Ausgabe 
24.2.1878 Zweites Blatt
 
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So* 4£. Zweites Blatt. Sonntag, ben 24. Februar 1878.

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Akstigt- vO |«t5ilatt für de« Kreis Gieße«.

BeHNtoHNMWIt Gartenstraße B. 165.

Schalstraße B. 18.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

A m tlicher I ß e i l.

B e k a n n t m a ch u n g.

Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 11. December v. Js. bringen wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten, daß die nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden:

Montag den ü* März d. Js. und folgende Tage:

für diejenigen, welche in den Jahren 1860 und 1861 geboren sind.

Montag den 11. März d. I. und folgende Tage:

für diejenigen, welche in den Jahren 1858 und 1859 geboren sind.

Die Prüfung beginnt an jedem Tag, Morgens 8 Uhr, dahier in der alten Kanzlei, Loutsenplatz 2.

Zugleich machen wir auf die neue Prüfungs-Ordnung zum einjährig freiwilligen Dienst, Anl 2 zu § 91 der Ersatzordnung v. 28. Sep­tember 1875 (Reg.-Bl. Nr. 55 von 1875) wiederholt aufmerksam und insbes. auf § 2, worin die hinsichtlich der einzelnen, Prüfungsgegenstände gestellten Anforderungen enthalten sind.

Darmstadt, den 18. Februar 1878.

Großherzogliche Prüfungs-Commission für einjährig Freiwillige.

Der Vorsitzende:

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politisch

Wochenübersicht»

Am kaiserlichen Hose wurde die Doppelhochzeit der Prinzessin Char­lotte, Tochter des Kronprinzen, mit dem Erbprinzen von Sachsen-Meiningen und der Prinzessin Elisabeth, Tochter des Prinzen Friedrich Karl, mit dem Erbgroßherzog von Oldenburg gefeiert. Sonntag den 17. d- fand die Unter­zeichnung der Ehepacten statt, am folgenden Tage wurde zunächst vor dem Minister des königlichen Hansis, welcher die Ehen in das Civilstands-Register des königl. Hauses eintrug, die bürgerliche Eheschließung und später durch den Hofprediger Kögel die kirchliche Einsegnung der Ehen vollzogen. Vor der Trauung überreichte der Präsident deö Reichstages eine Adresse, welche der Freude der Abgeordneten über die Vermählung der Prinzessinnen mit deutschen Prinzen Ausdruck gab. Als Gäste waren gegen 50 Fürstlichkeiten anwesend, von nichtdeulschen in erster Linie das belgische Königspaar und zwei englische Prinzen. Die Bevölkerung der Hauptstadt zeigte eine außerordentlich lebhafte Theilnahme an dem Familienfeste des Herrscherhauses.

Fürst Bismarck ist endlich am 14. d. nach Berlin zurückgekehrt und hat auf Alle, die ihn sahen, den Eindruck erfreulicher Rüstigkeit wie geistiger Frische gemacht. Die Mttthetlungen, welche er am 19. d. im Reichstage zur Beantwortung der Interpellation der reichstreuen Fractionen über die auswär­tige Politik der deutschen Regierung gemacht hat, bilden natürlich das große Ereigniß des Tages. Vollkommen beruhigend für die Sache des Weltfriedens waren seine Aeußerungen zwar nicht; aber er ließ doch darüber wenigstens keinen Zweifel bestehen, daß Deutschland in keinen Krieg verwickelt werden würde, da seine Jntereffen nicht in Frage ständen. Der deutschen Politik stellte er die Aufgabe, wie bisher so auch fernerhin, zumal auf der aller Wahrschein­lichkeit nach bevorstehenden, von dem Vertreter Deutschlands zu leitenden Con- ferenz, durch ihrliche Vermittlung zwischen den sich gegenüberstehenden Mächten, nicht aber durch Ausübung eines angeblichen Schiedsrichteramtes, für die Er­haltung des Friedens und den Schutz der Christen im Orient zu wirken.

Der Reichstag hat sich in der vorigen Woche, nachdem er die Rechts­anwalts-Ordnung und den vom Abg. Schulze-Delitzsch beantragten Gesetzentwurf über die prtvatrechtliche Stellung der Erwerbs- und Wirthschasts-Genoffem ichaften an Commissionen überwiesen, mit den finanziellen Vorlagen beschäftigt. Die Uebersicht, welche der Präsident des Reichskanzleramts, Hofmann, bei der ersten Berathung des Etats über die finanzielle Lage gab, lautete zwar nicht sehr erfreulich, indem er behauptete, daß sich in dem laufenden Finanzjahr ein ungedeckter Betrag von beinahe 22 Millionen, in dem kommenden sogar einer von 28 Millionen ergeben werde. Die Abgg. Rickert und Richter wiesen indeß nach, daß das in Aussicht gestellte Deficit nicht unvermeidlich sei, bei genauerer Erwägung vielmehr fast gänzlich schwinden werde. Tas Resultat der Debatte war, daß man wie im vorigen Jahre beschloß, einzelne Theile des Etats von Commissionen vorberathen zu lasten, die übrigen aber gleich im Plenum vor- zimehmen.

Der Bundesrath hat die Stellvertretungs-Vorlage einer sehr ein- J gehenden Berathung unterzogen. Obgleich er noch nicht ganz damit zum Ab­schluß gekommen ist, steht doch so viel schon fest, daß zwar auf Grund der ursprünglichen Vorlage eine Vereinbarung zu Stande kommen, die beabsichtigte Stellvertretung in derselben aber erheblich eingeschränkt werden wird. Von ten dem Bundesrath neuerdings zugegangenen Vorlagen verdient ein Gesetz­entwurf über den Verkehr mit Nahrungsmitteln rc. besonders erwähnt zu werden, welcher die Schaffung einer Gesundheitspolizei als Organ des Gesund­heitsamtes bezweckt und die Fälle specialisirt, in denen wegen Fälschung Geld- unb Gesängntßstrafen eintreten sollen.

Vom Gebiete des Culturkampfes ist die bedeutsame Thatsache zu berichten, daß der Cultusminister Falk dem Bischof Krementz von Ermland, der sich mit einer Beschwerde über gewtste Anordnungen der Staatsregterung

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auf dem Gebiete des Volksschulwesens an ihn gewandt und sich darin als gesetzlicher Vertreter und Vorgesetzter der Diöcese" gerirt hatte, für seine Anmaßung einen tüchtigen Wischer ertheilt hat.

Die bayerische Abgeordnetenkammer hat,- wie früher die Beschwerde der Groß-Karlbacher, so neuerdings die Beschwerde einer Zahl von Münchener Katholiken über die Einrichtung von Simultanschulen mit 77 gegen 72 Stim­men für begründet erklärt; an einen Erfolg des Beschlustes ist indeß, da sich der Cultusminister entschieden dagegen aussprach, nicht zu denken.

In Oesterreich-Ungarn theilte sich das Jntereste zwischen den Vor­gängen im Orient und den Ausgleichs-Verhandlungen. Besonders hoch gingen die Wogen der Erregung im Lande der edlen Magyaren, deren Organe offen den Krieg mit Rußland und ein Bündniß mit England forderten. Das unga­rische Cabinet hat sich indeß durch alles Geschrei der Preffe von seiner bishe­rigen Haltung nicht abbringen lasten, sondern seine Aufgabe nach wie vor darin gefunden, im Einverständniste mit dem österreichischen Ministerium und im Rahmen des Drei-Kaiser Bündnisses zu bleiben. Dies ist ihm auch bisher ge­lungen, Tie Gesammt-Regierung trifft unterdeß alle Vorbereitungen, um auf der bevorstehenden Conferenz vollkommen gerüstet erscheinen und die Interessen des Kaiserstaates mit starker Hand wahren zu können. Die Ausgleichs-Ver­handlungen haben insofern einen guten Fortgang, als sowohl das österreichische Abgeordnetenhaus wie das ungarische Unterhaus beschlossen hat, in der Special­debatte über den von der Regierung vorgelegten Zolltarif einzutreten.

Der zwischen Griechenland und der Türket drohende Confltct ist bei­gelegt worden, indem beide Mächte übereingekommen sind, ihre Streitigkeiten der bevorstehenden Conferenz zur Erledigung zu unterbreiten. Die griechische Regierung hat in Folge desten die Truppen, welche sie über die Grenzen geschickt hatte, zurückgezogen. Trotzdem ist der Ausstand in Thestalien und Epirus ebenso tote aus der Insel Kreta im Wachsen: überall haben die Aufständischen die Vereinigung mit dem Mutterlande zu ihrer Loosung gemacht.

In England dauert die durch die Siege Rußlands hervorgerufene hochgradige Erregung fort. Seitdem die Regierung ihre Kriegsschiffe aus der Nähe von Konstantinopel zurückgezogen und die Ruffen andererseits ihren Vor­marsch auf die türkische Hauptstadt zum Stillstand gebracht haben, steht die öffentliche Meinung die Situation in einem etwas friedlicheren Licht. Für Deutschland ist es von Interesse, daß die durch den Franconia-Fall veranlaßte Bill von Cairns über die Ausdehnung der britischen Gertchts-Competenz auf das offene Meer im Unterhause die erste Lesung passirt hat.

Dänemarks Minister des Auswärtigen hat sich bet der Berathung des Budgets im Folkethtng gemüßigt gesehen, die höchst überflüssige Ver­sicherung abzugeben, daß das Gerücht, als beabsichtige die Regierung, die Ostsee abzusperren und gar die nordschleswigffche Frage auf der bevorstehenden Con­ferenz zur Sprache zu bringen, gänzlich unbegründet sei.

Nachdem am 13. d. die Beisetzung Pius> IX. in der Peterskirche und vom 16. bis 18. d. die hergebrachten Leichenfeierlichkeiten in der sixtinischen Kapelle stattgefunden, hatten sich die Cardinäle in die für das Conclave be­stimmten abgeschloffenen Räumlichkeiten zurückgezogen, um die Wahl des neuen Papstes zu vollziehen. Das Conclave dauerte mdeffen nur 2 Tage, indem am 20. Febr., Nachmittags, Cardinal P e c c t als Papst Leo XIII. urbi et orbi verkündet wurde.

In allen katholischen Kirchen Frankreichs haben zu Ehren des Papstes Pius Trauergottesdienste stattgefunden ; in Paris war aber nur der in Notre-Dame abgehaltene, dem die officielle Welt beiwohnte, zahlreich besucht. Mittlerweile fährt die Regierung mit ihren freisinnigen Maßnahmen im Sinne der republi­kanischen Verfassung eifrig fort: u. A. hat sie die officielle Candidatur amtlich verurtheilt, die Freimaurerlogen, welche durch das Cabinet vom 16. Mai ge­schloffen waren, wieder eröffnet, den Officieren alle Opposition gegen die Ver-