Ausgabe 
25.6.1878
 
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Vermischt«».

, «m 7weVaI' 21 ®efJcrn ist bet Stockhausen zwischen 45 Uhr Nachmittags gefallen, der, soweit bis jetzt übersehbar, arge Verwüstungen anae-

! « n Ott\ 2)16 ?Mr Y18 uoch nicht bekannten Dttails über uie Xi; nette beS Unglücks werden wir un|ern Lösern erst demnächst mittheilen können.

, , Marktbrett (U^terfranken) Ein Fall urwüchsiger Loy alstät ist ausO>-ricklls- bsim zu berichten, In der M ,chen Wirthschaft äußerte sich ein M tzg^rbarsch^ über btc. Mordversuche gegen den Kaiser in-einer W ise, die den gut deutsch gesiinten Wirth f6 btztere aber nahm die Strafrechtspflege in seine eigene Hand; er oer- etzte dem Sprecher mit den Worten .im Namen desK.isers" eine derbe O-rfeiae, ließ sofort eine ^zweite Jm Namen deS Königs von Bayern- falzen, faßte ihr daran am Kragen und warf ihn unterBeihülfe einiger Bürgerim Namen des deutschem Balkes* zum Hause hinaus.

worin Ausnahmegesetze, nöthigenfalls auch Einschränkungen des Wahlrechts und des Vereinswesens für zulässig, und die Sicherstellung der finanziellen Selbstän­digkeit des Reichs für nothwendig erklärt werden.

Hesterreich.

Wien^, 22. Juni. DiePolit. Corresp." berichtet aus Athen von heute: In Folge der Berliner Meldungen über angebliche, Griechenland un­günstige Beschlüsse des Congreffes herrscht hier förmliche Panik. Die Regie­rung setzt die Rüstungen eifrig fort. Vor der Abreise des Congreß-Delegirren Detyjannis beschloß das Cabinet.^eine eventuelle Zulaffung Grtechenlands zum Congresie mit blos consultativer Stimme nicht zu acceptiren. Doch würde in diesem Falle der griechische Gesandte in Berlin den Verhandlungen des Con­greffes beiwohnen und der griechische Minister des Aeußern nach Athen zurück­kehren. In Epirus und Theffalien nimmt der Aufstand zu. Zahlreiche Jasur- gentenführer organisiren den Aufstand. Auf Kreta haben neuerdings mehrere blutige Kämpfe zwischen Insurgenten und Türken stattgefunden. DerPolit. Corresp." wird aus Belgrad vom 21. d. berichtet: Die Jnsurgentensührer Milanooic und Widovic find nach Berlin abgereist, um dem Congreffe ein Memorandum über die Forderungen der in Bosnien lebenden orthodoxen Serben zu überreichen. Aus Konstantinopel vom 21. d. meldet diePolit. Corresp." : Demeter Bratiano wird heute vom Sultan empfangen und darnach nach Bu­karest zurücksehren. Derselbe ist von seinem Empfange aus dec Hohen Pforte befriedigt. Die Frage des Austausches der Kriegsgefangenen ist geregelt.

22. Juni. DiePolit. Corresp." meldet aus Bukarest vom 22. d.: Die in Cttttnje abgehaltene Versammlung der herzegowinischen Jnsur- gentenführer bezweckte, alle Rajahs zu den Waffen zu rufen. Die untere Herze­gowina verweigerte entschieden jede Theilnahme, da die maßgebenden Persön­lichkeiten daselbst entschieden zu Oesterreich hinnetgen. Seit vorgestern sind alle Kämpfe bei ©futari eingestellt. In Montenegro sollen Nachrichten von bestbe­freundeter Seite eingelangt sein, welche den Montenegrinern anempfehlen, dem energischen Auftreten Oesterreichs gegenüber nicht auf allzuweit gehenden An­sprüchen zu bestehen. DiePolit. Corresp." meldet aus Konstantinopel von heute: Die Ruffen legen Torpedos zwischen San Stefano und Rodosto. 19 Torpedo-Boote sind auch für den See von Tschekmedje angekommen. ]

England.

uc?OttrDtt' f22* Juni.Morning Post" schreibt: Salisbury habe das engltsch-ruffriche Abkommen nur mit seinen Initialen unterzeichnet, wodurch zwar die Gültigkeit nicht afficirt sei, das Document aber doch mehr den Charakter eines Arrangements zur Erleichterung von ernstlicheren Unterhandlungen annehme.

DieTimes" bringt ein Berliner Telegramm, wonach die Delegirten Englands, Oesterreichs und Rußlands sich gestern Abend über folgende Punkte vorbehaltlich der Zustimmung des Congreffes verständigt hätten: Bulgarien endet am Balkan. Die Türkei ist berechtigt, die Balkanpäffe zu befestigen und P^tze Sst besetzen. Sofia bildet einen Theil Rumeliens, Varna einen Theil Bulgariens. Die Türken behalten Burgas. Die nördlichen Grenzen Montenegros und Serbiens werden eingeschränkt und die betr. Staaten dafür tm Süden entschädigt. Diese Nachrichten sind nicht correct, vielmehr in dem ganzen letzten Theile unrichtig. Richtig ist, daß im Principe anerkannt wurde, daß Bulgarien am Balkan endet und daß die Balkanpäffe von den Türken besetzt bleiben, während Varna einen Theil der Vertheldigung Bulgariens bildet. Bezüglich Rumeliens, Montenegros und Serbiens ist es in Berlin noch n.cht zu Verhandlungen unter den Vertretern der concurrirenden Staaten gekommen. Die Verhandlungen über Bulgarien werden vielmehr noch längere Zeit in Anspruch nehmen. *

London, 22. Juni. Einige 20 conservative Mitglieder des Parlaments ersuchten den Lord-Mayor, ein Meeting der Bürger Londons zu berufen, um gegen das von dem BlatteGlobe" publicirte englisch-russische Abkommen Protest zu erheben. D-r Lord-Mayor hat zugejagt.

Spanien.

Madrid, 22. Juni. Die Königin ist an einem gastrischen Fieber er­krankt. Man befürchtete einen Augenblick deffen Ausartung zu einem typhösen Fieber. Die Familie Montpenster wird morgen erwartet.

Türkei.

^^ustantinopel, 22. Juni. Seitens der Regierung wird die Nach­richt europäischer Zeitungen, wonach der türkische Consul in Semlin seiner Zeit an dem Complote gegen den Fürsten Milan theilgenommen, als unbegründet bezeichnet; ebenso wird die Meldung serbischer Organe, daß das Complot erklärtcr ^ortc un^ Karageorgevic unterstützt worden, für unrichtig

Literarisches.

* (WerthvolleS illuftrirtes Drachtwerk nationalen Charakters.) In ber -weiten gänzlich umgearbetteten, bi» -um Jahre 1878 fortgesetzten Auflage liegt jetzt ln Lattichen Banden vollendet vor: Kaiser Wilhelm, der Wied-rhersteller d.s deutschen Reiches und seine Zeit. Ein Gedenkbuch für das deutscheVolk, von Ferdinand Schmidt und Franz Otto. (Leipzig, Verlag von Otto Spamer.) Obwol der Ausstattung nach, im Anschluß an das in Demselben Verlage erschienene Bach von Fedor von KoppenFürst Bismarck" ein Prachtwerk, kann dieses Gedenkbuch in Bezug aus Darstellung und Behandlung des Stoffes doch ein Volksbuch im edelsten Sinne deS Wortes genannt werden. Den Werth deS gedachten Werkes haben Se. Majestät der Kaiser Selbst anerkannt. 3tn JtaiferL Kabinetsschreiben vom 31. Januar 1878, an Herrn Ferdinand Schmidt gerichtet, heißt eS:Seine Majestät erkennen es mit Vergnügen an, datz Ihre schone Gabe volksthümlicher Darstellung sich in diesem Buche von Neuem bewährt hat, und daß durch Ihre und Ihres Herrn Mitarbeiters (Franz Otto) Hingebung mn die patriotische Aufgabe der deutschen Nation ein Werk geschaffen worden 'st-, das ihr die Entwicklung der mit der Wiedergeburt des deutschen Reichs zusammenhängenden Ereignisse in anregender, lebensvoller Weise zur Anschauung bringt. Leine Majestät halten Sich überzeugt, daß sich in diesem Sinne dem Werk die Be- urthetlung der weitesten Kreise zuwenden wird." Gleichzeitig hat das K. Preußische KultuSmtntstermm vom 23. Februar 1878 seine Befriedigung über die Ausführung deS Werkes durch Anschaffung einer größeren Anzahl von Exemplaren ausgesprochen, wie binn ^U(*> ^"^irftanb ber Strlincr Schuldeputatton erklärt: .Das Buch mit seimn reizmden Illustrationen ist ein wahres Familienbuch, das in keinem patriotischen Hause fehlen sollte. Sochen gewichtigen Empfehlungen gegenüber bedarf es weiterer Worte n^cht.

Telegraphische Pepeschen.

, Wagner'S telegr. Corresponbenz - Bureau.

f, Derlin, 23. Juni. Se. Maj. der Kaiser schlief die vergangene Nacht enlfrka3"aiet,In 80n2° Uhr Vorm. Das günstige Befinden Sr. Maj. des Kaisers dauert fort. Die Beweglichkeit des linken Armes nimmt merklich zu sh , (Unterz.) v. Lauer, v. Langenbeck. Wilms.

eingetr^en 23" 3un' ®taf Münster ist gestern Abend aus London hier

' J2; 3»ni. Das Unterhaus nahm die 80-Millionen-Creditvor- lage uut einer Majorität von 58 stimmen in der Generaldebatte an.

« Uh» 3nwf<7 23 2u°>- Die Leiche des Königs Georg ist heute früh i'Ngetroffeu und unter der Escorte einer Abtheilung der

Lechgachr nach der St. Georgs-Capelle gebracht worden.

2« 2nni. Der Zustand der Königin ist beunruhigend.

h« UtOT n''' bur* einc starke Hemorrbagie geschwächt. Der Herzog von Montpenster ist heute mit Extrazug eingetroffen.

recht gut ^schlafen W bCr ffalfcr bat bic ""gangen- Nacht

»ulaaritn'bLrA Ä rcuffifd,e Zugeständniß, daß das Fürstenthum «Mgarten durch die Balkan-Lime begrenzt und die Befestigung des Balkans gestattet werde, ist unbedingt abhängig gemacht von 'der Herstellung Sicherheit m der südliche., Provinz, für welche der Lame noch

z vesttmnzen sein wird und von der Bedingung, daß in dem ganzen Gebiet

her südlichen Provinz keine türkischen, sondern einheimische Miliz-n stehen. Sofia wird dieser Provinz angehoren. Die Verhandlungen wegen dieser Organisation werden noch fortgesetzt. Diese russische Bedingung gilt als absolut. Weqen der europäischen Control- für die südliche Provinz stehe» die B-rhandluiigen noch bevor. Die griechischen Angelegenheiten werden erst später zur Sprache *,c,b.ra*t wer"en. D,e autonomen Garantien für die südliche Proom, werden lebhafte Verhandlungen herbeiführen.

An die Behandlung der bulgarischen Organisations-Frage resp. die Frage einer vom Balkan bis zum Littorale reichenden Südvrooinz wird sich auch die Frage wegen Räumung der Festungen knüpfen und hierdurch die schwae- ri9c Frage entstehen, wie die Türkei, die sich völlig indifferent und zurückhaltend zeigt, zur Räumung anzehalten werden solle. Ueber Varna ist für B tlaarien dlöponirt; die Räumungsfrage wird sich außer Varna auch auf die. anderen Festungen erstrecken.

L o k a l-N o t i zV

_ Juni. Bel dem am (Samstag Nachmittag tobenden furchtbaren

tinCc? bcr ^kksim seit Menschengebenl'en, schlug der V!itz in die Mechanische Weberei der H.-rren Gedr. Hornberger ein ohne w leren Schäden anMrjchten als baß der Blitz an einem Webstuhl den soz. Zutel verbrannt Die furchtbaren Wassermassen nchteten im Felbe und der Stadt immmsen Schaden an. , oer Nacht von Samstag auf «Sonntag richteten verschiedene H rrchen

im sog.Kläwerngäßchen am Nahrungsberg den größten Uifug an. (Si.MprSblt teunt"werden^^ bcmollrt u. s. w. Wann wird diesem Uifug einmal ge-

m "Rheinische Quartett" führte sich gestern durch ein Cancert im

Wenzel schen Garten recht gut ein. War der Genuß des Gesanges tm G irten also schon ein sehr großer, so will e« unS doch bebünken, daß eigentlich ein Gesangs- Quartett in ben Saal gehört und haben sich die Herren auch entschloffen bei dem morgenden Concerr dortselbst zu fingen. Das Qiartetc, aus den früheren Jahren noch

Cm 2ltl?CrrnHin, ^M?rttgte seinen alten Olaf und brill rtr gestern arebec mst Jrfe ^lltschen Stimmen. Der Beifall deS Pudltkams war denn auch ein recht lebhafter und wird sich bet den Leistungen im Saale, wo das P.ani'si no und Forte erst zur rechten Geltung gelangt, wohl noch mehr steigern. 1.

s Oberhausen, 11. Juni. Die Rhein-und Ruhr-Ztg. schreibt: ,Dte Harmonika, dieses verhangnißvolle Instrument bei den Orgien der 18jährigen Fabrikarbeiter, hat auch gestern Abend wieder einmal zu einem Todtentan, aufgesp eit; sobald man sie nur hort, weiß man, daß die Polizei Arbeit bekommt. Sechs bis si den solcher doff aun is- ooll'N Jünglinge zogen gegen 8 Uhr mit der Harmonika ein in das Haus e;n-3 ber Büter. Dort wurde W.rthschaft improvistrt, indem man zusammenlegte und .en ?^uvowtrth nunmehr die Heranschiffang von Branntwein unt.-r Wahrnehmung auch seines Interesses aufgegeben. Mit Hülfe bieseSk ermuthigenden DafteS ging oann, nach- bem jnin Xan^e au^ norb Frauenzimmer aus ber Bahnhofs-Restauration heranaeholt ®orbel% ^r?llerei los- In bereu weiterem V:rfola schoß einer bec Jünglinge mit seinem sechsläufigen, in Erwartung etwelchen Vergnügens gelade-.ea Rwolo.'r einen anberen auf sechs Schritt tobt, ber zweite, dritte uib v erte Schuß wurde in den Hauffn der Collegen ohne Erfolg htneingefeuert und mit dem füiften eine n ders.-lben

ermRVbe10$e%rei"rea,CUCren jtl) '--»st- Schutz

(Bergebliche Vorsicht) Ein Gast wurde in München aus der Bierstube heraus gerufen, da draußen ihn Jemand zu sprechen wünschte. Dam't ihm inj-vischea sein voller Schoppen nicht von einem Unberufenen ausgetrunken werde, schrieb er auf nmfflinb C Jra ^^te: ,Jn dieses GlaS habe ich gespuckt, und befestigt- d-n Z ttel amGlase. AlS er zurückkehrte, waren von anderer Handschrift die Worte h-n.uaefuit: »Ich auch. 3

... mit -iner Puhwaar-nr-chnung.) Männchen, st-h' bie Not-,

bie konntest Du berichtigen.' - Mann: .Was, Note nennst Du bas? Das ist jr eine ganze Partitur!"

- Nestroy machte einmal eine Bemerkung:Es gibt Besuche, die man bis an die Treppe geleitet, nur um sich zu überzeugen, ob sie auch wirklich gehen!-

Kunst-Notiz.

seine Vertreter hat, beweist unser Landsmann, Photograph W. A. Stückrath in Weimar. Derselbe hat die Meisterwerke oo a Fr. Preller, dem genialen Zeichner der Odyssee-Landschaften, G c nel lt, FrieS, Darstellu agen ? »n 5? un^ Gehrts Aqaarelle und Zeichnungen

tu künstlerisch ausgeführten Photographien herausgegeben, wovon Gehrt S Dorn- aöschen in der Ferber'schen Buchhandlung ausgestellt ist.

Handel und Verkehr.

a - §\aPf UItk22,rÄunt" ®cr heutige Heu- und Stroh-Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität per Centn er JL 2.303.20, Stroh per Centn et JL 22.10. futter im @ro|cnba8 Pfunb 1. Qual. 90-95 2. Qual. 80-85 im Detail 1 Qual.

»n 21 Oual. v4L 1, Eier das Hundert v4L 4.50-6. Kartoffeln JL 56

«?0_Ktlo. Fleifchpretse: Ochsenfletsch per Pfd. 68-75 Kuh- u. Rindfleisch 55-64 3b Kalbfleisch 60-70 Hammelfleisch 55-68 Schweinefleisch 70-75 X Ibsm, geschälte (per 100 Kitogr.) 26-32 jl, ganze Erbsen 20-26 je, Bohnen 2528 JL, Linsen 2430 JL Speck 1 JL