Und viele der Besten schlossen sich Dir an, gaben sich Dir hin, begei-
Die Bischöfe haben ihre Senduna nicht
zur der der
Sehiffeberleht. Mityethetlt von dem Agemen des Norddeutschen Lloyd ^N?w y^o r" ^6?Febr! (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Neckar, Capt. W. Willigerod, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 3. Fedr. von Bremen und am 5. Febr. von Southampton abgegangen war, ist gestern Uyr Mittags wohlbehalten hier angekommen.____________________
Handel und Verkehr.
Gießen, 20. Febr. Zu dem am 19. Febr. stattgehabten Viehmarkt waren aufgetrieben: 1502 Stück Rindvieh und 533 Schweine; nächster Markt Dienstag de« 5. März.
Papst Ptus IX.
VII.
Alle kirchlichen Maßnahmen PtuS IX. haben als letztes Ziel die Unterwerfung aller weltlichen Dinge unter die Gewalt des Papstes, vor Allem jenes Dogma von der päpstlichen Unfehlbarkeit, durch das die alte Kirchenverfassung umgestoßen und ew schweres Verhängniß über die Kirche heraufbeschworen worden ist.
Alle Vorstellungen von der Schädlichkeit diese? Dogmas, alle theologischen Beweise gegen dasselbe wies Ptus zurück. Als Kardinal Guidi ihn an den Widerspruch der päpstlichen Unfehlbarkeit mit der Tradition erinnerte, sagte er: „Die Tradition btn tC@ett vielen Jahren war alles vorbereitet worden, um ein gefügiges Concil zu Stande zu bringen. Rechtmäßig gewählte Bischöfe erhielten die päpstliche Bestätigung nicht, wenn sie durch Unabhängigkeit des Charakters und gelehrte Bildung ausgezeichnet waren und daher kein willfähriges Werkzeug abzugeben schienen. Wenn mmer möglich, wurden die erledigten Bischofsstühle mit Zöglingen der römischen Je uiten- kollegien besetzt. Eine große Zahl Bischöfe wurden ernannt, die gar keine!Dio-esen hatten und vom Papste unterhalten wurden. Bei dem Concil bot Pius seine ganze Autorität auf, um widerstrebende Concilsväter einzuschüchtern, ihre Opposition zum Schweigen zu bringen. Leute, welche die Werke von Oppositionsbischofen in feichtm Broschüren heruntergerissen und Angriffe auf die gelehrten.Verfasser^selbst gemacht hatten, wurden darüber vom Papste in Zuschriften voll AneUennung belobt und mit dem päpftlidieii Segen begnadigt. In dielen Zuschriften spricht P us von denBischvs-n als von Menschen, die „voll verderbter Grundsätze, durch Chicanen und Verleumdungen die Autorität des Kirchenhauptes zu schädigen trachten, die erfüllt von Thor- heit, Unvtrschämtheit, Haß und Gewaltthätigkeit, ihren Verstand dem Urtheile des hej- ltge'n Stuhles nicht unterwerfen wollen."
Aber nicht nur die Lebenden wurden angegriffen, sondern auch die Tobten, welche die Freiheit der Kirche gegen die Vergewaltigung durch den römischen Papst vertheidigt hatten. So wurde der große Bischof Bossuet, nachdem er zwet Jahrhunderte als Helle Leuchte in der Kirche gegolten und wie ein Heiliger verehrt wurde, in seinem kirchlichen Wirken verlästert, und um das Andenken des großen Tobten noch mehrzu schänden, sogar sein Lebenswandel von feilen Verleumdern besudelt. Papst Ptus aber richtete an einen der Verleumder, der ihm seine Schrift über Bossuet gewidmet hatte, ein huldvolles Schreiben und gab ihm als „Zeichen der göttlichen Gnade den apo-
hinnen." — — —
So schildert ein naher Freund und Kunstgenosse Schumann's uns zugleich das Wesen der Frau, deren Künstlerschaft zu bewundern uns in wenigen Tagen vergönnt sein wird.
Frau Clara Schumann wird außer dem Hauptwerke des nunmehr veröffentlichten hochinteressanten Programms, dem berühmten Quintett für Pianoforte und vier Streichinstrumente op. 44 von R. Schumann, noch die zwar sehr bekannte, aber auch sehr oft mißhandelte Cismoll-Sonate von Beethoven, sowie kleinere Stücke ihres Gatten und Mendelsohn's spielen Unsere geschätzte Sängerin Frau Dr. Weiffenbach, sowie das Meininger Streichquartett werden gewiß ihr Bestes zum Gelingen des Ganzen beitragen und so haben wir guten Grund uns des Kommenden zu freuen.
sterten Dich durch ihre Begeisterung und lohnten Dir durch die tiefste Neigung. Und welch eine Liebe schmückte Dein Leben!
„Ein Weib, angethan mit der Strahlenkrone des Genius, stand Dir Seite und Du warst ihr wie der Tochter der Vater und wie der Braut Bräutigam und wie dem Jünger der Meister und wie dem Gläubigen ___Heilige. Und als sie nicht mehr an Deiner Seite sein und von Deinen Wegen jedes Steinchen entfernen durfte, da fühltest Du mitten in Träumen und Leiden aus der Ferne ihre schützende Hand, und als der Engel des Todes Mitleiden mit Dir hatte und sich Deiner geängstigten Seele nahte, um ihr wieder zu Licht und zu Freiheit zu verhelfen, da begegnete in den letzten Stunden Dein Blick dem ihren und liebeverklärt zog Dein müder Geist von
stollschen^ Bischöfe, die erst nach Rom kamen, als ihnen der Papst die
bestimmte Zusicherung gegeben hatte, daß die Rechte ihrer Kirche unangetastet blieben, wurden alsbald zum Verzicht auf diese Rechte gedrängt. Der Erzbischof von Babylon, ein achtzigjähriger Greis, wurde zum Papst gerufen und dort gezwungen, ein Aktenstück zu unterzeichnen, durch das er die Freiheit seiner Kirche pretsgab. Der greise Patriarch erinnerte an das feierliche Versprechen des Papstes, er weinte, er flehte, ihn nicht zum Verrath an den uralten heiligen Rechten seiner Kirche zu zwingen; umsonst — er mußte unterschreiben. Der Generalvicar eines armenischen Erzbischofs wurde auf dem Wege zur Kirche von päpstlichen Polizetagenten aufge- griffen, der Erzbischof von Antiochien in ein Kloster verwiesen. Von solch arger- ltchen Auftritten war das Concil vom Anfang bis zu seinem Ende begleitet. Unerhört in der Geschichte aller Concilten war das Verfahren, nach welchem die Verhandlungen bet dem vaticanischen Concil geleitet wurden. Nie mar die freie Meinungsäußerung so unterdrückt, nie eine Lehre durch einfache Stimmenmehrheit zum Dogma gemacht worden w'e beim letzten Concil unter Plus IX. Dte ConctlSpLter waren hier nicht wie auf den früheren Ktrchenversammlungen die Zeugen des Glaubens, wie er von jeher in der Kirche bestanden, sondern sie mußten etwas, das n e und nirgends geglaubt worden, erst zu einem Glaubenssatze machen. Trotz des Widerspruches einer großen Anzahl Bischöfe, welche weitaus die meisten Katholiken vertraten wurde diese oX. in Mo 0-irrfct. pinnpffihrt. Der Wille des Pavstes ward erfüllt — aber die
Theater.
Der Beginn der Benefizvorftellungen zeigt gewöhnlich den herannahenden Schluß der Saison an, und da Morgen Freitag, Herr Lindner den Reigen Derselben eröffnet, so dürfte uns wohl nicht lange mehr die Freude des Theatersvergonnisein.Herr Lindner hat sich als eine sehr werthvolle Stütze des Kurde scheui Unternehmens gezeigt, denn alle seine Rollen zeugten von Fleiß, richtiger scharfer Charak erffnung und einer unerschöpflichen vis comica, namentlich in den Berliner Tyven. Deßhalb verdient derselbe schon, daß das Publikum ihm seine Dankbarkeit an den Tag legt und zahlreich zu seinem Ehrentage erscheint. Die Wahl der Stücke scheint eine gelungene, denn das Wundermädchen aus den Alpen soll einMehr erha^
und Becker's Geschichte ift bekannt als ein äußerst liebliches melodiöses Singspiel welches sich längst der allgemeinsten Gunst des Publikums erfreut. daß Herr Kurde ür die Wiedergabe gerade der einfachen zum Herzen liechenden Musikstücke die geeigneten Vertreter hat. bewiesen Fr. Kurde und Herr Teile in der Martha wo ihnen auch für ihren gelungenen Vortrag der schonen Opernnummern ein rauschender Aplaus zu Theil wurde. Hoffen wir demnach, daß sich alle Theaterfreunde zu dieser gut arrangirten Vorstellung einfinden mögen. ~*
wohl an eine Oper."- r . OT
Wie Schumann also die Veranlassung zum Entstehen einer Anzahl -von Werken für das Pianoforte seiner Gattin zuschreibt, so ist hier mit voller Ueberzeugung auszusprechen, daß eben auch sie wiederum den ent- -scheidenden Anstoß zum Erfassen des Gesangliedes gab
So verflossen die ersten Jahre ihrer, auch mit Kindern reichgesegneten Ehe in ungetrübtem Glücke. — Aber schon int Jahre 1844 stellten sich bei Schumann Spuren jener Krankheit ein, die, zehn Jahre später, diesen herrlichen Geist völlig umnachten sollte. t
Es scheint nicht angemesien, das traurige Bild von Schumanns Krankheit durch Anführung von Specialitäten zu vervollständigen, deshalb sei nur noch erwähnt, daß er im März 1854 in die Heilanstalt für Geisteskranke zu Endenich bei Bonn gebracht werden mußte. Seme Gattin sah ihn nicht eher wieder, als im Momente des Scheidens von dieser Erde, welches am 29. Juli 1856 Nachmittags 4 Uhr erfolgte.
Die sterbliche Hülle des verewigten Meisters wurde am 31. Juli nach Bonn gebracht, von dort aus durch die Stadt unter dem Zuströmen des Volkes, welches fühlen mochte, daß es einem ungewöhnlichen ^odten gelte, nach dem vorm Sternenthor befindlichen Kirchhofe geleitet und hier unter priesterlicher Einsegnung in's Grab gesenkt.
Ferdinand Hiller, der von Cöln gekommen war, um seinem ent- schlaseven Freunde mit das Geleite zu seiner Ruhestätte zu geben, widmete ihm in der Cölnischen Zeitung einen sinnigen Nachruf, den wir im Auszuge
ftnb schon nach Rumänien zurückgekehrt. - Der italienische Abgesandte Farini notificirtk dem Fürsten die Thronbesteigung des Königs Hubert.
n Versailles 19 Febr. Der Senat wählt heute als lebenslänglichen Senator Den Legitimisten Baragnon mit 140 Stimmen. Victor Lefranc von
Linken erhielt 135 Stimmen. - Die Kammer der Deputirten nahm das Knltuffbubaet an Die von der Eommission vorgeschlagenen Reducttonen wurdet Äebnt, die von der Regierung beantragten Ziffern ausrechterhaltem
London, 19. Februar. Die „Times" (zweite Ausgabe) meldet aus Dera oom 18. d.: Das britische Geschwader ist nach Tuzla, 17 Meilen von Konstantinopel, gegangen; es wurden noch 3 Panzerschiffe erwartet. ___
Musikalisches.
II.
Es hat wol selten, oder vielleicht nie ein Künstlerpaar gegeben das sich gegenseitig so vollständig ergänzt hätte wie Robert und Clara Schuman n I W. v. Wasielewski, der verdienstvolle Biograph Robert Schumann's, äußert sich über die rein menschliche Seite dieses Verhältnisses solgendcrmaßen: „Es ist schon mehrfach von dem stillen in sich gekehrten Wesen Schumann's die Rede gewesen. Dieses ihn so sehr characiertstrende Weseit gewann in der inzwischen geschlossenen Ehe noch schärfere Ausprägung. Nicht nur bot sich ihm fortan seltener Gelegenheit in dteiemge Berührung mit der Außenwelt zu treten, welche dem Einzelstehenden in gewissen fällen durchaus nicht erspart bleibt, seine Gattin suchte auch in bewundernswerther weiblicher Aufopferung alles Gewöhnliche des Daseins möglichst von ihm ferne au halten was hemmend oder störend auf seine Berufsthatigkeitz hatte einwirken können. So bildete sie recht eigentlich die Vermittelung zwischen ihrem Gatten und dem praktischen Leben." f .
Andrerseits äußert sich R. Schumann, bezugnehmend auf den Widerstand des Vaters seiner Gattin gegen ihre Verbindung, in einem Briefe an feinen Freund und Lehrer H. Dorn: „Gewiß mag von den Kämpfen die mir Clara gekostet, Manches in meiner Musik enthalten und gewiß auch von Ihnen verstanden worden sein. Das Concert, die Sonate, die Davidsbündler- tänze die Kreisleriana und die Novelletten hat sie beinahe allein veranlaßt.
Die schöpferische Thätigkeit Schumann's während des Jahres 1840 war eine seinen früheren Bestrebungen durchaus entgegengesetzte. Sie galt ausschließlich der Lyrik. Ein reicher Liederstrom entquoll der Dichterbrust des Meisters und mit Recht darf man daher dieses Jahr geradezu das „Liederjahr" nennen. # r ,
An Keferstein in Jena schreibt er: „Kaum kann ich ^hnen jagen, welcher Genuß es ist, für die Stimme zu schreiben im Verhültniß zur Jn- strumentalcomposition, und wie das in mir wogt und tobt, wenn ich m der Arbeit sitze. Da sind mir ganz neue Dinge aufgegangen und ich denke auch
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iu.gen'Sqerbrteer'ber goncorbia'trugtn ben cinsachm Sarg, welchen ein Lor. twPÄbre'in'.ie'Kwch'« D» >°L! Smpuna" icht
Leben so nahe gestanden, gingen voran, der Geistliche folgte, neven iym oer berfi nur btc Mare des .Universalbischofs in Rom. Bürgermeister von Bonn, dem sich eine bedeutende Anzahl würdiger Manner -----------------------------
angeschlossen. Feierlich erklangen die Töne erzener Instrumente, erzener Melodien, die nun schon durch Jahrhunderte so manche Freude, so vieles Leid verklären. Feierlich bewegte sich der Zug durch die Straßen Bonns, desien Einwohner ihm mit theilnehmenden Blicken zu folgen schienen. Aus dem Friedhöfe angelangt bildete sich ein Kreis um das offene Grab. Hmav ward der Sarg gesenkt — aus den dichten Reiheii schlüpfte hier und da eine zarte Frauengestalt hervor und ließ einen Strauß, einen Kranz ihren Händen entgleiten auf den Sarg in der Tiefe — es dauerte nicht länger, als man eme Thräne weint. Herr Pastor Wiesmann aber ergriff eine schaufel voll Erde und niarf sie hinab und sprach die alten gefesteten Worte: „Von der Erde bist du kommen, zur Erde mußt du werden" und betete.
Und darauf sprach er ernste Worte über die Gaben und Schicksale des Verewigten und die Sänger der Concordia sangen ein wehmüthig Lied. Und wieder ertönte eine feierliche Choralweise — und wir nahmen Jeder eme Hand voll Erde und warfen sie hinab — eine letzte, arme, kalte Liebesgabe Unterdessen war die Sonne hinabgesunken und Alles löste sich auf in unbestimmte Massen und Schatten — und die Menge, die noch eben zusammen- qehalten war von einem gemeinschaftlichen Gegenstände ihres Antheils, zerstreute sich, wie ja Alles schnell auseinander fällt, wo die bindende Kraft zu wirken aufgehört, wo der gestaltende Kern der Vernichtung anheimgefallen.
Armer Schumann! Und doch durften einstens Könige Dich beneiden. Du beherrschtest mit einem goldenen Seepier eine Herrlichtönende Welt und schufst und wirktest darin mit Kraft und Freiheit.


