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Nr. 79. Donnerstag, den 3 April 1.879
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A«jrize- imd Amisdlsit sm den Kreis Gießen.
RedaettoH»-vHtre«tr 1 Ä, @ti>e»Hi»n#burt*u> J «chulstr-ß- B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. W— Ml 111 w.iszMr-raB-«-—WW—■—I
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher Hheil.
Betreffend: Den im März 1879 vorzunehmenden Wiesengang. ©iefjen, am 1. April 1879.
Das Großherzoqliche Kreisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wir erinnern Sie an die baldige Einsendung der im rubrtcirten Betreff von den Wiesenvorständen zu erstattenden Berichte.
___Dr. Boek mann.
Gießen, den 1. April 1879.
Großherzogliches Krcisamt Gießen. Dr. Boekmann.
Bekanntmachung.
internationale Klub zu Baden-Baden unternimmt im Laufe dieses Jahres unter der Bezeichnung „Lotterie von Baden-Baden" eine Berloosung ton Gegenständen der Kunst, des Sunstgewerb.s und der Industrie, sowie von edlen Pferden, bei welcher In fünf Ziehungen Im Ganzen 100000 Loose o *.U1C.<"u^00fun9 kommen sollen, und deren Reinertrag zur Erhaltung der Iffezheimer (Baden-Badener) Renner, sowie zur Beschaffung von edlem Zucht-Material verwendet werden wird. 1 °
herzogthumE^tt^'^^ Ministerium des Innern bat dem Präsidium des internationalen Kliibs die Genehmigung zum Vertrieb dieser Loose im Gcoß-
Das Großhcrzoglichc Krcisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wir erinnern diejenigen von Ihnen, welche noch im Rückstände sind, an die Erledigung der Verfügung in Nr. 56 des Anzeigers vom 1. März I. I. ______________________________ Dr. Boekmann.
Betreffend: Den portopflichtigen Briefwechsel zwischen Gemeindebehörden.
Gießen, am 1. April 1879.
Das Großherzogliche Kreisamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wir erinnern diejenigen von Ihnen, welche noch im Rückstände sind, an die Erledigung unseres Ausschretbcns vom 10. Februar l. I. ___ Dr. Boekmann.
m J ,r _ „ Gießer^, am 1. April 1879.
Betreffend: Gesetz über Quartrerleistung für die bewaffnete Macht während des Friedenszustandes vom 25. Juni 1868 hier Nachweisungen über die Belegungsfähigkeit der einzelnen Ortjchaften im Großherzogthum.
Das Großherzogliche Krelsamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
Wir erinnern diejenigen von Ihnen, welche noch Im Rückstände sind, an die sofortige Erledigung unserer Auflage — Amtsblatt ohne Nummer — vom 2V. Januar l. I.
_ Dr. Boekmann.
politisch
Der russische Nihilismus.
Das russische Volk steht unter dem Eindrücke eines zweifachen Schreckens, des einen, der von despotischem Staate, deS andern, der von der nihilistischen Sekte auegeht. Bet dem Streich gegen den General Drentelen ist die Kavallerie der Nihilisten in Action getreten und hat den Schlicken vermehrt. Mlt Grauen sicht man auf eine Macht, vor der Nichts sicher zu sein scheint, und Rußland fängt an, eine Katastrophe nach so vielen kleinen Schreckens- eretgriffen zu sülchten. Wenn es keine Sicherheit mehr für die Behörden des Czaren giebt, dann ist der offictelle Staat von dem unterirdischen Staate überwunden und letzterer kann die Zwecke ersüllen, um derentwillen er gegründet ist.
Was will nun der Nihilismus?
Sein Apostel ist Bakunin und das Programm des alten Revolutionärs lautet in einem Wort : Anarchie. Jede Art von Regierung, lehrt Bakunin, war und ist ein Unglück für die Menschen, die Despotie, wie die Republik, die Monarchie, wie die Demokratie. Die Menschheit bedarf nicht mehr der Staaten; eS soll keine Art von Gewalt mehr über den Menschen sein, die alle untereinander gleich sind. Das Eigenthum, die Ehe, die Familie wird abgeschafft, weil alle diese Institutionen widernatürlich sind.
Nur in einem Lande, in welchem der schrankenloseste Despotismus des Einzelnen seit Jahrhunderten gewaltet hat, konnte eine solche Tollheit, welche die schrankenloseste Freiheit proclamirte, entstehen. Die soctaldemokratische Theorie hebt wenigstens die gesellschaftliche Vereinigung der Menschen nicht auf; fie giebt sogar dem Staate eine größere Macht, als er sie jetzt in con- pttutionkürn Ländern besitzt. Der Soctalismus will, daß der Staat nicht von einzelnen Gesellschastsktaffen ausgebeutet werden kann, daß das Volk nicht den Besitzenden dienstbar sein müffe. Das Programm der russischen Nihilisten geht wett darüber hinaus, daher ist auch ihr Fanatismus intensiver, als jener der Soctaltsten.
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Aber auch die Nihilisten müffen, um ihre Anarchie zu erreichen, sich vorher staatlich organisiren. Sie haben Gewalten und Gesetze, denen sie gehorchen, sie haben ihre Polizei, ihre Gerichte und Strafvollzieher, sie müffen Steuern erheben und geheime Finanzoperationen machen. Sie proclamtren zwar die völlige Gleichheit aller Menschen, aber fie müffen schon jetzt den Einsichtigsten den Vorrang im Rathe und den Energischsten die Ausführung der Beschlüsse überlasten. Wollen sie nur den jetzigen Staat vernichten, so werden sie nur auf den Trümmern dcffelben siegen; wollen sie dann ihre Anarchie, die ihnen wie ein Idyll vorschwebt, erreichen, so wird es ohne Organisation auch nicht gehen und mit dieser wird der Nihilismus sterben.
Deutschland.
Darmstadt, 31. März. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht:
Am 26. März den Rechner des Landes-Zuchthauses, Rechmingsratb Christian Schäfer, zum Hausverwalter und Rechner des Landeshospitals zu ernennen ;
an demselben Tage den Hausverwalter und Rechner des Landeshospitals, Gottlieb Schmierer, mit der Versehung der Functionen eines überetals- mäßigen Revisors bet der zweiten Justificatur-Abtheilung der Ober-Rechnungs- kammer unter Verleihung des Charakters als „Ober-Rechnungs-Revtsor" zu beauftragen;
an demselben Tage dem Director und ersten Arzte bet der Landes- Irrenanstalt, Dr. Georg Ludwig, den Charakter als „Geheimer Medicinal- rath" zu ve> leihen.
Darmstadt, 1. April. Seine Königliche Hoheit der Äroßher-og haben Aller- gnüdigst geruht:
Am 1. April den Präsidenten des Gesammt-MinisteriumS und Minister des Innern, Julius Rinck Freiherrn »on Starck, -um Staatsminister und Minister des Innern und der Justiz zu ernennen;


