Ausgabe 
31.7.1878
 
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$<> SZL. Mittwoch, den 31. Juli 1878.

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NtdactionSd«re«tt»r Gartenstraße B. 165.

SxpeditionSburea«r Schulstraße B. 18.

Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährttch 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher Theil. Bekanntmachung.

Betreffend: Die Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Saasen.

Die Wahl von drei Sachverständigen mit drei Stellvertretern zur Vollzugscommission für die Zusammenlegung der Grundstücke in der Gemarkung Saasen soll Montag den S. August l. I. auf dem Großh. Bürgermeisterei-Bureau zu Saasen vorgenommen werden. Hierzu werden die Wähler her dritten Abtheilung, zu welcher diejenigen Grundbesitzer gehören, die ein Steuerkapital von den bei der Zusammenlegung betheiligten Grundstücken bs zu 50 Kreuzern einschließlich besitzen, auf die Stunde von 9 bis 10 Uhr Vormittags, die Wähler der zweiten Abtheilung, d. h. diejenigen, welche ein solches Steuerkapital von 51 Kreuzern bis 6 st. 3 kr. haben, auf die Stunde von 1011 Uhr Vormittags, und die Wähler der ersten Abtheilung, denen ein solches Steuerkapital von 6 st. 4 kr. und darüber zusteht, auf die Stunde von 1112 Uhr vormittags, alle drei Abtheilungen aber bei Meidung späterer Nichtberücksichtigung ihres Stimmrechtes und unter dem Anfügen eingeladen, daß, wenn die Wahl in diesem Termine nicht zu Stande kommt, die Ernennung der Sachverständigen durch uns erfolgen wird.

Jede Abtheilung hat einen Sachverständigen und einen Stellvertreter desselben mittelst dieselben bezeichnender Stimmzettel zu wählen. Es empfehlen sich zu diesem Amte solche Männer, welche als tüchtige Landwtrthe anerkannt sind und die Rechts- und Verwaltungsformen, die geometrischen, technischen und wirthschaftlichen Rücksichten zu handhaben verstehen, auch das volle Vertrauen der Unpartheilichkeit genießen.

Die Stimmberechtigten sind befugt, auch bei der Zusammenlegung Betheiligte, denen sie ihr Vertrauen schenken, zu wählen. Bei persönlicher Betheiltgung derselben wird jedoch deren Stellvertreter zugezogen.

Die drei Abtheilungslisten, welche nach stattgefundener Offenlegung, wobei keine Reclamationen erhoben wurden, gemäß unserer Bekanntmachung Dom 4. Juli I. I. (Anzeiger Nr. 158) als feststehend zu betrachten stnd, können auf dem Amtszimmer der Großherzoglichen Bürgermeisterei Saasen ein- gesehen werden.

Gießen, den 24. Juli 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann.

Dekanatssynode.

Montag den 5. August wird die diesjährige Synode ves Dekanats Gießen in der Stadtkirche zu Gießen'ahgehalten. Anfang des Gottesdienstes präcis 9 Uhr, Anfang der öffentlichen Verhandlungen um 10 Uhr.

Lang-Göns, den 29. Juli 1878.Strack, Dekan.

politisch

* Aur allgemeinen politischen Lage.

Wie das vom Sturm zerwühlte Meer nicht unmittelbar nach Eintritt fctr Windstille vollständig zur Ruhe kommt, sondern seine Wellen noch lange nachher umherwirft, so zittert auch in Europa trotz Beendigung des orientalischen Krieges die durch denselben erregte Unruhe noch einige Zett nach. Die Aus­führung des Berliner Frtedensvertrages, welcher keine der streitenden Parteien ganz befriedigt hat, vielmehr das Resultat allseitiger Compromiffe ist, bereitet begreiflicher Weise mannigfache Schwierigkeiten. Noch ist es Oesterreich nicht gelungen, sich mit der Pforte über die Modalitäten der ihm vom Congreß übertragenen Occupation Bosniens und der Herzegowina zu verständigen. Noch weniger Lust hat die Pforte, den Beschlüßen des Congreffes entsprechend, den verhaßten Griechen einen Stegespreis tn den Schooß zu werfen, den sie nur auf dem Wege der Hinterlist errungen. Die lateinischen Mtttelmeermächte wollen fih endlich noch immer nicht damit zufrieden geben, daß sie beim Berliner Weden leer ausgegangen sind, während das perfide Albion sich im Geheimen bei Löwenantheil zu sichern verstanden. In Italien zumal kommt der Neid (aber Oesterreichs Erwerbungen hinzu und droht den Agitationen der republikani- slbeil Partei zur Befreiung der bisher noch unter österreichischer Herrschaft befindlichen Landstriche eine Ausdehnung zu geben, welche die zwischen beiden Negierungen bestehenden guten Beziehungen ernstlich gefährdet.

Wir wollen die Schwierigkeiten der Situation, wie sie sich aus dem raschen Friedensschluß ergeben hat, keineswegs unterschätzen, glauben die Ueber- «indung derselben aber doch im Vergleich mit der riesigen Aufgabe, die der Songreß zu bewältigen hatte, als ein bloses Kinderspiel bezeichnen zu dürfen. Die Hauptsache ist jedenfalls, daß die Türkei durchaus bereit scheint, die Bestimmungen des Frtedensvertrages Rußland gegenüber zur Ausführung gu bringen hat sie doch soeben schon die Festung Schumla den Ruffen über­geben! und daß Rußland zu dem von England mit Cypern verübten bösen Spiel gute Miene macht. Diese beiden Mächte haben zudem so viel damit zu chn, sich tn die neu errungene Stellung etnzuarbetten, daß sie gern ihren Ein- auf die übrigen Mächte geltend machen werden, um die erwünschte Ruhe allinähltg herzustellen. Die Pforte wird sich ihrerseits wohl hüten, Oesterreich Bei der Ausführung des ihm vom Congreß gewordenen Auftrages thätlichen Widerstand zu leisten und England wird in Konstantinopel um so nachdrücklicher auf Gewährung der griechischenGrenzberichtigung" dringen, als es dadurch len Wünschen seiner Rivalen im Mittelmeer Rechnung trägt; es wird sich überhaupt Frankreich und Italien durch freundliches Entgegenkommen möglichst zu nähern suchen, um deren Eifersucht und Mißmuth zu beschwichtigen. Schließ­lich werden sich auch die heißblütigen Italiener wieder beruhigen, wenn sie die llkberzeugung gewinnen, daß sie Oesterreich gegenüber mit bloßen Worten nichts auSzurichten vermögen.

Die Thatsache, welche den friedlichen Character der gegenwärtigen Situation am klarsten in's Licht stellt, ist die gleichzeitig in Deutschland und tn Oesterreich

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erfolgte Aufhebung des seit Ausbruch der orientalischen Wirren bestehenden Pferdeausfuhrverbotes. Ohne Zweifel wird diese Maßregel auch nicht verfehlen, auf die Geschäftswelt beruhigend und ermuthigend etnzuwtrken und so zur Förderung des allseitig ersehnten wirthschaftlichen Aufschwungs betzutragen.

DeutMand.

Darmstadt, 26. Juli. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beil. Nr. 19) enthält:

1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Ab­änderung der Statuten der Bank für Handel und Industrie betreffend.

2. Bekanntmachung deffelben Ministeriums, die Bestätigung von Stiftun­gen und Vermächtnissen betreffend.

3. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Justiz, die Ver­größerung des Familien-Ftdetcommtffes des Herrn Grafen zu Stolberg-Roßla- Ortenberg betreffend.

4. Bekanntmachung Großherzoglichen Ober-Consistoriums, die Ergebniffe der Verwaltung der allgemeinen geistlichen Wtttwenkaffe vom Jahre 1876 betreffend.

5. Uebersicht der für das Jahr 1878 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israe­litischen Religions-Gemeinden des Kreises Worms.

6. Ordensverleihungen.

7. Dienstnachrichten.

8. Ruhestandsversetzungen.

9. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Pfarrstelle zu Nieder- Moos. Dotationsmäßiger Gehalt der Stelle 2380 M. Das Präsentations­recht steht den sämmtlichen Riedesel Frhrn. zu Eisenbach zu; eine Lehrerstelle an der Stadtmädchenschule zu Gießen mit einem Anfangsgehalte von 1120 M; eine Lehrertnnenstelle an den städtischen Schulen zu Mainz mit einem Gehalte von 1114 29 H; die evang. Schulstelle zu Groß-Steinheim mit einem Ge-

halte von 900 M.; die vierte Gemeinde-Schulstelle zu Wieseck mit einem Ge­halte von 900 M; die Gemeinde-Schulstelle zu Gelnhaar mit einem Gehalte von 685 M 71

Mainz, 27. Juli. Die Wilhelms-Spende beträgt in unserer Stadt 1644 Jt. 78 zu welcher Summe 4024 Personen beigesteuert haben.

Mainz, 27. Juli. Nach demMainzer Journ." soll bei den hier zur Uebung sich aufhaltenden badischen Pionieren der Typhus ausgebrochen sein. 64 Mann dieser Truppen lägen bereits im Militär-Lazareth.

Berlin, 25. Juli. DieGermania" gesteht an der Spitze ihres Blattes zu, daß neue Verhandlungen zwischen dem Vatican und Deutschland schweben, und ruft den Ultramontanen zu:Selbst wenn die Concessionen des Papstes uns für den Anfang und auf den ersten Blick als zu wett gehend erscheinen sollten, würden diese Zugeständniffe doch zum Heil der katholischen