Ausgabe 
29.9.1878
 
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Centrale zu Paris zum egyptischen Minister der öffentlichen Arbeiten ernannt werden solle, zu genehmigen.

Berlin, 27. Septbr. Das Antwortschreiben Sr. Majestät des Kaisers auf die an Hochdenselben gerichtete Glückwunsch-Adresse des Gesammtvorstandes des Reichstages lautet: Die Worte, welche der Gesammtvorstand des Reichs­tages im Namen der Vertretung des deutschen Volkes an Mich gerichtet hat, sind wohlthuend für Mein Herz. Sie entsprechen der treuen Tbeilnahme, die Mir aus allen Kreisen des theuren Vaterlandes und von Deutschen aus allen Welttheilen dargebracht wurde. Sie erhöhen Meine Dankbarkeit gegen Gott, der Alles für Kaiser und Reich gnadenvoll führte. Der Ernst dieser Zeit ist Uns Allen klar und fühlbar. Wir muffen ein Jeder in seinem Verhältniffe dahin trachten, daß Gefahren, die der sittlichen Ordnung und staatlichen Sicher­heit drohen, abgewendet werden. Das dem Reichstage vorliegende Gesetz be­zweckt, die Wege hierzu zu finden.

Kassel, 27. Septbr. Der General-Feldmarschall Graf Moltke ist von seinem Unwohlsein wieder so wett hergestellt, daß er morgen von hier ab­reisen kann.

Lokal-Notiz.

Gießen, 28. September. (Sitzung der Stadtverordneten am 26. September.) Bekanntlich soll das neu zu erbauende städt. Schlachthaus auf die Wiesen am Viadukt der Main-Weser-Bahn in der Nähe des Bahnhofs gestellt werden. Zwischen den städt. Wiesen liegt eine solche des Herrn F. Burk, und sollte dieselbe, einem Beschlüsse der Stadtverordneten zufolge, käuflich erworben werden. Herr Burk will nun einen Tausch vertrag mit der Stadt dahin etngehen, daß ihm dieselbe eine Wiese in der Nähe seiner Mühle abtritt und er diejenige auf der Lahnspitze der Stadt überläßt. Nun ist aber die städt. Wiese fast Wz mal größer als die Burk Ische, wenngleich nicht in Abrede zu stellen ist, daß letztere durch ihre Lage einen bedeutenden Mebrwerth repräsentirt. Die Versammlung ermächtigt den Herrn Bürgermeister weitere Verhandlungen mit Herrn Burk zu pflegen und im Falle keine größeren Differenzen mehr obwalten, definitiven Tauschoertrag abzuschließen. Frau Jeremias Friedel Ww. verlangt für ihr Haus in der Reichensand-Bahnhofstraße 8000 fl. Die Baudeputation schlägt nun vor der­selben 8000 zu bieten, da durch Niederlegung des Hauses der daranstoßende Garten alS Bauplatz enorm an Werth gewinne. Die Versammlung ist mit dem Antrag der Baudeputation einverstanden. In einem Schreiben Großh. Stadtgerichts an Großh. Kretsamt ersucht dasselbe letztere Behörde, daß die Stadt veranlaßt werden möge ein ge­eigneteres Lokal als Pfandlokal für das Ortsgericht zu beschaffen, da das jetzige Lokal im Hospital zu klein und ungeeignet sei. Die Baudeputation beantragt, daß das frühere Pfandhaus, welches momentan an einen Fruchthändler für 200 verpachtet ist, dem Ortsgericht alS Pfandlokal zu überweisen sei und genehmigt die Versammlung diesen Antrag. Der Keller im städt. Hause auf dem Asterwerg wird an einen Weinhändler zu 40 gegen pränumerando Zahlung verpachtet. Für die Neu­beschaffung einer Uhr auf dem Stadtthurm und am Rathhaus sind verschiedene Offerten eingelaufen zu deren Prüfung der Stadtbaumeifter ermächtigt wird sachverständige Personen beizuziehen. - Ein Gesuch um Anlegung eines Abflußrohrs, sowie Anbringung eines Trrppentritts wird genehmigt. In letzterer Zeit hat sich die Unsitte eingeschlichen daß in dte Wieseck und an deren Böschung Abflüsse angelegt, Stege und am Ufer Waschpflöcke angebracht wurden ohne um Erlaubniß eingekommen zu fein. Die Ver­sammlung beschließt, daß die Ueberbrückungen zu entfernen und an den Zugängen zum Wasser Treppenttttte anzulegen seien. Von einer Beseitigung der Waschpflöcke wurde abgesehen. Dem Gesuch der neuen Schützengesellschaft um Ueberlassung des Schieß­platzes wird insofern entsprochen als derselben der Platz bis zum Lärchenwäldchen überwiesen werden soll, wenn die r.öthigen Schutzmaßregeln getroffen und der Platz eingezäumt, auch die Pläne zu den Anlagen der Stadtverordneten-Versammlung vorher unterbreitet werden. Versuchsweise soll eine Laterne am Schiffenbergerweg in der Nähe der Fabrik von Koch & Patz Mit transportablem Gas gespeist werden. Der Firma Meyerfeld & Mayer wird eine UeberbrÜckung zu ihrem Oellager an der Hohleiche gestattet. _a

Literarisches.

UAettuny. Organ für Jagd, Fischerei und Naturkunde. Heran-- gegeben vom k.OberförsterH. Nrtzsche. 5 Jahrgang. Nr. 24 enthalt: lieber R hbübnei, kSLDon U;6cr Schwarzwild von Forstmeister Pfizenmoyer. -

Jagdbilder aus Siebenbürgen von M. Wagner. - Eine Erinnerung von Freiherr Schenk zu Schweinsberg. 2 große Illustrationen u. s. w. Verlag von Schmidt 4 Günther \ßÄ9' nciic (6-) Sabrnang fängt am 1. Oktober an alle Buchhandlung und Postanstalten nehmen Bestellungen an, 3 halbjährlich. P

m Schreib- und GeschäftS^Kalende^hat stets, sowohl von SeitenVr«

Publikums, ch^s auch der Presse die wärmste Anerkennung gefunden. Bei dem Erste, ev erfreute er sich reichlichen Absatzes, die Letztere spendete ihm ausnahmslos unbedingte« uns vorliegenden 68 Jahrgang (pro 1879) können wir, nach söra- fältiger P'üstmg, daS Zeugmß nickt versagen, daß er einem jeden Käufer in sehr oielm des getckaftlichen Lebens ein treuer, zuverlässiger, daher höchst ha! Rathgeber fein wird. Wir empfehlen ihn umsomedr auf das Angelegmt- unseren geehrten Lesern, als er, obgleich über 20 Bogen stark, bei sauberer Aus- stEung' handlichem (Taschen-) Format, dauerhaft gebunden, zu dem billigen Preis 1'»° f4On,2?1 bur$ icbe ^ch- und Papierhandlung, als auch von dem Verleger C. W. Leske in Darmstadt, zu beziehen ist. H '

Handel und Verkehr.

ßen, 28. Sept- Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Dst ^,1-1.10, Hühnereier, per Stück 6 Käse, per Stück 58 A, Käsernatte

3*> Trb'm, 1 Sftrr - Stillen, 1 Stier 24 4, laubtn, ba8 Paar 4 Öflbnn, per Stttck JL.75, Hahnen, per St- JL.70, Enten, per Stück JC 1 6? Kartoffeln, 100 Kilo je 5.10. Ochsenfleffch 70 72 per Psd. Kuh- und Rindst«is<tl 52 62 Schweinefleisch 66-68 Kalbfleisch 56-60 ^Hammelfleisch Ä

Auszug a. d. Stanöessmlsregistern des Standesamts Gickkli.

Vom 21. bis 27. September 1878.

Aufgebote.

SAt. Lehrer Friedrich Wilhelm Prinz zu Kotten mit Karoline Wilhelmine Hersterberg, Tochter des Landwirths Friedrich Wilhelm Hersterberg von Altbreckersil. 24 Schreiner Karl Joseph Seibert von Crumbach mit Katharine Fölsing, Tochter H verstorbenen Webers Georg Folsing von Helpershain.

Eheschließungen.

bcr Oberhessischen Bahn Johann Karl Julius Schäfer von Gießen mit Katharine Charlotte Christine Bierau, Tochter del verstorbenen Schreinermeisters Anton Wilhelm Konrad Theodor Bierau von Gießen. 27. Schneider Jost «Schneider von Sichertshausen mit Katyarine Fischer, Tochter bei verstorbenen Drehers Anton Fischer von Lang-Göns.

t Geborene.

- , m18' Sept. Dem Handschuh - Fabrikanten Ferdinand Niekau, eine Tochter, noch ^rrrnlmAn* ^(Christian Heinrich, Sohn des Schloffers Karl Christian Schneck" 20. Karl, «Lohn des Metzgermeitters Heinrich Georg Meister. 22. Dem matertaltem bei der Oberhessischen Bahn Karl Günther, eine Tochter, noch ohne Vornamen «/Louis, Sohn des Bmbiers und Heilgehilfen Ferdinand Schmidt. 24. Wilhelmine Elisabethe, Tochter des Bäckermeisters Gustav Eger. 23. Karl Julius Louis Joseph bei der Cöln-Mindener Bahn Johannes Höfer. 25. Dem Lacknel Auvelm Rinn, eine Tochter, noch ohne Vornamen. 20. Marie, ein außereheliche von abwärts. 23. Karl Joseph, ein außereheliches Kind von auswärts. 21. Margarethe Katharine, Tochter des Schuhmachers Friedrich Simon II. 21. Fredrich ein außereheliches Kind von auswärts. ü

Gestorbene.

Ä Sept. Landwirth Ludwig Ulrich, 78 Jahre 6 Monate 12 Taae alt nnn 24- Beuflfabrlfant Aböls Somberger, 73 g^r. al.7°on R°dL an der BlÄr3°-°-> Michel, 51 Jahre 10 Monate 16 tage

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21,

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24, 50,

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Vermischtes.

Darmstadt, 26 September. Vom 1. October 1878 ab wird im telearavbiscken Verkehr mit Rußland der Worttarif eingeführt werden.

Bei den deutschen Telegraphenanstalten wird im Verlehr mit dem europäischen Rußland für das gewöhnliche Telegramm auf alle Entfernungen:

eine Grundtaxe von......Mark 0,40,

eine Worttaxe von...... ,, 0,30,

erhoben werden.

6rl) b Verkehr mit den außereuropäischen russischen Ländern kommt die Grundtaxe nicht zur Die Wortgebühr beträgt für Telegramme:

nach Kaukasien .........Mark 0,75,

nach den übrigen Gebietsheilen des asiatischen Rußlands:

westlich vom Meridian von Werkhne-Udtnsk Mark 1,45, östlich desselben Meridians...... 2,35.

m t Eine kühne Reifende. Mit einem der letzten Dampfer traf in Astrachan auS Petrowsk eine Italienerin Namens Serane, aus Venedig gebürtig, ein. Diese kühne Dame hat nach demAstrachans?.',List.", den ganzen Kaukasus, Transkaukasien und Persien bis Teheran bereist Ueberall suchte sie das Leben und dte Sitten der Bevölkerung und überhaupt die Verhältnisse des Landes kennen zu lernen. Ihren Aufenthalt in Astrachan beabsichtigt dte Reisende dazu zu benutzen, um das Leben der astrachan scheu Tartaren und Kalmücken zu studiren Ueber ihre Reise wird sie ein Werk in französischer Sprache veröffentlichen.

Geschäfts - Veränderung.

5870) Verehrlichern Publikum die ergebene Anzeige, daß 'ich mein feit. ^.aULCr Mäusburg betriebenes Geschäft in das Haus der grat

Heer^ Wittwe, Neuenweg, verlegt habe. Gefällige Aufträge beliebe man w dem Laden der Geschw. Heerz aufgeben zu wollen, für derer sorgfältige reelle Ausführung ich stets bestrebt sein werde.

c rrIndem ich für das seither geschenkte Vertrauen bestens danke, bitte mit dasselbe auch ferner gütigst erhalten zu wollen.

Hochachtungsvoll

_____________F. Baumann, Uhrmacher

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Ließen. Evangelische Gemetade.

_ Getraute.

, rr'Den26. September. Johann Karl Julius Schäfer, Buchhalter auf der Ober, hessischen ^ahn dahier, des verst. Gemeinde-Einnehmers Andreas Schäfer dahier ehe!

ihJr ^Eharine Charlotte Christine Bierau, des verst. Schreiners Anton Bierau oayier, eyet. L.ocyter.

Getaufte.

Hanna ^Bg" 3«

@HfObÄrk; g®embtn8Mgufter"ann clne 5Eo»,r- OI^

T , ®'"fe'ben- D-m Arb-it-r an ber MaIn-W-,er-Bahn Justus Belnhauer, circ Tochter, Susann« Justine Katharine, geb. den 2. Juli.

ben 17®auguftn' $,m 61ttnct ®(Or8 Lang, ein Sohn, AnbreaS Martin, g.b. 8«b. ben »"Apt-mb-^. ^brikardeiter Johannes Keller, eine Tochter, Maria Souls-, . . ®en 24' erptember. Wilhelmine Mathilde Emilie Ottilie Martha, Tochter bei d°s verst. B-rgt-chnik-rs Wilhelm Briel, geb. ben 31. August.

Dem Gastwirth Konrad Peler Prell, -ine Tochter, Somie <*uou|ic, gco. oen o. ^junt.

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2-h bringe hiermit zur Kenntniß eines geehrten Publikums daß mein Tanzunterricht Montag den 21. «ctober wieder beginnt.

Diejenigen, welche daran Theil nehmen wollen, werden qebeten sich wo möglich in Gesellschaften von 16 Personen zu vereiniqcn

Anmeldungen wolle man bis dahin an mich gefälligst ergehen lasten. Roe<*p

58651 Kni».-Sanz- uub l'djtmcilhr.

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52®2_____________A. Müller.

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.ffbie am heutigen Tage! ^Handlung

*i ben vom Großherzo .lt gestellten Antrag . i) stattgehabter Berat! zllchenBezilksstrafgeriö nmer,

Grund nachfolgend r SS 185, 186, 194, 20( 5. M 1817 Slrt 322 Erwägunfl daß rc.

zu Recht erk y die Angeklagten, ali

1) Johannes ftli Gciltzhausen, 51

2) Johannes Psi Jahre alt,

- amtlichen Beleidigt ins Wagner und de K-T1' Ar8,B K- C,?L unb Wagner II - :iJ zu erkennen und de ua-'n-ine Geldstrafe eventue.

r K in die Hälff -Mtn fei. w gleich wird den oben '-??"echt zuerka der Angeklagten ( ^dereritenUTaaeoo I ^^?ngsabsch°if ^-bener »U

En-urt^

'':'J8Oeffentliclie S .i^oßhrrzogl.SeMtt

vom 24. August

, 5 zugegen waren.'

Lorsihender der G '.'n Seh malfalber

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ier Großh. Staatsa Aüller, , , in Großh- Secretatr f

In Unkrfud rstnnes Kttnzelhöffe ebanntS Pfeiff v- da

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