Ausgabe 
29.11.1878
 
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Kngkand.

London, 26. November. Eine Spectalsusgabe desDaily Telegraph" bringt das folgende Telegramm aus Dakka von gestern früh: Die Division Brown ist in Lundikhawe angekommen und alsbald auf Dakka vorgerückt, wo sie am 24. d., Mittags, eintraf. Die Afghanen hatten das Fort geräumt. Die Einwohner erheben sich gegen die flüchtenden afghanischen Truppen und berauben dieselben. Es geht das Gerücht, Djellalabad sei geräumt und die Garnison auf Kabul zu geflohen.

Standard" meldet die Zahlungseinstellung von Fenton & Sons, Privatbank in Rochdale-Heywood. Die Passiva allein in Rochdale werden aus 500,000 L. angegeben.

In Ali-Musjid wurde eine Anzahl verwundeter und kranker afghani­scher Soldaten vorgesunden. Die Kavallerie -Abthellung unter Macpherson stellte bei Ali-Musjid am 22. d. die Verbindung mit der Division Brown her. Die Division von Quettah unter Biddulph besetzte heute Pischina.

Graf Schuwaloff hat gestern eine lange Unterredung mit Lord Salis­bury gepflogen. Am Donnerstag findet wieder ein Cabinetsrath statt. Die Führer der Opposition haben ein Meeting abgehalten, in welchem sie die Erklärung abgaben, daß die Angabe in Lord Cranbrooks Depesche, welche der früheren Regierung die Verantwortlichkeit für den afghanischen Krieg auflade, ungegründet und seine Darstellung der Sache unvollständig sei. Der Herzog von Connaught ist nach Berlin abgereist. DerjDaily Telegraph" dementirt aufis Positivste die Gerüchte von einer Spaltung im Cabtnet.

DerDaily News" zufolge wäre Sir Thomas Wade, der britische Gesandte in Peking, angewiesen worden, sich nach Lahore zu begeben, um mit Lord Lytton in Betreff der Haltung Rußlands und Chinas hinsichtlich Kaschgars zu conferiren.

Nußland.

Petersburg, 26. November. Die Departements des Reichsraths haben die Beratungen über die neuen Steuervorschläge des Finanzministers begonnen.

Die Berufung Dondukoff's nach Livadia war veranlaßt durch den Willen des Kaisers, dem Fürsten ausdrücklich auszusprechen, daß er sich aller zweideutigen Aeußerungen gegenüber Bulgaren enthalte und sich strikt an die Instructionen halte, welche ihm betreffs der Organisation Bulgariens in Aus­führung des Berliner Vertrages erthetlt worden sind; er habe darüber im per­sönlichen Verkehr mit Bulgaren keinen Zweifel zu lassen. Nack der Rückkehr des Kaisers hierher dürsten die Personalangelegenheiten hinsichtlich der Besetzung höherer Verwaltungs- und Diplomaten-Stellen zur Entscheidung kommen. Schon jetzt kann versichert werden, daß die Behauptung von einem Tausch zwischen Novtkw und Schuwaloff in den Bereich schwebender Fragen gehöre. Die Be­hauptungen von Wiener Correspondenten, daß zwischen der Pforte und Ruß­land auf Abschluß eines definitiven Friedensvertrages verzichtet sei und daß dafür die Pforte die durch den Berliner Vertrag nicht aufgehobenen Bestim­mungen des Vertrages von San Stefano lediglich bestätigen werde, werden von unterrichteter Seite als unbegründet bezeichnet. Mit heute beginnt die Uebergabe der Dobrudscha an Rumänien. DerRegierungsbote" meldet: Der Canzleichef der dritten Abtheilung der geheimen Canzlei des Kaisers, Schulz, ist wegen gänzlich erschütterter Gesundheit von seinem Posten zurück­getreten.

Men.

Bombay, 26. November. DerPioneer" meldet: Die erste Brigade der Colonne von Thull ist in Kazarpis, die zweite in Amadshama angekommen. Die Vorhut soll ihren Vormarsch nach dem Khurum-Fort Halbwegs zurückgelegt haben. Der Gesundheitszustand der Truppen ist ein guter.

Telegraphische Depeschen.

Magirer's telegr. GorrrspOtt-etez-W«re«v.

Berlin, 27. November. Abgeordnetenhaus. Vor Eintritt in die Tagesordnung theilte der Präsident das Antwortschreiben Sr. Mas. des Kaisers auf die Condolenz- und Glückwunsch- Avresie des Gesammtvorstandes des Hauses mit; bet Verlesung dieses von Wiesbaden, 26. ds. dattrten Schriftstückes erhoben sich die Abgeordneten; dasielbe lautet: Ich habe den vom Ge- sammtvorstand des Abgeordnetenhauses unterm 20. ds. Mir gewidmeten Zuruf gern entgegen­genommen. Es hat Mir herzliche Freude bereitet, daß das Abgeordnetenhaus seine Thättgkeit in der gegenwärtigen Landtagssession damit begonnen hat, Mir eingedenk des herben Geschickes, das Mich im Laufe des Jahres heimgesucht, wie aus Anlaß Meiner glücklichen Genesung warme Theilnahme zu bekunden. Mit innig empfundenem Danke erkenne Ich in Ihrer Aufmerksamkeit den Ausdruck der Anhänglichkeit, von der die Vertreter des Landes für Meine Person und Mein königliches Haus erfüllt sind. Je tiefer Ich von der Aufrichtigkeit derselben überzeugt bin, mit desto größerem Nachdruck kann Ich die in der Adresie ausgesprochene Annahme bestätigen, daß gegenüber den schmerzlichen Erfahrungen dieses Jahres die zahllosen Beweise von der Treue, Liebe und Hingebung des Volkes Mein Gemüth dankbar aufgcrichtet und Meinem Herzen zu köstlichem Tröste gereicht haben. Gestärkt und gehoben durch dieses Vertrauen gedenke Ich nach der von der göttlichen Vorsehung nunmehr beschiedenen Wiederherstellung bald in Meinen fürst­lichen Beruf zurückzukehren, dem Ich Mich um so lieber wieder hingeben werde, als Ich sicher bin, bei dem Hause der Abgeordneten dem ungetrübten Verständniß Meiner der ruhigen Ent­wickelung des Vaterlandes gewidmeten Bestrebungen zu begegnen.

Berlin, 27. November. DieProv.-Corr." meldet: Der Antritt der Rückreise des Kaisers in Begleitung der Kaiserin nach Berlin ist nach den nun­mehr festgestellten Anordnungen auf den 4. December, Abends 9y2 Uhr, be­stimmt. Der Kaiser will auf der Fahrt kurzen Aufenhalt in Börsum (früh 71/2 Uhr), Magdeburg (9 Uhr) und Groß-Kreuz (10^ Uhr) nehmen und von da um 11 Uhr 20 Min. in Potsdam und 12 Uhr in Berlin eintreffen. Nur in Magdeburg, Potsdam und Berlin findet officieller Empfang statt.

Dover, 27. November. 109 gerettete Passagiere und Mannschaften der Pommerania" find nach London gegangen. Das Schiff ist innerhalb 15 Min. nach dem Zusammenstöße gesunken, da es in der Steuerbordsette ein großes Loch hatte. Zwei Boote waren durch die Collifion zertrümmert, eines wurde beim Herablaffen sortgespült. Die übrigen 5 Boote nahmen 162 Passagiere und Mannschaften auf. Dieselben wurden von dem DampferGlengarry" an Bord genommen. Als der erste Steuermann Franzen im letzten Boote abstieß, stand der Capitän auf der Brücke und ersuchte ihn, möglichst nahe beim Schiffe zu bleiben. Das Boot blieb in einer Entfernung von 10 Parbs vom Dampfer, aber wenige Minuten später ging das Schiff unter. Das Wrack liegt südwest­lich, ungefähr 12 Meilen von Foreland entfernt. Gerettet find von Paffagieren: Schon, Poffumer, Laumann, Bodenweber, Burke, Westphal, Straffe, Simon, Jskinsky, Grobe, Ralu, Schmidt, Roffeld mit Frau und 2 Kindern, Schröder, Schaller, Bloch, Kloß, Samp, Habe, Sad, Fura, Musschappel, Rauch, Paul, Thiel, Luze und einige 80 von der Schiffsmannschaft.

Petersburg, 27. November. Gerüchtweise verlautet, die Polizei vor Kurzem das Pferd vorgefunden, welches den Mördern des ©enerd? Mensenzoff zur Flucht diente. Die Detectiv-Polizei verhaftete eine verdächtig Persönlichkeit, welche angab, Schukoffökv zu heißen; ian glaubt, dieser hch als Kutscher sungirt während der Entweichung der Mörder nach vollzogen That.

Dover, 27. November. Die Cajüten-Paffagiere von derPommerania* Alfred Faber, M. C- Poppenhausen, Fräulein Sophie Ohrnstiel, Fräulein Mar-, und Rosa Clymer sind im Lord-Warden-Hotel in Dover.

Hamburg, 27. November. Ein Telegramm desLloyd" aus Maar luis meldet die daselbst erfolgte Ankunft^ des DampfersCity of Amsterdam' mit dem Capitän derPommerania", L-chwensen, an Bord. Schwensen fax; aus, daß noch ein anderer Dampfer in der Nähe der Stelle des 3ufotume& stoßes gewesen wäre, welcher, wie er glaube, etwa 60 Personen gerettet

Konstantinopel, 27. November. Fürst Dondukoff-Korfakoff ist naa Sofia zurückgekehrt. Der britische Botschafter Layard befürwortete bei feine Regierung die Uebernahme der Garantie für eine türkische Anleihe vi'. 23 Millionen Pfund.

Paris, 27. November. Der schwedische Gesandte, Baron Adelwan, ist gestern Abend gestorben.

Lahore, 27. November. Amtliche Berichte bestätigen die Occupatioi von Dakka und Pischina. Die Mohmunds plünderten Dakka vor der Ankuult der britischen Truppen. Der Khan der Mohmunds und die Häuptlinge du Khyberdörfer boten ihre Dienste an. Die Dörfer der Umgebung von Djellrl:- bad verweigern dem Emir von Afghanistan die Steuern. Der Fürst dc i Bahowalpore ist angewiesen, sein (Kontingent nach Multan zu birigiren. D'e (Kontingente der anderen Hindustaaten werden sich binnen Kurzem bei Lahore versammeln; das (Kontingent von (Kaschmir wird wahrscheinlich mit Ueberwachup.g der afghanischen Grenze betraut.

Loudon, 27. November. Unweit Boulogne sind zwei Rettungsboje derPommerania" aufgefischt und nach Boulogne gebracht. Die BarkeMcel Elian" ist so ernstlich beschädigt, daß ihre Reparatur in Dover fich als un» möglich herausstellt. Mit derPommerania" gingen 20,000 Doll, verlöre.!, die verschiedenen Paffagieren gehörten. Die Namen der in Plymouth gelan­deten Personen sind noch nicht ermittelt. Die deutsche Post ist verloren ae« gangen.

London, 28. November. DerStandard" meldet ans Khurum-Fort vom 27. d., Nachmittags: Heute früh marschirte das Corps Roberts durch Durwagace und stieg in>s Khurum-Thal hinab. Die hervorragendsten (Kimvob» ner kamen den Truppen entgegen und hießen dieselben willkommen. Khurum» Fort hat stark gelitten. Die Garnison hat sich nach Pelwar geflüchtet, n?o Widerstand erwartet wird. Die Truppen übernachten heute im Thalc. Die Einwobner bringen Lebensmittel.

Wien, 27. November. Gestern Abend explodirte vor dem Oftim Minister-Palais eine Petarde, zertrümmerte die Fensterscheiben desselben unb beschädigte das nahe gelegene Haus des Erzgroßherzogs Joseph. Andcassy, sowie mehrere Delegirte befanden sich in diesem Augenblicke als Gäste Tiszil in dem Minister-Palais, in welchem auf dem Gange eine mit Dynamit ge­füllte Sprengmaschine aufgefunden wurde. Der Vorfall erregt begreifliche Weise ungeheure Sensation. Der Urheber des Verbrechens ist noch nicht entbetfi!

Lahore, 27. Nov. Die Division Roberts ist bei Fort Mohamed Azim un» weit Khurum-Fort etngetroffen. General Watson wird das von den unabhängtgea Staaten Indiens für den afghanischen Feldzug gestellte Truppen-Contingeilt commandiren. j

Der Untergang der Pommerania.

London, 26. November.

Nach einer Meldung der hiesigen Agentur der Hamburg-Amerikanischen Dampfsch'ß- fahrtsgesellschaft verließ die Pommerania New-Aork am 14. d. mit 37 Passagieren erfkd 16 zweiter, 95 dritter Classe; 47 Passagiere wurden in Plymouth und Cherbourg geland« 5 andere schifften sich in Plymouth nach Hamburg ein. Die Zahl der Passagiere betni sonach zur Zeit des Zusammenstoßes 105, von denen die meisten Deutsche waren. Bemannung der Pommerania wird auf 125 Köpfe angegeben, so daß iin Ganzen 230 3 4 fönen an Bord gewesen waren. DiePall Mal Gazette" meldet, daß der Befehlshaber Pommerania, Capitän Schwensen, die Officiere und die Mannschaften das Möglichste Erhaltung der Ordnung thaten. Von den neun Boten, welche an Bord waren, waren x« durch den Zusammenstoß zerschmettert worden, die fünf anderen fuhren ab, doch sank vM eine da es mit Passagieren überfüllt war. Capitän Schwensen war nicht zum Verlag« des Schiffes zu bewegen und ging mit demselben unter, desgleichen zwei Stewards, r zweite und der dritte Officier. Der Dampfer Glengary, welcher die Nothsignalc geil > hatte, nahm die Insassen der Bote auf und blieb bis zu Tagesanbruch, wo nur noch Masten der Pommerania zu sehen waren, an der Unglücksstelle. Dann brachte er oic £ retteten um 9 Uhr nach Dover, wo ihnen das Matrosenheim freundliche Aufnahme >" Von Ueberlebenden wird erzählt, daß der Capitän immer sehr sorgfältig gewesen sei r- daß die Mannschaft immer fleißig ausgelugt habe. Viel Schwierigkeiten bei der Net irr sollen dadurch verursacht worden sein, daß die Matrosen nur das den Paffagieren unic stündliche Plattdeutsch sprechen konnten. Acht Frauen und das Kind des Capitäns v unter den Geretteten, die Frau des letzteren soll angeblich mit ertrunken sein. Siele rettete sind nach London gesandt worden. Die Unglücksstelle ist nur wenige (englüb Meilen von derjenigen entfernt, wo der Große Kurfürst feinen Untergang fand. Nach *; teren Meldungen befindet sich auch der Schiffsarzt, der erste Ingenieur, der erste Äce:- so wie zwei Wärterinnen unter den Ertrunkenen; eine Dame Namens Louise öomti (ober Laumann) aus Akrou, Ohio, gebürtig aus Baden, und ein deutscher Herr Naue: Schneider find unter den Geretteten.

Noch am 12. October wurde folgender Festbericht aus Hamburg erstattet, in wey: Capitän Schwensen die Hauptrolle spielte:

Die 12 5. newyorker Reise des Capitän Schwensen war die Veranlaffung, dr die von ihm befehligte Pommerania, welche mit gewohnter Pünktlichkeit nach ung<c* H^tägiger Reise am Sonntag von New-Pork in Plymouth und am Dienstag Morgen I1 eingetroffen war, am Freitag im Flaggenschmuck am Quai prangte.^

Mit ihrer diesmaligen Rückkehr hat die Pommerania in der Hahrt zwischen und New-Iork im Dienste der hamburg-amerckanischen Paketfahrt Actien-Gesellschait 1- 125. Reise beendet ohne jeglichen Havariefall in all den langen Jahren.

Das ist gewiß ein seltenes Ereigniß und ein beredtes Zeugniß von der feemännvy Tüchtigkeit, der Zuverlässigkeit und Vorsicht des genannten Capitans; denn 125 Reisen hira und zurück bedeuten, daß der Ocean nicht weniger als 250 Mal durchfahren werden mijf unb etwa 900,000 Seemeilen zurückgelegt würben, unb zwar in Breitengraben, m Stürme unb Unwetter mehr als irgenb wo sonst angetroffen werben.

Capitän Schwensen steht nunmehr seit 30 Jahren im Dienste ber Gompagnu v erfreut sich trotz mancher rauhen Paffage unb in Kälte unb Regen burchwachter Nach! ' anbauernb ber besten Gesunbheit. Es steht zu hoffen, baß er noch manches Jahr im der Gesellschaft, deren Direction seine tüchtigen Leistungen so gut zu ehren und anzuerkerm- weiß, Tüchtiges zu leisten im Stande sein wird. Wir wünschen dem wackeren Seemcai auch auf seiner weiteren Laufbahn dasselbe Glück, den besten Erfolg."

Nach einer Depe sche desLloyd"in Hamburg vom Gestrigen ist Capitän *a?roL »II doch gerettet unb.mitbem dampfet »City of Amsterdam in Maasluiß eingetroffen. A). 11

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