und Bertttenmachung eines zweiten Hauptmanns per Bataillon. Bei dem Extra-Ordtnartum wurde der Antrag Widmanns, demzufolge zur Adaptirung der Werndlgewehre für verstärkte Patronen 1,712,000 fl. im Sinne der Regte- rungsnorlage bewilligt werden sollen, nach mehrstündiger Debatte, an welcher die Minister Bylandt und Andraffy theilnahmen, mit 30 gegen 23 Stimmen angenommen.
P-sth, 23. November. Der Heeresausschuß der ungarischen Delegation hat nach einer eingehenden Debatte die für die Umgestaltung der Werndlgewehre eingestellte Summe von 1,712,000 fl. votirt.
Schweiz.
Bern, 23. November. Die NachrichtZder Madrider „Correspondencia", daß mehrere Cabinete der Schweizer Bundesregierung angezeigt hätten, sie würden ihre Vertreter von hier abberufen, wenn die Schweiz fortfahren sollte, Anarchisten aller Länder aufzunehmen, ist nach an amtlicher Stelle etngezogener Erkundigung unbegründet.
KkanKreich.
Pari-, 21. November Heute Vormittag hat, wie aus Paris telegraphisch berichtet wird, zwischen Gambetta und dem ehemaligen Minister des Innern, de Fourtou, in Plessis-Ptquet ein Pistolen-Duell stattgefunden, bei dem einmaligen Kugelwechsel wurde keiner der Duellanten verwundet. Der stenographische Bericht der französischen Kammerverhandlungen stellt den betr. Zwischenfall in der Kammer, der zu dem Duell Anlaß gab, folgendermaßen dar:
. . . Gambetta: Das ist eine Lüge,?metn Herr! Präsident: Sie werden selbst anerkennen, Herr Gambetta, daß ein solcher Ausdruck in diesem Hause nicht gebraucht werden darf, und werden ihn daher freiwillig zurücknehmen. Gambetta: Ich bin dazu bereit, wenn der Mann, welcher auf der Tribüne steht, zur Wahrheit zurückgekehrt sein wird. (Beifall links, Lärm rechts). Cuneo de Ornano: Und so spricht der „Diktator der Unfähigkeit", dcr sich unter dir Erde verkriechen sollte! Präsident: Ich muß darauf bestehen, daß eine parlamentarische Sprache geführt wird, wie die Geschäftsordnung vorschreibt. Gambetta: Ich gebe zu, daß mein Ausdruck nicht parlamentarisch war. Aber wenn ein Mann, der sich für einen Regierungsmann ausgiebt, seinen politischen Gegnern nachsagt, sie wollten zum Bürgerkriege hetzen und einen Jeden, der nicht von jeher seine Ansichten getheilt hat, zurück- weisen, so konnte ich seine Worte auf französisch nicht anders charakterisiren. Jndeffen um der Geschäftsordnung willen nehme ich den Ausdruck zurück. (Beifall links), v. Fourtou: Wenn man alle neuen Ankömmlinge von der Republik fernhält . . . Gambetta: Und General Gresley! Und Herrn v. Montaltvet! v. Fourtou: Das geschah nur ganz gelegentlich. Gambetta: Und als Thiers und Mmusat Sie selbst zu den Geschäften beriefen, waren Sie damals ein neuer Ankömmling oder vielleicht insgeheim schon ein Meineidiger? Präsident: Sie sehen, wohin diese Unterbrechungen führen. Unterbrechen Sie nicht, Herr Gambetta! Worauf v. Fourtou in seiner Rede fortsährt.
England.
London, 21. November. Die erste Ueberschreitung der afghanischen Grenze fand Seitens der beim Khurum-Flusie befindlichen englischen Truppen am Donnerstag um 3 Uhr früh, an einem kalten und sternklaren Morgen, statt. Das 10. Husaren-Regtment ging über eine Furt des Flusies, welche sich eine halbe englische Meile unterhalb der Brücke befand, und nahm Besitz von den südlich gelegenen Hügeln, indem es die Garnison von Kapiyanga abschnitt. Zu derselbsn Zeit überschritt eine Compagnie des 29. Eingeborenen-Regiments den Khurum, eine englische Meile oberhalb Kapiyanga. Bet Tagesanbruch ging die Avantgarte des Khurum-Corps über die Brücke und rückte schnell auf das Fort los, welches sie von der Garnison verlassen fand. Nur drei Kinder waren zurückgelaffen worden. General Roberts beobachtete dieses Vorgehen von einer kleinen Befestigung auf der britischen Sette des Flnsses. Die Avantgarte wird ihren Vormarsch gegen das Fort Amadshama fortsitzen, welches in einer Entfernung von fünf englischen Meilen im Thale belegen ist. (Nach einem neuesten Telegramm ist dieses Fort schon besetzt worden).
London, 23. November. Gladstone hat ein Schreiben an das Oppo- sittons^Comtts für die afghanische Angelegenheit gerichtet, worin er die Regierung beschuldigt, die Parlaments-Acte von 1858, deren Zweck es sei, zu verhindern, daß die Regierung der Controle des Parlaments durch Benutzung indischer Gelder und Truppen entgehe, verletzt zu haben. — „Daily News" melden aus Jamrud: Die Garnison von Alt-Musjid ließ Waffen, Proviant, 21 Geschütze und etwa 50 Blessirte zurück; die Engländer machten zahlreiche Gefangene, darunter den Commandanten der Garnison des Forts. — „Adver- tsser" meldet: Die Zahl der Todten und Blessirten bei den Operationen im Khyber-Passe wird aus 300 geschätzt.
— „Reuters Bureau" meldet aus Konstantinopel: Der Sultan hat ein Schreiben an den Kaiser von Rußland gerichtet, worin er für dessen Erklärung hinsichtlich der Ausführung des Berliner Vertrages dankt und den Kaiser ersucht, zur Unterdrückung des Aufstandes in Macedonien beizutragen. Dieses Schreiben soll Chaktr Pascha, welcher sich nach Livadia begeben soll, in Odessa zugestellt werden.
London, 23. November. Eine telegraphische Meldung aus Lahore enthält den Bericht des britischen Befehlshabers, General Brown, von der Einnahme von Ali-Musjid. Es wurden darnach viele Gefangene gemacht, 10 Kanonen und eine Anzahl Lastthiere erbeutet. Zwei englische Offictere wurden getödtet, einer verwundet, außerdem 30 bis 40 Mann thetls getobtet, theils verwundet. Die Armee des Generals Brown rückt heute in der Richtung von Khana vor.
— Nach einem Telegramm des Vtcekönigs von Indien vom gestrigen Tage ist die Brigade Roberts gestern im Khurum-Thale ohne Widerstand zu finden, vorgerückt und hat zwei kleinere Forts, welche bereits vor ihrem Ein- rücken geräumt waren, besetzt. Die Haltung der Bevölkerung ist friedlich.
Italien.
Nom, 23. November. Zu dem morgigen Empfange des Königs und der Königin werden umfassende Vorbereitungen getroffen. — Die Blätter geben der Befriedigung über die anläßlich des Attentats von den auswärtigen Journalen veröffentlichten sympathischen Kundgebungen Ausdruck. Die Verhaftungen von Internationalisten in verschiedenen Städten dauern fort. In,
Pisa sind 3 Personen verhaftet worden, welche verdächtig sind, sich an den Wersen der Bombe betheiligt zu haben. In Padua fanden bet drei Jntei- nationaliften Haussuchungen statt; es sollen dabei compromittirende Schriften mit Beschlag belegt worden sein.
Neapel, 23. November. Garrbaldi hat an Cairoli folgende Depesche genchtrt: Ich sende Ihnen Kuß und Umarmung, dem Könige meine Glückwünsche. — Der König empfing gestern eine Deputation der Provinz Basilicata, bestehend aus dem Präsecten, einer großen Anzahl Bürger und 60 Syn- dtcos der Provinz.
Asten.
Lahore, 23. November. „Civil- und Military Gazette" meldet: Eng, lische Kavallerie und Infanterie besetzte ohne Kampf Sibt, einen Ort östlich von Dadiir auf afghanischem Gebiet.
Telegraphische Depeschen.
Waguer'» tcUgt* Torrrspvude») B»rea».
Darmstadt, 24. November. Die Besserung der hohen Patienten hat wesentliche Fortschritte gemacht.
Lahore, 24. November. Major Cavagnare meldet, daß die Truppen der Afridis 500 Mann des afghanischen Heeres abschnitten und ihnen Waffen und Ausrüstungsqegenständ(. abnahmen.
Bukarest, 24. November. Das Amtsblatt dementirt die Angaben des Journals „Orient", wonach Rußland mehrere von der europäischen Commission für die Grenzbesttmmung zwischen der Dobrudscha und Bulgarien Rumänien zugesprochene wichtige Localttäten der Dobrudscha für Bulgarien behalten wolle und Rumänien deshalb bei den Signatarmächten des Berliner Vertrages Pro« test erhoben hätte.
Paris, 24. November. Fürst Orloff ist hierher zurückgekehrt. — Privatmeldungen aus Petersburg stellen in Abrede, daß Rußland die Herstellung einer permanenten Mtlitärstraße durch die Dobrudscha verlange. Rußland, heißt es, habe sich darauf beschränkt, von Rumänien zu verlangen, daß die Convention vom 4. April 1877 auf die Dobrudscha Anwendung in Gemäßheit der Bestimmungen des Berliner Vertrages, welche die Verkehrsverbindungen der russischen Truppen betreffen.
Madrid, 24. November. Der Prozeß gegen den Mörder Moncafi kommt morgen vor den Appellhof von Madrid. Die Journale bringen Meldungen von einigen politischen Verhaftungen in Saragossa.
Paris, 24. November. Ein Telegramm des „Temps" aus Rom vom 24. d. meldet, daß daselbst 300 Verhaftungen stattgefunden haben. Die Regierung besäße Beweise von einer ausgebretteten Verbindung gegen das Leben des Königs. — Man versichert, daß die neulich gestohlenen 2'/2 Millionen sich gegenwärtig in den Händen der Internationalisten befänden. — Passamante fährt fort, die Existenz von Compltcen zu leugnen.
Lahore, 24. November. Die britischen Truppen unter Generalmajor Biddulph sind mit der Abtheilung unter Major Sandemann bis in die Nähe von Pishin vorgerückt.
Pesth, 25. November. Der Budgetausschuß der österreichischen Delegation hat über die Vorlage in Betreff der Nachtrags-Credite für die Occupa- tion berathen. Nach langer Debatte, in welcher Graf Andrassy wiederholt das Wort ergriff, wurde der Antrag Herbst, die Delegation möge mit Rücksicht auf den unvollständigen Nachweis der verausgabten Summen und in Erwägung, daß die verfassungsmäßige Zustimmung des Reichsraths dem Berliner Vertrage, auf Grund dessen die Verausgabung geschah, noch nicht ertheilt wurde, über die Vorlage zur Tagesordnung übergehen, mit 14 gegen 6 Stimmen angenommen.
Rom, 24. November. Hundert Kanonenschüsse und das Geläute der Glocken des Capitols und des Monte Citorio verkündeten heute Nachm. 3 Uhr die Ankunft des königlichen Zuges. Der König, die Königin, der Prinz von Neapel, Herzog von Aosta, Ministerpräsident Cairoli, ferner mehrere Minister und die Präsidien des Senats und der Deputirten-Kammer trafen auf dem festlich geschmückten Bahnhofe ein und wurden hier von den am Orte ge« bliebenen Ministern und Parlamentsmitgliedern, dem Sindaco und der meindejunta feierlich begrüßt. Vor dem Bahnhöfe standen sämmtliche Etvik und Militärbehörden, auf dem Platze Termini die Vereine mit Fahnen und Musik. Auf dem ganzen Wege bis zum Quirinal bildeten die Truppen Spalier. Das königliche Paar wurde bei dem Heraustreten aus dem Bahnhofe mit end losem Jubel empfangen. Die Musik Corps spielten die Königshymne. Der königliche Wagen, in welchem der König, die Königin, der Prinz von Neapel, der Herzog von Aosta und Cairoli saßen, fuhr über den Termini-Platz, durch die Nationalstraße und die Quirtnalstraße, überall von einer dichten Menge um- drängt, welche Hochs auf den König und die Königin ausbrachten. Dem Wagen folgten geordnet alle Vereine bis zum Quirinal, wo neue Deputationen marteren. Das Königspaar erschien wiederholt auf dem Balkon, um für die unablässig fortgesetzten Ovationen zu danken. Die Stadt ist reich geschmückt und be- fiaggt. Auf den Straßen herrscht reges Treiben. Zu heute Abend ist eine glänzende Illumination vorbereitet und werden auf den öffentlichen Plätzen Musik-Corps spielen.
Lokal,Notiz.
Gießen, 25. November. Bei dem am Freitag Abend wegen Unbotmäßtgkeil und Widersetzlichkeit gegen die Polizei verhafteten Handwerksburschen wurde nachträglich ein Schlagring, ein gefährliches Instrument, oorgefunden.
--In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurden aus einem Hofe in der Wilhelmstraße 4 Hübner und 1 Habn und auf dem Neuenweg 2 Hühner gestohlen: ebenso wurde im Gartfeld, von einem kaum mannshoch gelegenen Fenster, eine GanS mitgenommen.
--Wegen Ruhestörung fanden Samstag Nacht ein Studiosus und Sonntag Nacht ein anderer Herr liebevolle Aufnahme im ©tncfhauS.
Vermischtes.
Alzey. Arn 20. November Abends brach kurz nach 5 Uhr in der Scheuer des Hrn. Abel in der Froschgosse Feuer aus, nachdem noch einige Minuten zuvor darin gedroschen worden ist. DaS Feuer griff so rasch um sich, daß in nicht V* Stunde 4 weitere Scheuern, welche ebenfalls vcllständtg mtt Stroh angefüllt waren, und ein Wohnhaus in vollen Flammen standen. Trotzdem der Wind arg tobte, ist es durch allfeitige rasche Hülfe und Anstrengungen der Feuerwehr gelungen, gegen 7 Uhr Herr deS verheerenden Elements zu werden. Menschenleben oder sonstiges Unglück sind nicht zu beklagen.
Wetzlar, 18. November. Die allgemeine Volksversammlung, welche am 9. December v. I. im Schützengarten abgehalten wurde, hatte einstimmig den Beschluß gefaßt, die Zutheilung unseres Kreises zum Regierungsbezirk Wiesbaden zu beantragen
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