Ausgabe 
29.6.1878
 
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Samstag, den 29. Juni

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Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-.

Gastwirth.

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durch die Preßreptilten erregten Staubwolken nur Wahlmanöver sind, um einen

und Wege finden, um seinen Willen zur Ausführung zu bringen.

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außerordentliche nationalen und in der

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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

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Nach einem Telegramm vonReuter's Bureau" istHerr Legations­rath Bucher zum Archivar und Secretär des Congreffes designirt." Sollte dieser Herr Bucher der Lothar Bucher sein, der während seiner langen Ver­bannung in London sich als begeisterter Parteigänger des Herrn Urquhart her- vorthat, fctffen ruffenfeindliche Lehren er Woche für Woche in der Berliner National-Zeitung" verkündete; derselbe Lothar Bucher, der nach Rückkehr nach Berlin so feurig für Lassalle's Lehren eintrat, daß der Letztere ihn zu feinem Testamentsvollstrecker ernannte und ihm ein jährliches Einkommen ver­mochte, indem er das Verlagsrecht seiner Werke ihm überließ? Kurz nach Lassalle's Tod trat Lothar Bucher in das preußische Auswärtige Amt, wurde zum Legattonsrath gemocht, er wurde Bismarck's Vertrauter für Alles. Er hatte die Naivität, mir einen Brief zu schreiben, worin er mich, natürlich mit Zu­stimmung seines Herrn einlud, die Redaktion der Börsenabtheilung des preußischen Staats-Anzeigers zu übernehmen. Die pekuniären Bedingungen dieser Stellung zu bestimmen, wurde mir überlasten, indem mir ausdrücklich versichert wurde, daß ich volle Freiheit genießen sollte, das Börsengeschäft und die Börsenleute von meinem eigenenwistenschaftlichen" Standpunkte aus zu behandeln. Nach diesem seltsamen Vorkommniß war es mir nicht wenig ergötzlich, die Beitrage Herrn Lothar Bucher's, Mitgliedes derInternationalen Arbeiter-Astociatton", i fortwährend in demVorboten", dem von Johann Philipp Becker in Genf herausgegebenen Organ derInternationale", verzeichnet zu finden. Wenn hier : fein Jrrthum in den Personen vorliegt, und wenn etwas Wahres an der - Nachricht ist, daß die russische und die deutsche Regierung dem Congreste ge­legentlich der Attentate von Hödel und Nobiling internationale Maßregeln gegen die Ausbreitung des Socialismus vorlegen wollen, so. ist Herr Bucher allerdings der Mann dazu, dem Congreste mit aller Autorität zu sagen, daß die Organisation, die Thätigkeit und die Lehren der deutschen Socialdemokratie nicht mehr mit jenen Attentaten zu thun haben, als mit dem Untergange des

* Zur allgemeinen politischen Lage.

Der Congreß arbeitet mit Dampf: eine Sitzung folgt auf die andere und wie es scheint, schreitet das Frtedenswerk in erwünschtester Wetse fort. Nach- 1 dem Rußland sich zunächst mit seinem Hauptgegner, England, über die wich- , Haften Punkte geeinigt, hat es auch die Verständigung mit Oesterreich gesucht - und gefunden. Dem Vernehmen nach kann die bulgarische Frage, welche Fürst i Bismarck kluger Weise als die schwierigste zuerst in Angriff genommen, der Hauptsache nach schon als erledigt gelten. Aus beiden Seiten sind natürlich bedeutende Zugeständuisie gemacht worden. Rußland hat die Zweitheilung der Bulgare!, die Ueberlasiung der Balkanpässe an die Türkei, die Entfernung Sud- bulgariens vom ägäischen Meere, sowie die Beschneidung der östlichen und westlichen Grenzen deflelben zugegeben, dagegen aber Varna und den Bezirk von Sofia für Nordbulgarien durchgesetzt. Serbien und Montenegro sind russi­scherseits angewiesen worden, ihren Appetit zu mäßigen und sich in Bezug auf ihre Zukunft vor allen Dingen den Wünschen Oesterreichs zu fügen. Für eine friedliche Lösung der beffarabischen Frage und eine befriedigende Ordnung der Verhältniste an der unteren Donau überhaupt bürgen die guten Beziehungen Rußlands zu Deutschland und Oesterreich, deren Jnteresten dort in erster Lime zu berücksichtigen sind. Griechenland endlich soll in denjenigen Sitzungen, in denen es sich um die Länder mit griechischer Bevölkerung handeln wird, mit berathender Stimme hinzugezogen werden, und da Rußland keineswegs feind­selige Gesinnungen gegen die griechischen Stämme hegt, so wird sich auch über das Schicksal der von ihnen bewohnten Provinzen ein Einvernehmen unter den Mächten erreichen lasten. Kurz, der bisherige Verlauf der Congreßverhand- lungen berechtigt zu der Hoffnung, daß das Friedenswerk bald, in Folge der Berliner Hitze vielleicht noch eher, als man glaubt, zu einem glücklichen Abschluß

Aeutschland.

Gießen. DieDaily News" bringt folgende Zuschrift von Karl Marx, dem bekannten Haupt der Soclaldemokraten in London, die bereits ihren Weg durch die gesammte deutsche Preste gemacht hat und die wir deshalb und, da sie wohl noch vielfach besprochen werden wird, unseren Lesern mit-

RedactionSbureaur Gartenstraße B. 165.

Expe-itionSbureaur Schulstraße B. 18.

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Kerbvereins, iflen.

Derselbe erscheint in den Vormittagsstunden täglich, mit Ausnahme Montags, und kostet für die Abonnenten ,n der Stadt Gießen vierteljährlich 2 Mark 20 Pfg., frei in s Haus geliefert.

Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das -Blatt auq> im III. Quartal 1878 zusenden und den Abonnementsbctrag durch Quittung erheben lasten.

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Gießen, am 26. Juni 1878.

Betreffend: Die von den Gemeinden für die 1878r Holzsamensendungen zu leistenden Ersatzzahlungen.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Großherzoistichen Bürgermeistereien und Markvorstände.

Denjenigen Gemeinden und Markvorständen, welche für 1878 Holzsamen aus dem Großherzoglichen Holz^menmagazm bezogen haben, übersenden wir die betreffenden Verzeichnisse kurzer Hand mit dem Auftrag, für alsbaldige Bezahlung der Betrage zu sorgen.

Dr. Boek m a n n. __________________________________

Bekannt in a ch u n g.

Bei der ^eeannahcnden Rnft der Feivfrüchie machen wir auf die durch die Hagcl-VekilcherungS.Gescllschaflen g-bokenc Gelegen, heit zur Versicherung gegen Hagelschäden unter dem Anfügen aufmerksam, daß Colleeten für Hagelschaden nicht statthaft sind.

Gießen, den 27. Juni 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann.____

gelangen wird.

Bedenklich ist zwar noch immer die auffallende Zurückhaltung der türki­schen Bevollmächtigten und der schwankende Zustand der Dinge in Konstanti­nopel, der unangenehme Zwischenfälle befürchten läßt und bisher auch den Rückzug der russischen und englischen Streitkräfte aus der Nähe der genannten Stadt verhindert hat. Offenbar vermindert sich aber mit jedem Tage, an dem das Einigungswerk in Berlin Fortschritte macht, zugleich die Gefahr, daffelbe .lm",wMm Ml" Cougwfus Widlsstlnd -niMknw- .Gioiw KursüG" °i-r mi> dem Zui.mmmttiiw decliu;

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