Ausgabe 
28.11.1878
 
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1878

Donnerstag, den 28. November

Hr. 278.

RedactionSbureau r \

GxpedMonSbureau r f

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS*

Schulstraße B. 18.

icaos

ie auch an

Taschentuch und ein gewöhnliches Taschenmesser. Nidda, den 19. November 1878.

:ronhäuser, I Hoffmann, Flett, Carl (7240

Preis vierteljährlich 2 Wart 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf-

Großherzogltches Landgericht Nidda.

Ludwig.________

Nr. 35 des Reichs-Gesetzblattes, ausgegeben den 23. l. Mts., enthält:

(Nr. 1272) Bekanntmachung, betreffend die Ernennung von Bevollmächtigten zum Bundesrath. Vom 21. November 1878.

Gießen, am 25. November 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann.

euss.& kanten Äir, Wien,

von arbeitunE. reisen uni versehen, in:

Sr. K. 1 - apostol. ml, Italien, *Sachsen-

Bekanntmachung.

Am 18. l- Mts. wurde in einem in der Nähe von Ober-Wtddersheim gelegenen Steinbruche die Leiche eines unbekannten Mannes gefunden.

Das Signalement ifi: Alter: ca. 60 Jahre. Größe: 1,75 Mir. Haare: röthlich blond. Stirn: niedrig. Augen: gram Augenbrauen: roth- M. Nase: gebogen. Mund: gewöhnlich. Kinn: gewöhnlich. Gesicht: mager. Gesichtssaibe: bleich. Bart: röthlich blonder Vollbart (mit Spuren von Grau). Bilondere Zeichen: Keine. Bekleidet war die Leiche mit einem Hemde (ohne Zeichen), sowie einem Paar zerrissenen le n. Hosen und einem Paar lederner Stiefel. Außerdem lag bei derselben eine alte Mütze, ein blauer Kittel, zwei Hemden (gezeichnet:H. 8." undI. S. ), ein schwarzer Rock, ein buntes

Hietzemr Wyeiger

AUse'lgc- und Ami-lbM für den Krris Gießen.

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^m mikiKm nrW sormirten Kreisen trauen kann, anzunehmen, daß die Vorliebe für das Mouopol,

mtttelt d. W.

8. 88.

les o>e * absolut nicht zu entscheiden, wobei durchaus nicht an eine absichtliche

ti'rfit tounfelung, sondern nur an Jrrthümer und vermeintliche Interessenvertretung icralu V tterbcn kann. Eine persönliche Vernehmung oder eine Rectification

u» Gift N-i Mifelhafter oder mißverstandener Angaben scheint wegen Mangel an Zeit nicht ^gefunden zu haben, kurzum der Werth der angehäusten Zahlen bleibt natur ständiper (in relativer. Somit kann auch die Zusammenfassung der Antworten,

[(e in eincrsynoptischen Uebersicht" geboten werden soll, nicht jener Mangel-

cUer-

X u e^e-nWkn^fm wird" d« Reichstag -tvzutreteu R-venm beziehen. Dl- Regierung ha. jetzt dem *9?

haben I- dringender allem Anschein nach das Reich Geld gebraucht, um so vorg.legt be r. die Reorganisation der «

chter wird es werden, ,m Reiche di-nothwendigen G-rantieen für das Budget- bürg und Zeitz, wonach entgegen demCowmiisionsbeschlußdesHauses-usder echt des Reichstags zu »langem 'letzten keftzo» drei Stistst-Ue« errichtet werde» und das betr. Domkapitel

welche Fürst Bismarck hegt, auch an den acht Beamten nicht ohne Eindruck vor- Lbergehen wird, welche in der Commission sitzen. Die drei Sendlinge desReichs- 4anzleramres und der Württemberger werden vermuthlich für das Monopol

So wird also die Enquete auf sich stehen und bei dem zweifelhaften Weiche der Enqueten überhaupt, wird auch der Reichstag auf sich zu stehen haben. Dieser Zweifel an dem Werth bezieht sich nicht auf die Resultate dieser

Berlin. Der alte Ziegler pflegte im Abgeordnetenhause, sobald die Debatte über die Abschaffung der Domstifter auf der Tagesordnung stand, aus seiner eigenen Erfahrung als Oberbürgermeister von Brandenburg die interessan­testen und kurioslsten Dinge über die Thätigkeit der Domherren zu erzählen. Danach besteht dieselbe darin, daß die Herren an einem bestimmten Tage des Jahres mit einem Talar angethan und der Bibel in der Hand zum Gottes­dienste in den betr. Kirchen zu erscheinen und nachher die schwere Pflicht zu erfüllen haben, ein luculisches Diner, ein feineres, als es nach Moritz Busch je in derRue Provence" eingenommen wurde, mitzumachen. Von den In­habern der Dompfründen der sächsischen Stifter sind die meisten in den letzten Jahren verstorben und nur noch zwei oder drei Herren am Leben. So bezieht der Geh. Justizrath v. Rabenau als Domherr von Merseburg ein jährliches Gehalt von 27,000 Mk.; minder gut gestellt sind die Domherren von Bran­denburg, Minister a. D- Graf Eulenburg und v. Klitzow, die eine nicht große

i?«b.e'M

Beteiligten."

Darmstadt, 26. November. Die vier ordentlichen Ausschüsse der zweiten Kammer haben die nachfolgenden Abgeordneten zu ihren Präsidenten gewählt: der Finanausschuß den Abg. Kugler, der Gesetzgebungs-Ausschuß den Abg. Königer, der Petttions- und Beschwerde-Ausschuß den Abg. Wadsack und der vierte Ausschuß den Abg. Matly. Der Gesetzgebungs-Ausschuß beginnt seine Sitzungen heute Nachmittag 3 Uhr, der Finanz-Ausschuß Donnerstag den 5. December, Vormittags 9 Uhr.

Aus der Provinz Oberheffeu, 24. Novbr. Der hessische Antheil an dem 53 Mill. Mk. betragenden Baukopital der Main-Weserbahn dürfte sich dermalen auf etwa 16,700,000 Mk. belaufen, für welche, wenigstens für die nächste Zeit noch, eine Verzinsung von 4,6 pCt. in ziemlich sichere Aussicht aestellt ist, obgleich fortdauernde Minder-Einnahmen zu verzeichnen find.

1 (Neue Hess. Volksbl.)

V Ästigkeit entbehren, die leider den Resultaten aller Enqueten anhastet. Aller­dings werden auch hier die größten Schwierigkeiten nicht bewirken können, daß h» Frage als unlösbar von der Tagesordnung verschwindet. Wie schon das heben durch den Finanzminister Hobrecht proclamirte dauernde Deficit in Preußen ergibt, welches zwar durch Ersparnisse verkleinert, aber damit nicht ins der Welt geschafft werden kann, wie es ferner die Lage einiger Kleinstaaten, dtlche durch die Erhöhung der Matricularbeiträge in ihrer finanziellen Ent^ Wickelung gefährdet find, gebieterisch erheischt, muß das Reich Geld schaffen ind es ist nicht zu bestreiten, daß kein Steuerobject für diesen Zweck bessere Chancen bietet, als der Tabak. Hält man das fest, so handelt eS sich nur um die gerechte und praktische Form der neuen Besteuerung, von der allerdings im allge- Ninen Interesse gewünscht und gehofft werden muß, daß sie ihr Ergebniß nicht durch «ine übermäßige Einschränkung des Consums illusorisch macht, und daß sie ferner Uder durch die Härte der Steuer, noch durch eine schädliche Erhebungsform bk Industrie belästigt und schädigt. Für die Wahrung politischer Rechte, welche 'mn an die Berathung der Tabakösteuer als zu vertheidigende oder durch die-

Aerüschland.

Darmstadt, 26. November, Vorm. 9 Uhr. Das Befinden der Hohen Patienten ist der Art, daß heute kein ärztliches Bulletin ausgegeben wird.

Se. Köntgl. Hoheit der Großherzog haben heute zum zwettenmale auf einige Stunden das Bett verlassen.

Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben dem Prof. Dr. Oertel das Comthurkreuz II. Classe des Philippsordens verliehen.

Se. Königl. Hoheit der Großherzog widmen sich bereits wieder mit voller Hingebung den Regierungsgeschäften und haben schon in einer Reihe von Angelegenheiten, die einen speciellen persönlichen Vortrag nicht nothwendig er­scheinen ließen, Allerhöchsteigenhändige Unterschriften vollzogen.

Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Victoria unternahmen gestern wieder die erste Ausfahrt.

Herr Prof. Dr. Oertel ist von hier abgereist.

Darmstadt, 25. November. Das Ministerium hat folgende Verfügung an die verschiedenen Gerichtsbehörden ergehen lassen:In dem seitherigen ge­schäftlichen, insbesondere schriftlichen Verkehr der Gerichtsbehörden mit dem recht- suchenden Publikum sind in der Regel diejenigen herkömmlichen Höfltchkeitsformen nicht zur Anwendung gekommen, welche sonst im geschäftlichen und auch vielfach im amtlichen Verkehr üblich find. Namentlich ist die BezeichnungHerr" und grau" bei der Adressirung schriftlicher Erlasse gewöhnlich nicht angewandt worden. Wir erachten es aber für eine, auch von den Gerichten dem Recht- suchenden gegenüber zu gewährende Rücksicht, daß solchen Personen, bet welchen es im gewöhnlichen Leben üblich ist, daß sie mit dem PrädikateHerr" oder Frau" bezeichnet werden, auch von den Gerichtsbehörden das Nämliche zu Theil wird, insbesondere in Adressen und bei directen Eröffnungen an die

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Berichts 'sein wird, dadurch nicht gelöst. @c ®itb alfo die Enquete auf

haben. Dieser Zweiset an oem Averry oezieyr jia? mcyr auf vic jiquuuic viqcv --77-^ ubaksenquete, welche reich und belehrend fein können, sondern nur auf die a7taf** wa aus ihnen zu deucirende Beweiskraft für irgend eine Besteuerungssorm, ick etwa das Monopol. Es kommt nämlich in Betracht, daß viele Jntereflen- Im die Fragebogen gar nicht oder mangelhaft ausgefüllt haben. So haben ir " 1« Berlin allein 150 Interessenten die Ausfüllung der Fragebogen verweigert. X# tle Frage ferner, ob nicht eine Anzahl von ihnen falsche Antworten gegeben fit, ist absolut nicht zu entscheiden, wobei durchaus nicht an eine absichtliche

w Uolitisch

er M-m ich dJ i Die Tabakssteuer Enquete.

3u nfragfli hi taE Bis Weihnachten soll die Tabaksenquete-Commission ihre Arbeiten mit ___________einem Gutachten abschließen über die zweckmäßigste Form, ein befriedigendes sinanzieües Ergebniß aus der Tabakssteuer zu erzielen. Conjecturen darüber, Zage da.M.sich bte Enquete äußern wird, sind zwar Müßig, aber es ist, wenn man in»

dchen von hier in ianzleramres und der Württemberger werden vermmyucy sur oas Monopol toditn unb in jtd, hin, einige für hohe Besteuerung, die übrigen sieben Commissionsmitglieder sind ^Te spe^llen Ansichten schwer zu taxiren. Anzunehmen ist nur mit <Sf(i)er heit, daß sie nicht für das Monopol sein werden. Zunächst steht noch das ®ut=

2 l« MWten aus, welches die osficiell nach den Vereinigten Staaten gesandten Retchs- sst. Kommissare abgeben werden. Ist das amerikanische System wirklich so

vorzüglich, so wird es vielleicht heißen: es zogen drei Monopolisten über den i nmktoaaW SDcean, und kamen als hohe Fabrtkatbesteuerer wieder an. Ob aber das

'cc(£ .btt Entwickelung der amerikanischen Tabakstnduprte angepaßte Steuersystem

/ ! fftlä °hr>e Weiteres der aus völlig anderer Basis emporgeblühten deutschen Industrie

W 6 ünmpassen sein wird, dürste zu bezweifeln sein, wenigstens sprechen hierfür ________- bie Stimmen der interessirten Jndustrikllen bekanntlich nickt. Das Endresultat iatr junfltr ohne Zweifel ein guter Bericht sein, die Frage der besten Form der

Taboksbesteuerung in Deutschland wird aber, so schätzbar das Material des