Ausgabe 
30.3.1878
 
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1878

Samstag den 30. Marz

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Anreize- und AsisdM sie den Kreis Gießen

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS

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Hinterbliebenen.

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Maybach in Audienz.

London, 28. März, Nachm. 2J/4 Uhr. Der Cabinetsrath wurde heute

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Srmgerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

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Wt . . . tn V, . mereigns -eriales ff. 10-Stücke

Solb .

Telegraphische Depeschen.

Privat-Depesche deS Gießener Anzeigers.

London, 29. März. (Unterhaus). Kriegssecretär Hardy erklärte: Die Einberufung der ersten Armeereserve und Milizreserve sei nothwendig. Die diesbezügliche Königliche Botschaft werde dem Hause wahrscheinlich am Montag zugehen. Sodann würde eine Proclamation erfolgen, welche alle diejenigen Reserven einberuft, welche erforderlich sind um die Zahl der Armeereserve erster Klaffe auf ungefähr 13000 und die der Milizreserven zwischen 25000 bis 26000 Mann zu bringen. Die Vereinigung der Miliz mit der Armee erfolge erst dann, wenn die Expedition nach dem Ausland gehe.

Wagner'« telegr» «orrespondenz-Bureau.

Berlin, 28. März. Die Abendzeitungen bestätigen die bereits erfolgten Ernennungen von Hobrecht's zum Finanzminister und Maybach's zum Ha'-dels- minister; Se. Majestät der Kaiser empfing gestern Hobrecht sowohl, wie auch

Rußland.

Petersburg, 27. März. DieAgence Russe" bezeichnet ein hier umlaufendes Gerücht, wonach England Rußland den Krieg erklärt haben sollte, für durchaus unbegründet. Sie bemerkt weiter, was den Vorschlag der aus­wärtigen Presse anlange, daß Rußland diejenigen Bestimmungen des Friedens­vertrages, welche es als indiscutabel ansehe, von der Vorlegung an den Con- greß osficiell ausnehmen solle, so sei es wenig wahrscheinlich, daß das beabsichtigte Resultat damit erreicht werden würde. Außerdem sei zu beachten, daß Rußland viel weiter gehe, da es doch die Discusfion aller Bestimmungen des Friedensvertrages auf dem Congreffe zulaffen wolle.

KedactionSbureaur Gartenstraße B. 165.

ExpeditionSbirrean: Schulftraße B. 18.

?lU bnS ein Congreß ohne Englands Theilnahme zusammentreten sollte, ist nicht anzunehmen, schon weil Frankreich, welches nur widerwillig auf die Con- greßidee eingegangen war, das Fehlen Englands mit Freuden als Vorwand benutzen wird, um sich ebenfalls fern zu halten. Wozu überhaupt »och ein gonatefe, weiui die beiden wichtigsten Mittelmeer-Mächte sich nicht an demselben brlheiligen ? Braucht doch die Einigkelt der übrigen Großmächte nicht eist auf einem Congreß constatirt zu werden! Es stellt sich nämlich immer klarer heraus, daß Oesterreich keine Lust hat, sich um des Friedens von St. Stefano wellen mit Rußland zu Überwerfen. Die russische Regierung W nicht an, alle ihr irgend möglichen Concessionen zu machen, um sich Oesterrelchs Freund- ichafl auch fernerhin zu sichern, und dem gewandten Unterhändler Jgnatieff, der soeben in Wien eingetroffen ist, wird es ohne Zweifel gelingen das alte @mDernebmen zwischen beiden Mächten wieder herzustellen. Deutschland ist selbstverständlich in diesem Bunde der Dritte. Italiens freundschaftliche Stellung zu den Drei-Kaiser-Mächten ist unverändert geblieben. Frankreichs Jntereffe endlich Uegt Angesichts der bevorstehenden Eröffnung der Pariser Weltausstellung zu sehr in der Fortsetzung feiner bisherigen Enthaltungs- und Friedenepolitik, als daß es den Ausbruch eines kriegerischen Couflictes befördern oder sich sogar eventuell an demselben betheiligen sollte.

Worb dürfen wir freilich die Hoffnung nicht aufgeben, daß es den Ver­mittlungs-Bemühungen der deutsche» Regierung gelingen werbe, einen ft eb«

sichen Ausgleich zwischen Rußland und England zu Stande zu bringen. Gluck- licherweise können wir aber für den Fall, daß es zwischen beiden zu einem blutiaen Austrag ihrer Differenzen kommen sollte, bet der oben geschilderten Sagender Dinge mit einer an Gewißheit grenzenden Wahrscheinlichkeit anneh- nun, daß England bann seinem Gegner allein gegenuberstehen wird nicht einmal die Türkei dürfte es In diesem Falle auf seiner Seite haben da die Möglichkeit eines neuen Krieges zwischen ihr und Rußland nach den freut b- schaftliche» Besuchen, welche sich Großfürst Nikolaus unb ber Sultan soeben abgestattet haben, ausgeschlossen scheint. Ein Zweikampf zwischen Englanb und Rnßlanb hat für Deutschlanb nichts Schreckhaftes und wirb zubern halb genug sein Ende finden. ---

gang: Alt-Wiedermvs, Beundkhos, zu 93ütingtn) ; Büdingen (Zugang : Alt- WiedermuS, Beundebof, von Altenstadt); Grünbrrg (Abgang: Allertshaukn, Elimbach, zu Gießen II) ; Deisfeld, zu Homberg; Herbstein (Abgang: Tir- lammen, Rudlos, zu Lauterbach); Homberg (Zugang : Bernsfeld, von Grün­berg ; Abgang: Arnshain, Bernsburg, Heinertshausen, zu Alsfeld); Hungen (Abgang :' Röthges, zu Laubach) ; Laubach (Zugang : Röthges, von Hungen) ; Lauterbach (Zugang: Dirlammen, Rudlos, von Herbstein; Udenhausen, i on Alsfeld); Vilbel (Abgang: Steinbach, Steinbacher Haidewald, zu Offenbach).

Berlin, 27. März. In der heutigen Abendsitzung dts Abgeodneten- hauses wurde die Specialdebatte über die Vorlage, betr. den NachtragS-Eiat, fortgesetzt. Abg. Richter (Hagen) sprach gegen die Vorlage. Minister Friedtn- tbal rechtfertigte speciell die Vereinigung der Domänen und Forsten mit dem landwirtbschaftlichen Ministerium. Abg. Sckellwitz für die Vorlage, v. Sckor- lemer Alst gegen dieselbe, obwohl er principiell für Überweisung der Domänen und Forsten sei. Capitel 4a wird darauf abgelehnt und damit auch die mue Reffortirung der Domänen und Forsten. Tas Capitel über Errichtung eines Eisenbabn-Mmisteriums wird ebenfalls mit großer Majorität abgelehnt, nach- Cent Braun gegen dieselbe gesprochen hatte. Der Gehalt eines Vicepräsideuten des Staatsministeriums wird ohne Debatte genehmigt. Schluß der Sitzung 10i/2 Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag Abend. Tagesordnung: dritte Be- rathung des Nachtrags-Etats.

Frankreich.

Versailles, 27. März. Die Budget-Commission der Deputirten- kammer beschloß die von dem Senate wiederhergeflellten Credite pure abzuleh- neu, Gambetta und Floquet werden die Regierung in Betreff dieses Ueber- griffes des Senats in Budgetsachen interpelliren und eine Tagesordnung beantragen, worin erklärt wird, daß der Senat, da ihm keine Initiative bei der Budgetberathung zustehe, auch nicht das Recht habe, von der Kammer ge­strichene Credite wiederherzustellen.

England.

London, 27. März. DieTimes" meldet aus Pera vom 25. d.: Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Rußland wurden durch die Ernennung Nelidoff's zum Geschäftsträger erneut. DerDaily Telegc." meldet aus Pera vom nämlichen Tage: Die russische Infanterie und Kavallerie wurde von Rodosto nach Derkos beordert.

Italien.

Nom, 27. März. An Stelle Cairoli's wurde heute Farmt mit 174 Stimmen zum Präsidenten der Kammer gewählt. Letztere setzte sodann die Be- rathuug des Handelsvertrags mit Frankreich fort. Der Papst empfing heute den bayerischen Gesandten, Grafen v. Paumgarten, der feine neuen Beglaubi­gungsschreiben überreichte.

nerzliche Nachricht erfolgten Ableben _ Grossmutter und

* Zur allgemeinen politischen Lage.

Die Situation ist augenblicklich wieder sehr ernst. Die Aussichten auf ten Congreß, dessen Zustandekommen vor acht Tagen noch so sicher schien, daß jchon der Tag seines Zusammentritts osficiös angegeben wurde, find im Laufe der letzten Woche so trübe geworden, daß man ihn fast allgemein als gescheitert ansieht. Rußland hält es mit seiner Ehre unverträglich, den ganzen Friedens­vertrag von St. Stefano, wie England es verlangt, dem Congreß förmlich zur Tiscrljsion vorzulegen, und da England auf seiner Forderung unabänderlich besteht, so scheint ein Conflict unvermeidlich. Hinter dieser Formst age verbirgt sich nämlich der game Gegensatz, welcher zwischen beiden Mächten in ihren orientalischen Jntereffen obwaltet, und das instinctive Gefühl, daß derselbe auf friedlichem Wege nicht geschlichtet werden kann. England sieht seine ganze Machtstellung im Orient durch die gewaltigen Siege Rußlands in Frage ge­stellt und empfindet die Verringerung seines Ansehens um so tiefer, da sich in Ostindien in Folge der türkischen Niederlagen eine allgemeine Bewegung gegen bie englische Herrschaft kundgibt. Das Schlimmste ist, daß sich Russen und Engländer bei Konstantinopel und Gallipoli noch immer bis an die Zähne ge­rüstet einander gegenüberstehen und England ebensowenig gewillt ist, seine Kriegsschiffe aus dem Marmara-Meere und der Dardanellenstraße zurückzu- uehen, wie Rußland seine Truppen aus der Umgegend von Konstantinopel zu- i rückzuberusen. Bringt man tazu noch die starke Gereiztheit der Volksstimmung * iU Unschlag, welche in beiden Ländern herrscht, jo muß man zu der Ansicht komme»', es bedürse nur eines geringfügigen Anlasses, des Funkens irgend eines :unerwarteten Ereignisses", um das offenstehende Pulverfaß zur Explosion

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den 28 März 1878:

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ervorstellung.

Deutschland.

Aus Hessen, 27. März. Wädrenb bie Reqierung bekanntlich bei ber Beflirnviuvg ter Sitze ber Amtsgerichte bie bisherigen Sitze ber Sanbge* liebte refl). Friebensgerichte ausnahmslos beizubehalten beabsichtigt, sinb bezüg­lich ber Bilbung bet Amtsgerichts bezirke theils zu bem Zwecke ber beffereu Arronbirung ber Bezirke, theils im Jntereffe einer beffereu Gefchästsverthetlung eine Reihe Aenberungen beabsichtigt. Wir entnehmen ber insofern an bie Stanbe gelaugten NegietungsmittheilungFolgenbes: In ber Pt°«inz Ob er h e f se n sollen nnveränb er t bleiben: Butzbach, Friebberg, Ltch, Bab Naudeim N bba Orteuberg, Scklltz. Scholien, Ulrichstein. Aenberungen sinb beabsichtigt bet folaenten Bezirken t Stabtgericht Gießen resp. Amtsgericht Gießen I (Abgangs Garbenteich, Haufen, Leihgestern unb Watzenborn mit Steinberg, zu Gießen 11); Lanbgeticht Gießen resp. Amtsgericht Gießen 11 (Zugang: Garbentetch, Haufen, böftn^von Grü^e°g) ; ° Alsftlb ^(Zugang t °Arnsheim ^nsb^rg^Heim^rts! plötzlich zufa^etiberufen "unb ist augenblicklich unter bem Vorfitze Beatons- haufen, von Homberg ; Abgang : Ubeuhausen, zu Lauterbach) ; Alteustabt (Ab- fielt s versammelt.

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