Nr. tos. Erstes Blatt. Sonntag, den 4. Mat 1 87
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Aykize- M AmisMt für de« Kreis Gießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Bekanntmachung.
Betreffend: Die Nachsuchung der Berechtigung zum einjährig freiwilligen Dienst auf Grund von Tcknl-
Das'Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat (nicht Briefpapier) zu »er- wenden. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse angegeben wird.
Dem Gesuche sind folgende Papiere beizusügen:
b. E^n w U Ugungs-Attest des Vaters oder Vormundes mit der Erklärung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Freiwilligen während einer einjährigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; T., T nnh hfifewen
c ein Unbescho ltenheitszeugniß, welches für Zöglinge von höheren Schulen (Gymnasien, Realschulen, Progymnafien und höheren ' Bürgerschulen) durch den Director der Lehranstalt, für alle übrigen jungen Leute durch die Polizei-Obrigkeit oder ihre vorgesetzte Dienst- behörde auszustellen ist;
d. das Schulzeugntß.
@0fc>3unpos^ bafeln” bem Et"nwilligungs-Attest, bie Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu jein, den Freiwilligen
während des emjährtgen Dienstes unterhalten zu können, nicht fehlen darf. » n. *rtxcx.,un Mnk
Zu pos. d9: daß die Schulzeugnisse, mit Ausnahme der Reifezeugnisse für die Universität und ben berfelBen
Ü P Reifezeugnlffe für die Pruna der Gymnasien und Realschulen 1. Ord., sämmtltch nach dem Schema 17 $ur Ersatz-Ordnung (I. Thetl der Wehr-Ordnung vom 28. September 1875 -- Reg.-Bl. Nr. 55 von 18i5) ausgestellt sein muffen.
Im Uebrtgen wird aus die Bestimmungen der §§ 88, 89, 90, 93 und 94 der angeführten Ersatz-Ordnung verwiesen.
Darmstadt, im December ^^^'^ßherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige.
Der Vorsitzende:
SP q m er.______________
Diejenigen jungen 8eule,iÄ‘’I'u"f ®i«nb ihrer Schulzeugnisse die Berechtigung zum einjährig f,e,wch,g<n T"nstnachsuchen »ollen, werden hierdurch auf bie nachfolgenben, bei Anbringung der Gesuche zu beachtenden, Vorschriften mir d.m Ansugen aufmerksam gemacht, daß hiernach unvv -
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ttgung zum einjährigen Dienst ist bei Verlust des Anrechts spätestens bis zum 1. April desselben Jahres zu
Pfarr-Con ferenz.
Die nächste Pfarr-Conferenz ist nicht Dienstag den 6. Mai, sondern Mittwoch den 14. Ma,.
S-s.» W,«W«.«. e
Lang-Göns, den 1. Ma; 1879. ___
politisch
Aeutschkand.
Mainz, 30. April. Im hiestgm Festungs-Rayon werden Nachts Versuche mit elektrischem Licht vorgenommen, die einen frappirenben Effect Haben, da man noch 40 Minuten Wegö weit Alles genau ertennen, erschreckte Bogel ausfliegen, Hasen entfliehen sehen kann rc. Der Vrrsuchsort ist mit einem Telephon verbunden. ~ , , , , x .
Berlin, 1. Mai. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge «rsolgtc bet der gestern Abend unter dem Vorsitze des Abg. Löwe (Bochum) stattgehabteu Besprechung von Delegirten der valkswirlhschasil. Vereinigung, wobei v. Lchauß die national-liberale Fraktion, Wmdihorst das Cenlrum, v. Varnbuler die Reichspartei und Graf Udo Stolberg die Conseroatwen vertrat, eine Einigung dahin, die Eisen-, Getreide-, Holz- und Vteh-Zälle für die Plenarberathung, die übrigen Poflttonen, insonderheit die Finanz-Zölle, für die Commissions- berathung zu designtren. Morgen vor der Plenarsitzung trete di- freie volks- «irthschafiliche Vereinigung wieder zusammen.
_ „Deutsche Reichs Corresp." meldet: Der zum Fürsten von Bulgarien gewählte Prinz Alexander von Battenberg, See. Lieutenant im Garde du Eorpsregiment hat einen 14tägtgm Urlaub genommen und wird sich demnächst nach Darmstadt begeben. Dort wird er auch die Deputation der bul- aarischeu Deputirtenversammlung empfangen, welche ihm bie bulgarische Für- stmwürde antragen soll. Die Annahme dieser Würde Seitens des Prinzen gilt in hiesigen «reisen als ganz zweisellos. - 0 .
Berlin, 2. Mat. Der Reichstag tritt schon heute in di- erste Lesung der drei Zollgesetze ein. Es wird also voraussichilich da« hohe Haus, das vorgestern bet einem Hammelsprung nur 222 Mitglieder auswies, möglichst voll- räblia versammelt und die Tribünen von einer in Spannung befindlichen Zuhörerschaar erfüllt fein. U-b-r di- geschäftlich- B-Ha.dlung der Vorlagen haben fich bereits alle Fractionen schlüssig gemacht. Es sollen die Einfuhrzölle auf G-Ueide Holz, Tts-n und Vieh alsbald im Plenum zur Berathung gestellt werden, um hier kurzer Hand Bewilligung oder Ablehnung zu finden. Im Uebrigen will man drei getrennte Eommtisiviien zur Vorberathung des Material/wählen, nämlich eine Commission für die FiE^lle, -ine für die Schutzzölle und -ine für die Tabak- und Brausteuer-Desetz-ntwürfe. Das
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Cenlrum wünscht bie Verweisung ber gesammten Zolltarifvorlagen an eine
Commission. , o_ „
Bei ber E Öffnung ber großartigen Berliner Gewerbeausstellung ist es ausgefallen, daß der Hanbelsminister Maybach es abgelehnt hat, ber Eröffnung-' feier beizuwvhnen. Daß bie Ausstellung ohne Staatssubvention zu Staube gekommen ist, sollte doch um so mehr anerkannt werden; jedenfalls ist es seltsam, daß in einer Zeit, in welcher die preußische Regierung ihre Bereitwilligkeit, für Industrie und Gewerbe nach Klüften einzutreten, fortwährend im Munde führte, der berufene Vertreter ber Regierung, der Hanbelsminister, einer von großem Bürgersinn zeugenben industriellen Schöpfung am Ehrentage ihrer Eröffnung fernbleibt, weil er „durch Bureaugeschäfte" verhindert ist. (Nach einem dieS- bechgl'chen Telegramme, welches die E'öffnung der Ausstellung meldete, ist Vorstehendes unrichtig Handelsminister Maybach war anwesend und hatte ein Hoch auf das Comite und den Gewerbestand ausgebracht. D- R.)
Die Mission des Grasen Schuwalow nach Wien galt in erster Linie den orientalischen Anaelegenheiten. Trotz deS osstciösen Dementis, daß sie sich auch auf den Nihilismus bezogen habe, wird von vertrauenswürdiger Seite wiederholt und bestimmt konstatirt, daß Graf Schuwalow besondere Anstrengungen gemacht habe, den Kaiser Franz Joseph und den Grasen Andraffy für ein gemeinsam mit Rußland organistrtes Vorgehen gegen die Umsturzparteien zu gewinnen. Wenn Gras Andraffy auch nicht verkannte, daß den Umsturzbewegungen mit außerordentlichen Mitteln entgegengewirkt werden müffe, so hat sich derselbe doch im Großen und Ganzen den russischerseits vorgeschlagenen Unterdruckungsmaß- reaeln gegenüber aus const tutionellen Gründen ablehnend verhalten.
Prinz Alexander von Batienbcrg hat -in rasches Avancement vom Garbelieutenant zum regierenben Fürsten unb Kriegsherrn in Bulgarien gemacht. Hoffen wir, baß es dem jugenbltchen Fürsten, ber nach Empfang ber bulgarischen Noiabeln-D'pmation nach Ttrnowa abzureisen gebenkt, gelingen möge, bie Bulgaren zu meistern, bie schon jetzt kühn unb verwegen ihre weiteren Kriegs- und Annectionsgelüste ausjprechen. „
Der Branb von Orenburg ist ein neues große« Unglück in Rußland. Selbst erbitterte Gegner des Czarenreiches werden angesichts der vielen und schweren Heimsuchungen, welch- Rußland in jüngster Zett überfallen haben, ein reges Mitleidsgesühl nicht unterdrücken können. Orenburg ist ein Haupistapel-


