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Erstes Blatt
Sonntag, den 2. Mürz
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1879
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
RedaetionSbureaur 1 RA1,rftrn6, R ia
GxpcdittsnSbureaur J bchulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
Gießen, den 27. Februar 1879.
Gießen, den 27. Februar 1879.
S üffert.
* 8.
baldigst zu thun.
Gießen, den 28. Februar 1879.
Großherzogliches Kretsamt Gießen. Dr. Boekmann.
Darmstadt, 28. Februar. Se. Großherzogliche Hoheit der Prinz Heinrich ist gestern Abend zu mehrtägigem Aufenthalte dahier etngetroffen.
Darmstadt, 28. Februar. Der Gesetzgebungs-Ausschuß der ersten Kammer wird morgen zusammentreten. Auf der Tagesordnung seiner ersten Sitzung stehen: der Gesetzentwurf, die Ausführung der deutschen Strafproceß- ordnung betr., der Gesetzentwurf, das Verfahren in Sachen der nichtstreitigen Gerichtsbarkeit betr., und der Gesetzentwurf, die Uebertragung von Grund- rigenthum und die Fortführung der Grundbücher in der Provinz Rhein- hesten betr-
Betreffend: Die Ausstellung der Jmpflisten für 1879.
Das Großherzogliche Kreis-Gesundheitsamt Gießen
an die Großherzoglichen Standesämter und Schulvorstände des Jmpfbezirks Gießen.
Die Jmpflisten für die diesjährige Impfung sind heute an Sie abgegangen und bemerken wir Ihnen bezüglich der Ausstellung derselben Folgendes: I. In den Listen für Erst-Jmpfung werben unter B alle in der betreffenden Gemeinde während des Jahres 1878 geborenen Kinder eingetragen, auch solche, welche etwa mir tbren Eltern an einen anderen Ort gezogen sind. Die tm Laufe des Jahres 1878 aber bereits gestorbenen Kinder werden nicht in die Listen ausgenommen. Nach vollendetem Einträge sind sodann unter C die bis jetzt zugezogenen Jmpfpfitchtigen auszusühren, oder es ist, wenn solche nicht vorhanden, dies mit dim Vermerk anzugeben: C. Zugezogen : Niemand. Erst dann ist die Liste mir dem Namen der ausstellenden Behörde und Datum der Ausstellung zu unterzeichnen.
Die Spalte 27 ist freizulaffen und sind alle etwa nöthig scheinenden Bemerkungen nur mit Bleistift einzuschreiben.
II. In die Listen für Wieder-Impfung sind unter B diejenigen Schüler aufzunehmen, welche im Laufe dieses Jahres das 12. Lebensjahr erreichen und zwar haben diese Einträge nicht nach dem Kirchenbuche, sondern nach dem Schulverzetchniffe zu geschehen. Die Gestorbenen und Weggezogenen, sowie Kinder, welche nicht in ihrer Heimath, sondern an anderen Orten Schulen besuchen, sind in die Listen ihrer Hetmathsorte nicht einzutragen. In größeren Schulen empfiehlt es sich die Namen der Knaben und Mädchen in getrennter Reihenfolge auszusühren. Unter C hat dann ebenfalls Eintrag der Zugezogenen zu geschehen, oder es ist, wenn solche nicht vorhanden, Bescheinigung anzusügen: C. Zugezogen: Niemand.
Die Unterzeichnung dieser Listen geschieht durch den Schulvorstand unter Beifügung des Datums der Ausfertigung.
Die Spalte 28 ist frei zu lassen oder es sind Bemerkungen in dieselbe nur mit Bleistift einzutragen.
Wir ersuchen Sie, die Listen bis spätestens 31. März an uns einzusenden.
Dr. G l a s o r.
Bekanntmachung.
Großherzogliches Ministerium des Innern hat dem Vorstand des Vereins für Geflügel- und Vögelzucht zu Gießen die Erlaubniß zur Vornahme einer zu Ostern d. I. mit einer Geflügelausstellung zu verbindenden Verlobung und zum Vertrieb der Loose in der Provinz Oberheffen unter der Bedingung ertheilt daß höchstens 3000 Loose ä 40 ausgegeben und mindestens 60% des Brutto-Erlöses hieraus zum Ankauf der Gewinn-Gegenstände verwendet werden.
nister schließt mit dem Ausdrucke des Wunsches auf endliche Verständigung in dieser Session.
v. Benda findet Abhülfe nur mittelst indirecter Steuern möglich; das sei auch die Tendenz der Beschlüsse des preußischen Abgeordnetenhauses gewesen; die an die Bewilligung dieser Steuern geknüpften Bedingungen seien der Erfüllung näher gebracht. v. Minnigerode geht auf einzelne Details des Etats ein; Redner will nicht am Ordinarium, wohl aber am Extra-Ordinarium Abstriche gemacht wifsen. Richter (Hagen) kritisirt den Etat nach den verschiedensten Richtungen, dringt auf Ersparnisse in einzelnen Dienstzweigen, erörtert die Frage der Steuerreform und erklärt sich im Namen der Fortschrittspartei gegen die Tabaksprojecte und einen Petroleumzoll. Bun- descommissär Michaelis wendet sich gegen die Äußerungen Richters betreffs Naturalverpflegung der Armee rc., wobei man Erhebliches nicht an den Ausgaben werde streichen können. — Fortsetzung der Berathung morgen.
Berlin, 28. Februar. Der „Retchsanzeiger" schreibt: Das Gerücht von dem Auftreten der Pest in Bronsk (bei Moskau) ist amtlichen Nachrichten zufolge unbegründet. Der von russischen Blättern gemeldete Krankheitsfall in Lyskova (Gouvern. Nischnet - Nowgorod) gehört einem bereits mehrere Wochen zurückliegenden Zeitraum an und wird für Flecktyphus erklärt.
London, 28. Februar. Das „Reuter'sche Bureau" meldet: Die Königin begibt sich nicht nach Deutschland, sondern nur auf kurze Zeit nach Italien. Dieselbe wird im strengsten Inkognito gegen den 25. März über Frankreich, dem Mont-Cents und Turin nach Baveno am Lago Maggiore reisen, woselbst die Villa Clara von deren Besitzer der Königin zur Disposition gestellt ist.
Petersburg, 28. Februar. In dem von russischen Truppen seit einer Woche besetzten Fort Arab-Tabta wird russtschersetts mit der vertragsmäßigen Abtragung der Befestigungswerke vorgeganzen.
Berlin, 28. Februar. Neue Schneestürme haben große Verkehrsstockungen in ganz Schleswig-Holstein und Jütland hervorgerufen; auf den Landstraßen dort soll stellenweise der Schnee 15 Fuß hoch liegen. Auch hier in Berlin ist starker Schneefall. Laut Bekanntmachung des katserl. General- Postamts ist heute morgen der Frankfurt-Berliner Zug via Eisenach ausge- blteben. Aus Rom kommen Nachrichten, welche wettere kolossale Stürme in ganz Italien melden. Vollständige Orkane wüthen dort seit mehreren Tagen. Die Zahl der Unfälle zu Land und insbesondere zur See sind enorm.
Teplitz, 28. Februar. Seit gestern früh sind auch einige Brunnen in der Steinbadgaffe versiegt. Es sind fünf Bergleute aus Przibram hier angelangt, welche behufs Ausführung der Abteufungsarbeiten telegraphisch herberufen wurden.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'S telegr. Eorrespondenz- Bureau.
Berlin, 28. Februar. Reichstag. Der Weltpostvertrag mit den beiden dazu aeböriaen Uebereinkommen wird nach unerheblicher Debatte in dritter Berathung ge- , nehmigt. Es folgt sodann die erste Berathung des Reichshaushalts-Etats für 1879/80 uitb damit verbunden die erste Berathung der Gesetzentwürfe betreffend eine Anleihe ftr Zwecke der Post- und Telegraphen-Verwaltung, sowie bett, die Erwerbung eines Grundstückes für das Reichsgesundheitsamt. Minister Hofmann leitet die Berathung mit einer Rede ein, in welcher er zunächst darauf hinweift, daß die Mindereinnahmen 14 Millionen bettagen; wenn man hiervon die Minderausgaben abziehe, so verbleibe ein Deficit von 103/5 Millionen.
Im weiteren Verlauf seines Finanzexposäs theilt Minister Hofmann mit, daß das Deficit pro 1877/78 auf 20 Millionen veranschlagt sei, aber nur 11 Millionen betragen habe, welche aus Conttibutionsgeldern gedeckt seien. Die voraussichtlichen Ergebnisse des laufenden Finanzjahres stellen sich ungefähr folgendermaßen : beträchtliche Ueberschreitungen des Etats hätten sich beim Reichskanzleramt nothwendig gemacht, ferner beim auswärtigen Amt, Patentamt und Reichstag, in Summa 16,790,000 Mk. Minderausgaben haben sich herausgestellt namentlich bei der Militärverwaltung (circa 4 Millionen) und bei der Eisenbahn Verwaltung (ca. 31/2 Million.) Mindereinnahmen ergeben sich besonders bei den Zöllen und Verbrauchssteuern (15,378,000), bei der Wechselstempelsteuer (ca. 3 Mill.), Ueberschüsse der Post (129,000), Eisenbahnverwaltung (ca. 500,000). Der Gesammtausfall des laufenden Finanzjahres beziffert sich auf 10,600,000. Folge dieses Ausfalls ist eine Erhöhung der Matrikularbetträge für das nächste Etatjahr von 14 Millionen (101 Mill, gegen bisher 87). Diese Matri- kularbeiträge wurden nur 1873 überstiegen. Zu ihrer Reduktion resp. Beseitigung sind Vorlagen ausgearbeitet, aber noch nicht zur Einbringung reif. Keineswegs aber ist die Hoffnung aufzugeben, daß es diesmal gelingen werde, die lange erstrebte Verstäu- d;ung zu erzielen. Redner erinnert an die Heidelberger Ministerconferenzen, welche das dringende Bedürfniß ergaben, die eigenen Einnahmen des Reichs zu vermehren and zu diesem Behufe das System der indirecten Steuern auszudehnen, theils um das R.-ich auf eigene Füße au stellen, theils um die Einzelffaaten zu entlasten. Den Inhalt V: vorbereiteten Entwürfe näher mitzutheilen, halte er nicht für angezeigt. Der Mi-
Hichcner Wneiger
Ailztige- nnb Amtsblatt für kn Kreis Eicha.
Das Großherzogliche Steuer-Commiffariat Gießen
an die Großh. Ortsgerichtsvorsteher des Bezirks.
Wir ersuchen diejenigen von Ihnen, welche die Bau- und Cultur - Veränderungsverzeichniffe noch nicht hierher zurückgesendet haben, dies nunmehr


