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Der neue Reichstag würde durch seine Zusammensetzung die zukünftige Tat- Wickelung des deutschen Reiches schwer gefährden, wenn die Verhandlungen zwischen Bismarck und dem römischen Stuhle zu einer Art Ausgleich fuhrim, der einen großen Thetl des Centrums zu einem Uebergang in das Lager M
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Wilde
DeutscheRetchs- partei
Deutsch-Conser- vattve
i Die Zusammenstellung des Reichstages.
Die Zusammenstellung des Reichstage- läßt sich jetzt genau b-urth-ll.n, unsere List- kann aus Lorrectheit Anspruch machen. Zw-> 'lh°ft 'st d - Par «. stelluna bei einzelnen Abgeordneten, tue in der Regel als fretconseroativ bezeich- net, zuwellen aber auch den Natioual-Liberaien zuger.chn.t werden. D-rganj. Anhang Treitschke's, mit Ausnahme dieses Abgeordneten selber, ist bet dm Rational^b^si (n Langensalza - Mühlhausen für Friede n th al, in Stettin für Delbrück; — in beiden Kreisen scheint em un Aus gang zwei- felhafter Kampf zwischen E°nser°ati° und^ National. Lib-i-l• für Bennigsen in Holzminden-Gandersheim, wo jede^alls v., Stauffen. b-ra gewählt wird und für H änel und Kl Utz in B.rl.n I und U, tro wahrscheinlich die Sitze der Fortschrittspartei verbleiben.
Definitive Wahlergebnisse:
Wagner'- telegr. Gorresp-udenz - Bureau.
Berlin, 28. August. Die Auswechselung der türkischen RaUfications- Urkunden des Berliner Vertrags hat heute im Palais des Reichskanzlers stattgefundem Corresp." meldet aus Konstantinopel
von he^e Die Pforte hat sehr ungünstige Nachrichten über die Ausschreitungen der albanesischen Liga in Prizrend erhalten. Letztere treibt nicht nur die mohamedanische Bevölkerung zur Erhebung, sondern verleitet auch reguläre türkische Truppen zum Abfall von ihren Fahnen und> zum Uebertritte zu den Aufständischen. In den an Novtbazar grenzenden Dlstrlcten herrscht große Aufregung - Die der Rhodope-Commission angehörigen Vertreter Deutschlands, Oesterreichs und Italiens verweigern angeblich die Unterzeichnung des FawceEerlchts. Die „Prov.-Corresp." bestätigt, daß im Aus
wärtigen Amte heute die Auswechselung der Ratifications-Urkunden,des Berliner Vertrags unter den Bevollmächtigten der betheüigten Mäckte stattfindet.
Athen, 27. August. Türkische Soldaten haben die Grenze verletzt und Gewalt verübt. Die griechische Regierung hat dagegen Protest eingelegt. Dieselbe wird eine Commission zur Feststellung der Grenze ernennen und die Pforte einladen, eine gleiche Commission einzusetzen.
Wien, 28. August. Gestern sind vom Occupations-Lchauplatze kerne weiteren Nachrichten eingelaufen. Die 20. Division (Szapary) berichtete, ’ frühere Meldungen ergänzend, daß ihre Verluste bet Doboj am 23. d. 4 Todte und 15 Verwundete, am 26. d. 2 Todte und 21 Verwundete betragen haben und daß von den Verwundeten seither 3 Soldaten ihren Wunden erlegen sind.
London, 28. August. Der „Times" zufolge geht demnächst behufs Regelung der Grenzfragen eine chinesische Mission nach Petersburg ab. - Ein Leitartikel der „Times" führt aus, daß England niemals wieder eine türkische Anleihe garantiren oder deren Aufb ingung unterstützen werde. Die Vermischung der finanziellen Verlegenheiten der Türkei mit Politik und der englisch-türkischen - Convention erscheine schlechterdings unzulässig.
SRom, 28. August. Gegenüber der Nachricht von der Initiative Jta- taliens und Frankreichs in der griechischen Grenzfrage erklärt die „Italic", der t Berliner Vertrag sei das Collectivwerk der Mächte. Keine könne vereinzelt f vorgehen und sei stets eine gemeinsame Action nöthig. — Dem „Diritto" zu- } folge ist der italienische Consul in Rustschuk, de Gubernatis, zum Delegirten c der Commission zur Unterstützung des russischen Commisiärs bei der Verwaltung ' Bulgariens, der italienische Dolmetscher in Konstantinopel, Vernoni, zum Delegirten der Commission für die Reorganisirung Ostrumeliens ernannt wordem — Der Kriegsminister Bruzzo ist nach Monza gegangen, um an der Seite des Königs den großen Manöoern beizuwohnen.
Paris, 28. August. In der heutigen Sitzung der internationalen Münz- conferenz sagte der amerikanische Delegirte Fentow, die Vereinigten Staaten hofften, wenn auch nicht eine günstige Entscheidung, so doch wenigstens einen Meinungsausdruck, welcher eine solche Entscheidung für spater hoffen laffe. Es wurde sodann eine Formel für die Antwort an die Vereinigten Staaten vorgelegt. Grosbeck beantragte darauf Vertagung der Sitzung auf morgen, was an- genommen^wurde Die Mehrzahl der fürstlichen Hochzeitsgäste ist
abgereist. — Das Sociallften-Gesetz ist, im Wesentlichen dem Ausschuß-Antrage conform, vom Bundesralh einstimmig angenommen worden. Zwei Staaten haben sich der Abstimmung enthalten. _______
L o f a 1 = 91 o ti z.
Gteßen, 29. August. Auf dem Schtetzstand der 3. Camp. des hiesigen Regiments wurde aeftern eine römische Graburne ausgegraben. In derselben fanden sich noch diverse Knochenreste an welchen Herr Prof. Kehrer den Körper eines 10jährigen Menschen constattren konnte. Die Urne selbst ist mit Ausnahme des oberen Randes sehr gut erhalten. Wie uns mitgetheilt worden, soll dieselbe dem hiesigen Verein für Alterthumskunde überwiesen werden, welcher Verein dann auch vielleicht Gelegenheit nehmen wird an der Fundstelle weitere Ausgrabungen vornehmen zu.lassen. Wir hoffen in nächster Zett Ausführlicheres über die Urne selbst und das Alter derselben bringen zu können. _____—
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Ostpreußen Westpreußen Brandenburg Pommern Pofen Schlesien Sachsen Schleswig-Holstein Hannover Westfalen Heffen-Naffau Rheinprovinz
Preußen Bauern Sachsen Württemberg Baden Großh. Heffen Klein-Staaten Elsaß-Loihriugen Deutschland
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stünd-n; daß beten Zahl täglich wach!- unb baß sie sich 00n ®?ä‘?nb
gute Schießwaffen nebst anderer Unterstützung erbitten. D.eje von 104 V -
««“neu «ÄetfÄ äÄxiVÄS v^n dm Türken seit lange schon in Batum aufgehäuft; -ürk.sch- Dampfer bringen Waffen und Pferde an's Land; die Bevölkerung ist tapfer, gegen die Rusten auf's äußerste erbittert und diese thäten gut, sich auf einen Kampf vor- ^ibereit^n, wie sie ihn ^früher gegen die Tfcherkeffen führen mußten.
Telegraphische Depeschen.
Vermischte-.
Dsrmstadt, 26. August. Von vielen Otten des Rheins, wie Mainz, Kostheim, Bingen, Bacharach rc. rc. wird das Nieder fallen eines Wolkenbruchs am Abend des 24. d. Mts. gemeldet, welcher furchtbare Verheerungen angerichtet habe. In Heimbach sind unter dem Druck der Wassermassen 2 Häuser eingestürzt und eine Menge Haus- mobtlien in den Rhein getrieben. Bahndämme wurden beschädigt und nur wenig Obst blieb an den Bäumen hängen. In Boppard wurden 2 Ohm Wein geländet. Au^ Backarach schreibt man über daS Unwetter: Drei volle Stunden hielt dasselbe an und die Fluteo überschwemmten die Straßen und Gassen in kurzer Zeit. Die Schloffen in Dicke eines Tauben-Etes zerstörten viele'Sciaten und F üchte und machten die Hoffnung manchen Winzers auf eine gute Wein-Erndte zu Schanden.
- Ein amerikanisches Blatt enthält folgende Anzeige: Wenn Charles Feanken- berger sich bet Herrn Samuel Stern, Paradies Street, Liverpool meldet oder an ihn schreiben will, wird er eine erfreuliche Kunde vernehmen. Seine Frau lebt nvtt nuqr.
Es tst^ine^mbestrittene Thatsache, das, sehr häufig Krankheiten nur dcsbalb einen tobt UÄcn Ausgang nehmen, weil zu spät die richtigen Mittel dagegen angewendet werden. Um das Publikum auf die durch Vernachlässigung entstehenden Gefahren aufmerksam zu machen sind zahlreiche populär-medieinische Bücher geschrieben, keines vavon aber hat eine io enorme Verbreitung gefunden, als das in 105. Auflage erschienene, reich illuftrirte, vorzügliche Buch: ,,Dr. Airy's Naturheilmethode". — Der Kranke findet in demselben in leicht verständlicher Weise die meist- vorkommenden Krankheiten besprochen, die bestgeeigneten Mittel dagegen angegeben uud außerdem als Beweis für die außerordentlichen Heilerfolge zahlreiche Original-Dankschreiben dann av- gedruckt — Wir können dies in Richter'« Verlags-Anstalt 'zu Leipzig erschienene, 544 Seiten starke, nur 1 Mark kostende vorzügliche Werk allen Kranken dringend empfehlen.
Reichskanzlers veranlaßt.
Im Reichstage gehören: zur grundsätzl. Opposition:
Polen u. Dänen 15
Centrum und
Welfen 104
Els.-Lothr. excl.
Autonomiften 10
Zuf. 138
Bei den meisten bedeutenderen Regierungsvorlagen wird die Oppofti'« in der Fortschrittspartei und in dem linken Flügel der Natlonal-Liberaln liegen. Die Entscheidung liegt keineswegs bei Treitschke und derjenigen 2» bis 30 Abgeordneten, die noch heute sich der Flagge des Natlonalliberalisnc! bedienen, obschon sie gewillt find, dem Reichskanzler nichts zu versagen, sott? er mit seinem Abgang oder mit einer neuen Auflösung droht.
Was geschehen wird, wagen wir nicht vorauSzusagen. Die Rede, welche ya v. Bennigsen dieser Tage in Kreiensen zur Empfehlung der Stauffenberg'schen W* didatur gehalten hat, ist so diplomatisch, daß man über die Absichten dieses * der Entscheidung über die Zukunft der national-liberalen Fraction vtellria maßgebenden Mannes durchaus im Dunkeln bleibt.
Die Elementarereiguiffe vom 23. uud 26. August.
Die Erd erschütterung vom Montag, über die bereits mehrfach berichtet n>urtx, M sich über ein weiteres Gebiet erstreckt zu haben, als anfangs vermuthet wurde. Nach den » herigen Meldungen hat sie sich von Norvm nach Süden, etwa in der Gegend ver Ruhr btgtmd das ganze Rheinthal entlang bis in die Umgebung von Mainz bemerkbar gemacht; wenM liegen aus südlicheren Bezirkm einstweilen noch keine Nachrichten vor. Hin wur» du r» wegung um 9 Uhr 6 Min. Morgens verspürt ; die frühesten Meldungen vom «Oderrhe», £ Uhr als Zeit des Beginnens an. Der Verlauf auf der angedeuteten Strecke beträgt» nach etwa eine halbe Stunde. Am intensivsten scheint der Stoß in Köln empfunden roortmi sein. Der „Kölnischen Zeitung" entnehmen wir noch btt nachfolgende Schilderung, bt< # scheinungen constatirt, wie sie seit Menschengedenken nickt wahrgenomme« worden sind: Vormittag wurden die Bewohner unserer Stadt durch ein von Westen nach Osten g®«1 Erdbeben in Angst und Schrecken versetzt. Es mochte etwa 3 Minuten vor 9 fern. 1 sich plötzlich ein Beben und wellenförmiges Leben und Senken des Bodens bemerklich das sich mehr und mehr steigerte, so daß die Gebäude in ein heftiges Schwanken geriethen. den Zimmern machten Tische, Stühle, Betten, Offen u. s. w. ein. tanzenve V.wegung, , stark wurde, daß die auf denselben stehenden Figuren aneindeffchlugen und sogar umM>- Ja, von mehreren Seiten wird uns berichtet, daß Oefen und andere Gegenstände zur «rde ! oder daß auf den Stühlen und Tischen sitzende Personen mit Heftigkeit auf und nieder w* - wurden. Viele behaupten, es fei ihnen dabei wie ein electrischer Strom in die Veme gti^ I und sie hätten ein Gefühl empfunden, als würde ihnen der Boden unter den Fußen enV > und als befiele sie ein starker Schwindel. In manchen Häusern wurden auch die Tyurs*- r in Bewegung gesetzt, auf dem Dom soll das kleine Glöckchen mehrere Male angeschlagen jo" 1 In einzelnen Wohnungen standen auch die Pendel der Hausuhrm still. Gegen Ende der' - schütterunq, die 7—8 Sekunden anhielt, vernahm man ein dumpfes, einem fernen Donner - , Uches Rollen. Nach dem Stoße stürzte sofort Alles aus dm Häusem auf die Straßen, J sah man an einzelnen Stellen Dachschiefer und Kaminsteine, welche herabgeschleudert xtc
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