And derjenige der Plockischen Stiftung:
a. T«xationswerth der Güterstücke .... 20440 X —
b. Kapitalien ....... 77009 „ 83 „
Summe 97449 X 85
Die Zahl der auf Grund des § 28 des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz in Las academtsche Hospital eingewiesenen ortsfremden Personen betrug 170, eine weitere sehr erhebliche Anzahl wurde mit Reisegeld, Schuhen u. s. w. versehen. — Der Bestand der Realschule tncl. Vorschule betrug im Jahre 1877 — 554 Schüler, bei der erweiterten Volksschule für Mädchen 499, Stadtknabenschule 299 und Stadtmädchenschule 431 Schüler. Die obliga» torische Fortbildungsschule frequentirten im Winter 1877/78 180 Schüler. —Den Passus über bie Quellwasserleitung lassen wir, weil so sehr wichtig, hier gleichfalls ganz folgen:
Die Arbeiten für die Quellwasserleitung wurden eifrig fortgesetzt und es hatten dieselben durch Aufschließung neuer nicht unerheblichen Quellen günstige Resultate im Gefolge. Es verdient hierbei wiederholt darauf hingewiesen zu werden^ daß der ursprünglich erstrebte Zweck — die Gewinnung eines guten Quelltrinkwasiers — nahezu erreicht ist und daß die Hoffnung, die genügende Waffermenge auch für andere insbesondere technische Zwecke zu gewinnen, eS dem Stadtvorstanb als eine Pflicht hat erscheinen lasten, sein Augenmerk auch hierauf zu richten nnd "bie zur Realisirung dieser Hoffnung gebotenen Schritte vorzubereiten. Wenn nun auch die bis zu dem gegenwärtigen Augenblick gewonnenen Resultate noch keine Aussicht auf Erreichung dieses Zweckes eröffnen, so ist doch wohl zu beachten, daß durch die Ermöglichung der Speisung einer Anzahl öffentlicher Brunnen mit gutem Quelltrinkwaster bei der durchgängig geringen Qualität des Trinkwasters der sämmtlichen privaten wie öffentlichen Brunnen der Stadt auch nicht ein Pfennig bis jetzt unnützer Weise aufgewendct worden ist. Es mag übrigens hierbei -erwähnt werden, daß der Stadtvorstand für die Beurtheilung der Ergiebigkeit und Nachhaltigkeit des in Angriff genommenen Quellengebiets sich des Beiraths einer in dieser Beziehung anerkannten ersten Autorität, des Königlich Sächsischen Bauraths S alb ach in Dresden bedient hat.
Wenden wir uns nun zu den Diehmärktcn so ersehen wir, daß im Jahre 1877 auf den hiesigen Märkten anfgetrieben waren 20818 Stück Rindvieh und 13866 Schweine. An Fleisch wurden consumirt: 1319 Ochsen, 239 Kühe, 832 Rinder und Stiere, 3 Stoppclkälber, 5969 Kälber, Hammel und Schafe, 5648 Schweine und 73 Spanferkel. Der Bericht berührt sodann die Gewerbeftreitigkeiten, welche in Höhe von 60 Fällen anhängig gemacht waren, erwähnt daß gelegentlich der Erneuerung der Stadtverordneten die Stadt Gießen einen Wahlbezirk bildete und daß im.Jahre 1877 3 Local-Reglements erlösten wurden, betr. Gesinde-Ordnung, Dtenstmanns - Institut und die polizeiliche Aufsicht über die lüderlichen Dirnen. — Kleinere Brandausbrüche sind im Jahre 1877 mehrere vorgekommen, bei welcher wir wiederholt Gelegenheit hatten die Tüchtigkeit unserer beiden freiwilligen Feuerwehren anzuerkennen, durch deren Aussicht und aufopfernde Thätigkeit größerem Brandunglück vorgebeugt wurde.
Abgesehen von Einquartierung durchmarschirenden Truppen bet der gesammten zur -Stellung von Quartieren verpflichteten Einwohnerschaft dauerte im Jahre 1877 bie Einquartierung von Garnisons-Mannschaften bei einzelnen Einwohnern, deren Kosten zum größten Theile Las städtische Budget zu tragen hat — dieselben betrugen laut Ord-Nr. 97 der Verwaltungs- rechenschaft 10177 10 — noch fort.
In der summarischen Uebersicht ersehen wir, daß die Stadt eine ordentliche Einnabme von 428,131 X 84 H, eine außerordentliche von 314,552 X 35 hatte und an Umlagen
440,219 X 80 erzielte, mithin in Summa 882,903 X 99 Ordentliche Ausgaben
-waren 439,516 x. 28 H und außerordentliche 233,844 X 36 in Summa 673,360 X 64 so daß ein Überschuß von 209,543 X. 35 H vorhanden ist, welcher besteht, in: a) Baar, einschließlich des Betriebskapitals 196,383 X 2 b) in Vorlagen 3,783 X 17 und c) in Ausständen 9,377 X 16
Gießen, 2 Januar. Die Neujahrsnacht war für die Bewohner unserer Stabt und theilweise auch der umliegenden Dörfer eine sehr aufregende. Gegen 3 Uhr Morgen« röthete sich der Himmel so furchtbar, daß die vom Schlafe Erwachenden aufs Heftigste erschreckten und bie herzlichen Wünsche für das neue Jahr in der Brust sehr niedergestimmt wurden durch den Gedanken: Feuer, es brennt! Schöner Anfang des neuen Jahres! — Vom Lhurme herab rief eS: es brennt in Heuchelheim. Und leider war dem so. — Gegen drei Uhr brach dort in einem neuen im vorigen Jahre erbauten massiven Hause, den Einwohnern Lenz oder Rinn gehörend, das Feuer aus und durch den furchtbaren Sturm oder Brandstiftung veranlaßt, brannte es gleich an zwei, 500 Schritte von einander liegenden Stellen. Der Brand gewann dadurch eine furchtbare Ausvehnung und war an Rettung fast nicht zu denken. Unsere Feuerwehr war, wie gewohnt, rasch zur Stelle trotz Neujahrsnacht und schlechtem Wetter und leistete wahrhaft heldenmüthiges. Mitten im Feuerregen stehend, konnte sie schließlich kaum noch selbst sich retten. — Was dem Umsichgreifen oes Feuers noch mehr zu Statten kam war, daß durch das Hochwasser die Spritzen der Gemeinden Kletnltnden, Großltnden, Leihgestern u. s. w. den nächsten Weg nach Heuchelheim nicht unterhalb Gießen nehmen konnten sondern durch die Stadt fahren mußten. Abgebrannt sind 15 ganze Hofraithen sammt Scheunen und Stallungen. Heute Morgen begaben sich die Vertreter des Kreisamts und des Stadtgerichts zur Untersuchung an die Brandstätte.
--Die Neujahrsnacht verlief, gegen die früheren betrachtet, sehr ruhig. Anzeigen polizeilicherseits wurden gar keine gemacht.
--Durch das nochmalige Stürmen gestern Morgen um 8 Uhr entstand in der Stadt das Gerücht, daß es auch in Krofvorf brenne, welches jedoch keinen Grund hatte. Die Krof- dorfer Spritze war um 1/l* Uhr von dort schon abgefahren und leistete bis gegen Mittag thätige Hülfe.
Handel und Verkehr.
Limburg, 31. December. (Fruchtmarkt.) Rother Weizen X 16.25, Weißer Weizen X —, Korn X 10.50, Gerste X 9.30, Hafer X 6—, Erbsen X —, Kartoffeln X —. (Durchschnittspreis pro Malter.)
Frankfurt, 30. December. (Fruchtbericht.) Der heutige Markttag war der letzte in dem ablaufenden Jahre; die Händler und Consumenten wurden weniger durch daS Geschäft, welches wie seither sehr belanglos war, in Anspruch genommen, als sie sich Betrachtungen über den mutbmaßlichen Verlauf deS neuen Jahres Hingaben. Man hofft, daß die muthmaßliche neue Zollpolitik (der bekannte Brief des Reichskanzlers wurde in günstiger Weise commentirt) dem Geschäfte von größerem Nutzen sein würde, als das bisherige System besonders in der letzten Zeit gewesen ist (?).
Mehl Nr. 1 X 39, Nr. 2 X 35, Nr. 3 X 31, Nr. 4 X 27, Nr. 5 X 21. Roggenmehl % iBerliner Marke) X 22, do. II (Berliner Marke) X 19. Weizen, effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 19.25, ab unserer Umgegend X 18.25—18.50, do. fremder je nach Qualität x 18.50—19.50, Roggen, je nach Qualität X 13.50—15.75, Gerste X 14 bis 18, Hafer X 12-13.50, Kohlsamen X 27—28, Erbsen <^. 19—23, Wicken 15—16, Linsen X 17—23. Rüböl, detail X 68. Stimmung flau. Dringend offerirt Getreide und Mehl. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo.)
Frankfurt, 30 December. Der heutige Viehmarkt brachte bei geringerer Zufuhr etwaS billigere Preise. Angetrieben waren ca. 300 Ochsen und Stiere, 120 Kühe und Rinder, 190 Kälber, 400 Hümmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 70—72, 2. Qual. X 66—68, Kühe und Rinder 1. Qual. X 64-66, 2. Qual. X 54 - 60, Kälber 1. Qual. X 65-67, 2. Qual. 60—62, Hämmel 1. Qual. X 62—64, 2. Qual. X 54—60.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Zur Bezahlung der Zinsen, welche von eben bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt, und zwar:
Samstag den 4. Januar 1879,
Dienstag „ 7.
Mittwoch „ 8. „ „
Donnerstag „ 9. „ „
Samstag „ 11.
Drenstag „ 14
Mittwoch „ 15. „ „
Donnerstag „ 16. „ „
Samstag „ 18. „ „
Die Interessenten werden daher aufge- sordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfung zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legi- timiren
Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen 'tue übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden ortsüblich bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 28. November 1878.
Der Rechner der Spar- und Leihkasse.
Kehr.
Versteigerungen.
Dienstag den 7. Januar 1879,
Nachmittags 2 Uhr, sollen die zum Nachlaß des Philipp Scbmall 11. gehörenden Grundstücke: Flur. Nr. Mtr.
2 1K1 106 Acker am Wismarer Weg
und Lahnfluß,
2 182 62 Acker daselbst,
2 192 44 Acker daselbst,
4 14 1900 Acker am Krofdorfer Weg
23 94 1994 Acker am Schlangenzahl
auf den Aulweg,
46 280 4200 Acker in der Lichtenau im Römersloch freiwillig versteigert werden. (35
Gießen, den 30. December 1878. Großherzogliches OrtSgericht Gießen.
Lüdeking.
Hauteverstcigermlg.
Montag den 6. Januar 1878,
Abends 8 Uhr, werden die Häute, welche der hiesigen Vtehversicherungsgesellschaft im Lause des Jahres 1879 zusallen, im Locale Führer versteigert. (45
K Simon.
Beilgebotenes.
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Zur gefl. Beachtung.
Zum Jahreswechsel erlaube ich mir den patentirten Notizkalender von I. C. König & Ebhardt in Hannyver, der stch einer großen Beliebt- beit erfreut, in Erinnerung zu bringen; Jeder, der stch praktisch einmal von den Vorzügen desielben überzeugt hat, wird denselben als unentbehrlich stets beibehalten, r- Bei dieser Gelegenheit empfehle ich Ihnen mein auf's Reich- h litgfte ausgestattetes Lager Geschäftsbücher aller Arten aus derselben rühmlichst bekannten Fabrik, die erst kürzlich mit der goldenen Staats-Medaille ausgezeichnet worden ist.
20) Achtungsvoll
PH. Lüdeking.


