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Deutscherseits haben wir nur Anlaß zur Genugthuung über diese Einigkeit, worin die beste Bürgschaft für Aufrechterhaltung des Friedens und der Ordnung im Orient liegt.

Wien, 29. Juni. DieMontagsrevue" schreibt bezüglich Egyptens: Von der begonnenen Action bleibt bisher nur ein erfreulicher Erfolg, eine ge- wifle Zusammenschlteßung Europas. Denn jedenfalls ist die egypttsche Frage jetzt auf europäische Basis gestellt und, welches immer die nächste Entwickelung sein wird, sie wird durch die Einwirkung Europas beherrscht und bestimmt werden. Die Parität der Ansprüche aller Mächte ist die Voraussetzung jeder weiteren Action und wird nothwendig auch in der billigen Berücksichtigung und Ausgleichung aller berechtigten Interessen ihren Ausdruck finden müssen.

Paris, 29. Juni. Rouher ist gestern hierher zurückgekehrt. Morgen findet eine Versammlung bonapartiftischer Deputirter und Senatoren statt.

Washington, 29. Juni. Der Senat hat eine Bill angenommen, wodurch jede Besoldung anläßlich der Wahlen von Deputirten verboten wird. Das Repräsentantenhaus genehmigte den Vertrag mit Mexiko behufs Ver­hinderung von Grenzunruhen. Die konstitutionelle Convention von Louisiana nahm eine Resolution an, daß die Beamten angewiesen werden sollen, die Juli- Zinsen der Staatsschuld nicht eher zu bezahlen, als bis die Zahlung ange- ordnet sei.

London, 30. Juni.Reuter's Bureau" meldet aus Kairo vom 29. d.: Ismail Pascha beabsichtigt sich am Montag Vormittag nach Smyrna zu begeben.

Lokales.

Gießen, 30. Juni. Das Wiesbadener Männerquartett, welches am Samstag Abend in Wenzels Saale singen wollte, konnte diese Absicht wegen des außerordentlich mangelhaften Besuchs nicht ganz ausführen Kaum 30 Zuhörer stellten sich ein und doch waren die fünf vorgetragenen Piecen so schön und rein gesungen, daß es eine wahre Lust war solchen Gesang zu hören. Nach Absingung des 1. Thetls des Programms, stellten die Sänger den Zuhörern ihr Entree wieder zur Verfügung, denen es sehr leid war auf den gebotenen Genuß Verzicht leisten zu müssen.

Gestern Morgen durchschwirrte eine Nachricht die Stadt, welche die Gemüther in lebhafte Erregung versetzte. Es handelte sich um eine Revolvergeschichte, dessen trauriger Held ein hier in Condition stehender junger Kaufmann ist. Was wir über den Vorfall in Erfahrung bringen konnten ist folgendes: Zwei junge Leute gingen des Nachts gegen 2 Uhr an der Wohnung des oben belegten Kaufmanns am Wallthor vorüber und neckten denselben durch Pfeifen. Beim Weitergehen tauschten die Beiden ihre Hüte und traten dann den Rückweg nach der Stadt an, wo sie wiederum durch Pfeifen den Revolverhelden veranlaßten herunter zu kommen. Es entspann sich nun ein kurzer Wortwechsel in Folge dessen der Kaufmann drei Schüsse aus einem Revolver abgab, welche aber nicht an die richtige Adresse gelangten, d. h. derjenige dem sie gelten sollten, ging in Folge des Hutwechsels leer aus, während der andere einen Schuß in den Oberarm und einen in den Schenkel erhielt, aus welchem gestern Morgen die Kugel entfernt werden mußte. Der Thäter wurde sofort verhaftet und in Arrest verbracht.

Der Besuch der Badenburg gestern Nachmittag von Seiten des Turnvereins und dessen Freunden war ein ganz enormer zu nennen, welcher leider durch das am Abend auftre­tende Gewitter, verbunden mit wolkenbruchartigem Regen einen unliebsamen Abschluß erhielt. Außerdem verbreitete sich noch auf der Badenb'urg das Gerüch, daß es in der Stadt brenne, welches Gerücht durch Anstecken eines Strobhaufens Nahrung fand, so daß vielfach der Heimweg ein forcirter genannt werden muß. Der Regen, welcher das außerordentlich schwere Gewitter begleitete har in Gärten und (auf den Wegen arge Verwüstungen angerichtet. Auf das Stiftungsfest des Turnvereins selbst werden wir morgen zurückkommen.

Verflossene Nacht ist im sog. Schipka-Paß wieder verschiedenes Maurerrüstzeua beseitigt (entwendet?) worden.

. - D-r jung- Mann welcher wegen Diebstahl in Untersuchung steht und sich kürzlich aus hiesigem G-sangniß zu befreien gewußt hatte, ist gestern Nachmittag dahier wieder aefänalich eingebracht worden. 01 9

ne k Tc 9n\ 28. Nachmittags hielt ein Fuhrmann von Rodheim mit seinem mit einem Pferde bespannten Wagen vor dem Neustadterthore am Promenadenhaus. Das Pferd scheute vor einem herannahenden Eisenbahnzuge und ging durch, der Eigenthümer suchte es festzuhalten wurde aber von demselben an den Kopf und Rücken geschlagen, so daß er loslassen mußte und unter den Wagen kam wo er außer anderen Verletzungen auch einen Beinbruch erlitt.

Vermischtes.

-Hessische Landes-Gewerbe-Ausstellung in Offenbach. Am 2. Juli wird die Eröff­nung der Ausstellung definitiv stattfinden; wenn an dem ursprünglich in Aussicht genommenen Termine festgehalten werden kann, ist das wohl hauptsächlich dem Eifer und der Energie zu danken, womit das Comitä sich seiner schwierigen oft recht undankbaren Aufgabe unterzogen 5 rweite Juli wird sich für Offenbach zu einem festlichen Tage gestalten und darf er den Anspruch erheben, daß er als ein solcher in der Erinnerung fortleben wird. Selten hat man dem Besuche so vieler hoher Gäste entgegengesehen, wie es augenblicklich der Fall ist. Außer Sr. konigltchen Hoheit dm Großherzog werden der Eröffnungsfeierlichkeit verschiedene Prinzen des allerhöchsten Hauses, eine Anzahl von Standesherren, die Minister des Landes und die Spitzen der Behörden beiwohnen. Ueber die Feierlichkeit selbst verlautet Folgendes- Der Beginn ist auf 11 Uhr Vormittags festgesetzt. Den Festaet leitet eine Hymne ein. dl« von den bereinigten ©angmereinen Offenbachs vorgetragen wird. Hierauf wird Herr Com- merzienrath Wecker al« Vorsitzender des Comitäs und Leiter des ganzen Unternehmens die Eröffnungsrede halten. Den Schluß der eigentlichen Feier bildet der Vortrag des Mendel- sohn'schen ChorsAn die Künstler" mit Orchesterbegleitung, welchen die Sänger und die Ausftellungskapelle vereint ausführen werden. Hierauf wird seine königl. Hoheit der Großherzog mit seiner nähern Umgebung, gefolgt von den Mitgliedern des Cornites und den Ehrengästen einen Rundgang durch die Ausstellung antreten. Nach vorgenommener Besichtigung wird er sammt seinem Gortegc bte große Halle durch das nordwestliche Portal verlassen. Von 2 Uhr an wird die Ausstellung dem Publikum zugänglich sein. Die Ausstellung wird nach jeder Richtung hin em interessantes und farbenreiches Bild unserer heimischen Industrie bieten und dürfte die gehegten Erwartungen um Vieles übertreffen. Zu wünschen wäre nur, daß die letzten Aus­steller ihre Arbeit derart fördern möchten, daß das zu erwartende Bild keinerlei Lücken darbietet. Die Unfertigkeit, der man so häufig beim Beginn von Ausstellungen begegnet, findet unserer Ansicht nach in der Verspätung eine nur zweifelhafte Entschuldigung._______________

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 28. Juni. (Marktbericht.) Butter wurde heute je nach Qualität bezahlt von 70 H bis JL l,lv. Handkäse das Pfund 50 H. Eier das Hundert deutsche J4 4 italienische 5,50. Der Gemüsemarkt mit schöner Zufuhr brachte folgende Preise: Kern- erbsen das Pfd. 20 Blumenkohl 50 bis v/4 1, ausländische Spargeln 5080 H Erdbeeren der Schoppen 20 H, römischer Salat das Stück 1215 Kohlrabi per Stück 38 neues Wirsing per Stück 20 -25 Schneidbohnen 100 Stück 1,802 Hahnen JL 1,60-80, Hühner 1,802,20, Enten 3-4, Poularden 4, Tauben 4050 H, Ganse JL 3,505. Fleischpreise unverändert. Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centner 2 -3, Stroh 1.302.

fSchiif»bericht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd C. W. Dietz in Gießen.

Newyork, 28. Juni. ,Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Rhein Capt. H. C. Franke vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 15. Juni von Bremen und am 17. Juni von Southampton abgegangen war, ist heute 5 Uhr Morgens wohl­behalten hier angekommen.

Berichtigung.

, Än der letzten Nummer d. BI. ist in der Bekanntmachung Großh. Bürgermeisterei, betr. Goldene Hochzeit-Stlstung, unter pos. 5, 6. Zeile von unten ein Schreibfehler im Manuscrivt zu berechtigen: StattIntention" des Stadtvorstandes muß e§ ,3ni» tiative* heißen.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

Zur Ausführung des mit dem 1. Juli in Kraft tretenden Gesetzes vom 4. b. Mts., durch dessen Ärlckel I, § 2 der Tarif für die Erhebung der Wechselstempelsteuer anderweitig festgesetzt worden ist, werden von jetzt ab neue Wechselstempelmarken über Steuerbeträgc von:

0,10; Jl 0,20; 0,30; 0,40; M. 0,50; JL 1,00; 2,00;

«X 2,50; 3,00; JL. 4,00; 4,50; M. 5,00 und JL 10,00,

sowie gestempelte Wechseloordruckblätier (Blaukeks) über Steuerbeträge von:

. 0,10; JL. 0,20; JC. 0,30; M. 0,40; M. 0,50; 1,00; 1,50;

2,00; JL 2,50 und JC. 3,00 zum Verkaufe bereit gehalten.

Gießen, den 27. Juni 1879.

Kaiserliches Postamt.

Lochmann.

Bekanntmachung.

Georg Löber, Georg's Sohn in Gießen, geb. den 2. Januar 1856, ist wegen Verstandesschwäche unter Curatel gestellt und können Rechts­geschäfte in für ihn verbindlicher Weise nur mit dem für ihn bestellten Curator ÄVilhelm Löber VI. dahier einge­gangen werden. (4972

^Gießen, den 24. Juni 1879. Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Langsdorfs, Dr. Gilmer, Stadtrichter. Stadtg. - Assessor. 4402) Der durch Verfügung des Herrn Ober-Präsidenten vom 12. April b. Js. der hiesigen Stadt bewilligte weitere Rindvieh- und Schweinemarkt soll

Donnerstag d. lo. Juli l. I.,

dahier abgehalten werden.

Die Herren Ortsvorstände werden ersucht, solches in ihren Gemeinden bekannt zu machen.

Marburg, den 26. Juni 1879.

Der Oberbürgermeister: 4380) Rudolvb.__

4277) Mehrere gut erhaltene ^Fenster zu verkaufen bei

Weruhardt Brück, Flügelsgasse.

Bekanntmachung.

4403) Von den abgehaltenen Holz­versteigerungen in den Freiherrlich v. Rabenau'schen Waldungen sind genehmigt.

a) vom 11. Juni d. I. im District Noll, das versteigerte Brenn- und Eichen-Stammholz;

b) vom 12. Juni, in den Districten Hörnes und Range, Brennholz und Fichten-Stangen,

c) vom 20. und 23. Juni, in den Districten Steinberg, Stätte, Odenkopf u. Häringsteich, Brenn­holz.

Die Abfuhrscheine können bet der Rentei dahier in Empfang genommen werden.

Londorf, am 27. Juni 1879.

Der Revierverwalter.

Franz.

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