1878.
Dienstag, den 25. Juni
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Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
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Darmstadt, 22. Juni. Bald nach den Reichstagswahlen werden auch \ die Ergänzungswahlen für 25 Mitglieder, welche gesetzesgemäß aus dem hessi , schen Landtag ausscheiden, stattzufinden haben- Rus den oberhefi. Wahlkreisen schei- < den aus : 3. Wahlkreis : (Butzbach) : Dittmar; 6. (Grünberg) : Frhr. v. Nordeck , zur Rabenau; (Lauterbach): List; 10. (Herbstein): Schmalbach ; 11. (Schot. ' ten): Sturmsels. Endlich scheiden aus die Abgeordneten folgender Städte: . Mainz: Dumont und Oechsner; Darmstadt: Welcker und Otto Wolfskehl; l Gießen: Hirschhorn; Offenbach: Weber; Worms: Edinger; Bingen: Allmann; ' Friedberg: Scriba; Alsfeld: Hofmann. 1
Berlin, 22. Juni. Die Untersuchungssache Nobiltng nimmt, so schreibt ' das „Tagblatt", einen immer bedeutenderen Umfang an. Tie Verhaftungen von Personen, welche im Verdacht stehen, mit dem Attentäter im Ccwplot ■ gestai den zu hoben, dauern sorr. Tie Criminal - Polizei ist in den Besitz von Schriftstücken gelangt, die einen Anhalt dafür bieten, ja ihr die Gewißheit . verschafft haben, daß Nobiling wirklich die That unter Mitwissenschast mehrerer Personen ausgesührt hat. Bei einer polizeilichen Turchsuchung der Wohnung eines Studenten fanden fich Papiere eines stuck, med. Abraham Blumenthal vor, welche diesen arg verdächtigen. Letztgenannter, deffen Eltern in Rumänien ihren Wohnßtz haben, war seit dem Attentate aus seiner bisherigen Wohnung verschwunden. DIumenihal, unter deffen Papieren mehrere sehr gut gelungene Photographien seiner Person fich vorsanden, ist mit Hülse derselben am Montag Mittag im Universitätsgebäude aufgefunden und durch einen Criminalbeamten verhastet morden. Er leugnet, Complice des Nobiling zu sein, und will denselben nur vorübergehend kennen gelernt, sonst aber mit demselben nie über Pläne, wie sie Nobiling verfolgte, am allerwenigsten aber über eine Ermordung des Kaisers gesprochen haben. Er räumt aber ein, sich den socialdrmokrati- scheu Bestrebungen hingeneigt zu haben, was auch daraus hervorgeht, daß bei ihm ablehnende Briese von verschiedenen Berliner Zeitungen vorgefunden wurden, die olle seine blutroth gehaltenen Artikel zurückgewiesen hatten. Ein anderer Student, deffen Verhaftung gemeldet wurde, führt den Namen Freudenthal ; er hat sich ebenfalls literarisch beschäftigt und ist durch Schriftstücke verdächtigt, die ihn mehr als ave anderen bisher verhafteten Personen belasten. Diese Papiere sind nun allerdings nicht bei ihm selbst, sondern im Besitze eines anderen, schon ftüher verhafteten Mannes vorgesunden worden; sie enthalten die thatsächlichen Beweise, daß der Plan, den Kaiser zu ermorden, schon früher bestanden, ehe Nobiling sein fluchwürdiges Attentat aussuhrte (?). Die Untersuchung über diesen bisher noch nicht bekannt gewordenen Vorfall wird sehr geheim geführt. So das genannte Blatt.
In dem Zustande des Dr. Nobiling ist eine Besserung nicht euigetreten. Zwar ist ihm vor einigen Tagen ein Stückchen Blei des in den Kops eingedrungenen Geschoffes von der Größe einer Erbse entfernt worden, doch ist die Gefahr für das Leben des Patienten hierdurch durchaus nicht beseitigt. Tie Aerzte sind vielmehr der Ansicht, daß trotz des im Allgemeinen recht günstigen Krankheitsverlaufes, bei der Schwere der Verwundung der Tod unter Umständen sehr schnell eintreten kann.
Berlin, 22. Juni. Bulletin von 10 Uhr Vorm. Nach vollkommen ruhiger Nacht ist das Befinden Sr. Maj. des Kaisers ein durchaus erwünschtes.
(Unterz.) v. Lauer, v. Langenbeck. Wilms.
Berlin, 22. Juni. In der gestrigen Bundesraths-Sitzung wurde die Rechtsanwalts-Ordnung angenommen. , _
— Der von dem Reichstage zu der Rechtsanwalts-Ordnung beschlossenen Resolution, betr. die einheitliche Regelung des juristischen Prüfungswesens, wurde von dem Bundesrathe in der gestrigen Sitzung eine weitere Folge nicht
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abmachung mit Rußland, mit der er auf dem Congreß erschien, als das bewährt, wofür man ihn hielt. Er hat gegen den Vertrag von San Stefano protestirt, um ihn ganz anzunehmen." Graf Andraffy spiele eine sehr traurige, aber wohlverdiente Rolle, sein größter Feind auf dem Congreffe sei England aus dem Grunde, weil er vor dem Congreffe Englands schlimmster Gegner gewesen. Andraffy hat den ersten Fehler begangen, indem er den Krieg zuließ. Diesen könne man ihm allenfalls verzeihen. Den zweiten aber habe er gemacht, als Rußland die Abmachungen mit Oesterreich brach, Adrianopel besetzte und die Bulgarei autonom machte. Damals verhinderte den Grafen Andraffy sein Ehrgeiz, den Kaiser vor die Wahl seines Rücktrittes und des Krieges zu stellen. Ein Bündniß mit der damals noch starken Türkei wäre ihm sicker gewesen. Den größten und unverantwortlichsten Fehler aber beging er, als er England, welches drei Wochen lang ein Woffenbündniß antrug, mit Ausflüchten abspeiste, in der Hoffnung, ein Sondercbkommen mit Rußland zu erzielen. Rußlands Rache für die Abweisung Jgnatieffts war dieselbe wie die Englands für die Zurückweisung des bewaffneten Bündniffes, nämlich die englisch-russische Verständigung. England wird alles thun, wcs Andraffy compromittiren kann. Die Gerechtigkeit verlangt, zuzugestehen, daß Andraffy jetzt am liebsten Krieg machen würde; allein Englands Bündniß ist jetzt nickt mehr zu haben. Ter Kaiser, sowie der Hof und die Militärkreise um den Erbherzog Albrecht wollen von Krieg gegen Rußland nichts hören und können heute Andraffy als Minister leicht enlbehren, den sie vor drei Monaten nicht hätten fallen lasten können, ohne England in sofortige Action zu treiben. Dorum auch sind die jetzigen Mobilifirungen Oesterreichs nur eine Deckung des Rückzugs Adrasty's, gar nichts anderes. Tas Tcppelreick Bulgarien ist fertig. Andrasty hat nicht den Muth es zu hindern. In fünf Jahren aber, äußerte jener Staatsmann — ich verbürge mich dafür als Kenner der Verhältniste — werden bk Bul- floref, Serbien und Montenegro, vielleicht auch Griechenland, ein Bündmß abgeschlossen haben, dem zuerst die europäische Stufet, in absehbarer Zeit aber dann das heutige Oesterreich-Ungarn zum Opfer fällt. Tos ist die Folge der Politik Androffy's und Salisbury's. Ein großer Fehler ist es, zu glauben und Andere glauben zu machen, das griechische Clement werde den Ponslovisten ein Gegengewicht sein. Tie Griechen, das ganze Königreich einbegriffen, zählen wenig über drei Millionen. Tieselben sind, was das Volk anbelangt, das Gegentbeil von dem, woraus man einen lebensfähigen Staat bilden kann. Die besseren Sphären sind Schreiber und Schwätzer. Man etablire autonome griechische Provinzen, gräcifire Südbulgarien und — in zwanzig Jahren ist Alles slavisch unter directem russischen Eiifluß. Eine Wiederstandskraft gegen den Panslavismus bat das griechische Element am allerwenigsten. Rußland wird die gemeinsame orthodoxe Religion ausspielen und den Orient in zehn Jahren thatsächlich erobern. Wenn Rumänien geschwächt und Griechenland oder doch der Hellenismus gestärkt ist, wird der Panslavismus auf der Balkanhalbinsel herrschen, Rußland Konstantinopel erlangen und Oesterreich in die Botmäßigkeit eines südslavischen großen Staatenbundes gerathen oder doch von demselben zu Tode gehetzt werden. Rußland hat den Vertrag von San Stefano scheinbar aufgegeben, um ihn thatsächlich durchzusetzen. Salisbury bekämpfte ihn, um ihn zuzulaffen. Andraffy unterschreibt den Austritt Oesterreichs aus dem Concert der europäischen Großmächte. Die Türkei wird in zehn bis fünfzehn Jahren den Todeskampf kämpfen zum Entsetzen des heute verblendeten Europas." (In dieser sonst intereffanten Meldung dürfte doch manches Falsche neben dem Wahren herlaufen). ~ n f
Berlin, 22. Juni. Heber den Stand der Tabakssteuer-Angelegenheit wird der „Voff. Ztg." mitgetheilt, daß dem Reichskanzler von einem hochge-
i stellten Beamten ein sehr ausführliches Memorandum überreicht worden ist, in : welchem derselbe sehr eingehend die Nachtheile entwickelt, welche sowohl die Einführung des Monopols als auch die Fabrikatsteuer mit sich bringen wurde, und chließlich Vorschläge macht, wie der Tabak zu besteuern sei, ohne daß dadurch der Tabaksbau und die Tabaks-Industrie ruinirt werden. Diese Vorschläge sollen sich, natürlich mit veränderten Sätzen, ziemlich eng an unser jetziges System der Tabaksbesteuerung anschließen. Ein anderes Memoire in derselben Angelegenheit wird jetzt von einem Mitglied des Reichskanzleramtes, welches m volkswirtschaftlichen Dingen als Autorität gilt, ausgearbeitet. Nach der Stellung deffelben zu den wirthschaftlichen Fragen ist mit Sicherheit anzunehmen, daß derselbe sich gleichfalls gegen das Monopol und gegen die Fabrikatsteuer aussprechen wird; in den weiteren Ausführungen wird er aber von ten Ausführungen des Verfassers der vorerwähnten Denkschrift abweichen, indem er vermuthlich einen sehr hohen Eingangszoll unter Modalitäten, welche ein Fortbestehen des inländischen Tabaksbaues ermöglichen werden, ohne die Differenz zwischen Einfuhrzoll und inländischer Steuer zu einem Schutzzölle und zu einer Prämie aus die Ausdehnung des Tabaksbaues zu gestalten, Vorschlägen wird. Denen aber, welche aus der Existenz dieser beiden Denkschriften auf ein Ausgeben der Monopolpläne folgern wollen, n eraaismann gqa»w y-u möchten wir doch in's G-dächtniß zurückrufen, wie fest der Reichskanzler etnmrl Der Conareß wird nicht den gefaßte Pläne trotz aller Schwierigkeiten weiter zu verfolgen Pflegt.
9 - - - - —, Stuttgart, 22. Juni. In dem 10. württembergischen ^Wahlkreise
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gegeben^ fischen Delegirten werden auch in der heutigen Sitzung des Congreffes keinen Protest gegen den zu erwartenden Beschluß, die Zulaffung Griechenlands betr., erheben. _ * _ ..
Berlin, 22. Juni. Heute fand die 4. Sitzung des Congreffes statt. Dieselbe begann um 2 Uhr und schloß gegen 43/4 Uhr. Alle Congreßbevoll- mächtigten waren gegenwärtig.
__ Ein Telegramm der „Times" aus Berlin meldet, den russischen Con- areßbevollmächtigten sei gestern die Antwort aus Petersburg zugegangen, worin die Vorschläge Lord Beaconsfields bezüglich der südlichen Grenze Rumeliens und Besetzung der Balkanlinie durch türkische Garnisonen angenommen wurden. Beaconsfield habe die Fortsetzung der Congreßverhandlungen von der Annahme dieser Bedingungen abhängig gemacht. Man glaube, das Resultat der heutigen Congreßsitzung werde ein befriedigende- sein. Die Verantwortlichkeit für Die Richtigkeit dieser Nachricht muß der „Times" Überlaffen bleiben.
Berlin. Ein Correspondent der „Köln. Ztg. theilt diesem telegra- graphisch nachstehende Anschauungen über die Thätigkeit des Congreffes mit die er ans einer Unterhaltung mit einem activen Staatsmann geschöpft hat und welche als wohl beglaubigt gelten dürfen. „D.r -cr.
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