Platz m wählen. (Wenn wir uns hier eine Bemerkung erlauben wollen so wäre es die. daß wenn man wieder über den Bau des Schlachthauses und die Einrichtung desselben verhandelte, man doch einen Sachverständigen, also hier einen qaalistctrten Metzger, als Auskunstsperson heranztehen mochte. Uns will es scheinen als wenn man dann Diel rascher und vielleicht besser und richtiger sich schlüssig machen konnte. Es ist dies nur eine Meinung aber wir glaubten solche von uns geben za müssen.) — Die Verpachtung des Platzes worauf der Plank'sche Stall am Tiefenweg gestanden, wird genehmigt. — In Gießen soll nach dem Muster von Darmstadt ein FrauewVeretn für Grauen-Bildung und Erwerb gegründet werden. Zweck desselben ist durch Heranbildung zu Lehrerinnen rc. dem weiblichen Geschlechte eine gesicherte Lebensstellung zu ermöglichen. Die Versammlung bewilligte nun dem Verein zwei Zimmer im Hinterhause der früheren Ebel'schen Hoiraithe auf dem Asterweg zu den Zwecken des Vereins. — Em Gesuch wegen Eröffnung der Bleichstraße, sowie em Gesuch wegen Gelandeaustausch an der Bleichstraße werden abgeschlagen. — Der Antbeil an den Denunciations-Gebühren von Oktroi-Defraudationen im Betrage von 78 JL für 78 Falle soll nach dem auch früher beliebten Modus an die einzelnen Bediensteten vertheilt werden. — Die Gesuche der Herren Gg. Wtlh. Weidig um Bauveränderungen, des Herrn Ehr. Zimmer um Errichtung von Nebengebäuden, sowie des Herrn Kasp. Schomber um Errichtung einer Einfriedigung werden genehmigt. — Der Thetlung der 6. Elaste der Stadtmädchenschule, welche 99 Kinder besitzt, wird Zustimmung ertheilt und zum Schluß der offentl. Sitzung Herrn Metzger H. Weidig, welcher in seinem von dem W-llthor erkauften Hause eine Schlächterei errichten will, Erlaubniß bis zur Errichtung eines offentl. Schlachthauses gegeben. —a-
Vermischte-.
Nierstein, 14. Mai. Verflossene Nacht wurde dahier ein schreckliches Verbrechen verübt. Herr Bürgermeister Vowinkel, ein Mann von etwa 68 Iihren und seit einigen Jahren Wittwer, wurde in seinem Bette ermordet, und das in seinem Pulte sich befindliche Geld geraubt- Die alsbald stattgehabte Leichenschau hat ergeben, daß die tödtlichen Stretche mit einer Axt auf den Kopf ausgefüyrt wurden. Das Mordinstrument. das man im Hause vermißte, wurde später in dem durch den Oct fließenden Bache gefunden. Das etngetrofsene Untersuchungsgericht hat bereits einen der That dringend verdächtigen Metzgerburschen aus Friesenheim in Haft genommen. Derselbe hat einige Zeit in demselben Hause bei dem Schwiegersohn des Ermordeten in Arbeit gestanden und wurde kürzlich entlassen. Der Ermordete schlief zu ebener Erde, während der", Schwiegersohn mit Familie im oberen Stocke wohnte. Ein im Hofe befindlicher, sehr wachsamer Hund hat nicht das geringste Zeichen von Unruhe von sich gegeben, so daß die Angehörigen des Ermordeten erst das Verbrechen heute Morgen entdeckten, nachdem derselbe länger wie gewöhnlich in seinem Schlafzimmer blieb. ES ist demnach anzunehmeu, daß der Verbrecher eine Person sein muß, die mit dem Hunde vertraut ist. , (LdSkr.)
Frankfurt, 14. Mai. Am Samstag ist in Offenbach der Fabrikant und bekannte Schütze und Jäger de Bary unter der Beschuldigung des einfachen Bankerotts auf Verfügung deS Staatsanwalts verhaltet worden.
— Zu der nächste Woche ftaltfindenden Hunde-Ausstellung sind bis gestern Abend über 300 Nummern angemeldet.
— Aus Boy ern, 12. Mat. Wie das „Bayreuther Tagblatt" schreibt, ist ein im Feldzuge 1870/71 in französische Gefangenschaft gerathener und von seinem Weibe längst als todt beweinter Oekonomiebesitzer aus einem Dorfe der Oberpfalz kürzlich unverhofft in seine Heimath zurückgekehrt, wo er nur von seinem Reitpferde und seinem Hunde, welche beide beim Anblicke ihres Herrn ihrer Freude lebhaften Ausdruck verliehen, wieder erkannt wurde. DaS Weib des Heimgekebrten hatte sich mittlerweile wieder verehelicht und sind aus dieser zweiten Ehe zwei Kinder vorhanden. Während der letzten acht Jahre war der Todtgeglaubte in Gefangenschaft in Algier zurückgehalten worden- (?)
Aus der Kieler Strafkammer, 12. Mai. Am 18. Januar fand auf dem Schießplatz zu Hafseldiecksdamm zwischen drei Kieler Studenten und zwei Marine-Unter-Lieutenants ein Pistolenvuell statt. Jene waren die Herren cand. med. Hermann Bischof au« dem Kronprinzenkoog, cand. med. August Kettler aus Bremer Lehe und atud. chem. Amandus Nagel aus Drochtersen in Hannover; diese die Marineunterlieutenants Kalau vom Hofe und Bachem. In der Nacht zum 21. December 1877 nämlich gingen die drei Studenten auf dem Trottoir bei der Kunsthalle und hatten das Trottoirrecht, wichen aber, da die zwei Offiziere rasch ihnen
entgegenkamen, um jede Kollision zu meiden aus. Trotzdem wurde Herr Nagel von einem der Marineoffiziere (es waren Die beiden oben genannten), wie er meinte, absichtlich „gerempelt" Der Anstoßer entschuldigte sich gar nicht einmal, sondern ging weiter. Auf Herrn Nagels Anruf blieben die Marineunterlieuienants stehen, weigerten sich aber, ihren Namen nennen oder ihre Karte zu geben. „Ach was", hieß es, „sie sind Studenten! Mit Studenten lassen wir uns nicht ein!" Sie wurden von den Studenten aus das Unpassende ihres Benehmens aufmerk sam gemacht, und da dies nichts nützte, „schlecht behandelt," und der eine von Herrn Nagel mit der Reitpeitsche berührt. Das wäre allerdings bester unterblieben. Dadurch gereizt, sprang der Marinelieutenant Bachem zur Seite, zog seinen Säbel und schlug auf Herrn Nagel ein. Die Studenten Nagel und Diichof stürzen sich auf den Lieutenant Bachem. Herr Kettler auf den Lieutenant Kallau vom Hofe. Beioe Lieutenants wurden übermannt, geschlagen und ihnen der Säbel entwunden. Als Herr Studiosus Kettler gerade den Fuß gegen Kalaus Säbel setzte, um ihn abzubrechen, hörte er, wie Herr Nagel zu Bachem sagte- „Wenn Sie mir jetzt Ihren Namen nennen wollen, will ich Ihnen den Säbel wiedergeben." Beide Offiziere nannten jetzt ihre Namen, gaben ihr Ehrenwort, daß sie den Studenten Genugtuung geben wollten und erhielten ihren Säbel zurück. Nachtwächter und der Lieutenant Hunck vom 85. Regiment waren mittlerweile biiv zugekommen. Es ward verabredet, daß man andern Tags um 11 Uhr sich in Lasch'Wirthschaft treffen wollte, um über die Genugthuunz für die Studenten zu verhandeln. Die Studenten lehnten aber diesen Zeitpunkt ab, und es ward 1 Uhr festgesetzt. Als die Studenten jedoch um diese Zeit im Eafä Lasch erschienen, waren die Offiziere schon fort, denn sie batten von 11 bis 1 Uhr vergeblich gewartet. Dies Mißverständnis, an dem die Schuld nicht an den Studenten lag, ward ihnen jedoch zugerechnet. Die beiderseitigen Cartellträger suchten sich jedoch im Laufe des Nachmittags auf und die Studenten verlangten commentmäßige Abbitte und Revocation; die Offiziere lehnten dieS, als nicht bei ihnen üblich, ab, erklärten sich aber bereit, ihr Bedauern üoer den in Folge eines Mißverständnisse- entstandenen Vorfall auszusprechen und ihre darauS erwachsenen Handlungen zurückzunehmen." Darauf gingen die Studenten nicht ein, sondern machten wegen Verweigerung der verlangten Genugthuunz ihre Drohung mit Anzeige beim Admiral wahr. Di« Marinelieutenants Kalau und Bachem wurden wegen vorsätzlicher körperlicher Mißhandlung bei gleichzeitigem rechtswidrigen Waffengebrauch vor's Kriegsgericht gestellt und freigesprochen, weil sie sich in der Nothwehr oder mindestens im gerechtfertigten Exceß der Norh- wehr befunden hätten. Nun verlangten die Freigesprochenen von den Studenten die Rücknahme ihrer in der Anzeigeschrift enthaltenen, vermeintlich wahrheitswidrigen Angaben (von „gehässigen" Angaben, wie in der Anklage steht), haben die Offiziere nach eigener Angabe der Studenten nie» mals gesprochen. Die 3 Studenten lehnten dies Ansinnen ab, und wurden darauf auf Pistolen gefordert. Sie standen vor der Wahl, bei der Annahme inkonsequent, bei der Ablehnung feig zu erscheinen. Ais Männer von Ehre konnten sie, und dies erkannte die Strafkammer auch an, nicht anders als annehmen. Herr Kettler schoß sich mit Lieutenant Kalau, Herr Nagel mit Lieutenant Bachem, Herr Bischof als Verfasser der Anzeigeschrift mit beiden Offizieren. Wegen Zweikampfs angeklagt bekannten sich alle drei freimüthig schuldig, wurden von Herrn Rechtsanwalt Lange, der die Schuld der Offiziere an der Affaire vom 21. December als außer Zweifel stehend bezeichnete, mit Umsicht und gewohnter Gründlichkeit vertheidigt, und von der Strafkammer am 27. April Herr Bischof wegen doppelten Zweikampfes zu 34/jf die Herren Kettler und Nagel jeder zu 3 Monaten Festung verurtheilt. So ward Ehre und Gesetz gewahrt. Den Verhandlungen, die von P/4 bis 33/< Uhr Nachmittags dauerten, wohnten übrigens so viele Studenten, Referendare und andere Herren an, daß der Zuhörerraum gefüllt war.
SctairTeberielit. Mitgethetlt von bem Agenten dcS Worb beutlet en Lloyd C. W. Dietz in Gießen.
Neworleans,12. Mai. (Pertransatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Braunschweig, Eapt. E- Undütsch, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 17. April von Bremen und am 20. April von Havre abgegangen war, ist heute wohlbehalten hier angekommen. .
Southampton, 15. Mai. Das Postdampfschiff America, Eapt. W- Danne- mann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 2. Mai von Baltimore abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Nachts wohlbehalten hier angekommen und bat heute nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 2 Uhr Morgens die Reise nach Bremen fortgesetzt Die America überbringt 124 Passagiere und volle Ladung.
Southampton, 15. Mai. DaS Postdampsschiff Donau, Eapt. R. BussiuS, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 4. Mai von Newyork abgegangen war, ist gestern 6 Uhr Abends wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 7 Uhr Abend- die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Donau Überbringt 343 Passaaiere und volle Ladung.
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