Einzelbild herunterladen

ausgeführt, daß fachmännisch- Kceise sich schon seit längerer Zeit rückhrltslo darüb r auSg.sprechen ten, die Urbcilegenheit der französischen Artillerie mache für uns ebenfalls größere Anstrengungen aus dem Gebiete dieser W «ffen- gattu g noihwend'g. E ng- ole Informationen nach dieser Richtung hin geben j doch dres r N lchricht e ne ganz andere Gestatt. Demzufolge ist allerdings eine Vermeh'U g b-r Artillerie in Aussicht genoarmen, jedoch nicht allgemein über die ganze deutsche Armee >n gleichmäßiger Werse, sondern nur dahin, daß das im Ganzen noch m der Entwickelung begriffene 15. Armee-Corps, welches bisher nur ein Feld Artrlle.te-N grment besaß, nunmehr gleich den meisten übrigen deutschen Aimee CorpS mit einem zweiten solchen versehen werden soll Auch hinsichtlich der angeführten Ueberlegenheit der französischen Artillerie scheinen die Ansichten der Fachleute wert auseinander zu gehen. Im Gegen­sitze zu der obigen Angabe wrd von zuständiger Seite erklärt, daß die angeb­liche U Verlegenheit der sc mzösischm Artillerie sich nur auf den Mannschafts­bestand beziehen könne. Durch Die schlimmen Erfahrungen des letzten Kriege- b lehrt, ist in Frankreich der Mannichastsbestand bei der Artillerie über den hiesigen hinaus vermeh't worden. Auf der anderen Seite jedoch ist es durch die Erfahrungen im Feldzüge oou 1870 1871 klar geworden, daß der fran. zösische Artillerist qualitativ hinter dem demschen beträchtlich zurücksteht. Was die wettere Schlußfolgerung in der oben ang gebenen Mitthetlung anlangt, daß der G Herme Commerzlenrath Krupp m letzter Zeit viel mit militärischen Auto­ritäten verkehrt uno soeben eine Audienz beim Kaiser gehabt habe, so muß be­merkt werden, daß Herr Krupp ununterbrochen mit den Spitzen der Armee verkehrt und daß er bei seiner häustzen Anwesenheit in Berlin regelmäßig und zu wiederholten Malen vom Kaiser empfangen wird.

Kesterreich.

Wien, 3. Mat. DiePolit. Corresp." meldet aus Konstantinopel: Die ostrumelische Commission dürfte heute die Frage der Entschädigung Ruß­lands für die Kosten der Occup rtion Ostrumeliens verhandeln. Dte Ärmee- Reorganisirungs Commission h»t eine neue Ordre de bataille für den Friedens- stand erlaffen, nach welcher die türkische Armee 7 Armee-Corps mit den Haupt­quartieren in Ko stmttnopel, Aorianopel, Monastir, Charput, Damaskus, I Bagdad und V^lnen unifaff-n wird.

Wien, 3. Mai. Der Kaiser genehmigte mit Allerhöchster Entschließung vom 2. b. Den Antrag des Capitels des Miria-Theresien-Ordens, womit dem Feldzeugmeister Josef Phil'ppooic das Commandeurkreuz, den Feldmarschall- Lieuter-ants Grafen Szapary und Jovanovic und dem Obersten Baron Pittel das Ritterkreuz dieses Ordens zuerkannr wird. Der Kaiser ernannte ferner den Fddmarschall-Lleutenant von Pechy für die Umsicht, mit der er als selb­ständiger Commm^ant der ersten Truppendivision daS wichtige Gefecht von Senkovic Bandia-Oozial geleitet, zum Ritter des Maria-Theresien-Ordens.

Pesth, 3. Mat. Unterhaus. Die Regierung brachte einen G'setz. entwuri in Betr ff der Ernennung und des Wirkungskreises des königlichen Commtffä's für Szegedin ein. Falk interpellirt den Finanzminister in der An­gelegenheit der Real strung des Anleihegesetzes und ob derselbe von der Er­mächtigung eiien Thetl des Bedarfes durch ein Domantal-Anlehen zu decken, Gebrauch machen wird.

Telegraphische Depeschen.

Wag«er's telegr. «orrespondenr-Bare«».

Darmstadt, 4. Mai. Prinz Alexander von Battenberg ist heute Mittag von Berlin und Prinz Alexmder von Heffen mit Gemahlin und dem Prinzen Heinrich von Battenberg von Paris hier eingetroffen.

Petersburg, 4. Mai. Osstcülle Meldung aus Orenburg vom 5. d.. Der Brand ist gelöscht, ausgenommen wenige Stellen, wo daS Soli unter Schutt noch glimmt. Zum vollständigen Löschen sind energische Maßregeln getroffen. Die meisten Obdachlosen sind bereits untergebracht; Brod wird unentgeltlich verteilt. Das Unterstützunqs-Comit6 thetlte bie Stadt m 5 Bezirke ein, um die Einziehung zuverlässiger Informationen über Nothle'' dende zu erleichtern. Die Rentei, sowie einige Banken eröffneten ihre Thätig- keit wieder. Beim Oeffnen eines feuersicheren Schrankes in der Abtheiluug

Ich gestatte mir unter Bezugnahme auf Vorstehendes die ergebene Anfrage: |

Gedenkt Gr. Ministerium ncht, diese Angelegenheit durch W.ecervor- lage des oben erwähnten Ges.tzesentwurses oder eines andern die Angelegen- heit regelnden Gesetzesentwurfes zu ordnen, ober warum nicht?

Darmstadt, 1. Mat 1879.

Dr. Os ann.

Berlin, 2. Mai. Der Prinz Alexander von Batt-nberg, Fürst von Bulgarien, verläßt morgen Abend Berlin und trifft am Son.nag früh m Darmstadt ein, fast gleichzeitig mit seinen fürstlichen Eltern, wel he den Aufent- halt in Parts abgekürzt haben, um mit dem Sohne zunächst einige B.sprechun- gen zu halten, zu denen derselbe aber nach Paris sich zu begeben, zur Z it für nickt wünschenswerth erachtete. Am Montag oder schon Sonntag wird der Kaiser, dessen Aufenthalt in Wiesbaden voraussichtlich nur noch bis Dien- stag dauert, den Prinzen von Battenberg dort empfangen. De Dep.ttt'oa bulgarischer Notabeln wird etwa gegen den 15. Mat in Darmstadt eintreff^u und dort im Palais des Prinzen Alexander von Heffen vom Prinzen B nen» berg empfangen werden, falls bis dahin, was nicht zu bezweifeln schont, die Anerkennung des Prinzen als Fürsten von Bulgarien erfolgt ist. D^r Kuser von Rußland hat diese Anerkennung dem Prinzen durch den hnsigen Botichaf- ter v. Oubrtel ofstciell bereits gestern, das deutsche Reich heute aussprechen lasten. Alle weiteren Anordnungen des Prinzen in Bezug aus seine Anreise aus Deutschland sehen erst nach dem Empfange der Noiabeln ihrer Beftim» mung entgegen; auch erst nach diesem Empfange wird der Prinz den Fürsten, titel und das PrädikatHoheit" annehmen. Nach Berlin wird der Prinz nochmals kommen, um hier nach der Genehmigung des Abschieds durch Seine Majestät seine militärischen Verhältniffe officiell zu lösen. Ueber Die dem Prinzen zu Theil werdende Rangerhöhung von deutscher Deite verlautet noch nichts; der Kaiser von Rußland aber soll bereits daran gedacht hiben, den Prinzen zum Inhaber des russischen 9. Dragoner-Regiments zu ernennen, besten letzter Chef Prinz Emil von Heffen gewesen ist unb bei welchem Regiment Prinz Alexander den Stnrm aus Tirnowa mitmachte, in welchem Orte jetzt feine Wahl zum Fürsten des Lindes fhttiefunben bat. (O. 3fq )

Berlin, 3. Mai. Reichstag. Fortsetzung der ersten Berathung der Zoll- und Steuervorlagen. Reichensperger (Olpe) spricht gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. Dr Delbrück. Er betont, daß für die Entscheidung der Zollfrage das Interesse der Gesammtheit maßgebend sein müßte, nicht das Jntereffe einzelner Industriezweige. Er polemisirt gegen das Freihandelssysiem und sagt, man dürfe die passive Freihandels­politik gegenüber der activen Schutzzollpolitik des Auslandes nicht ausrechterhalten, nicht nach Doctrinen, sondern nach den praktischen Bedüifnissen sich richten. Auch die englischen Staatsmänner seien fern davon, sich in ihrer Handelspolitik lediglich von Doc­trinen leiten zu lassen England habe seine wirthschaftliche Stellung durch das Schutz­zollsystem erlangt, ebenso Amerika. Für den Redner und seine politischen Freunde könne übrigens von einer Mehrbelastung deS Volkes keine Rede sein. Auch der preußische Landtag habe sich für indirecte Steuern erklärt. Für selbstverständlich halte er aber, daß der Reichstag für die Bewilligung von neuen Steuern und Zöllen diejenigen ver­fassungsmäßigen Garantien erhalte, welche zur Wahrung des parlamentarischen Ein- 1 nahme-Bewilligungsrechts erforderlich seien. Redner kritisirt den französischen Handels­vertrag und tritt speciell für die Eisenzölle ein. Er verweist besonders auf die durch Besteuerung des Colonialzuckers geschaffene Rübenzucker-Industrie und bittet schließlich das Haus, die Vorlage aus rein praktischen Gesichtspunkten zu beurtheilen.

Bamberger unterzieht zunächst die geschäftliche Lage einer Betrachtung. Er hält eine sorgfältige erschöpfende Prüfung der vorliegenden Fragen unter keinen Umständen für möglich, auch nicht in der angestrengtesten Commissionsberathung. Er seinerseits wäre daher lieber für Plenar-Berathung. Das Gemeinsame der Pi obleme sei, daß man versichere, wir befänden uns im größten Nothstande: es mangelten uns die Hülfsquellen unserer Existenz und gleichwohl wolle man die Steuerzahler in noch erhöhterem Maße in Anspruch nehmen. Die gestrige Rede des Reichskanzlers habe nichts Neues zur Begründung seiner neuen Politik beigebracht. Derselbe habe nur neue Verheißungen gemacht. Die neue Steuerpolitik des Reichskanzlers müsse er als verhängnißvoll be­zeichnen. Der Reichskanzler habe Hoffnungen erweckt, die nicht befriedigt werden könnten. Dies sei doppelt bedenklich angesichts der socialistischen Bestrebungen. Die vom Socialismus drohenden Gefahren seien noch nicht beseitigt. Er anerkenne die außerordentliche Geschicklichkeit, die der Reichskanzler wiederum bethätigt habe, be- daure aber, daß deren Spitze statt nach Außen nach Innen sich kehre. Der Redner untersucht sodann die praktischen Wirkungen des Schutzzoll-Systems. Das Centrum sei jetzt die Kerntruppe des Reichskanzlers. Die Rede Reichensperger's beweise das neuerdings. Für die neue wirthschaftliche Politik trage der Reichskanzler allein die Verantwortung. Die Selbstständigkeit des Bundesraths sei dabei vermißt worden. Redner kritisirt sodann das System der indirecten Steuern, findet in der gestrigen Rede des Reichskanzlers mehrfache Anklänge an die agrarisch-socialistischen Anschauungen und glaubt, daß der Reichskanzler Schritte zu deren Realisirung folgen lassen werde. Zölle auf Nahrungsmittel, speciell auf Getreide, zeugten von einer vollständigen Ver­kennung des modernen Weltverkehrs.

Die Ausführungen Delbrück's seien praktischer Natur, nicht idealistisch. Delbrück habe der freihändlerischen Sache einen eminenten Dienst geleistet durch seine gestrige rein sachliche Rede. Kampfzölle seien nur gut, wenn man sie maßvoll und vernünftig anwende. Die Vorlage stelle aber dem Reichskanzler anheim, Kampfzölle in beliebiger Höhe und zu beliebiger Zeit einzuführen. Die Motive der Vorlage beruhten vielf;d) auf falschen Thalsachen. Vor Allem sei nicht daran gedacht, ob nicht die neue Politik bei anderen Völkern eine Gegenwirkung hervorbringen werde, die für die deutsche In­dustrie sehr schädlich wirke. Doppelt gefährlich sei die neue Politik bei der Ueberstürzung, womit sie in's Werk gesetzt werde. Man solle in wenigen Wochen eine Riesenarbeit ohne genügende Vorbereitung vollenden. Die Tarif-Commiffion habe ebenso hastig wie flüchtig gearbeitet. Das sehe man namentlich an der Kritik die durch die Tarif- Commission an den Arbeiten der Enquete-Commissionen geübt worden sei. In Frank­reich arbeite man bereits 4 Jahre an dem Tarif, in Deutschland wolle man dasselbe in 2 Monaten machen. Man dürfe eine Krankheit nicht durch eine neue Krankheit kuriren, wirthschaftliche Krisen nicht durch Zoll und Steuererhöhungen beseitigen wollen. Zollerhöhungen würden auch zahlreiche und kostspielige Exporlbonificationen im Gefolge haben. Nicht durch den Freihandel, sondern durch den Schutzzoll würden fremde Staaten auf Kosten der einheimischen Steuerzahler subventionirt. Gefährlich seien endlich die mit der neuen Politik drohenden (Koalitionen von Industriellen, ganz abgesehen von dem unausbleiblichen Ruin der Seestädte. Schifffahrt und Handel gehörten einmal zu­sammen. Das eine könne ohne das andere nicht bestehen. Man möge nicht ein Ge­wisses zerstören, um ein Ungewisse? aufzurichten. (Lebhafter Beifall links, Zischen rechts und im Centrum )

Finanzminister Hobrecht weist den dem Bundesrath gemachten Vorwurt der Unselbstständigkeit und den gegen den Reichskanzler erhobenen Vorwurf, feine Wirth- schaftspolitik leiste der Socialdemokratie Vorschub, zurück. Es sei unerklärlich, wie man den Gegensatz von Freihandel und Schutzzoll mit der Socialdemokratie ibentificiren könne. Gerade die Uebertreibung deS SystemsHelp yourself habe der Soeialdemo- fratie Vorschub geleistet. Es handle sich überhaupt nicht um ideale Ziele des Reichs­kanzlers, sondern um die Beschaffung von Mitteln zur Befriedigung der dringendsten Bedürfnisse, wie ja auch im preußischen Landtage bereitwillig von der Majorität anerkannt worben sei. Die Erträge, welche man von bem neuen Zolltarife erwarte, würben viel zu hoch gegriffen. Von Hunberten Millionen neuer Steuern könne absolut nicht bie Rebe sein Heber bie zu befriebigenben Bebürfnisse komme man aber absolut nicht hinweg Minnigerobe wünscht namentlich Schutz für bie bebrängte Landwirthschaft unb erklärt sich schließlich für eine thcilweise commissarische Berathung bes Zolltarifs. Nächste Sitzung Montag

Berlin, 3. Mai. Gegenwärtig bat sich bas Gerücht verbreitet, daß eine wesentliche Erhöhung des M litäretats auf Grund einer beab'ichtigten Vermehrung der Artillerie zu erwarten wäre. Im Anschluß daran wird weiter

ßngland.

London, 3. Mai. DasR-ut-r'sche Bureau" meldet aus Stmla vom ßeutiflen : Jakub Khan sprach die Absicht aus, sich nach dem britischen Lager in Gundamne zu begeben, um mit den indischen Behörden zu conferire». Derselbe tritt unverzüglich in Begleitung mehrerer Minister, Sirdars und eines großen G-solges die Reis- von Kabul aus an.

London, 3. M ii.Times" meldet aus Gundamne vom 2. d.: Es aelte al» sehr w lyrschemiich, daß Jakub Khan heute Kabul »erlaffe und nach Gundamne käme, um mit Major Eavagnart zu conferiren.

Spanieu.

Madrid, 3. Mai, Abends. Bei den heute vollzogenen S-natswahlen siegten die Ministeriellen mit sehr großer Majorität.

Ztußland.

Petersbarg, 3. Mat. DieAgence Rusie" schreibt: Nachdem sich die Commuston z >r Regultrung der ostrumelischen Grenze einstimmig über die Grenz- Rum-ltens schlüistg gemacht, werden Pourparlers der Mächte darüber, ob die Grenzfrage durch ein M -jorttäts - Votum oder durch -in einstimmiges Votum zu erledig-n sei, übe^siüssig. Die Frage ist praktisch durch die lieber- einstimmung der Commifläre gelöst. , , , , ,

Der frühere Lieutenant Dubrowin, welcher bei seiner Beryastung zwei Gensb'armerie Unterofstciere burch R-volverschüffe verwundet hatte, ist gestern Morgen 10 Uhr nach Verlesung bes von bem General-Gouverneur Gurko bestäiigten Todesurtheils aus bem Glacis der Peter-Paul-Festung ver­mittelst Stranges bingerichtet worben. £

Gegenüber in den letzten Tagen verbreiteten Gerüchten erklärt das Journal be St. Petersbourg", es sei unwahr, daß die Unterhandlungen mit der hiesigen Mission CH-nas abgebrochen seien und daß die Mission Peters, bürg zu verlaffen beabsichtige.

Afrika.

Kairo, 3. Mai. Der englische G'neral-Consul Vivia« conferirte heute mit bem Kbedioe und dem französischen General Conful. ,