Grummktgras - Versteigerung.
Montag den 8. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an, soll das der hiesigen Gemeinde zu- stkhende Grummetgras von etwa 110 Morgen an Ort und Stelle versteigert werden.
Dienstag den S. September,
_ Nachmittags 2 Uhr,
wird im Hause des Pumpenmachers Pht« lipp Weber im Gartfeld dahier eine Dampfmaschine mit Zugehör öffentlich gegen Baarzahlung versteigert.
Gießen, den 3. September 1879. NllrichLl Weber in Liquidation.
5716) M. Pilger, Liquidator.
Lokales.
Gießen, 3. September. „Die Menschen werben allmählig der vielen Feste müde und dann sind die Zeiten doch auch gar zu schlecht", mußten wir gar oft in diesen Tagen hören wenn die Rede auf Sedan kam. Wir stimmen dem bei, setzen aber hinzu: „trog alledem muß gerade der Sedantag doch gefeiert werden." Denn in dem materiellen Treiben und Streiten der Gegenwart thut es noth, wieder einmal aufzufrischen die Erinnerung daran wie es war vor — und wie es ist nach Sedan. Vielleicht kommt uns da die Einsicht, daß es eine Utopie ist, zu erwarten, es sei nach jahrhundertelanger Zersplitterung und der' naturgemäß hieraus entspringenden Heranbildung eigenartiger Verhältnisse der deutschen Stämme ein Zeitraum von 10 Jahren genügend, um nun auch der äußeren Einheit, die innere Festigung und den Ausbau des stolzen Gebäudes vollständig abgeschlossen hinzuzufügen. Und aus dieser Einsicht muß die weitere entspringen, daß das Mißfallen am Kampf nicht übergehen darf in ein Mißfallen am Kampfspiel: dem Gedeihen des deutschen Reiches, oder gar an diesem selbst. Nicht für uns baden wir das deutsche Kaiserreich erstritten, erst unsere Kinder und Kindeskinder werden die Frucht ernten. Niemals aber sind die Deutschen Bekenner gewesen des Satzes: Nach uns die Sündfluth;" nur ein moralisch tief gesunkener Mensch kann denken: „was liegt mir an unseren Nachkommen, wenn ich nur ruhig und vergnüglich leben kann."
Diesen Betrachtungen mag der hiesige Kriegerverein wohl gefolgt sein, als er es übernahm, eine allgemeine Sedanfeier zu veranstalten und dieser Betrachtungen würdig ist denn auch die Feier verlaufen. ö 1
Singeleitet wurde der Tag durch Böllerschüße und Abblasen eines Chorals vom Stadt- thurm. Die Betheiligung des Kriegervereins am Gottesdienst war eine geringe; man bedenke rndeß, baß der weit überwiegend größte Theil der Mitglieder dem Arbeiter- oder Handwerkerstand angehort; diesen ist durch die Verhältnifle die Thetlnahme an dem Vormittags - Gottes- dienst versagt. Selbst Nachmittags konnte sich die größere Hälfte der Lereinsmitaliedcr erst in den Stunden nach 6 Uhr frei machen und so rückte denn der Verein auch nicht in voller ®la“e -uni Friedhof. Zahlreich waren die Zuhörer und Zuschauer an den Denkmälern für die Gefallenen erschienen. Herr Kreis - Schulinspector Büchner hielt die Gedächlnißrede. Seinen Ausführungen unterlegte er das Schriftwort: „Ich bin die Auferstehung und eas Leben! wer an mich glaubet, der wird leben, ob er gleich stürbe." Und zu Herzen gingen seine Worte; wir sahen manches alten Kriegers Auge feucht werden bei der Erinnerung an die qc- fallenen Kameraden, an die in eigenen Leiden von mildthätigcn Händen ihm zu Theil ae- wordene Pflege. ° v ”
Nach dem Schluß der Rede wurden an den Stufen der Denkmäler Kränze niederqelegt. Mit klingendem (?) Spiel zog alsdann der Verein vom Friedhöfe nach dem Wenzcl'schen
Anfangs nur spärlich besetzt, füllte sich ver Concert-Garten nach und nack Ganz besonders freute es uns, unter den Gästen das Ehrenmitglied des Vereins, Herrn Rendanten Bieler, zu sehen; trotz überstandenen Leidens betheiligte er sich in alter geistiger Frische an ^.Unterhaltung und beantwortete Erzählungen aus 1870 mit solchen aus 1813. Gegen 6 Uhr bestieg Herr Professor Dr. Gareis die Rednerbühne. Nach kurzem Rückblicke auf den Beginn und den Verlauf des Krieges 1870/71, bis zu Sedan, wies Redner darauf bin daß toir den Sieg neben dem Genie des Feldherrn, der Tüchtigkeit und ganz besonders der Manneszuch der deutschen Armee verdankten, diese Manneszucht mit herüber zu nehmen
^erliche Leben und sie nun anzuwenden zur Erhaltung des Erreichten, sei unsere Pflicht. Mit dem selbstständigen freien Denken und Handeln des Mannes sei recht wohl vereinbar die strenge Unterordnung des eigenen Willens unter den eines berufenen Andern wenn das Erstreben hoher Ziele dies fordere. Nachdem Redner noch der deutschen Bundes,
fürsten gedacht, ermahnte er zur Pflege der rechten Treue zu Fürst und Vaterland, zur -um Freunde Noch nach Jahrtausenden, wo vielleicht die deutsche Nation nicht mehr bestehe, müsse man noch reden von der „deutschen Treue", wie man heute noch lieche von „hellen, cher Vaterlandsliebe". Redner schloß mit einem Hoch auf Seine Majestät flSs ? n U?b den Großherzog. Seine Worte fanden begeisterten
®ibera^ kUnb der Umstand, daß Bravos u. s. w. während der Rede fehlten, beweist, daß es Redner verstanden hat, seine Zuhörer zu fesseln und sie zu zwingen seinem Gedanken- gange zu folgen.
, Vermischtes.
SHorMf/w e‘n ■ aj,fc'2 Pari,» Blätter erzählen folgende Lokalgeschichtci Der b® fiu btoaft' fei «ÄS" b-'°b -inen Affen, b.ffe?t.nzählig. S-belm-nffr-fche
Mt S r » i« "icht wenig belustigten Am «origen Sonntag Nachmittag nun
mar #err Jl. in seinem Laden eingeschlummert. Plötzlich wurde er durch heftiae (Stimmen
der Kehle aus dem Schlaf gestört und bemerkte, als er die Augen 6ffnetÄ
©lut überströmt war In der That hatte er eine lange und tiefe Schnittwunde am LaU
Winkel des Ladens der Affe mit einem blutgerötheten Rasirrnesser saß und l ahS-I beobachtete. Das Thier hatte die Kunst des Rasirens an dem schlafenden Künstler Ä toDkaen' CU] ^such, der ihm in traurigster Weise mißglückt war Herr A muß a^geschaff^wordem °°" Sieb" Wa4t' ta8 ®ett M°n. Der Aff- ist schleunigst
. ~ (Ntch t übel.) Profeffor bei der medieinischen Prüfung (einen Menstienknotien
Mit der rinhetenben Dunkelheit kam di. Abendkühle und nöthiqte bit ©äff, aufjufudten, den tnzwtich.n Herr Wcnz.l mit der bekannten G.ickwtndiakeit ?a 1
Sogar den Kronleuchter ließ er später noch leuchten. w-llMtndtgkett etngertchtet hat,..
Das unter Leitung eine« Vertreters von Vibaccovkch abgebrannt. K.uerwerk
ÖÄ W mit und °hn° Lma'ndo, ihre Freulie^durch "autes^ erst nach",n°fjh"r elmrat^ ^mer mehr. Wir härm, daß der Schluß des Festes
„ n n. ^f Veranlassung des Zweig-Hülfs-Vereins war im Garten eine Sammelbüchse anä- ff ?e^en bcr Invaliden uno ter Hinterbliebenen gefallener Soldaten. Es wurde' wie es scheint, nur wenig Gebrauch von derselben gemacht. '
Große Schwierigkeiten bereitete das Herbeischaffen Der Musik Nativem veriönliti ..«h '°l'gdapht,ch mit einer ganzen R-ih- auswärtig« Capellen Verhandelt WENT * 5
getilgt®111™ toa“ “n‘ ®Q|,eae h-diust-ll-n, die selbst mehr al« bescheipenen Ansprüchen
. c,®Ke-ttn- D-l-i-mb«. In der Woche vorn 24. bis 30. August betrug diUdl der Todesfälle m hiesiger Stadt 8, darunter einer bei einem halbjährigen Kinde welches einer Gehirnentzündung erlag. Ein lOjähriger Knabe starb an Knochenfraß^ Bei den erwachsenen Personen werden als Todesursache bezeichnet: Lungenschwindsucht, Brightische Krankheit Gelnri"
Knw ic i,nm°L ur^iVL.«'Ln
munn,^t^tirt:@Sr6%, STLreÄrÄ?? W SBibcrßanbS 2 Diebstahl 11, auf Requisition wurden 17 Personen arretirt. ötnetaen erkolaten Nti^^?ollZeilicher Beziehung wegen schädlicher Ausdünstung 4, bösartiger Thiere IQ9 in scherhettspottzellicher Beziehung gegen Bettler 69, Obdachlose 2 Trunkenheit 7 storung 155, Diebstahl 17, Betrug 3, schwere Körperverletzung 7, Meldewesen 8 ' S» Sbtal^meaen N ' wegen Thierquälerei 13, Störung der Sonntaasfeier'2, E^n-
2' wegen Vergehen gegen richtiges Maaß und Gewicht 11, die Droschkenordnuna 15 KSoHm??6T1'8« r ^^nrnnigung 16, Fahrordnung 10, sonstige Straßenpolizei 40
’3' «, Dcttoi 3 Summa sämtlich« Uig.V 412
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hjngt gefun®“ Kirchcmaub-r Rohlich wurde h.ui. Mittag um 1 Uhr im Arresthaus er-
Holzoersteigernng
im Gießener Stadtwalde.
Montag den 8. September, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in dem Dtstrict Waldshute nachverzetchnetes Holz versteigert werden:
A. Brennholz:
Scheith. Prügelh. Stockh. Retsh. Raummeter. Wellen. Nadel — 280 68 4630
B. Bau-, Werk- und Nutzholz 11 Fichtenstämme mit 1,84 Festm., 31 Fichtenstangen mit 1,85 Festm.
Die Zusammenkunft ist auf der Chaussee nach Lich an der 3. Schneise.
Gießen, am 2. September 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 5719) (gez.) A. Bramm.
Donnerstag den 16. Oktbr.,
Nachmittags 2 Uhr, sollen auf dahiesigcm Ortsgericht die Immobilien des I o h a n n e s Schneidern, als:
Flur. Mtr.
™/rhi 393 Hofraithe am Wieseckerweg, 39/?7,8 1076 Grabgarten daselbst meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 2. September 1879.
Großherzogl. Ortsgericht Gießen. 5711) Müller.
Allgemeiner Anzeiger.
Der Anfang ist wie gewöhnlich bet der Fußmühle.
Großen'Buseck, am 2. Sept. 1879. Großh. Bürgermeisterei Großen-Buseck. 5708) Wagner.
5545, Ein gut erhaltenes Sopha wird billig abgegeben. Zu erfragen bei
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. Das Grummetgras erner Wiese ist zu verkaufen.
Gg. PH. Gail.
Toöes-Unzeige.
Heute Mittag 5 Uhr ist unser lieber Gatte, Vater Schwieger- und Großvater
Joh. Friedrich Neuß
nach kurzem schweren Leiden seinem Gott und Heiland entschlafen. Den 12. d. M. würde er 78 Jahre alt geworben sein.
Die Beerdigung findet Donnerstag, Nachmittag um
725 Uhr, statt. Allen Bekannten diese Nachricht.
Um stille Theilnahme bitten
Die trauernden Hinterbliebenen.
Std), den 2. September 1879. (5722
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ouf Land- und Seereisen, auf der Jagd viele Hobe Verehrer ermrS-h^ ^°in‘OCI]0e^raucO/ Erdball und in fast allen Städten sind die von mir allein fabricirten äödten^Rundes" tropfen (mit Schutzmarke, deutscher Reichsadler meiner ftirmn «Hs? Bundes- sungocrsehen) zu haben *) Dieselben sind auch birect vonm7ineräabr?^lae'^ m W-sttalen, ;edoch die kleinste Quantität nickt untrr V 1 k Hamm
Falle toird der Netto-Engros-Preis für eine Berliner HunrtfTnf*! b//ieor-n ^’e^cin Quartflasche jl 1.50, eine viertel Quartflasche ^"1^ 2 °°' ?,nc 6(,,bt
August Andernach in Hamm in Westfalen.
Gießen^ Qurnttü." H Ern,V in Dtarburg W «a,tw^ § B sfrenbenstein,
M’ W-ldschm.dt, Louise GettLß' ikSr? L Zt°-^İPiLor
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empfiehlt jederz täten wie folgt:
Sämmtlich' und versiegelt:
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