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Freitag, den 25. October

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1878

AnMk- unb Amtsblatt für bea Kreis Gießen

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

Gießen, am 23. October 1878.

Gießen

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Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

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H Verbrechens zu schließen, zu erinnern. Wenn ein Monarch, der sein Leben inb seine Krone eingesetzt hat, um die Wünsche seiner Nation zu verwirklichen, und der dies stets erlangt hat, wenn ein milder und volksfreundltcher Herrscher, k so populär ist, daß man ihn als Heldengreis gleich sehr pries, wie als ge- tichten Vater seines Volkes, in seiner Hauptstadt, mitten unter der ihn begeistert liieinben Bevölkerung seines Lebens nicht mehr sicher ist, dann sind alle, auch ne schärfsten Ausnahmemaßregeln innerlich und äußerlich berechtigt.

Dieser Gedanke hat die Majorität des Reichstags erfüllt und nahm jüngst noch Form an, als im Reichstage selbst die soctalisttsche Agitation von Neuem |nch und drohend ihr Haupt erhob. Auch hier traf der Reichskanzler das Rechte, als er Vertrauen forderte. Von der Anwendung des Gesetzes haben wir vchts für die Volksfreiheit zu befürchten, nachdem Fürst Bismarck, der bisher fetö das ihm entgegengebrachte Vertrauen gerechtfertigt, erklärt hat, er verlange M »Gesetz, welches ohne gewaltthätige Auslegung ehrlich die Erreichung der Zwecke der Regierung gestatte, und er sei fest entschlossen, über die loyale Ausführung des Gesetzes zu wachen.

Darmstadt, 22. Octbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beil. Nr. 26) enthält:

1. Bekanntmachung Großherzogltchen Ministeriums des Innern, die Be­stätigung von Stiftungen und Vermächtnissen betreffend.

2. Nachtrag zum Verzeichniß der aus der Großherzoglichen Ludewigs- Univerfttät zu Gießen im Winter-Semester 1878/79 zu haltenden Vorlesungen.

3. Erhebung in den Fretherrnstand.

4. Namensveränderungen.

5. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 27. Septbr. dem evang. Pfarrer Simmermacher zu Dietzen­bach die evang. Pfarrstelle zu Hatnchen zu übertragen; am 2. Octbr. den Landgerichts-Assessor bet dem Landgerichte Gernsheim, Dr. Karl Etgenbrodt, zum Bezirksstrafgerichts - Secretär bei dem Bezirköstrafgerichte Darmstadt zu ernennen.

Am 26. Septbr. wurde dem Schullehrer Hugo Ltnck zu Blofeld die dritte Gemeinde-Schulstelle zu Echzell, dem Schullehrer Wilhelm Heyl zu Kefenrod die erste Gemeinde-Schulstelle zu Büttelborn, am 2. Octbr. wurde dem Schul­lehrer Johann Friedrich Lamm zu Worms die evang. Schulstelle zu Nieder- Ltebersbach, am 4. Octbr. wurde dem Schullehrer Konrad Becker zu Unter- Sensbach die Gemetnde-Schulstelle zu Ernsthofen übertragen; am 8. Octbr. wurde der Militäranwärter Konrad Bayer aus Eppelsheim zum Conducteur bet der Matn-Neckar-Etsenbahn ernannt.

6. Ruhestandsversetzungen. Se. Köntgl. Hoheit der Großherzog haben allergnädtgst geruht: am 5. Octbr. den Kreisarzt Wilhelm Diehl zu Butzbach, den Kreisarzt Dr. Ferdinand Block zu Reinheim, an dems. Tage den Distrtcts- einnehmer der Distrtctseinnehmerei Vilbel, Rendanten Ludwig Haller, auf sein Nachsuchen in den Ruhestand zu versetzen.

7. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die Gemeinde - Schulstelle zu Utphe mit einem Gehalt von 685 jl 71 H. Das Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grafen zu Solms Laubach zu; eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Vilbel mit einem Anfangsgehalte von 1000 jl.

8. Sterbesälle. Gestorben sind: am 30. August der Dtstrictseinnehmer t. P. Rendant Justus Merte zu Darmstadt; am 8. Septbr. der Schullehrer Johann Wilhelm Corvtnus zu Bindsachsen; am 28. Septbr. der Schullehrer Heinrich Kaspar Köhler zu Trais-Münzenberg.

Berlin, 21. October. Die Nachricht desBerl. Tagebl.", daß am 1. November 20,000 Rekruten mehr als im vorigen Jahre eingezogen werden sollen, ist vollständig aus der Lust gegriffen. Ein Vergleich mit der Aller­höchsten Cabinetsordre vom 23. Januar 1877 mit der vom gleichen Tage des Jahres 1878, auf Grund deren die Rekrutirung der Armee für das Jahr 1877/78 und 1878/79 erfolgt ist, bezw. noch erfolgen wird, zeigt nur die ein­zige Verschiedenheit, daß 1878 bei vier preußischen Infanterie-Regimentern auf jedes Bataillon 35 Mann mehr eingezogen werden, dagegen verlieren im Jahre 1878 die mecklenburgischen auf jedes Bataillon 20 Mann gegen das Vorjahr. Wenn man nun von der Vermehrung der vier preußischen Regimenter oaS Minus der mecklenburgischen Regimenter abzieht, so kommt man zu einem Plus von noch nicht 100 Mann. Eine anderweite Ordre als die vom 25. Januar ist aber weder in der ersten Hälfte dieses Jahres, noch seitdem ergangen. Es ist also nicht ersichtlich, worauf dasBerl. Tagebl." seine Mittheilung, wenn diese nicht rein erfunden ist, stützen will.

Berlin, 22. October. Gegen die neueste bereits mehrfach verurtheilte Verfügung des General-Postmeisters, betr. die Behandlung der Postnachnahmen, circultrt jetzt in den kaufmännischen Kreisen eine Petition an den Reichstag, der wir Folgendes entnehmen:

Es gibt in Berlin und im ganzen Lande Tausende von Geschäften mitt- I leren und kleineren Umfanges, welche den Absatz ihrer Fabrikate oder Maaren

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? Nach der Entscheidung.

Die Verhandlungen im Reichstag haben sowohl eine Mehrheit für das

Deutschland.

Darmstadt, 22. October. Se. König!. Hoheit Prinz Leopold von Großbritannien und Irland ist heute Nachmittag 1 Uhr 38 Min., von der Gwßh. Familie am Bahnhofe empfangen, zu mehrtägigem Besuch hier einge- fwffen und im Neuen Palais abgesttegen.

Einschreitens gegen die socialen Gefahren zu bestärken. Zu gleicher Zett ist dadurch die Hoffnung gestiegen, daß eine sich und der Regierung vertrauende Majorität des Reichstags für die Sicherung einer stetigen und segensreichen Entwickelung des Reiches eintreten wird. Nach einer erbitterten Gegnerschaft her Deutsch-Conservativen und Liberalen, wie sie sich noch während des Wahl­kampfes kund gab,^4st das Ereigniß einer Vereinigung dieser Parteien, um den staatserhaltenen Absichten der Regierung dienstbar zu sein, um so erfreulicher. Es ist für die Zukunft von Bedeutung, daß der Reichskanzler erklärt hat, sein Bestreben ginge über das Socialistengesetz hinaus, er beabsichtige, wo möglich uis den drei Parteien, die überhaupt an den staatlichen Zwecken der Regierung in befreundeter Weise mitarbeiteten, und aus der Regierung zusammen eine |kste, sich gegenseitig in allen Theilen vertrauende Phalanx zu bilden im Stande ij, allen Stürmen, denen unser Reich ausgesetzt ist, wirksamen Widerstand ent- zegenzusetzen. Das Gesetz gegen die Socialdemokratie hat sich als nothwendig Mesen, weil die Agitationen eine so bedauerliche Schärfe angenommen hatten, daß Fürst Bismarck im Reichstage, ohne Widerspruch zu finden, hervorheben konnte, daß aus Furcht vor der weiteren Entwickelung der socialistischen Um hiebe das Vertrauen und der Glaube im Innern nicht wiederkehren und daß dchhalb auch die Arbeitslosigkeit so lange andauern werde, als uns die Social- demokratie ernstlich bedroht. Um das öffentliche Vertrauen zu heben, war es fit den Staat eine Nothwendigkeit, die Macht der Agitatoren zu brechen. Es ist ein Akt der Rothwehr, den der Staat ergreift und sehr richtig betonte der Reichskanzler, daß wir, je zeitiger wir diese Nothwehr eintreten lasten, mit desto weniger Schaden für die Freiheit der Uebrigen und für die Sicherheit und den ' inneren Frieden damit zu Ende kommen werden. Es war nicht nöthig, auf die kannten Ausschreitungen des gedruckten und gesprochenen Wortes hinzuwetsen, durch welche auf Gewalrthaten und Königsmord, auf die Untergrabung aller Autoritäten hingewirkt wurde; die Erinnerung an die Attentate genügte, um fden Vaterlandsfreund en seine ernste Pflicht, die socialdemokratische Schule

Die diesjährige Kreis-Lehrer-Conferenz soll

Mittwoch den 6. November, Bormittags 9 Uhr, in dem Saale des GasthofsZum Einhorn" zu Gießen abgehalten werden. Sie wollen Die Lehrer Ihrer Gemeinden hiervon mit dem Ansügen in Kerntniß setzen, daß wir dringend wünschen müssen, daß ohne triftigen Grund kein Lehrer fehle. Ihre geistlichen Mitglieder werden zur Beiwohnung freund­lichst eingeladen.

Zur Verhandlung kommen folgende Gegenstände:

1) Die Errichtung und Einrichtung von Schulbibliotheken zum Gebrauche für die Schulkinder. Referent: Kreisschulinspector Büchner.

2) Umfang und Art des Geschichtsunterrichts in der Volksschule. Referent: Lehrer Müller zu Ober-Hörgern.

3) Der Unterricht in der Physik, insbesondere der Gebrauch der eingeführten physikalischen Lehrmittel in der Volksschule. Referent: Lehrer Kalbfleisch zu Gießen.

Die für die Monate October und November angesetzten Special - Conferenzen fallen vorerst aus.

Dr. Boekmann.

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Betreffend : Kreis - Lehrereonferenz.

Die Großherzogliche Kreis-Schul

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