Ausgabe 
29.9.1878
 
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Sonntag, den 29. September

(Erstes Blatt

1878

Kr. 227.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-

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Dr. Petermann, der berühmte Geograph, ist

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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

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Gotha, 26. Septbr. heute hier gestorben.

Gefunden: 2 Portemonnaies, 1 Zeug, 1 Corallenkettchen, 1 Stück Sohlleder, Gießen, am 27. September 1878.

Bekanntmachun g.

goldenes Kreuzchen, 1 Rolle Einpfennigstücke, 1 goldenes Medaillon, 1 blauer Shawl, 1 Stück blaues wollenes 1 Herren-Sonnenschirm, 1 Tragpolster (beide letzteren Gegenstände in dem Hauptpostamtsgebäude liegen geblieben).

Großherzogliche Polizeiverwaltung Gießen.

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NedactionSbureanr Gartenstraße B. 165.

ssxpeditionöbirreairr Schulftraße B. 18.

AeulsHfand.

Berlin^ 27. Septbr. DieNordd. Allg. Ztg." erkennt in einer Be­sprechung des Schreibens des Papstes an den Cardinal Nina den entschieden siiedlichen Charakter desselben an, hebt aber die Nothwendigkeit hervor, den­jenigen Forderungen der preußischen Gesetzgebung, welche bereits in anderen Ländern ohne Widerstand der Curie zur Ausführung gekommen sind, thatsäch- lich entgegenzukommen. Erst in einem solchen Entgegenkommen könnte der Staat ein Unterpfand wahrhaft friedfertiger Gesinnung erkennen, und erst im Besitze eines solchen Unterpfandes würde die preußische Regierung sich auf Ver­bandlungen einlassen können, für welche bis jetzt doch wohl nur die Möglich-

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neinnranxe

DasReuter'sche Bureau" meldet aus Stmla vom 27. d.: Der Seitens des Vicekönigs von Ostindien nach Kabul entsendete Special-Emisiär Gholam Husiem Khan ist nach Peshawer zurückgekehrt. Zum Oberbefehlshaber der gegen Afghanistan bestimmten Armee wird wahrscheinlich General Crawford Chamberlain ernannt.

Wien, 27. Septbr. DerPolit. Corresp." wird von authentischer Seite aus Konstantinopel mitgethetlt: Gelegentlich des Empfanges eines her­vorragenden Mitgliedes des diplomatischen Corps sprach sich der Sultan ge­radezu gereizt darüber aus, daß man ihn der Ermuthigung des albanesischen und bosnischen Widerstandes verdächtige. Nicht nur seien diese Verdächtigungen unbegründet, sondern der Sultan persönlich habe auch Alles gethan, um die aufgeregten Volksstämme zur Annahme der Congreßbeschlüffe zu bewegen. Der Sultan führte die Thatsache an, daß er einen albanesischen Sendling von hohem Rang und Einfluß, welcher kam, um die kaiserliche Unterstützung der albanesi­schen Sache zu erflehen, in Konstantinopel habe zurückhalten lasten, damit Nie­mand sage, der Sultan billige das Vorgehen der Albanesen. Dieselbe Corre- spondenz berichtet ferner aus Konstantinopel: Das. im Lager von Kostova zu concentrirende Armee-Corps soll auf die Effectivstärke von 62 Bataillonen unter dem Befehl Fuad Paschals gebracht werden.

DieNeue Fr. Pr." meldet aus Innsbruck: Beim Empfang der Deputation des Tyroler Landtages erklärte der Kaiser, er erwarte vom Land­tag die Schaffung ersprießlicher Arbeit. Er sei befriedigt über das Landes- verthetdigungswesen und habe sich von den Leistungen der Landesschützen über­zeugt, die jedem Feinde zu begegnen wisten. Tyrol sei auch einer guten Vertheidtgung werth.

Bukarest, 27. September. Die Session der Kammern wurde heute durch eine Botschaft folgenden Inhalts eröffnet: Rumänien empfing officielle Mittheilung vom Berliner Vertrage und seitens Rußlands die Aufforderung, sich dem Beschluste Europas zu fügen. Die Kammern seien gemäß der Ver­pflichtung des Fürsten einberufen worden.Europa nahm Rumänien unter die unabhängigen Staaten auf, gab ihm die Donau-Mündungen zurück und dehnte es bis an das schwarze Meer aus, verlangte aber, daß wir die Distrtcte jen­seits des Pruth aufgeben. Wir beklagen diese Abtrennung, aber wir haben die Pflicht, kaltblütig die schwierigen Verhältniffe zu prüfen und einen Entschluß zu faffen, welcher die Gegenwart nicht compromittirt und die Zukunft sicherstellt. Die Energie der Völker erweist sich in Zeiten der Prüfungen. Bemühen wir uns, die Wohlthaten des Friedens zu verbreiten! Wir werden derartig beweisen, daß Rumänien ein befferes Loos vom europäischen Areopag verdiente und daß es darauf vertraut, die bester erleuchtete Gerechtigkeit Europas werde uns morgen das gewähren, was Eifersüchteleien und die gegenwärtigen Notwendig­keiten uns heute nahmen." Die Botschaft richtete darauf an die Kammern die Aufforderung, die Verhältniffe mit Sorgfalt, Ruhe und Klugheit zu erwägen und nicht am Vaterlande zu verzweifeln und schließt mit folgenden Worten: Wie immer auch der Beschluß Europas sei, lasten Sie uns das Haupt hoch tragen, denn wir haben ein Gut, welches uns die Gegner nicht entreißen können: die Sympathie der fremden Regierungen und die Achtung aller Völker. Die vom Minister Cogalniceano verlesene Botschaft wurde bet mehreren Stellen beifällig ausgenommen und machte überhaupt einen sehr guten Eindruck. Verschiedene diplomatische Aktenstücke wurden den Kammern mttgetheilt.

Wien, 27. September. Das hiesigeTelegr. Corresp.-Bureau" meldet aus Rom, 27. d.: In katholischen Kreisen wird versichert, das Schreiben des Papstes an Cardinal Nina sei in Folge einiger Hindernisse veröffentlicht worden, welchen die Verhandlungen mit Deutschland begegneten, wegen des Mißtrauens der deutschen Katholiken gegen die Regierung und wegen des Mißtrauens der Centrumsmitglteder des deutschen Reichstages, welche die Unterhandlungen nur für einen Vorwand hielten, um sie zu bewegen, mit der Regierung zu stimmen. Die Veröffentlichung des Schreibens habe sonach den Zweck gehabt, die katho­lischen Deputaten zu überzeugen, daß die Unterhandlungen ernst gemeint seien. Italien anlangend, verfolge das Schreiben den Zweck, eine Aenderung von desten kirchlicher Politik herbeizuführen.

Breslau, 27. September, Abends. Die hiesige Stadtverordneten-Ver- sammlung beschloß in ihrer heutigen Sitzung, eine Deputation an, den Ober­bürgermeister v. Forckenbeck zu entsenden; laut Mittheilung des Bürgermeisters Bartsck wird der Magistrat den gleichen Schritt thun.

Paris, 27. September, Abends. Einem Telegramm aus Alexandrien zufolge hat sich die französische Regierung geweigert, den Antrag des egyptischen Ministerpräsidenten Nubar Pascha, daß der Profestor Cauvet von der Ecole

Rußland.

Petersburg. Seit drei Wochen erscheinen drei nihilistische Blätter in Rußland, und zwar in Petersburg, Kiew und Odeffa. Dieselben sind in gehet- mn Druckereien gefertigt, führen alle Jben NamenVolksfrethett." Sie ver­kündigen Beschlüste derRevolution", fordern das Volk auf, der bestehenden msfischen Regierung jeden Gehorsam zu verweigern und drohen allen Jenen, «eiche noch künftighin Angeberdienste derselben leisten sollten, mit dem Tode. Wetter wird aus Petersburg gemeldet: Die Regierung hat, um die Sicherheit in Petersburg zu erhöhen, den Hausetgenthümern etngeschärft, keine Wohnungen en Studenten zu vermtethen. In Odessa und Charkow haben massenhafte Verhaftungen stattgefunden, da man einem Complote auf die Spur kam, welches mm Zwecke hatte, die in den betr. Staatsgesängntsten sich befindenden Nihilt- ften zu befreien. In Nikolajew sind Plakate angeschlagen gewesen, welche die Vermtheilung hervorragender Polizei-Organe ankündigten. i er Czar hat da- :1er, als er Nikolajew besuchte, auf seiner PachtLivadia" übernachtet und Mite die Gastfreundschaft der Stadt nicht annehmen.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'- telegr. Torrespoudenr ««Lian

Berlin, 27. September. Die Commission für bas Soctalisten-Gesetz berieth heute im § 19, betreffend die Beschwerde-Instanz. Der Antrag v. Helldorf-Schmtd wurde mit 15 !>zm 5 Stimmen abgelehnt, der Antrag v. Kardorff zurückgezogen, dagegen der Antrag Harnier- lofier-Schwarze mit 11 gegen 9 Stimmen (6 des Centrums, 2 der Fortschrittspartei und Lasker) ^genommen. Hiernach fungirt als Beschwerde-Instanz eine Commission von 9 Mitgliedern, von 'hilkn der Bundesrath 4 aus seiner Mitte wählt, während die übrigen 5 den höchsten Gerichten he Reiches oder der Einzelstaatcn angehören. Die Wahl letzterer Mitglieder erfolgt für die |fit der Dauer des Gesetzes und ihres Verbleibens im richterlichen Amt. Der Kaiser ernennt itn Vorsitzenden und den Stellvertreter desselben aus der Zahl der Mitglieder. Die Commission scheidet in der Besetzung von 5 Mitgliedern, von denen mindestens 3 richterliche sein müssen, lot der Entscheidung über eine Beschwerde ist den Bethetligten Gelegenheit zur mündlichen oder Wlichen Begründung ihrer Anträge zu geben. Die Commission entscheidet nach freiem Er- kkssen; ihre Entscheidungen sind endgültig. Minister v. Mittnacht hatte sich gegen den Harnier- 6tn Antrag, ausgesprochen, der, wenn auch nicht in der Form, so doch im Wesen auf die lchimmungen des früheren preußischen Entwurfs hinausläuft. Die §§ 4 und 18 kamen | !«auf dem nunmehrigen Inhalte des § 19 entsprechend modificirt zur Annahme. Zu diesen toen Paragraphen wurde noch ein Zusatz beschlossen, wonach ein gegen Vereine oder Druck- I giften gerichtetes polizeiliches Verbot den Betheiligten schriftlich unter Angabe der Gründe l kzestellt werben muß. Minister Graf Eulenburg wohnte der Sitzung bei; Minister Fäustle I tn durch Erkrankung ferngehalten. Die Minister der Mittelstaaten werden zur zweiten tyung des Gesetzes hier verbleiben. Auch der Reichskanzler gedenkt, wie verlautet, der zweiten ijung in der Commission betzuwohnen.

London, 27. Septbr.Times" meldet aus Calcutta: Es haben noch «eitere Regimenter Marschordre erhalten. DemStandard" wird aus Bombay vom 26. d. berichtet: Der Vormarsch auf Kabul findet nicht unver- ßgltch statt, weil erst die Neutralität der Bergstämme gesichert werden soll. Das Vorrücken von Quetta auf Kandahar ist indeß zu erwarten, sobald eine ^reichende Streitmacht versammelt sein wird: DasReuter'sche Bureau" meldet aus Simla, daß in Setstan (persisch-afghanische Grenze) Unruhen aus- ßrbrochen seien.

Wegen der Angelegenheit, betr. Afghanistan, ist eine Sitzung des Ninetsrathes auf nächste Woche einberufen. Wie verlautet, soll Beaconsfield sigeuwärttg leidend und sein Gesundheitszustand überhaupt unbefriedigend sein. - Die Tagespreise fährt fort, Rußland wegen des Verhaltens des Emirs i ton Afghanistan in Mitleidenschaft zu ziehen.Times" äußert, England werde W tamü begnügen, Rußland, dessen Verhalten ein unfreundliches, obschon kein ojsrn feindseliges sei, von Afghanistan zu excludtren.

chichcncr gültiger

Aussige- M Amtsbklt für den Kreis Gießen.

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