rrnsten Bestrebungen bestechen lassen. Wir haben schon vtelsachr Klagen *on Äaurermnen - -»• - Die Correspon.Inachträglich schr in der Qualität der gelieferten Stoffe getäuscht haben. Die o.ceynl-
Verfügung des Polizeipräsidiums voö „Berl. Freien Presse" auf Grund des
Telegraphische Depeschen.
Wsgner'A telegr. Uo«eespynde«r • •«««««♦
Yeter4b«rg, 23. October. Dem Blatte „Golos" wurde die Erlaub, nitz gum Straßcuverlaus wegen eines Artikels über das deutsche Soctalistengesetz
Kußland.
Warschau, 20. October. Welch' weite Verzweigung die Nihilisten Verschwörung in Rußland hat, beweist u. A. nach der „BerU Börs.-Ztg." auch die Lhsrsache, daß sogar an weit entfernten, fast in der Polarzone gelegenen Punkten, wie Archangel und Cholmogory, zahlreiche Verhaftungen aus Anlaß der Emnrdung des Generals Mesenzew in Petersburg stattgefunden haben. Wie dcm Petersburger Wochenblatte „Nedicta" berichtet wird, sind die Gefäng- ntsir tn bcn genannten beiden Städten, sowie in dem noch nördlicher gelegenen StLdtLe?. Koltz Mit Nihilisten, welche demnächst nach Petersburg transportirt werden sollen, L^erfüLt. Aus dem Gefängniß in Cholmogory sind jedoch unlängst sechs Nihilisten, darunter eine Frau, entsprungen, und zwar auf so geheimniß» volle Weise, daß man die Gefangenenaufseher in Verdacht hat, ihnen behülsttch gewesen zu sein; es haben deshalb bereits Verhaftungen stattgefunden.
sind andauernd gespannt.
Nach detaillirter Meldung aus Konstantinopel sind die Unruhen in Mace- donien ernster als vermuthet ward. Eine Schaar von 2000 wohlbewaffneten Bulgaren griff am 18. Krasna an; am 19. dauerte der Kampf noch fort. In den bulgarischen Districten Djuma und Samakof ist gleichfalls Alles zur Er« Hebung bereit. Auch Raslik ist von einem bulgarischen Angriff bedroht. Alles deutet aus eine wohlvorbereitete neue bulgarische Erhebung. — Aus Bukarest. Dem Vicepräsidenten des Senats Demeter Bratiano wurde der Konstantinopeler Gesandtschaftsposten übertragen. General Ghika wurde^ zum Gesandten in Petersburg ernannt, obwohl der hiesige russische Vertreter Stuart nur den Rang etneS Mtnisterresidenten erhielt.
Berlin, 23. October. Der „Reichsanzeiger" publicirt ferner eine Bekanntmachung des Polizeipräsidiums vom heutigen, wonach auf Grund des § 11 deS Socialistengesetzes 34 namentlich aufgeführte, nicht periodische, seit 1872 erschienenen Druckschriften verboten werden. Davon sind 16 in Berlin,
durch den Bundesrath zu bestellenden Recursinstanz erfolgt morgen.
— Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Die definitive Instruction des preußischen Ministers des Innern für die Ausführung des Socialistengesetzes wird unverweilt ergehen. Eine Vertagung des Bundesraths tritt überhaupt nicht ein. vielmehr bleibt dessen Thätigkeit auch jetzt eine fortlaufende, indem daS Plenum voraussichtlich allwöchentlich zusammentritt, während die Ausschüsse n ununterbrochener Thätigkeit bleiben. Die Angabe, daß in nächster Reichs« tagssession jedenfalls die in der vorigen unerledigten Vorlagen wieder eingebracht werden sollen, sind verfrüht, da hierüber bisher Bestimmungen noch nicht getroffen sind, auch in nächster Zeit noch nicht getroffen werden dürsten. — Dasselbe Blatt erklärt die Nachricht, daß v. Bennigsen irgend ein hohes Reichsamt rugesichert worden wäre, für eine leere Erfindung. Desgleichen widerspreche die Behauptung den Thatsachen, daß die Compromiß-Verhandlunzen seitens des Reichskanzlers nur mit den Nationalliberalen unter Uebergehung der Conseroa- tiven geführt worden wären. Fürst Bismarck habe sowohl mit Helldors als auch mit Kardorff bezügliche Besprechungen gehabt.
London, 23. October. Der Schatzkanzler Rorthcote hielt in Wolverhampton eine Rede, in welcher er heroorhob, man könne nicht sagen, sicher zu fein, daß die Kriegsausstchten, die man als beseitigt betrachtet habe, sich nicht wieder erneuerrn würden. Die Frage sei, ob die Arrangements des Berliner Vertrages ausgeführt würden. Man könne nicht verkennen, daß gegen die Ausführung gewisser Theile des Vertrages sich Schwierigkeiten erheben würdei. , Er wünsche, den Unterzeichnern des Vertrages, namentlich dem Sultan, möge die Wichtigkeit einleuchten, daß das große Dertragswerk nicht wieder vernichtet werde.
Berlin, 23. October. Laut im „Reichsanzetger" mitgetheilten Bekanntmachungen sind die vom hiesigen Polizeipräsidium verbotenen Vereine die nach- stehend genannten: der Verein zur Wahrung der Interessen der werkthätigeu Bevölkerung Berlins, der Verein für communale Angelegenheiten des Nordost- Districts, der deutsche Tabakarbeiter-Verein und der Verband der deutsche»
entzogen.
Madrid, 33. October. Zn Folge der energischen Vorstellungen der spanischen Regierung wurden Seitens der marokkanischen Behörden am 21. d. in Gegenwart bcS spanischen Consuls die Wachmannschaften, welche an dem Tage, aLL der spanische Unterthan Liano von Marokkanern ermordet ward, mit der Ueberwachung des Lazareths betraut waren, streng bestraft.
Berlin, 33. October. In einem Artikel, überschrieben „Die Annahme des Socialistengesetzes", weist die „Prov.-Corrrsp." auf das vertrauensvolle Zusammenwirken der staatserhalteuden Mehrheit des Reichstages mit der Re- giermig hin, wodurch ein neues festes Band für alle staatserhaltenden Parteien auch zu weiterer fruchtbringender Thätigkeit gewonnen worden sei. Allseitig sei klar erkannt und offen ausgesprochen worden, daß das neue Gesetz vor Allem dm Boden wieder frei machen solle für eine segenbringende positive Thätigkeit auf dem Gebiete der Volkswirthschaft und ernster Fürsorge des Staates für alle berechtigten und besonnenen socialen Bestrebungen. Möge die Wirkung des Gesetzes'sich bald so erfolgreich bewähren, daß diese ernsten Bestrebungen wieder allseitig günstigen Boden in unserem Volke finden. ■ ?.
denz meldet ferner, daß der Landtag voraussichtlich auf einen Tag der am 18. November beginnenden Woche einberufen werde.
— Das hiesige Polizeipräsidium hat aus Grund des Socialistengesetzes vier hiesiae Vereine aufgelöst. f „
Wien, 23. October. Meldungen der „Pol. Corr." Mlltheilungen, welche der Pforte aus Ueskueb, Küstendsche und Morokope (Bulgarien), sowie aus der Umgegend von Salonichi zugegangen sind, geben Kunde von großer, Besorgniß erregender Agitation. In Philippopel wird eine Kundgebung gegen die ostrumelische Commission vorbereitet. In Seres (Macedonien) sind bereits Unruhen vorgekommen. Die Beziehungen zwischen der Pforte und Rußland
heute wurde die heutige Nummer der „L w ... z 11 des Socialistengesetzes verboten, gleichzeitig auch das fernere Erscheine« dieses Blattes untersagt.
Kopenhagen, 23. October. Dem „Morgen-Telegraphen" wird go meldet: Die Regierung erhielt die Mittheilung, daß das gelbe Fieber u St. Thomas ausgebrochen ist. Vier Soldaten wurden davon befallen.
Nom, 23. October. Es heißt joon zuverlässiger Seite, daß 6air.li das Mininisterium des Auswärtigen, General Borelli das Kriegsminist-rmn Akton das Marine- und der Deputirte Speziale das Ackerbau-Ministerium
Schmiede. „ , t ,
Paris, 23. October. Der „Agence Havas" wird aus Kanea von heute gemeldet: Ein Telegramm der türkischen Regierung spricht Mukhtar Pascha den Dank für die Pacification der Insel aus. — Der Sultan hat den durch die Convention bedingten Aenderungen seine Zustimmung gegeben..
Berlin, 23. October. Durch ~
--ft5)a8 Comits deS KriegerfesteS erzielte gelegentlich der Feier im v. I «offenen Sommer eine Einnahme von 2901 JL 32 H Die Ausgaben betrugen 2725* I 79 Der Ueberschuß mit 175 53 wurde bei der Gewerbebank angelegt. ■
Gießen, 24. October. Viele Städte, namentlich SüDeutschlands un1) so a a der hiesige Platz werden eben wieder mit Katalogen resp-PretS-Coura M dec Magazins du Louvre“ in Paris geradezu überschwemmt. Die Adressen sind offenta. einfach an Hand der neuesten Adreßbücher der betr. Staate gefertigt, so-da«-sich [
mand darüber zu wundern braucht, wenn sein Name in Pari« bekannt ist. iU becd werden durch eigens bezahlte Agenten jener Häuser Adressen gammelt and zahlen selben ihren Unteragenten, welche die betr. Formulare ausfüllen, für je 100 Adre 8
1 Die voluminösen Kataloge nebst Musterläppchen sind in Holland bei der 4
aufgegeben, weil die niederländische Post solche zu 2«/, Cent also EiwiS billiger s
die französische und die deutsche befördert. Die Besitzer jenerMagazine,w.lcheUr^» mehrere Millionen derartiger Kataloge versenden, erzielen dadurch, daß sie dteieuv«
als große Colli nach Holland schicken und dott erst der Post überaebenS«°r ziemliche Ersparniß, trotzdem müssen aber die HerstellungS- und Sp-ditionSkost-n S i l\
ungeheuere sein und sich auf Hunderttausende von FrancS belaufen. Diese Sumw I müssen natürlich bei den Geschäften wieder- herauskommen, !doch wollen,wir host «, »i nur recht wenige unserer schonen Landsmänninen sich durch die scheinbar v.u , Preise und den Zauber, welchen das Wort Paris vielfach in Modcsachen noch ausi.^ ~ " Wir haben schon vielfache Klagen "vn Käuferinnen gehört, w -che
übernehme. ___________________
” 5 L o k a lVR o t i z.
Gießen, 24. October. Verhaftet wurden beute Nacht zwei Handwerksbursch^ welche sich um 11 Uhr in der Herberge auf daS Solideste verhauten und einen grovw Menschenauflmif^ verursachten. ^iite Nacht ein älterer Mann, welcher obdachw
in der Stadt^sich Dienstag Abend verhaftete Mann aus Münchholzhausm erhell schon gestern Morgen für feine Schlingeleien gegen Mädchen 6 Wochen auDirtri
nut nach Außen finden; nehmen wir nun an, ein solches Geschäft mache einen 1 jährlichen Umsatz von 30,000—40,000 Mk. und der Eingang dieses Betrages wird durch durchschnittlich täglich drei Postoorschuß-Sendungen und drei Postanweisungen vermittelt, so involvirt dies eine jährliche Abtragsgebuhr von 108 Mk., d. h. etwa V3 pCt. des Umsatzes, bei einem Reingewinn, veranschlagt aus 10 pCt., vom Umsatz aber 3i/3 pCt. des Reingewinnes! Das ist ja aber nicht etwa der einzige, dem Postsäckel und dem Verkehr solch eines einzigen Geschäfts erwachsende Gewinn; es versendet jährlich tausend oder mehr Packet- zu 25 und 50 Pf., empfängt tausend Postanweisungen, deren fede 20 Pf. Porto kostet, und zahlt, wenn es die Sendungen srankirt, für die unter Nachnahme gehenden im Werthe von vielleicht 15,000 Mk. mindestens 300 Mk. Nachnahmegebühren i Die Post erhebt für Nachnahme von 1 Pf. bjz 5 Mk. 10 Pf. Gebühren, arbeitet also mit mindestens 2 pCt. Nutzen bei einem Geschäft, das sich reglementsmäßig innerhalb 7 Tagen abwtckeln muß, nach kaufmännischen Begriffen als 100 pCt. pr. Jahr und weit darüber ab- wirft. Und dabei ist cs ja ganz selbstverständlich, daß die Post ihre Gebühren erhebt, gleichviel, ob der Adressat die Sendung einlöst oder nicht."
— Die „Nordd. Allg. Ztg." unterzieht die Namensabstimmung des Reichstags über das Socialistengesetz einer näheren Betrachtung, welche also schließt: So lang- eine Partei existirt, welche sich äußerlich als Vertreterin katholischer Jntcreffen gertrt, in Wirklichkeit aber, wie die neuliche Abstimmung schlagend beweist, in feindseligster Haltung gegen die Reichsregierung im Bunde mit allen blos negirenden Tendenzen und deshalb im direkten Widerspruch mit den wahren Jntcreffen der Kirch- lediglich politische Ziele verfolgt: so lange um diese Partei als Crystallisationspunkt alle Elemente sich gruppiren, welche ",7H7 H «,rn . in < in $,nb
bie Institutionen des Reichs und des preußischen Staats mit blindem Haffe 9 in Zurich, 3 m Brüssel, 2 in Chicago, 1 in Bern, 1 Parw, V-,lh verfolgen, - so lange wird selbstverständlich jeder Versuch resultatlos bleiben, und 1 ohne Angabe des ®c($eiimng8oite« h"ausgck°mmen. Die Wahl der den Culturkampf im Wege friedlicher Verständigung zu beenden. Einer k™ ... n.ft.n.nh.n w.mrSmftnm moraen.
solchen Partei gegenüber wird auch bet den wohlwollendsten Intentionen des römischen Stuhles keine Garantie dafür geboten werden können, daß der kirch- 1 liebt Friede in Deutschland zur Wahrheit werde.
Kiel, 20. October. Seit einigen Tagen hat vor dem hiesigen, mit der Führung dieser Sache besonders beauftragten Marine-Stations-Auditoriat die Voruntersuchung in Sachen des Unterganges des „Großen Kurfürsten" ihren Anfang genommen; nahezu hundert an der Katastrophe mehr oder minder be- theiligte Personen sind vorgelaven, die der Nordseestation Wilhelmshasen angehörenden dürften bereits sämmtlich dahier eingetroffen sei,. Am 31. Mai verlor die deutsche Flotte ihr schönes, stolzes Schiff, den „Großen Kurfürsten", unter Umständen und in einer Weise, welche jedem denkenden Menschen die Frage sick aufdrängen ließt wie ist ein so entsetzliches Unglück möglich geworden? Welch' grobe Fehler müffen da stattgefunden haben 1 Einstimmig machte das Verlangen nach sofortiger strenger Untersuchung des Unfalls sich laut; bald auch erfolgte von maßgebender Stelle die bestimmte Zusicherung, daß diesem Verlangen gewillfahrt werden solle. Die Havarie-Commission trat in Kiel zusammen und erstattete ihren gutachtlichen technischen Bericht, welcher dann gleichwie der Werner'sche im Reichstage durch den Chef der Admiralität der bekannten wunderbaren Beleuchtung sich zu erfreuen hatte. Daß die Berufung eines Kriegsgerichts gleich darauf erfolgen werde, darüber war alle Welt einig, man stritt sich nut noch über die Zusammensetzung deffelbcn, welchem Armee-Corps der Antrag »erde ertheilt werden u. s. w. Dann plötzlich ward es still und inuner stiller von Der Sache. Auch die osficiellen und officiösen Belehrungen, Erklärungen und Beschönigungen verstummten. Di- öffentliche Meinung tappte vollständig im Dunkeln, und gar Mancher wohl gab sich dem Glauben hin, mit dem „Kursürsten" und seinen 300 Opfern sei auch die Untersuchung be- grairn. Doch nein, dem war nicht so! Zwar schreiben wir jetzt schon Mitte Octoücr und vier und ein halber Monat sind seit dem die deutsche Nation b-»:gcnd-n Unglücksfall bereits dahin gegangen: dafür beginnen wir jetzt aber auch schon mit der Voruntersuchung, die dann möglicherweise im Laufe der Zeit noch zu einer wirklichen kriegsgerichtlichen Untersuchung und Aburtheilung führen kamr. Sier wann? fragt das deutsche Volk den Chef der Admiralität, Herrn Staatsminister v. Stosch. (Köln. Ztg.)
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