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Petersburg, 19. März. DieAgence Russe" schreibt, daß, nachdem

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Redner gesprochen und Max Falk als Referent insbesondere gegen den Grafen Szecsen polemisirt hotte, sprach Graf Andrassy unter großer Aufmerksamkeit und lebhaftem Betfalle, worauf der Credit von 60 Millionen einstimmig und der Beschlußantrag der Subcommissionen mit großer Majorität genehmigt wurden.

Congreffes den ihm erkheilten gebieterischen Weisungen Rechnung zu tragen. Auf diesem Wege würde England nur den Congreß vereiteln.

Aus Belgrad meldet die genannte Correspondenz: in Erwartung der An« erkennung der Unabhängigkeit Serbiens seitens der Großmächte beabsichtigt die Regierung bet Austragung der sich hieran knüpfenden Fragen, wie Aufhebung der Capitulatioiien, Regulirung der Grenze vorzugsweise nach Alt-Serbien hin rc-, bei den Mächten durch den Minister Ristics einen Impuls zu geben; derselbe reift in den nächsten Tagen nach Wien und wird, wenn die Congreßfrage ent« schieden ist, seine Mission in Begleitung von Zukits nach Berlin ausdehnen. Dasselbe Organ berichtet aus Bukarest: die Schifffahrtshindernisse an, der Sulina-Mündung werden am 21. März vollständig beseitigt sein. Die Gerüchte, daß die Convention vom 16. April 1877 russischerseits gekündigt worden sei, entbehren der Begründung.

Berlin, 19. März. Wie verlautet, bildet die Absicht einer Abzweigung der Estenbahn Abteilung von dem Handelsministerium und die Gründung eines preußischen Eisenbahnministerinms gegenwärtig den Gegenstand der Verhandlung und dürfte Die bezügliche Vorlage resp. ein Nachtragsetat demnächst dem Land­tage vorgelegt werden.

Paris, 19. März. Die Bureaus der Kammern haben heute eine Com­mission von 33 Mitgliedern zur Prüfung des Gesetzentwurfs betr. einen neuen Zolltarif, gewählt. DerTemps" sagt: Die Majorität der Commission ist der Meinung, daß Frankreich sich Angesichts der gegenwärtigen wirlhschaft- lichen Krise zurückhalten und nicht sofort alle seine Vortheile preiszeben muffe, um bei Abschließung von Handelsverträgen, welchen der Zolltarif als Grund­lage dienen müsse, in nutzbringender Weise pactiren zu können. Die Majorität der Commission verlange, ohne sich für den Schutzzoll im Allgemeinen zu er­klären, compensatorische Abgaben und eine vorgängige Untersuchung über die Lage der Industrie.

Die Kammer nahm die Zoll-Convention mit Spanien an. Der Senat hat die Berathung des Auszaben-Budgets begonnen und die Budgets

1) Civilliste des Großherzogs . .

2) Ordenskosten......

England.

London, 18. März, Abends. Im Unterhause erklärte Schatzkanzler Northcote auf eine Anfrage von William: Unter den bestehenden Verhältniffen erachte die Regierung sich für berechtigt, die Flotte in der Nähe von Konstan­tinopel zu belasten. (Lauter Beifall der Conseroattven.) Auf Befragen Han- bury's bemerkte Northcote: Rußland habe zwar nicht die Zulastung Griechen­lands zur Conserenz verweigert, aber die Frage aufgeworfen, auf welchem Fuße der griechische Vertreter zuzulasten sei. Campbell kündigte an, er werde am Donnerstag die Anfrage stellen, ob die Absicht bestehe, weiteres Blutvergießen in den griechischen Provinzen zu verhindern, bis der Congreß deren Stellung geregelt habe.

Im Oberhause richtete Granville an die Regierung die Frage, ob der Friedensvertrag rattficirt und wann die Mittheilung der Bedingungen destelben zu erwarten sei. Derby bejahte die erste Frage und vertagte die Beantwortung der zweiten auf morgen.

Heute sand ein Cabinetsrath statt. Das Börsengerücht vom Rücktritt Derby's entbehrt demReuter'schen Bureau" zufolge der Begründung.

der Friedensoertrag von San Stefano den Mächten mitgetheilt wurde und Rußland im Princip anerkannt hat, daß auf jedem Congreffe jede Macht in ihren Vorschlägen, Anträgen und Aeußerungen frei ist, scheint es, daß die von England verlangten Formalitäten keine Berechtigung mehr haben.

Wien, 19. März. In der Sitzung der ungarischen Delegation erwi­derte Graf Andrasty auf die interpellirenden Bemerkungen Zsebenyis: Das Petersburger Cabinet habe bestimmt erklärt, die gesummten Punkte des Frie- densverlrages vor dem Congreffe mirtheilen zu wollen. Es sei somit jeder Macht Gelegenheit gegeben, sich darüber zu äußern, welcher Punkt europäischer Natur sei und welcher nicht. Er, Andrassy, fühle sich von dem Vertrauen des Fürsten Bismarck auf's Höchste geehrt. Als Fürst Bismarck die Aeußerung gethanbeati possidentes, habe er soviel gesagt, als er in dem Augenblicke häbe sagen können, in welchem er die Absicht einer ehrlichen Vermittlung kund' gegeben. Für das Jntereffe des einen ober anderen Staates habe sich Fürst Bismarck in einem solchen Momente nicht aussprechen können und er hätte den Vorsitz im Congreffe kaum übernommen, wenn nur die faktischen Bebiugungen des Friedens zu registriren wären. Nicht nur das persönliche Verhällniß zu Bismarck, sondern auch bie Beziehungen zwischen betten Staaten seien immer sehr aufrichtig, verläßlich unb herzlich gewesen, unb würben auch so bleiben. Diese Erklärung bes Grafen Andrassy sanb im Schooße ber Delegation leb hafte Zustimmung.

London, 19. März. DieTimes" bespricht bie neueste Phase ber anglo-rusftschen Differenz unb sagt: Es ist die Pflicht ganz Europas, als Sache des Prtncips auf Vorlegung des ganzen Vertrages auf dem Congreffe zu bestehen. Es wird von Rußland nicht verlangt, blos England oder Oester­reich nachzugeben, sondern die Suprematie des europäischen Staatenrechtes an­zuerkennen unb dem 1871 zugelaflenen Principe treu zu bleibenDaily Telegraph" will wiffen, daß England in Petersburg gegen das Vordringen der Rußen gegen die Dardanellen und den Bosporus protestirt habe.

Bukarest, 18. März. Die Kammer verhandelte heute die Interpellation über bie Donauschifffahrt. Ein Deputirtec behauptete, daß die Ruffen in Sulina alle stromauf und stromab gehenden Schiffe anhielten und die Wieder- schiffbarmachung ber Donau verweigern, um bie während des Krieges unverkauft gebliebenen Vorräthe an Getreide und anderen Bodenproducten ohne Concutrenz verschiffen zu können. Der Minister des Aeußern versprach, sich mit dieser Frage im Vereine mit den dabei beteiligten Mächten zu befaffen. Die Kammer beendete sodann die Berathung des Einnahme-Budgets und begann diejenige der Ausgabe-Capitel und der öffentlichen Staatsschuld.

Stuttgart, 19. März. Heute am Josefstag stndet in allen katholischen Kirchen deS Landes ein Tedeum für Leo XIII. statt. Zugleich ordnete Bischof Hefele das einstweilige Aufhören der bisherigen besonderen Papstandachten an, da er hoffe, daß Gottes Güte die schweren Prüfungen mildern werde, welche solche außerordentliche Veranstaltungen herbeigeführt hätten.

Wien, 19. März. Abends. Nachrichten derPol. Corr." aus Petersburg betonen die Verschärfung der englisch-russischen Gegensätze in Folge Der englischerseits gestellten Forderung wegen Discussion und Revision sämmt- licher Friedenspnnkte auf dem Congreß. Die Dertragsbedingunaen könnten wohl auf dem Congreß selbst ernstlich discutirt werden und Rußland würde allen auf ein versöhnliches Einvernehmen abzielenden Argumenten thunlichst gerecht werden. Allein Rußland sei nicht geneigt, noch vor Eröffnung des

Karl. . Alexander Ludwig. Heinrich Wilhelm _______________________

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ls das einzige und richtige Mittel, die Prolongationen ber Finanz - Perioden zu vermeiden, gilt in parlamentarischen Kreisen die Verlegung des Anfangs des Etats-Jahres auf den 1. Juli. (Fr. Journ.)

Darmstadt, 15. März. Die Ausgaben des Landes zur Bestreitung berBebürfnlsse des Großherzoglichen Hauses unbchoses" betrugen seither resp. pro 1876/78 nach Maßgabe der ständischen Bewilligungen unb zwar für

* L " - - " 1,081,714 cX 29

die Folge bie Apanagen ber Prinzen Karl unb Lubwig 145,714 eX. 30 H ganz ausfallen, bagegen bie Apanage bes Prinzen Wilhelm um 10,285 <X 71 \ sich zu erhöhen hat unb eie Witthum von (20,000 fl.) 34,285 «X 71 H an bie Prinzessin Karl zu zahlen ist, so vermindert sich bie

Telegraphische Depeschen.

Wagner's telegr» Eoerespondenz-Bureau.

Berlin, 19. März. Das Herrenhaus nahm die Synodalordnung für Schles­wig-Holstein und Wiesbaden en bloc in der Fassung des Abgeordnetenhauses an, nach­dem der Cultusminister die Annahme empfofäen und heroorgehoben hatte, daß die Be­schlüsse des Abgeordnetenhauses die Principten des Gesetzes unberührt ließen.

Berlin, 19. März. Abgeordnetenhaus. Vor Eintritt in die Tagesordnung erbittet der Präsident v. Benmgsen die Ermächtigung, dem Kaiser im Namen des HauseS zu seinem bevorstehenden Geburtstage gratuliren zu dürfen. Die Ermächtigung wird erthetlt. Sodann wurde der Nachtragsetat von 1878/79 in dritter Berathung ohne Debatte genehmigt- Hierauf folgt die Berathung des in veränderter Fassung vom Herren- Hause zurückgelangten Ausführungsgesetzes zum Gerichtsoerfassungs-Gesetze. S 2 wird auf Antrag Löwensteins trotz des Widerspruchs des Justtzmintsters in der ursprüng­lich vom Hause beschlossenen Fassung wtederhergestellt. Zu $ 10 wird ein unerheblicher Zusatz angenommen. Köller beantragt, den S 22 betr. die Feststellung der Sitze und Bezirke der Amtsgerichte dahin abzuündern:Die Sitze der Amtsgerichte werden durch Gesetz bestimmt. Die erste Feststellung derselben kann auf Grund gesetzlicher Ermäch­tigung durch den Justizminister erfolgen. Die Amtsgerichts Bezirke werden durch den Justizmtntster gebildet. Dieselben können vom 1. October 1882 ab nur durch Gesetz geändert werden."

Der Jufttzmintfter erklärt: Meiner Ueberzeugung nach verzichten Sie darauf, die Justizgesetze am 1. Octbr- 1879 ins Leben treten zu lassen, wenn Sie den Para­graphen nach dem Herrenhausbeschlusse nicht annehmen. Ueberhaupt scheint dieser Ter­min für Preußen zu früh gegriffen, doch wird die Justizverwaltung das Mögliche thun, um ein rechtzeitiges Jnslebentreten der Juiiizgesetze zu ermöglichen. Nach längerer Debatte, in welcher der Juftizmimster, Krech, Gneist und Löwenstein gegen, Witt und Miquel für den Antrag Köller sprechen, wurde letzterer in NamenSabsttmmung mit 213 gegen 165 Stimmen angenommen.

S 28 des Gerichtsverfassung« Gesetzes (Gerichtsstand der Standesherren) wird unter btm Widerspruch des Justizministers in der Fassung des Abgeordnetenhauses wiederherftellt. § 51, welcher nach der Fassung des Herrenhauses das Berliner Ober landesgericht zur Revisions-Instanz für nicht zur Kompetenz des Reichsgerichts gehörende erstinstanzliche Urtheile der Strafkammern macht, beantragt Windthoril (Bielefeld) zu streichen. Der Justizminister erklärt für diesen Fall das ganze Gesetz für unannehm bar. Der S 51 wird darauf bet namentlicher Abstimmung mit 194 gegen 187 Stimmen abgelehnt und der Rest tat Gesetzes in der Fassung des Herrenhauses mit ganz un­wesentlichen Aenderungen angenommen. Ebenso genehmigte das Haus die Resolution, die Regierung möge vor der Feststellung der für bie Besttmmung.deS Dienstalters der Richter maßgebenden Grundsätze etre Verständigung mit den Häusern des Landtags über die künftige Berechnung des Dienftalters für die gegenwärtig angestellten Richter herbeiführen. Die Vorlage über den Rechtszustand der Häuser Bentheim-Tecklenburg und Sayn Wittgenstein wird in dritter Lesung angenommen. Nächste Sitzung morgen.

Wien, 19. März. Die ungarische Delegation setzte bie Berathung über bie Vorlage des 60 - Millionen - Crebits fort. Nachbem alle vorgemerkten

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seitherige Gesammt-Ausgabe zuBedürfnissen bes Großherzoglichen Hauses und Konstantinopel, 19. März. Nachdem hier bas Gerücht verbreitet Hofes", wirb bie von ^ber Civilliste-Commission mit ber Regierung getroffene iüar, legten Torpedos bei Bujukdere unb in ben angrenzenden Ge-

Vereinbarung von ben Lrtänben genehmigt, bie Civilliste also auf 1,095,288 Recherchen angestellt worden, nach welchen sich bie Gerüchte als

festgesetzt für die Folge auf tX 1,227,287.69 ober um <X 87,569.17 weniger, UNßegrQnt>et erwiesen. Gleichwohl soll bie Pforte den Großfürsten Nikolaus ein Umstanb, welcher bei Beurtheilung ber in Frage stehenben Vereinbarung er|u(^t haben, bie Einschiffung ber Truppen anberswo als bei Bujukbere vorzu- nicht unwesentlich ins Gewicht fällt. Die Mitglieber ber von ber Regierung zur nc^men Savfet Pascha hat sich nach San Stefano begeben, um hierauf be- Prüsung ber ganzen Staatsverwaltung rc. zu berufenden Commission sollen bem Vorstellungen zu machen. Die Einschiffung ber russischen Truppen in-

Vernehmen nach schon in ber tommenben Woche ernannt werben. (N. Frkf. Pr.) ^an Stefano soll augenblicklich unmöglich und daher einstweilen verschoben

Mainz, 16. März. Gegen ben ehemaligen bischöflichen Gb"eral-Vicar Bestimmte Entschließungen liegen jeboch noch nicht vor.

Dr^H-mr.ch ,st tteflen -ng-bl,ch-r utt-ll-ctu-ll-r ULondon, 19. März. Im Unterhaus- -n.wort-t- Unt-rstn-tss-cr-tär PastoraNon zweier erledigten und nicht wieder besetzten Pfarreien gerichtliche fluf em(, afrage sßecl^. Wenn ein Einvernehmen über die von dem Untersuchung eingeleitet worden. . Schatzkanzler Northcote constatirten Bedingungen, unter welchen England den

HesterreiH. Congreß beschicken würbe, erzielt wirb, bürste der Congreß Ende dieses Monats

Wien, 18. März, Abends. In öffentlicher Sitzung ber ungarischen w£.

Delegation begrünbete Falk seinen bekannten Beschlußantrag, betr. ben 60-Mill - Crebit. Eine Anzahl Mitglieber nahmen bas Wort, welche fast burchweg den Credit votiren zu wollen erklärten, jeboch gleichzeitig bie Hoffnung auf eine sriebliche Lösung aussprachen. Gras Szecsen brachte seinen amenbnte Beschluß- antrag wegen Bewilligung bes Crebits ein. Morgen Fortsetzung ber Debatte.

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