Ausgabe 
25.7.1878
 
Einzelbild herunterladen

8-

teil unter

'4

* kmpseh!« ich ^cbamme, 1 dn Brandgch.

en) Haus-

Pchent ^Daiu

«n,

er s h e i m.

? Nii

Pflege.

Uhr, welche regelmäßige

des.

Vorstand.

e

ßerordentliche tionalen und der

.zeigers

hr oom Asterweg bis

ütrlortn. Abzugebeu b. d. @ipeb. d. Sl.

0'

1ITBA

ehrten Publikum ron Annoncen in stens empfohlen, r Annoncen be- wie auch

Auskunft bereit-

0

?räoderuDg-

SljtfÄ*

Hfo. 150. Donnerstag, den 25. Juli 1878..

Kießencr 'Itiyeiger

Anrrige- nni ImtsMett fit den Kreis Gieße«.

RedaetionSbureaor Gartenstraße 6. 165.

Expeditionsbureaur Schulstraße 8. 18.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag-.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher Hheit. Bekanntmachung.

Der Künstlerverein zu Leipzig beabsichtigt mit Genehmigung der Königlich Sächsischen Regierung im November l. I. eine Verloosung von Kunstwerken zu veranstalten, deren Reinertrag zur Erbauung eines Künstlerhauses zu Leipzig verwendet werden soll.

Großherzogliches Ministerium des Innern hat die Erlaubniß zum Vertrieb der betreffenden Loose im Großherzogthum ertheilt und es ist nach dem festgestellten Verloosungsplan die Ausgabe von 40,000 Loosen ä 3 . und die Anschaffung von 20000 Gewinnen

im ungefähren Gesammtwertb von 100000 F. in Aussicht genommen.

Gießen, den 20. Juli 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Dr. B o e k m a n n._________________________________________________________

' Gießen, am 23. Juli 1878. '

Betreffend: Die Reichstagswahlen.

Das Großhcrzogliche Kreisamt Gießen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien.

Diejenigen von Ihnen, welche mit Erledigung unserer Verfügung vom 12. d. M. im Anzeiger Nr. 163 noch im Rückstände sind, erinnern wir an dieselbe mit Frist von 24 Stunden bei Meidung Zusendung eines Wartboten.

Dr. Boekmann. ______________________

Bekanntmachung.

Be treffend : Die Reichstagswahlen.

Nachdem der Unterzeichnete für die bevorstehenden Reichtagswahlen zum Wahlcommiffär des ersten Wahlkreises des Großherzog- thums, bestehend aus:

1) dem Kreise Gießen;

2) der dem Kreise Alsfeld angehörenden Gemarkungen:

Atzenhain, Bernsfeld, Ermenrod, Flensungen, Ilsdorf, Kirschgarten, Lehnheim, Merlau, Nieder-Ohmen, Ober-Ohmen, Ruppertenrod Wettsaasen und Zeilbach;

3) der dem Kreise Schotten angehörenden Gemarkungen:

Eichelsdorf, Gedern, Glashütten, Groß-Eichen, Klein-Eichen, Mittel-Seemen, Nteder-Seemen, Ober-Lais, Ober-Seemen, Ober-Schmitten^ Steinberg, Unter-Seibertenrod und Volkartshain;

4) der dem Kreise Büdingen angehörenden Gemarkungen:

Bellmuth, Bergheim, Berstadt, Bingenheim, Btsies, Berstädter Markwald, Bletchenbach, Blofeld, Reichelsheimer Antheil an der Bingenhetmer Mark, Bobenhausen I, Borsdors, Dauernheim, Dauernheimer Hof, Schleifeld, Echzell, Echzeller Markwald, Eckartsborn, Effolderbach, Fauerbach, Geis-Nidda, Gelnhaar (Jsenb. u. Doman.), Gettenau, Heuchelheim, Hirzenhain, Kohden, Harbwald, Leidhecken, Lißberg, Michelnau, Nidda, Ober-Widdershetm, Ortenberg, Ranstadt, Schwickartshausen, Selters, Conradsdorf, Unter-Schmitten^ Unter-Widdersheim, Grund-Schwalheim, Usenborn, Wallernhausen und Wtppenbach

ernannt worden ist, so bringt derselbe hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß

Samstag den 3. August, Vormittags 11 Uhr,

in dem Sitzungssaale des Rathhauses (alte Realschule) zu Gießen die Durchsicht der Protokolle über die Wahlen in den einzelnen Wahl­bezirken und die Zusammenstellung des Resultates der Wahlen stattfinden und sodann das Ergebniß der Wahl verkündigt werden wird. Der Zutritt zu dem Local steht jedem Wähler frei.

Gießen, den 22. Juli 1878. Der Wahl-Commifsär:

Dr. Boekmann, Provinzial-Director.

Aokilischer Theil.

Politische Rundschau.

Der Kaiser hat seine erste Spazierfahrt gemacht, die demselben vor­trefflich bekommen ist. Se<* dem Umschlag der Witterung hat sich das Befinden Sr. Majestät so erfreulich gebeffert, daß er am 22. ds. nach Babelsberg über­siedeln konnte. Die Kaiserin gedenkt nach Baden-Baden, die Kronprinzessin nach Hamburg abzureisen. Der Kronprinz begibt sich nach Brüsiel, um der silbernen Hochzeit des belgischen Königspaares beizuwohnen.

Der kaum geschlossene Friede ist weit entfernt, jene Beruhigung der Gemüther im Gefolge gehabt zu haben, welche man von ihm erwarteu durfte. Man mag die Geschicklichkeit noch so sehr bewundern, welcher es gelang, den Ausbruch eines europäischen Krieges für jetzt zu verhindern, aber man wird nicht leugnen können, daß die Festsetzungen des Berliner Friedens in ihrer Unbestimmtheit Stoff und Anlaß zu neuen Verwicklungen in Hülle und Fülle boten. Die Eilfertigkeit, mit der man schließlich bei der Redaction des Friedens- mstrumentes vorgegangen, hat vor Allem Griechenland zur Pforte in eine sehr heikle Lage gebracht und wenn man auch die kriegerischen Expec torationen der Nachkommen Achilles und Agamemnons nicht gar zu ernst und vollwichtig nehmen darf, so verdienen dafür die militärischen Maßnahmen der Pforte, welche ihre Südgrenze zu sichern befliflen ist, eine um so gespanntere Aufmerksamkeit. Schon haben die Mächte von dem Artikel des Berliner Friedens Gebrauch gemacht, der ihnen die Möglichkeit läßt, mit ihrenguten Diensten" zwischen den Regierungen von Athen und Konstantinopel zu vermitteln und dennoch ist nicht einmal die Tinte allüberall trocken geworden, mit welcher die Souveräne durch ihren Namenszug den Vertrag zu ratificiren hatten.

Conservattve und Socialdemokraten geben sich in der gegen­wärtigen Wahlbewegung die Hand, um die vereinigte liberale Partei aus dem Sattel zu heben. In dem zweiten Berliner Wahlkreis, wo die Agitation am stärksten ist, verbreiten die Socialdemokraten, welche zwar keine Versammlung abhalten, aber deren Sendlinge von Haus zu Haus bis in das vierte Stockwerk dringen, einen Wahlaufruf, in welchem es ganz nach dem Recepte der Agrarier und anderer Sonderbündler von Liberalismus und Fort­schritt heißt: Er hat mit Zustimmung der Regierung die Wuchergesetze auf­gehoben und es dadurch erreicht, daß der Kleinmeister unerschwingliche Zinsen bezahlen muß! Er hat Actien- und Gründerfretheit proklamirt, wodurch der Mittelstand um sein sauer erspartes kleines Kapital betrogen worden ist. Die Verwandlung lebensfähiger Privat-Geschäfte in Actten-Gesellschasten hat die Überproduktion, den Ruin der konkurrirenden Kleinmeister, die Noth, die Arbetts- losigkeit, die heutigen Zustände erzeugt! Der Liberalismus hat durch Freigabe der Schwindel Auktionen, der Wauderlager, der betrügerischen Massen-Ausver- käuse mehr Nachtheil, mehr Verluste über das Kleingewerbe gebracht, als es eine wohlorgantsirte Diebesbande zu thun im Stande gewesen wäre! Gut gebrüllt, Löwe!

Der Friede und das schöne Wetter scheinen die Finanzw elt zu allerlei neuen Operationen zu ermuthigen. Rußland trat zuerst mit seiner neuen Orientanleihe, mit der Kleinigkeit von' 200 Millionen Rubel an den Markt. In Paris wurde die neue dreiprocenttge französischere nie angemeldet. Wie man sagt, braucht Frankreich ca. zwei Milliarden Francs. Hierauf folgten die vierprocenttgen Pfandbriefe der schwedischen