigten Staaten Nordamerikas eine Resolution etngebracht worden, welche erklärt, daß der Versuch gewisser europäischer Mächte, jenen Canal unter ihrer Protection her- zustellen, als eine Kundgebung feindlicher Gesinnung gegen die Vereinigten Staaten angesehen werden müsse!

England.

....London. Lieutenant Carey, der Augenzeuge des Todes des Prinzen Napoleon, berichtet Folgendes.Nachdem ich erfahren, daß Seine Kaiserl. Hoheit am 1 Juni eme Recognoscirung der Gegend unternehmen würde, um einen Platz für das Laaer des folgenden Tages ausfindig zu machen, erbot ich mich, ihn zu begleiten, da ich das

Terrain bereits früher beritten hatte. Meinem Gesuche wurde gewillfahrt; aber gleich­zeitig wul de ich von Oberft Harrison, der als General-Quarlicrmcifter fuiigirie <in- 0ecie)en, wich in keiner Weise in die Anordnungen des Prinzen zu mischen, da er (öberft Harnson) wünschte, daß dem Prinzen die ganze Ehre gebühre, das Lager ge­wählt zu haben. Kurz vor dem Aufbrechen sand ich, daß für keine Escorte Vor­bereitungen getroffen worden und wandte ich mich dieserhalb an den Brigade-Major der Eavallerie. Ich erhielt die erforderlichen Ordres und um 9^ Uhr paradirten sechs von Eapitan Beltmgtons Reitern vor dem Hauptquartier. Mit diesem und einem freundlich gesinnten Zulu traten wir unseren Weg an. Auch hatten sechs Basutos von Eapitan Shepstone's Corps den Befehl, uns zu begleiten, und ehe wir den Blut- fluy überschritten, sandte ich nach diesen Leuten. Der Bote kehrte mit der Antwort zurück, daß fte auf dem Bergrücken zwischen den Jncenzi- und den Jtelezi-Hügeln zu uns flößen würden. Hierauf schickte ich den Boten nochmals mit der Weisung zurück die Escorte nut sich zurück zu bringen. Auf unserer rechten und linken Flanke sah ich starke Abtheilungen Basuto-Plänkler. Auf dem Bergrücken angekommen, saßen wir ab, da wir die Lage einiger Hügel mit unseren Compassen zu fixiren wünschten. Oberst un f.am a^dann angeritlen und theilte uns mit, daß die Eavallerie des Generals ^U0e s". er uns verlassen, schlug ich dem Prinzen vor, auf den

Rest der Escorte zu warten.O, nein/' erwiderte der Prinz,wir sind ganz stark genug." Nach IVr Meilen bestiegen wir eine beherrschende und felsige Hügelreihe jen­seits des Jlyotozi-Flusses. Ich schlug vor, hier abzusatteln, allein der Prinz bemerkte daß er dies lieber mehr in der Nähe des Flusses thun würde. Wir hielten uns hier eine halbe Stunde auf und beschäftigten uns mit Scizzlrungen und Beobachtungen ourch das Fernrohr. Da wir Niemand erblickten, so ritten wir nach einem Kraal ms Thal hinab und sattelten ab. Wir unterließen alle Vorsichtsmaßregeln da wir annahmen, daß sich keine Zulus in der Nachbarschaft befänden. Der Prinz war er­müdet und legte sich in der Nähe einer Hütte nieder. Die Leute bereiteten Kaffee und ich recognoscirte mit dem Fernglas. Um 3 Uhr 35 Minuten schlug ich vor, auf- zubrechen. Seine Kaiserl. Hoheit erwiderte:Warten wir noch 10 Minuten " gab aber schon nach 5 Minuten den nöthigen Befehl. Ich gab denselben weiter und ging wem Pferd aus dem Mealiefeld zu holen. Ich hatte gesattelt und war diesseits des Kraals zu Pferde gestiegen, als ich Se. Kaiser!. Hoheit den Befehl geben hörte: Zum Aufsitzen bereit! Ich wendete mich um und sah ibn, den Fuß im SteigbügeÜ Zu gleicher Zett gab ich den Befehl: Aufsitzen! und erblickte, da die Leute m den Sattel sprangen, die schwarzen Gesichter der Zulus ungefähr 20 Yards von uns ent­fernt, in vollem Anlauf gegen uns, durch die Mealiefeldcr. Dieselben stießen ein Ge- schrei aus und feuerten auf uns, während wir davon ritten Ich wähnte alle im Sattel und hielt es für besser, über das lange Gras hinwegzukommen, ehe wir einen Holt pachten, da ich wußte, daß die Carabmer der Leute nicht geladen waren. Da ich das schlechte Schießen der Zulus aus Erfahrung kannte, so erwartete ich nicht daß jemand verwundet sei. Ich rief daher, als wir uns dem Donga näherten' Wir muJ^n uns an der andern Seite sammeln. Ueberwacht den Rückzug eines Jeden unter uns. Als ich zuruckblickte, sah ich, daß ein Theil Zulus uns folgte, während ein

k clrr unserer Linken den Versuch machte, unseren Rückzug durch den Theileinschnitt abzuschließen. Unterdessen waren wir einem schweren Feuer ausgesetzt und nachdem wir den Donga passirt hatten, sagte einer unserer Leute zu mir:Ich fürchte, der Prmz ist getodtetJ hielt an, blickte zurück und srug ihn, das Pferd des Prinzen an anderen Seite der Donga erblickend, ob es etwas nützen könne, wenn wir ^ie Hulus hatten bereits die Stelle passirt, wo er gefallen sein mußte und der Mann zeigte mir die Zulus, welche uns zur Linken umschlichen. Ich wartete, bis unsere Leute herangekommen waren und galoppirte dann weiter, um eine Fährte über den Tombocto-Fluß zu suchen.

Ileilgebotenes.

UftfPtt in verschiedenen Sorten und Farben werden nach Belieben abgegeben bei (4109) Gärtner Schaum.

4414) Täglich frische

Obsttorten und Kuchen,

sowie

Käs- und Kaffee-Kuchen

empfiehlt

Conditor Kinkel, Se h u Is te u & & e.

4427) Jeden Tag frischge­brochene Kirschen auf der Liebigshöh.___

Kirschkuchen, Käskuchen

u. Kadanküchelchen

täglich bei August Noll,

3880)__________________im Stern.______

Zur gell. Beachtung.

4349) Da ich täglich 20-30 Maaß

Milch

abgeben kann, so habe Herrn Fritz Lony, Marktstraße D. 210, den Verkauf über­tragen und kann solche bei demselben vom 15. Juli an täglich Morgens von 7 Uhr ab in jeder Quantität abgeholt werden.

Jacob Jnderthal,

______Großmühle bei Alten-Buseck.

Aecht alexandr. Mocca ä JL 1.50

Java-Kaffees, /| garautirtr-in, \

Java, gelb u. braun, ä Jl. 1.50-65

Ceylon u. do. Perl ä 1.4060 Honduras, besonders kräftig und fein, ä Jt. 1.24-40

in größeren Quantitäten entsprechend billiger, empfiehlt (2269

W. Heuser, orm. Bieker,

Preiswürdige Cigarren.

1 Stück 3 Pfennig.

3 r 10

1,4

2 , 9 , (4342

1,0 ,

2 , 11

1 «, 7, 8, 9, 10 Pfg.

Gut abgelagerte in Kistchen ent­sprechend billiger.

Ferner große Auswahl echter (kigar- tetten, von der Comp. Orientale, empfiehlt

Rud. Göbel, Neue Baue

Allgemeiner Anzeiger.

Muster-U iederlage von Tapeten und Borden 4193) in reicher Auswahl

bei 14 irehenptulz.

J 3952)

Hotel Einhorn.

Cassa - Schränke

Das Neueste in ächt französischen

X Kleiderkattunen und

X Kleiderstoffen

empfiehlt zu den bekannten billigen Preisen

Beste, vielfach bewährte, auf

3 Ausstellnn - iBäUSSTELLIW gen priimiirte

nuHnjuinii.

Zu den billigsten Preisen bei

3313)

RVD. WOLFF,

Weidengasse.

2832)

H. Rübsamen.

.Herren - Wäsche,

als: weiße u. bunte Hemden, Krage», Manschetten, Chemisetten für Herren mid Knaben, baumwollene und wollene Sommer-Unterjacken Jn allen Größen und Weiten, sowie alle ^ravatten, Hosenträger, Glaec- und Sommerhandschuhe, empfiehlt in reicher Auswahl zu sehr billigen Preisen

Stets frisch gebrannten Kaffee, 1990) per Pfd. Mk. 1,60, Mk. 1,80 und Mk. 2,-, Reingeschmack garantirt",

empncblt___Bobert Stuhl, Marktssraße 23.

Steppdecken Empfiehlt (3586

rv F. Hoiber^ Ki^enplatz.

Steinkohlen, besten Ofen- und Herdbrand, Brauukohlen vom Hessenbrücker Hammer, kleingemachtes Holz ZU billigsten Preisen. (4341

SUoefiN Hah/n

Tiefenweg » S3

Haarzöpfe

nur aus Damenhaar gearbeitet.

1 Diadem-Zopf, dick M. 2.60

1 Haarzopf 65 am. lang 5.

1 Haarzopf 80 cm. lang 8.

I längeres Haar 90 cm. ir.

II 1 Paar Hängelocken j._

S2 I Baar- oder Nachnahme,

o II Adresse: E. Frankl Naohfar.,

& I]Frankfurt a. Main.

Eine grosse Partie zurückgesetzte Buckskin-Röcke mit und ohne Taille, sowie Schützen- joppen und Lüstre- Röcke sehr billigr weit unter dem Selbstkosten- Preise. J. Schmücker, 4253) norm. H. M Iugharr't. 0OCXSOOÖIÖÖÖÖO3 9 prima Scttfföern u. Pannen. J % Lieferung vollständiger Betten 0 ö in streng reeller Ausführung, em- Ö 0 pfiehlt zu billigsten Preisen Q 0 . jf- Holbery. A Q 3583) Kirchenplatz. a o ooooooiooooon

4428) Mein ans dem Selters- weg bclegenes Wohnhaus C. 70 'st za verkaufen. Re- flectaiiten bitte ftch mit wir tns Benehmen zu fetzen.

._._____j* Schellenberg«

Stöehe

^,^'chh°l"ger Auswahl und zu sehr billigen Preisen:

Uatnrssöcke von 50 pf. an, Beinstocke von Mk. 1.25 an empfehlen (43 u 6

Moritz Gregor» 8t Sohn.