Genugthuung, daß fofort nach der Auflösung die bisherigen Gegner sich für entschlosiene Mitwirkung im Kampfe gegen die Ausschreitungen der Social demokratie erklärten. Die Regierung darf darin die Bestätigung ihrer Urberzeugung finden, daß das Volk selbst in seiner großer Mehrheit ihre Ziele und Wege billigt und dieser Billigung voraussichtlich bei den Wahlen Ausdruck geben wird. Die Aufgabe aller ernsten Freunde der Regierung des Kaisers wird es sein, die patriotisch-gesinnten Wähler vollzählig um das kaiserliche Banner zu sammeln und möglichst darüber aufzuklären, inwieweit die verschiedenen Parteien und Wahlcandidaten genügende Bürgschaft für die Unterstützung der Regierung in Lösung ihrer großen Aufgaben gewähren. Sie bedarf dazu, um es zu wiederholen, im künftigen Reichstage einer Mehrheit klar bewußter, festentschlossener Männer, welche ernst und aufrichtig helfen wollen, die drohenden Gefahren für Staat und Gesellschaft wirksam zu beschwören und sichere Grundlagen für einen neuen Aufschwung politischen und wirthschaftlichen Gedeihens des deutschen Volkes zu schaffen."
Leipzig, 19. Juni. Eine Anzahl hervorragender Bürger, Professoren, Reichsgerichtsräthe und die bisherigen Reichstagsmitglteder Brockhaus, Geuse! und Stephani veröffentlichen eine Erklärung, worin auf die Nothwendigkeit der Vereinigung aller Freunde der Ordnung ohne Unterschied der Parteien hingewiesen und das Vertrauen ausgesprochen wird, daß die Reichsregierung alle Maßnahmen treffe zur Beseitigung der von den Socialisten geschaffenen Gefahr und worin endlich der Erwartung Ausdruck gegeben wird, daß der Reichstag der Reichsregierung die durch die außerordentliche Sachlage gebotenen Machtvollkommenheiten vertrauensvoll ertheile. Die Pflicht jedes Bürgers sei, die Regierung selbstthätig zu unterstützen.
Türkei.
Konstantinopel, 19. Juni. Der Zwischenfall in Betreff der von den Ruffen errichteten Observatorien wurde betgelegt. Demungeachtet betreiben die Russen aus's Thätigste ihre Vorbereitungen. Die Positionen derselben in der Richtung gegen Bujukdere wurden verstärkt. Gestern trafen in San Stefano zwei russische Truppentransporte ein. Die Ruffen erneuern die Forderung der Räumung Varnas.
Telegraphische Depesche».
Wagner'S telegr. Eorrespondenz - Bureau.
Weimar, 20. Juni. Für den dritten Wahlkreis des Großherzogthums Sachsen-Weimar (Neustadt-Jena) haben National-Liberale und Gemäßigt-Con- servattve den früheren Minister Delbrück als Reichstags-Candidaten aufgestellt.
Paris, 20. Juni. Die alljährlich übliche Truppen-Revue im Bois de Boulogne fand heute statt; an derselben nahmen ungefähr 35,000 Mann Theil. Eine große Menschenmenge wohnte dem vom Wetter begünstigten Schauspiele bei. In der Begleitung des Präsidenten der Republik befanden sich viele fremde Officiere. Unter den Zuschauern auf der Tribüne war auch der Schah von Persien.
Berlin, 20. Juni. Bet dem kronprtnzlichen Paare (im neuen Palais zu Potsdam) findet heute zu Ehren der österreichischen und russischen Congreß- Delegirten Diner statt, zu welchem etwa 50 Einladungen ergangen sind; darunter auch an einige Minister und Botschafter; Hohenlohe und Gortschakoff ließen sich entschuldigen. Der Kronprinz empfing gestern die rumänischen Minister Bratiano und Cogalniceanu.
Berlin, 20. Juni. Bulletin. Se. Maj. der Kaiser hat vergangene Nacht sehr gut geschlafen.
— Heute Abeild um 6 Uhr findet im Hotel Royal bei dem Grafen Corti ein diplomatisches Diner statt, wozu sämmtliche Congreßbevollmächtigten, Botschafter rc. eingeladen sind. Außer dem Fürsten Gortschakoff werden sämmt- ltche Delegirte an dem Diner theilnehmen. Um 9 Uhr ist Soiröe im Kaiserhose bei Lord Beaconsfield.
,, Berlin, 20. Juni. Bulletin von Vorm. 10 Uhr. Der gestrige Tag ist für Se. Maj. den Kaiser in günstiger Weise verlaufen. In Folge einer sehr ruhigen Nacht ist der Krästezustand ein erwünschter. Seit gestern sind die ersten Gehversuche mit Erfolg angestellt worden.
(Unterz.) v. Lauer, v. Langenbeck. Wilms.
Dublin, 20. Juni. Cardinal Cullen ist aus Rom zurückgekehrt; es heißt, derselbe hätte wichtige vom Papst ausgegangene Schriftstücke, betr. die geheimen Gesellschaften, mitgebracht.
Berlin, 20. Juni. Die aus dem bekannten Artikel der „Karlsr. Ztg." deducirte Conjectur, daß Fürst Bismarck im Bundesrathe zu Anfarrq voriger Woche in Betreff der einstimmigen Annahme des Antrages aus Auflösung des Reichstages die Cabinetsfrage gestellt habe, erledigt sich durch die notorische Thatsache, daß der Fürst den betr. Sitzungen des Bundesrathes gar nicht beigewohnt hat.
— Heute Mittag findet eine Sitzung des Staatsministeriums statt, in welcher dem Vernehmen nach über die beim Bundesrathe einzubringenden Vorlagen, betr. die Bekämpfung der Socialdemokratie, berathen werden soll.
Darmstadt, 21. Juni. Die zweite Kammer ist auf den 28. Juni einberufen.
Berlin, 21. Juni. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die aussühr- ltche Erklärung der Leibärzte über das Befinden des Kaisers war, wie aus ihren Worten hervorgeht, bestimmt, allzu hoffnungsvollen Auffaffungen über die baldige Wiederherstellung des Kaisers entgegenzutreten, besonders wohl den Notizen von einem schon nahe bevorstehenden Wechsel der Residenz und von einer Badereise. Diese Veröffentlichung hat nun, wie es in solchen Fällen zu geschehen pflegt, die Stimmung nach der entgegengesetzten Seite geworfen und an vielen Stellen einen Pessimismus verbreitet, der in den wirklichen Umstän- den keinen Anhalt findet. Auf Grund zuverlässiger Mittbetlungen kann versichert werden, daß der Kronprinz sich gestern gegenüber Officieren, die sich bei ihm meldeten, dahin aussprach, daß die Hoffnung auf Wiederherstellung des Kaisers nur nicht in so kurzer Zett, wie angenommen worden sei, zuversichtlich gehegt werde.
Eine von der „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlichte Erklärung Lothar Bucher's stellt die von Marx in seinem Schreiben an die „Daily News" aufgestellten Behauptungen dahin richtig, daß Bucher 1865 vom Redacteur des U ,/>L>taats-Anz." ersucht wurde, ihm Jemand in London nachzuweisen, der von
Zeit zu Zeit sachverständige Besprechungen der Bewegungen des dortigen Geldmarktes liefere. Bucher erinnerte sich einer ihm vom Banquier Gerstenberg in London gemachten Mitthetlung, daß Marx für ein Wiener Blatt correspondire,
und fragte daher bei Marx an, ob er solche Artikel, wie gewünscht, liefern wolle, woraus Marx antwortete, er schreibe nicht für ein reaclionäres Blatt. Bucher erklärt ferner: Er habe das Journal der Internationale, den „Vorboten", mit anderen ähnlichen Blältern Jahre lang gehalten und den Preis dafür an die in dem Journal bezeichnete Abreffe gesandt, das seien die Bei« träge von ihm, wovon Marx spreche. Endlich habe er (Bucher) bereits 1864 in einem an den damaligen Präsidenten des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins gerichteten Schreiben allen durch das Testament Laffalle's ihm überwiesenen Ansprüchen in Betreff der agitatorischen Schriften Laffalle's entsagt.
Berlin, 20. Juni. Die Delegierten der französischen Alliance israälite haben Besuche bei fast allen Congreßmitgliedern gemacht und sind überall sehr günstig empfangen worden. Allseitig wurde die Nothwendigkeit der Gleichstellung aller Religionsangehörigen in den Do.iausürstenthümern und im neuen Bulgarien anerkannt.
Berlin, 21. Juni. Se. Maj. der Kaiser hat die Rächt hindurch mit einer Unterbrechung ruhig geschlafen.__
Erklärung.
In unserer Stadt ist in verschiedenen Formen das Gerücht verbreitet worden, der seitherige Abgeordnete für den Reichstag, Freiherr Adalbert von Rabenau, sei ein Anhänger des Tabak-Monopols und werde bet etwaiger Wiederwahl für dieses stimmen. Obwohl nun Herr v. Rabenau den drei an ihn gesandten Deputirten der hiesigen Tabaksfabrikanten entschieden das Gegentheil erklärt hatte, so wurde doch obiges Gerücht in immer weitere Kreise getragen Da es für unseren Wahlkreis von der größten Wichtigkeit ist, daß Der künftige Abgeordnete dem Projekt, die Tabaksfabrikation zu monopollsiren, entgegentritt, so sah der Unterzeichnete sich veranlaßt, Herren v. Rabenau über seine Stellung zum- Monopol und zur Fabrikatsteuer zu befragen. Er erwiderte, daß er sich überall dagegen ausgesprochen, dagegen gestimmt habe und, wenn er wieder gewählt werden sollte, unbedingt dagegen stimmen werde. Dagegen glaubt er, daß der Tabak eine höhere Steuer recht wohl vertrage. Herr v. Rabenau hat den Unterzeichneten ermächtigt, seiner mündlichen Erklärung jede geeignet scheinende Verbreitung zu geben. Angesichts der bevorstehenden Reichstagswahl und der Versuche, die seitherigen Majoritäten zu sprengen oder Spaltungen unter den Wählern hervorzurufen, ist es nicht unwichtig, das oben Eingangs erwähnte Gerücht als ein absolut falsches zu bezeichnen.
Gießen, den 20. Juni 1878. Th. Batst.
Vermischtes.
Darmstadt, 19. Juni. Im Hinblick auf das entsetzliche Griesheimer Unglück sei bemerkt, daß die Militärbehörde für Angabe des Ortes, wo ein nicht crepirtes Geschoß liegt, 2 zahlt, wahrend die „Kugelsucher" ein solches Geschoß höchstens für 3 JL bet gewissen Firmen verwerthen können.
Nidda, 16. Juni. (Hochwasser.) Der gestrige Tag war für un8 ein Tag schwerer Sorge. In der Nacht von vorgestern aus gestern hatte eS unaufhörlich und sehr stark geregnet. Dazu kam, daß östlich von unserer Stadt ein Wolkenbruch gefallen war, der besonders in dem benachbarten Fauerbach große Verwüstungen angertcht't haben soll. Dadurch schwoll die von Osten kommende „Hohensteiner Bach", gewöhnlich ein ganz kleines Wässerchen, gewaltig an und überschwemmte und verwüstete die oni ihr durchströmten Wiesen und Felder Doch war dieses Wasser, da es nur etwa eine halbe Stunde von der Stadt seinen Ursprung hatte, der Natur der Sache nach sehr bald wieder abgeflossen. Größere Gefahr drohte uns von anderer Sette. Es müssen gleichzeitig auch im oberen Vogelsberg sehr schwere Regengüsse gefallen fein; in Folge davon schwoll die Nidda mehr und mehr an, trat aus ihren Ufern, überschwemmte große Flächen Wiese und Feld, und nur wenig fehlte, so hätte sie auch die Stadt unter Wasser gesetzt, und der Schaden wäre dann noch viel größer geworden. Seit gestern Abend ist nun diese Gefahr, Gott Lob! vorüber, aber der angerichtetc Schaden ist auch so schon groß genug. In Nidda ist gestern und heute des früheren Bürgermeisters der Stadt, jctzigen Rechnungtzrathes Reuntng in Gießen, vielfach dankend Erwähnung geschehen. Derselbe hat nämlich vor Jahren schon durch umsichtige Anlegung eines Fluthgrabens die früher der Stadt bet jedem Hochwasser drohende Gefahr der Ueder- schwemmung sehr vermindert. Auch diesmal wären, wenn der erwähnte Fluthgrabcn nicht viel Wasser vorbetgelettet hätte, die Fluthen sicherlich in die Stadt gedrungen.
(D- Rchsp.)
Mainz, 12. Juni. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten, sollte über eine, für unsere Staat sehr wichtige Frage beschlossen werden. Es handelte sich um Aufhebung des städtischen Octrot's. Der Antrag wurde seiner Zett vom Stadtverordneten Wasserburg gestellt und gelangte hellte zur Debatte. Dte Finanz-Eommtssion war mit Ausnahme des Mitglieds Hillebrand für Ablehnung deS Antrags, da be sonders dem mittleren Stande durchaus keine Vortheile durch Aufhebung des Octro S erwüchsen, principtell roaren jedoch oie meisten Mitglieder dafür, daß das Oclroi eine ungerechte Besteuerung sei, doch sei der Zeitpunkt zur Aufhebung desselben, besonders unter den jetzigen ungünstigen Verhältnifien nicht geboten. Der Antrag wurde nach lebhafter Debatte mit 18 gegen 15 Stimmen abgelehnt.
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