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Herr zu werden, nehmen.
Wien. Ein stische Schilderung den Straßen von
Berlin. In dem stillen Gastein bereitet sich für die nächste Zeit eine ziemlich lebhafte politische Thätigkeit vor. Der Reichskanzler ist von einem Mitgliede seiner Kanzlei begleitet, deren Chef Geh. Rath Tiedemann an Stelle des Grafen Wilhelm Bismarck, der in diesen Tagen im Wahlkreise Mühlhausen seine Candidatenrede halten wird, dahin berufen worden ist. Graf Hatzfeldt, der neue Botschafter bei der Pforte, und Herr v. Keudell, der Botschafter in Rom, werden in Gastein vom Reichskanzler Instructionen für ihre Mission erhalten. Als unrichtig wird es bezeichnet, daß Fürst Bismarck länger als bis etwa zur dritten Woche des September von Berlin abwesend sein dürfte. Es
über das Socialtstengesetz theilzunehmen, und es liegt doch ziemlich auf der Hand, daß hierzu die erste Lesung den geeignetsten Anlaß bieten möchte.
Se. kaiserliche Hoheit Großfürst Nikolai Konstantinowitsch, wird wegen Krank, hett mit der Uniform des Generalstabes vom Dienste verabschiedet. Das Schtrwan'sche Infanterie-Regiment Nc. 84 Sr. kaiserlichen Hoheit des Großfürsten Nikolai Konstantinowitsch hat hinfort Schirwan'sches Jnfanterie-Regiment Nr. 84 zu heißen." Wodurch der erst 28 Jahre alte Neffe des Kaisers sich die Ungnade seines Oheims zugezozen hat oder welcher Art die „Krankheit" ist, derentwegen er den Abschied bekommen und den Ehrenrang eines Regiments- Chefs verloren, wird wohl auch bekannt werden.
Petersburg. Unter den amtlichen Nachrichten der hiesigen Zeitungen findet sich folgender „Allerhöchster Tagesbefehl vom 5./17. August: Drr zur Disposition des Commandeurs der Truppen des Orenburger Militärbezirks
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Hesterreich.
Bericht des „Obzor" aus Banjaluka entwirft eine dra- über das Wüthen der mohamedanischen Insurgenten in Banjaluka am 14. August, der wir folgende Stelle
entnehmen:
„Das Consulat wurde umzingelt und ausgeplündert und dann ging es gegen das Christenviertel und den Bazar los. Was die entmenschte Bande mcht plündern und mit sich nehmen konnte, wurde von ihnen in Brand gesteckt. Tie Läden van türkischen Kaufleuten wurden ebensowenig geschont. Entsetzliches Gejammer erfüllte die Stadt, dazwischen das Gejohle und die bestialischen Ausrufe der türkischen Mordbrenner, die in den raucherfüllten Gaffen nichts schonten, was ihnen unter die Hände kam. Man mußte glauben, daß kein Christen- mensch am Leben, kein Stein auf dem anderen bleiben werde. Das Verhalten unserer Soldaten war ein bewunderungswürdiges; sie haben sich nicht nur als Helden, sondern auch als Menschen bewährt. Sie waren unvergleichlich im Kampfe und rücksichtsvoll, sobald derselbe beendet war.
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— In Folkestone sind mehrere große Pontons angekommen, die im Stande sind, ein Gewicht von ca. 16 Tonnen zu heben, um damit, wenn möglich, die Anker, Kanonen u. s. w. des „Großen Kurfürsten" aus der Tiefe zu fördern. Die Arbeiten stehen unter der Leitung von Mr. Pullar. Die Füllung der Pontons vermittelst Luftpumpen, behufs Prüfung derselben, wurde von Seiten des Publikums mit großem Jntereffe verfolgt.
Berlin, 27. August. Stöcker ist in tausend Aengsten, schreibt der „Vorwärts." Alles will von ihm für die bankerotte „christlich-sociale Arbeiterpartei" Geld haben. Der Redacteur der selig entschlafenen „Volksmacht", M. Berendt, der von seinem „Chef" und „Verleger" Grüneberg sein Gehalt nicht vollständig bekommen haben soll, klagt gegen Stöcker, die Drucker Jhring und Fahrenholtz klagen gegen Stöcker auf Schadenersatz. Stöcker aber schreibt ellenlange Briefe, daß er kein Geld habe und daß er auch gar nicht im Vorstande sitze und deshalb auch keinerlei Verantwortung trage. Angesichts dieser That- sachen und der Bitten Stöcker's, seine „Freunde" möchten ihn doch nicht so fürchterlich anbetteln, da kein Geld mehr vorhanden sei, ist wohl die Frage am Platze, wo denn die Tausende von Thalern htngekommen sind, mit welchen Stöcker-Grüneberg immer prahlten? Und was ist aus dem Arbeiter-Jnva- lidenhaus mit seinem angesammelten Grund - Capital von 3000 Thalern geworden?
— Wie das „Mont. - Blatt" aus dem Freundeskreise des erkrankten Schulze-Delitzsch hört, hat deffen Nierenleiden einen leider nicht unbedenklichen Charakter angenommen. Der Kranke hütet das Bett, doch ist von einer würdigen Feier seines am 29. Augusts stattfindenden Geburtstages nicht Abstand genommen. Man hofft vielmehr, daß das Leiden des alten parlamentarischen Veteranen bald wieder gelindert sein wird, so daß er des schönen Festes völlig froh werden kann.
England.
London. Ein soeben auszegebenes Heft amtlicher englischer Schriftstücke enthält vier kleine Berichte des Consuls Mr. Hugh Fraser an. ben Marquis of Salisbury über die chinesische Hungersnoth. Mr. Fraser schreibt am 10. Mai aus Peking, der Zustand in den Provinzen Shansi und Honan sei noch derselbe. „Die Briefe der Missionäre", so heißt eS in der Depesche, „sind nur stereotype Berichte über dieselben schmerzlichen Scenen. Jeder erdenkliche Schrecken, den die Hungersnoth kann entstehen laffen, soll in großem Maßstabe vorkommen. Man möchte lieber hoffen, daß die Ausdehnung des Unheils überschätzt worden, wenn nicht die Zahl hilfloser Einwanderer, die man jetzt an den Thoren und in den Straßen von Peking selbst sterben sehen kann, und das ungewöhnliche Vorherrschen bösartiger Fieber in der Hauptstadt die Wirklichkeit des Unheils bezeugte. Gestern hörte ich aus guter Quelle, daß in Allem 7 Millionen Menschen der Hungersnoth unterlegen seien. Die Provinz Shansi allein soll im verflossenen Winter 5 Millionen Bewohner verloren haben. Sollte die Dürre anhalten, so wird die Provinz wahrscheinlich ganz entvölkert werden. Die Regierung, so scheint es, gibt so viel Hilfe, als sie kann; aber die äußersten Anstrengungen können nicht mehr bewirken,^als einem unter dreißig Leidenden Nahrung für einen Taz zu geben. In Shansi ist, so weit ich erfahren, dieses Jahr gar kein Regen gefallen; in Honan dagegen, wie ich vernehme, genug, um Hoffnung auf leichte Verbesierung in der Lage des Landes aufkommen zu laffen." — Am 25. Mat schreibt Mr. Fraser, etwas Regen sei in Shansi gefallen, aber nur drei Zehntel des gewöhnlichen Getreidebetrages wären gesäet worden. Zu fürchten sei, daß die Roth noch ein zweites Jahr in Shansi währen werde. Die Leute stürzten wie wilde Bestien auf einander und in Hunderten, ja Tausenden von Dörfern seien sieben Zehntel der Bevöl- kerung schon tobt. — Am 10. Juni kann Mc. Fraser berichten, baß in allen Thetlen des nördlichen China eine Menge Regen gefallen sei, so baß bie Herbstansaat stattfinben könne. Ein Theil ber Auswanderer aus Shansi, bie ben Winter über in Tientsin gelebt, sei in bie Heimath zurückgeschickt worben, ver- sehen mit einem Vorrath von Saatkorn. Der Typhus nehme ab.
Rußland.
Berlin, 28. August. Die Berliner „Volksztg." will wiffen, daß die zwischen ber Kurie unb der preußischen Regierung eröffneten Verhandlungen keinen Stillstand erfahren haben, sondern ihren ruhigen und langsamen Fortgang nehmen. Nicht nur, daß der Cardinal Fürst Hohenlohe mit nothwendi- gen Instructionen versehen ist, es verlautet auch, daß zwischen dem neuen päpstlichen Staatssecretär Nina und dem Reichskanzler ein schriftlicher Meinungsaustausch stattfindet. Es heißt, daß das ursprünglich von dem verstorbenen Cardinalstaats-Secretär Franchi entworfene Friedens-Programm Aenderungen erlitten und jetzt versucht wird, eine auf anderen Grundlagen beruhende Vereinbarung zu Stande zu bringen, um der hervorgetretenen Schwierigkeiten Die Verhandlungen werden ziemliche Zeit in Anspruch
Telegraphische Depeschen.
Waguer'« telegr. Gorresp-ndeuz-Bmeea».
Berlin, 29. August. Das Staatsmintfterium hielt heute Mittag eine Sitzung zur Erledigung mehrerer laufenden Angelegenheiten. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, die Meldungen der Blätter von Sitzungen des Staats- Ministeriums im September behufs Berathung von Vorlagen für die bevor- stehende Session beruhen auf Vermuthung. Ebenso sei die immer neu auftauchende Nachricht irrig, daß dem Reichstage außer dem Socialistengesetze noch andere Vorlagen zugehen würden.
Wien, 29. August. Ein Streifcommando von Serajewo unter dem Befehl des Generalmajors Kopfinger traf bereits am 25. d. bei Han Pod Romanja und Glastnac ein. Die Insurgenten zerstreuten sich bereits Nachts vorher überall hin, meistens nach Hause. Ein Haufe flüchtete nach Rogatica. Bei demEtappencommando in Blaznt ergaben sich am 26. b. ein Jusbaffa und 32 Redifs mit 2 Gebirgs-Kanonen. — Von der 36. Truppendiviston sind die ersten Abteilungen bei Banjaluka, von der 4. Truppendiviston ist die Täte bei Brood eingetroffen.
München, 29. August. Der seitherige Forstmeister der Oberpfalz und Regensburg, Hermann Fürst, wurde zum Director der neu organistrten Forstlehranstalt Aschaffenburg berufen.
Berlin, 29. August. Die National-Liberalen des 1. Berliner Wahlkreises beschlossen gestern, v. Stauffenberg als Candtdaten aufzustellen. Die Fortschrittspartei deffelben Wahlkreises beschloß, Ludw. Löwe aufzustellen. Eine Versammlung national-liberaler Wähler des II. Berliner Wahlkreises beschloß gestern mit 165 gegen 101 Stimmen, ein Compromiß mit der Fortschrittspartei nicht einzugehen, sondern selbständig einen Kandidaten aufzustellen.
Gastein, 29. August. Die Bäder bekommen dem deutschen Kaiser wie in früheren Jahren so gut, daß dieselben seit gestern bereits auf die Dauer von 20 Minuten ausgedehnt werden konnten. Die erfrischende Alpenluft begünstigt bei der guten Witterung die Reconvalescenz ungemein.
Pesth, 29. August. Das „Amtsblatt" veröffentlicht eine von dem ge- sammten Cabtnet contrasigntrte allerhöchste Verordnung, wonach einzelne Truppen der 83. (Honved) Infanterie-Brigade während der Besorgung des internen Sicherheitsdienstes im Grenzdistricte zeitweilig auch außerhalb der Grenzen der ungarischen Kronländer verwendet werden können.
New-Aork, 28. August. Seit der letzten Meldung sind am gelben Fieber weitere 220 Personen erkrankt und 57 gestorben. In New-Orleans selbst wurden 80 neue Fälle constatirt.
Berlin, 29. August. Die Reichsbank hat ihren Discont auf 5 unb ihren Lombarbzinsfuß auf 6 pCt. erhöht.
Konstantinopel, 29. August. Mukhtar Pascha ist als außerordentlicher Commiffär wahrscheinlich aber zur Uebernahme des Civil- und Militär- Gouvernements nach Kreta abgereist. — Das Project der internationalen Rhodope-Commission, einen gemeinschaftlichen Bericht zu erstatten, ist an der Weigerung der Delegirten Deutschlands, Oesterreichs, Italiens und Rußlands, den gemeinsamen Bericht zu unterzeichnen, gescheitert. SS verlautet, die Delegirten Englands und Frankreichs werden besondere Berichte erstatten. Der britische Botschafter Layard drängt die Pforte wegen Reformirunz ber Gensdarmerie.
Semester 1878—79 in ben fünf Fach - Abteilungen ber Großh. technischen Hochschule zu Darmstadt gehalten werden.
2. Dienstnachrichten. Am 5. August wurde dem Schulamts-Aspiranten Wilhelm Schultheiß aus Einartshausen die Gemeinde-Schulstelle zu Götzen übertragen, am 9. August wurde dem Johs. Dingeldeiu aus Reichelsheim i. O-, dermalen zu Offenbach, das Patent als Geometer 2. Klaffe für den Kreis Offenbach erteilt.
3. Charakterertheilungen.
4. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Pfarrstelle zu Ostheim. Dotationsmäßiger Gehalt 2863 at; die evang. Pfarrstelle zu Meiches. Dotationsmäßiger Gehalt 1684 <X Das Präsentationsrecht zu dieser stelle steht den sämmtlichen Riedesel Frhrn. zu Elsenbach zu; die evang. Pfarrstelle zu Treis a. d. Lda., mit welcher die Gemeinde Sichertshausen als Ftlial verbunden ist. Dotationsmäßiger Gehalt 2038 JL; die evang. Pfarrstelle zu Affenheim. Dotationsmäßiger Gehalt 1441 «X Das Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grafen zu Solms-Rödelheim zu; die evang. Pfarrstelle zu Hahn mit dem Diakonate Pfungstadt. Dotationsmäßiger Gchalt 1979 «X; drei Lehrerstellen an den städtischen Schulen zu Darmstadt mit einem Anfangsgehalt von 1371 43 H; zwei Lehrerinnenstellen an den städti
schen Schulen zu Darmstadt mit einem Anfanzsgehalt von 1115 <X; die Ge- meinde-Schulstelle zu Offenthal mit einem Gehalt von 771 «X 43 H. Dem Herrn Fürsten zu Isenburg - Birstein steht das Präsentationsrecht zu; die Gemeinde-Schulstelle zu Steinberg mit einem Gehalt von 685 <X 71 H. Das Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grafen zu Stolberg-Roßla- Ortenberg zu.
5. Sterbefälle. Gestorben sind: am 18. April der Hofchorist i. P. Ludwig Michel zu Beffungen; am 3. August der Schullehrer Philipp Joseph Dornrnerque zu Groß-Steinheirn.
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