Vermischtes.
- In Hamburg ist der Opernsänger Franz Diener, der in voriger Saison am dortigen S tadttheater engagirt war und jetzt dem Dresdener Hoftheater angehört, wegen Bruches eines Gh egelöbnisses gerichtlich verklagt unv verurteilt worden. Laut der „Hamburger Zeitung", Die darüber berichtet, ist das Verlöbniß Dienerns mit einer jungen, durchaus unbescholtenen Dame (Freiin Alberta v. T-), die er in London kennen gelernt hatte, in Köln am 15. Jan 1877 in aller Form vollzogen worden; mehrere Monate hindurch wurden die herzlichsten Briefe gewechselt, tm Mai sollte die Hochzeit in London stattfinden. Aber der Bräutigam brach sein Wort. Unter dem Vorwande, sein Vermögen verloren zu haben und wegen Brustkrankheit vielleicht auch seine Stimme verlieren zu müssen, lehnte er die eheliche Verbindung ab, und als die Braut im September mit ihrer Mutter ihn in Hamburg persönlich besuchen wollte, ließ er sie nickt vor sich und schickte ihr mit einem Brief höhnischen Inhaltes ein goldenes Medaillon zurück, das sie ihm in Köln geschenkt hatte. Darauf hat die Familie der gekränkten Dame i n Hamburg gegen den Treubrüchigen, der sich inzwischen trotz seiner angeblichen Brustkrankhett mit einer adeligen Gutsbesitzerstochter in Sacksen ehelich verbunden hat, Klage erhoben. Das Niedergericht bat in erster Instanz den Verklagten schuldig befunden und zu 3(>00 Jt verurteilt ; das Obergericht aber, an welches er appelltrt hatte, hat die Strafsumme auf 10,000 JL erhöht, welche binnen 14 Tagen der Klägerin gezahlt werden müssen
Saarlouis. Erne recht zeitgemäße Verordnung gegen Müßiggang und Trunksucht hat der hiesige königliche Landrath Herr Devens dieser Tage erlassen. Es heißt in derselben der Saarbr. Ztg. zufolge u. A : „ES kommt nicht selten vor, daß viele dem Arbeiter- 2c. Stande angehörige Familienväter wie auch andere zur Stütze eines Hausstandes gesetzlich verpflichtete Individuen sich dergestalt der Trunksucht und dem damit verbundenen Müßiggänge hingeben, baß sie nicht allein nichts mehr aus dem eigenen Verdienst zu dem Unterhalt der Ihrigen beisteuern, sondern bet immer weiter vorschreitender sittlicher Verkommenheit schließlich noch obendrein den Erwerb der Famtlienglieder durch Drohungen und sogar Mißhandlungen erpressen und somit der Subsistenzfähigkeit wie dem Familtenglücke ihrer Angehörigen keineswegs förderlich, sondern tm Gegenthetl geradezu hinderlich und verderblich sich zeigen. Wenn in den ersten Anfängen eines derartig dtssoluten und pflichtvergessenen Lebenswandels die bezüglichen Präventivmittel „eindringliche Ermahnung durch die Ortsbehörde und thunlichste Mitwirkung des Seelsorgers, Versagung des Wirthshausbesuches durch ein entsprechendes Verbot an die sämmtlichen Schankwtrthe des betreffenden Wohnortes" nichts fruchten, so bleibt, um eben so wohl dem öffentlichen Aergerntffe wie auch der weiteren Gefährdung der betreffenden Familie ein Ziel zu setzen, nur übrig, von dem durch das Strafgesetzbuch in den 361 Nr. 5 und 362 Alinea 2 gebotenen Repressivmittel durch entsprechende Antragstellung bei der zuständigen Gerichts und Landespoltzeibehörde energischen Gebrauch zu machen, was den Herren Bürgermeistern in allen oerartigen Fällen auf das angelegentlichste empfohlen wird." Die beiden angeführten Bestimmungen des Strafgesetzbuchs lauten: „Mit Haft wird bestraft, wer sich dem Spiel, Trunk oder Müßiggang dergestalt htngibt, daß er in einen Zustand geräth, in welchem zu seinem Unterhalte oder zum Unterhalte derjenigen, zu deren Ernährung er verpflichtet ist, durch Vermittlung der Behörde fremde Hülfe tn Anspruch genommen werden muß", und „Bei der Verurtheilung zur Haft kann zugleich erkannt werden, daß die verurtheilte Person nach verbüßter Strafe der Landespoltzeibehörde zu überweisen sei. Die Landespolizeibehörde erhält dadurch die Befugniß, die verurtheilte Person entweder bis zu zwei Jahren tn ein Arbeitshaus unterzubringen oder zu gemeinnützigen Arbeiten zu verwenden."
Barmen, 17. Februar. (Nach neuer Rechtschreibung.) (Ferein für rechtschretbung.) Gestern fand die erste fersamlunz des algemeinen fereins für rechtschreibung (zweig ferein Barmen) fiat. Der bisherige schriftfürer her Mayer leitete diselbe unt erstattete bericht über di tätigkett des fereins. Bet der alsdan forgenomenen forstandval vurden di Herren Dr. Tombo zum ersten, Herman Meyer zum zweiten forsizzenden, 6. Böker zum schriftfürer unt Emil Jochmus jr. zum kassirer ernant. Zvet anträge a) einen jährlichen beitragssaz festzusezzen unt b) almonatlich eine fersamlung zur erledigung der geschäftlichen angelegenheiten unt zur be- sprechung sprachwiffenschaftltcher fragen abzuhalten, fanden anname. Mit besonderer befrtdigung nam di fersamlung di mittheilung einzelner mttglider entgegen, vonach in deren geschäften teils neu-ortografi teils überganzsortografi mit lateinischer schrtft etngefürt ist. Der forsizzenve schlist di sizzung mit dem vunsche, das eine tüchtige Propaganda der guten fache zum sige fcrhelfen möge.
— Der Reichstagscandtdat der Breslauer Socialdemokraten hatte zum Stichwahltage folgendes Plakat tn feuerrother Farbe an sämmtltche Straßenecken anschlagen lassen: „Eine hochfeine Cigarre zum Preise von 5 deutscher Reichs-Währung verkaufe heute und die folgenden Tage, soweit der Vorrath reicht. Ich erlaube mir, auf diese Sorte ganz besonders aufmerksam zu machen und rathe, daß Jedermann diese Cigarre wählt. Kräcker, Ctgarren- und Tabakverkauf, Altbüßerstr. 35." Liest man die fettgedruckten Worte aus diesem Plakate heraus, so lautet der Wortsinn: „zum Reichstage wählt Kräcker".
$ h e a ter.
Sonntag den 2. März wird das tntereffante und effektvolle Schauspiel: ^Das Weib des Soldaten* gegeben, welches heute noch an allen größeren Bühnen gegeben wird. Die Titelrolle, die Marketenderin Marianne, wird Frau Alberti, die Doppeltrolle des Sergeanten Bernard und des blinden Generals wird Herr Alberti spielen. In den übrigen Hauptrollen find die Herren Lindner I. und R tcha rd, sowie Frl. Häs er beschäftigt, so daß sich ein genußreicher Abend erwarten läßt.^ßMöge das Weib des Soldaten ein ebenso volles Haus haben wie der alte Corpora!! Der Beifall wird nicht fehlen. P.
Seh1 (Faberlebt. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd E. W. Dietz in Gießen.
Baltimore, 24. Februar. (Per transantlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Leipzig, Capt. F. Pfeiffer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. Februar von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten hier angekommen.
Newyork, 25. Februar. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Rhein, Capt. H. C. Franke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 9. Februar von Bremen «nd am 11. Februar von Southampton abgegangen war, ist heute 6 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen.
Vergeßt das Füttern der hungernden Vögel nicht!
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Berloofungen.
281 Februar. Serienziehung der badischen 35 -fl.- Loose 7 271 30 dnn ,<Q7 KOw Ciu e-,« VA, ’t. .
veoruar. Wenenzteyung der badischen 35-fl.-Loose. Serien - 179
206 217 271 305 400 463 488 497 628 638 671 729 731 801 814 843 922 936 951
1023 1094 1108 1155 1191 1193 1328 1342 1444 1479 1480 1490 1497 1566 15sl
1644 1852 1973 2052 2132 2246 2275 2288 2293 2371 2379 2439 2477 2478 2540
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Handel und Verkehr.
Gießen, 1. März. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Vfd 80-90 Hühnereier, per Stück 5—6 H, Enteneier, per Stück — Käse, per Stück 4—8 H, Kasematte, per Stück 3 Erbsen, 1 Liter 18 H, Linsen, 1 Liter 22 X Tauben, das Paar JL 1, Hühner, per Stück JL 1.60, Hahnen, per Stück Ji. 1.70, Enten, per Stück Jt — — Kartoffeln, per 100 Kilo JL 5-6 -, Zwiebeln, per Ctr. JL. —. Ochsenfleisck 70 H per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 58-60 H, Kalbfleisch 50-56 Hammelfleisch 60-70 H. ' W
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Wir machen das Publikum wiederholt darauf aufmerksam, seine Einkäufe von achtem Benedictiner Liqueue der Benedictiner Mönche der Abtei zu F6camp nur bei iolcken Firmen zu veranlassen, welche entweder in den Annoncen bezeichnet sind oder welche ein vom General-Director A. Legrand atnd unterschriebenes Certificat' welches in den Verkaufslocalen ausgehängt sein muß, besitzen. 357
Auszug aus den Stsndessmtsregistern des Standesamts Gießen
Vom 22. bis 27. Februar 1879.
Aufgebote.
27. Februar. Kaufmann Karl Mayer zu Gießen mit Sara Kaufmann, Tochter de- Kaufmanns Isaac Kaufmann von Frankfurt a. M. 27. Küfer Heinrich Wilhelm Friedrich Philipp Kimmel von Gießen mit Katharine Weißenbach, Tochter des Handelsmanns Heinrich Wetßenbach von Münchholzhausen. 27. Bäcker Johann Martin Jughard von Gießen mit Ida Alwine Louise Geldmacher, Tochter des zu Münster in Westphalen verstorbenen Buchdruckers Wilhelm Karl Ernst Geldmacher.
Geborene.
21. Februar. Anna Ottilie Ida und Christian Julius Otto, Zwillingskinder des Großherzoglichen Reallehrers Dr. Otto Bindewald. 21. Wilhelm Heinrich Ludwig, Sohn des Schlosiers Heinrich Kolb. 16. Heinrich, ein außereheliches Kind von auswärts 16. August, ein außereheliches Kind von auswärts. 17. Friedrich und Karl, außereheliche Zwillingskinder von auswärts. 18. Marie, Tochter des Werkführers Wilhelm Seng. 22. Wilhelm Jacob, SohNs des Obersteigers Jacob Muth. 25. Emilie,, Tochter des Sattlermeisters Christian Gestorbene.
23. Februar. Mathilde Philippine, 4 Jahre 3 Monate 7 Tage alt, Tochter des Tag- löhnerß Albert Schönherr 24. Christiane Orbig, geb. Rinnecker, 36 Jahre 6 Monate 5 Tage alt, Ehefrau des Schreiners Christian Orbig. 24. Elise Römer, geb. Stein, 38 Jahre alt, Ehefrau des Maurers Heinrich Römer III. von Climbach. 24. Olga Elisabeth Marie, 5 Monate 24 Tage alt, Tochter des Feldwebels im II. Großherzo.flich Hessischen Infanterie-' Regiment Nr. 116 Hermann Christoph Thiele. 25. Margarethe Anna Juliane Lehrmund, geb. Weber, 48 Jahre 8 Monate 5 Tage alt, Ehefrau des pensionirten Hülfsführers bet der Oberhessischen Bahn Karl Lehrmund. 25. Antonie Wtnther, geb. Balser, 67 Jahre 7 Monate alt, Wittwe des Professors Dr. Alexander Winther.
ST IWMMWM MMSMVWWMMWWSMMB
D-N 26. Februar. Christin- Orbig, geb. Rinnecker, Ehefrau de« Schreinermetstn« Christian Orbig, alt 36 I. 6 M. 5 T., gest. den 24. Februar.
Den 27. Februar. Anna Juliane Lehrmund, geb. Weber, Ehefrau des Schlossers Karl Lehrmund, alt 48 I. 8 M. 5 T., gest den 25. Februar.
Den ^-Februar. Antonie Winther, geb. Balser, Wittwe des verst. Großh. Professors Dr. Alexander Winther, alt 67 I. 7 M., gest. den 25. Februar. V V q
den 25. Januar.
Denselben.
20. Januar.
Denselben. Wilhelmine Marie,
Denselben. Anna Ottilie Ida,
Dem Taglöhner Heinrich Weigand, eine Tochter, Elisabethe Auguste, geb. Dem Schlosser Hartmann Babel, eine Tochter, Sophie Marie, geb. den Dem Schreinermeister Karl Kratzenberger, eine Tochter, Bertha Pauline geb. den 22 November.
Dem Großh. Reallehrer Dr. Otto Bindewald, Zwillinge, eine Tochter ein Sohn, Christian Julius Otto, geb. den 21. Februar.
Beerdigte
r-r, , 221 Februar. Margarethe Antonie Louise Elise Nenzel, geb. Lang, Ehefrau des Maschinenfabrikanten Georg Nenzel, alt 52 I. 11 M. 6 T., gest. den 19. Februar.
Denselben. Georg Friedrich Eißner, Kaufmann, alt 57 I. 8 M. 28 T., gest. den aAj. QfÖtUQT.
Getaufte
Den 23. Februar. Dem Kleiderhändler Johann Heinrich Leib, ein Sohn, Geor«
Heinrich Karl, geb. den 7. Januar. 9
Denselben.
>MV»MMWWWW«MWWWWWWMWVWWWWWWMWWMWMWWMM Auszug aus dm Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde.
(■«mbrinus.
Montag den 3. Mär,,
Concert
und Gesangsvorlräge von der Böhmischen Zängergesellschast
1303) OttO*
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Ö Niederlage von Offerten unter fl Q C. 250 in der Exped. d. Bl. X OOOOOOOiOOOOOQ
Allgemeiner Anzeiger.
Schlachtvieh Ausstellung
mit Prämitrung * 1296
des Iandwirthschafl. Vereins in Irankfurt a. M.
am 23., 26. und 27. April 1879.
Programme, Prämienlisten und allgemeine Bestimmungen für die Ausstellung, sowie Formulare zu Anmeldungen werden auf franco eiulaufende Bestellungen gratis verabfolgt durch das Secretariat des Landwirthschaftlichen Vereins, Heiligkreuzgasse 12 in Frankfurt a. M- Schluß der Anmeldungen zu der Ausstellung am 15. März 1879. (H. 6518) Das Ausstellungs-Comitv.
Gekochten Schinken
empfehlen (1290
I. A Busch Söbue.
1278) Gut gebrannte Rufsenfteine sind zu haben, bei Frau Gtchenberg.
srisch eingetroffen bei (1289
Busch Söhne.
E Ltroh
»erkauft K. MalkomefiuS, Neuenweg.
1282) Ein Schirm mit dünnem Hakengriff wurde vor einiger Zeit stehen gelassen. Man bittet denselben abzugeben Frankfurter-Straße Nr. 3OVio Partere.
Zöpfe 1
von ausgekämmten Haaren werden unter Garantie solider Arbeit billigst angefertigt
von Karl Gerlipp, Kirchenplatz 25.
«5 F. St. F.
Montag Abend Restauration Arnold.
1279) Solide fleißige Leute, die am hiesigen Platze und in der Umgegend gut bekannt sind, finden dauernde feste Anstellung, als Verkäufer eines gangbaren Artikels. Nur solche finden Berücksichtigung, die sich über ihre bisherige Thätigkeit, sowie über ihre Solidität, vollständig genügend ausweisen können. Näheres __Reichensand-Bahnhofstraße 226.
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Brieflich zu wenden an (1174
F. C. Bauer, SpttialN,
Wertheim am Main.
498) Neberziehen von Schirmen und Reparaturen an denselben werden rasch und billig ausgeführt.
I. Wcitzenkorn, Kreu;.-
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Näheres bei der Exped. d. Bl.


