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Mittwoch, den 28. August

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Kretzener 'Anzeiger

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Redaetio«»d«rem»r Sartenstraße B. 165.

GxpedittonSd«rea«> Schulstrahe B. 18.

Erscheint ILgttch mit Ausnahme bet Montag».

Preis viertchLhrttch 2 Mark 20 Pf. mit vrmgerlohx.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mart 50 Pf.

Amtlicher Th eil.

Nr. 26 des ReichS-GesetzblattS, ausgegeben den 26. v. M., enthält:

(Nr. 1262.) Erlaß, betreffend Abänderungen und Ergänzungen der Instruction vom 2. September 1875 zur Ausführung des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden. Vom 11. Juli 1878.

Nr. 27 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 10. l. M., enthält:

(Nr. 1263.) Gesetz, betreffend die Revision des Servistartfs und der Klaffeneintheilung der Orte. Vom 3. August 1878.

Nr. 28 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 8. l. M., enthält:

(Nr. 1264.) Verordnung, betreffend die Einberufung des Bundesraths. Vom 5. August 1878.

Nr. 29 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 12. l. M., enthält:

(Nr. 1265.) Verordnung, betreffend die Einberufung des Reichstags. Vom 9. August 1878.

Nr. 30 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 24. l. M., enthält:

(Nr. 1266.) Auslieferungsvertrag zwischen Deutschland und Brasilien. Vom 17. September 1877.

Gießen, am 26. August 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. Boekmann. ... ... .......

Prof. Birnbaum, rlmg nrcnfabrik unter seht gen gesucht, Nähens ______(M -Werg, Mtsfiug, chen kauft rger, Neuenweg 193. Neuhof bet Langens n Gartenarbeiten n- Schuchard.

n häuslichen Metten chen wirb gesucht. der Exped. d. M. ellner,

serviren kann, Mo erfragen in der 6$ptb. (5091

>e8 Dienstwadchen auf Anlage LIt. C. Nr. *>. er, Stiefeln, Hemdes, es gesetztes Gold M Roßhaar, Möbeln M Rothenberger, ieuenweg 193.

)ächselhündinmltB' , am Halse einefitbe abhanden gekoniiins- eT oder Demjenissv . hjesklbe geben km i der Wed. d. Bl- rselben^irdIwano^ hhausuhr am 26. Aff f*

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Deutschland.

Darmstadt, 26. August. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht:

Am 6. August den Univerfitäts-Gerichtsactuar an der Landes-Universität, Karl Schmitt, zum UniversitätS-Rentamtmann an der Landes-Universität zu ernennen.

Berlin, 23. August. Pikant und von Jntercffe ist es jedenfalls, daß die russische Regierung eine der ersten ich glaube sogar die allererste war, die von dem neuen Socialtsten-Gesetzentwurf eins der ersten Exemplare sich von hierzum Studium" übermitteln ließ. Eine der schwersten Arbeiten des neuen Reichstages dürften die Wahlprüfungen sein. Denn täglich mehrt sch das Material über Wahlbeeinfluffungen, unter denen sich ganz eigenthüm- Iche Fälle finden. So wird u. A. eines der neugewählten Reichstagsmitglteder, dos eine hohe amtliche Stellung einnimmt, beschuldigt, bet Vtsitattonsretsen in amtlicher Eigenschaft Wahlreden gehalten zu haben; aber nicht etwa als Reichs- tags-Candidat, sondern als Amtsperson. (Fr. Journ.)

Berlin, 24. August. Die Berathungen des Socialisten-Gesetzes im Justizausschuß des Bundesrathes gleichen durchaus den Discussionen in Reichs- logs'Commissionen, worin die verschiedensten Ansichten auf einander platzen. Im Ausschuß sitzen unversöhnliche Gegner und unbedingte Vertheioiger der Vorlage; zwischen beiden stehen Andere, die theils eine Milderung , thetls eine Verschärfung einzelner Bestimmungen erstreben. Das Reichsamt ist ein Stein des Anstoßes für Viele. Andererseits wird mit viel Geschick und Schärfe die Nothwendtgkeit der Besiegung außergewöhnlichen Nothstandes durch außergwöhnltche Mittel betont und dem Verfaffer des Entwurfs, als welcher der Minister des Innern, Graf Eulenburg, betrachtet wird, die Aner­kennung in logischer Energie ein streng einheitliches Werk geschaffen zu- haben, nicht versagt. Diese Einheitlichkeit ist schwer zu durchbrechen, und in ihr liegt die sicherste Gewähr dafür, daß schließlich die Vorlage den Ausschuß unverän­dert (?) passirt. Im Vereine mit dem Präsidenten des Reichsjusttzamts dürfte dem Grafen Eulenburg hauptsächlich die Vertretung der Vorlage im Reichstage zu­fallen. Das persönliche Eingreifen des Fürsten Bismarck in diese Debatte, dem man mit Sicherheit entgegensieht, dürfte sich doch nur auf die in Betracht kom­menden allgemein politischen Gesichtspunkte beschränken. Mit Spannung sieht man auch dem ersten Auftreten des Grafen Stolberg entgegen. Es gilt jetzt alS wahrscheinlich, daß Graf Stolberg die Eröffnung der Retchstags^ession vollziehen werde, da der Reichskanzler voraussichtlich erst gegen Mitte Septem­ber in Berlin eintreffen wird. Der Gesammt-Stellvertreter des Reichskanzlers und Vtcepräsident des Staatsmtnisteriums wird nunmehr auch die Leitung der politischen Geschäfte in die Hand nehmen und voraussichtlich für's Nächste Berlin, wohin er heute aus Norderney zurückkehrte, nicht wieder verlasien.

Die Unruhen in Harburg beschäftigen die Regierung sehr eingehend. Der ganze Vorgang, welcher auf ein Bündntß der Welfen mit den Social­demokraten zurückzuführen ist, hat in Regierungskreisen einen sehr deprimirenden Eindruck gemacht, und cs liegt auf der Hand, daß man sich die Gelegenheit nicht wird entgehen laffen, bei den Verhandlungen über den Welfenfonds, die im Landtage unausbleiblich find, daraus Capital zu schlagen. Der Minister des Innern hat direkten Bericht eingefordert, und es steht die strengste Bestra­fung der Schuldigen zu erwarten. Man vermuthet, daß die Untersuchung erneuten Anhalt für das Vorhandensein einer welfischen Agitation bieten möchte, welche, wie bekannt, von der Welfenpartei und ihren Freunden so energisch in Lbräe gestellt wird.

DerHamb. Corresp." enthält ein Telegramm aus Kiel, wonach in gut unterrichteten Marinekreisen verlauten soll, daß es neuerdings fraglich ge­worden sei, ob Anklage gegen die bei der Affaire desGroßer. Kurfürsten" bttheiltgte« Ofßeierr «Hobe« «d eiv Kriegsgericht berufen werde. Die In-

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struction, kurze Distanz zu halten, soll angeblich von dem Chef der Admiraütä selbst ertheilt worden sein.

Man erfährt nun bereits aus Petersburg, daß der Mord des Generals Mesenzow nicht unerwartet gekommen sei. Drei Tage vor seiner Ermordung hatte er einen Brief erhalten, worin ihm sein Schicksal im Voraus angezeigt wurde. Er war übrigens nicht der Einzige, gegen den sich die geheime Vehme in dieser Weise gewandt hat. Man will in Petersburg wiffen, daß andece hervorragende Personen schon früher in solcher Weise gewarnt worden seien, und man nennt darunter Namen, wie den des. Unterrichtsmtnisters Tolstoi, des früheren Justizministers Pahlen u. A. Die Mörder sind noch nicht ent­deckt. Die Nachforschungen sollen indeß die Hoffnung gewähren, ihnen auf die Spur zu kommen. Die Section der Leiche des Ermordeten hat ergeben, daß der Dolchstoß mit außerordentlicher Gewalt geführt ist. Der Dolch ist durch zwei Tuchlagen des Mantels, durch ebenso viel Lagen des Rockes, durch die Weste und die Wäsche so gewaltig in den Körper gedrungen, daß man bequem zwei Finger in die Wunde stecken konnte. DerTelegraph" theilt mit, daß die mit dem feurigen Rappen bespannte Droschke, sobald sie an die Tscherny- schewbrücke gelangt war, von ihren beiden Jnsaffen verlaßen wurde und als­dann, nur vom Kutscher besetzt, Wetter davon eilte. Wie in russischen Kreisen in Paris erzählt wird, vermuthet man, daß die Ermordung eher das Werk einer Privatrache als politischer Fanatismus ist. Die Mörder, welche offenbar den vornehmen Ständen angehören, so nimmt man an, haben im Auftrage einer Dame gehandelt, welche sich von der Polizei tödtltch beleidigt glaubt.

Berlin, 25. August. Wie ein Berichterstatter derNat.-Ztg." hört, ist in letzter Stunde noch von der bereits bestimmten Hinrichtung Thürolfis Abstand genommen worden, da sich in Betreff des Sabatzky'schen Mordes noch ein Zeuge gemeldet haben soll, der gravirende Thatsachen gegen Thürolf zur Sprache bringen will.

Gumbinnen, 21. August. DerBürger- und B.-Fr." veröffentlicht eine Reihe von Schriftstücken, durch welche der Beweis geführt wird, daß die geheime Wahl in vielen Bezirken des Gumbtnner Wahlkreises vollkommen illusorisch gemacht war. Zur Charaktertsirung aller übrigen gehöre das erste Schriftstück: Unter Anführung von Zeugen erklärt Oeconom Otto Helm­dach von Lenkeitschen wörtlich :Als wir am 30. Juli beim Beginn der Wahl das Wahlloca! betreten hatten, gab mein Bruder, der Gutsbesitzer Julius Helmdach von Lenkeitschen, den ersten Wahlzettel ab. Der Wahlvorsteher Naujoks öffnete denselben, las den darauf verzeichneten Namen, faltete ihn wieder zusammen und legte ihn erst dann in die Wahlurne. Mein Bruder verwies ihm dieses Verfahren als unzulässig, trotzdem wiederholte Naujoks das­selbe noch mehrmals bei allen Zetteln unserer Bekannten, von denen er ver- muthete, daß sie den Namen des Candidaten, von Saucken, enthielten. Auf wiederholte Proteste dagegen sagte er zu dem Wahlbeisitzer, Besitzer Motzkus aus Jeffen:Der Herr Landrath habe ihn dazu ermächtigt" [11). Er Höne erst mit dem Oeffnen der Zettel auf, als der Ortsschulze Karwelies aus Jeffen es ihm auf das Ernstlichfte verwies. Als er meinen eigenen Zettel öffnete, dauerte es so lange, daß es dem Protokollführer Lehrer Riel zu langweilig wurde und dieser den Naujoks fragte: Naujoks, riecht es nach Saucken? worauf Naujoks antwortete: ja, er hat auch einen."

München, 25. August. Mit Genehmigung des Königs findet im nächsten Jahre eine internationale Kunstausstellung in München statt, die sich alle 4 Jahre wiederholen soll; der König hat das Protectorat derselben über­nommen.

Detmold, 15. August. DerElberf. Ztg." schreibt man: Während des gestrigen schweren Gewitters, das von Süden her über unsere Stadt zog, hat ein Blitzstrahl das Hermannsdenkmal getroffen. Der Blitz fuhr am Blitz­ableiter herunter, ohne irgend erheblichen Schaden anzurichten. Nur etwas Kalk wurde von der Wand herabgertßen. Zwei Männer, die vor dem Regen