Einzelbild herunterladen

Standpunkte der europäischen Interessen und europäischen Beschlüsse. Sie muß Alles wollen, was der Berliner Vertrag vorschrieb, aber darf zu nichts bte Hand bieten, was dieser Vertrag ausschloß oder unberührt ließ.

DasTelegr.-Corresp.-Bureau" läßt sich aus Rom melden: Sobald der deutsche Kaiser die Staatsgeschäfte wieder übernimmt, wird die Curie einen neuen Schritt in den Verhandlungen mit Deutschland thun. Der Papst würde sodann die Initiative ergreifen und die diesbezüglichen Verhandlungen mit dem Kaiser etnletten.

AranLreich.

Paris, 16. November. Die Kammer der Deputirten hat die Wahl des klerikalen Abgeordneten Grafen Mun cassirt. DerTemps" glaubt zu wissen, daß die Pforte gestern Delegirte ernannt habe, welche mit den griechi­schen Delegirten die Frage der Grenzberichttgung prüfen sollen. Nachrichten aus Petersburg zufolge ist die Meldung, daß der^Katser von Rußland den Winter in Nizza zubringen wolle, unbegründet.

tzngland.

London, 16. November, Abends. Der Herzog von Westminster und Gras Grey richteten an Beaconsfield eine Petition um Einberufung des $ar= laments. Lord Rosebery wurde zum Rector der Universität gewählt._________

Telegraphische Depeschen.

Wckgver'» telegr. Gorresp»uveirz«

Darmstadt, 18. November. Bulletin von Vormittags 9 Uhr. Der Großherzog ist andauernd fieberfrei; die örtlichen Anschwellungen sind zurückge gangen, die diphterittschen Auflagerungen etwas verkleinert. Professor Oerrel aus München ist zur Consultatton zugezogen. DieDarmst. Ztg." ver­öffentlicht das Programm für das stille Leichenbegängniß der Prinzessin Marie, welches heute um 5 Uhr im Mausoleum auf der Rosenhöhe stattfindet.

Der Erbgroßherzog ist fieberfrei; die Membranen auf der rechten Seite sind großentheils abgestoßen, dagegen bedecken solche das Zäpfchen und die linke Mandel in größerer Ausdehnung; die Drüsen-Anschwellungen sind seit vorgestern ständig zurückgegangen. Prinzeß Irene ist fieberfrei; nur wenige Anschwellungen sind noch vorhanden. Die Prinzessinnen Victoria und Alix sind als genesen zu betrachten.

Darmstadt, 19. November. Bulletin von 9 Uhr Vorm. Die Besse­rung im Befinden des Großherzogs ist andauernd.

Neapel, 17. November. Das Königspaar traf heute Nachmittag 2Vr Uhr, von den Behörden, zahlreichen Vereinen und einer großen Volksmenge enthusiastisch empfangen, hier ein. Als der königliche Zug die Straße Car­bonara passirte und mehrere Personen Bittschriften überreichten, stürzte sich ein Individuum mit einem Dolchmesser aus den König und brachte demselben eine Hautwunde am linken Arme, dem Ministerpräsidenten Cairoli eine leichte Wunde am linken Oberschenkel bei. Der König führte Säbelhiebe gegen den Kopf des Mörders; Cairoli ergriff den Mörder an den Haaren; ein Cürassier-Capitän verwundete den Mörder ebenfalls und übergab ihn alsbald den Wachen. Alles geschah so schnell, daß die in den nächstfolgenden Wagen Sitzenden Nichts da­von gewahrten. Die Königin und der Prinz von Neapel saßen mit dem Könige in demselben Wagen; sie zeigten beide große Faffung und Ruhe. König und Königin wurden auf der Weiterfahrt nach dem Palast von unaufhörlichen Jubel­rufen der Bevölkerung begleitet und mußten sich von dem Balkon des Palastes den nach ihnen rufenden Volksmaffen zeigen. Der Mörder heißt Johann Paffamante, ist Koch, 29 Jahre alt, aus der Provinz Potenza. Derselbe er­klärte, er gehöre keiner Verbindung an, wolle aber keine Könige, weil er arm und stets von seinen Herren mißhandelt worden sei.

Neapel, 18. November. Der Ministerpräsident Cairoli richtete gestern Abend folgendes Telegramm an die Vertreter Italiens im Auslande: In dem Augenblicke, wo heute Nachmittag der König mit der Königin und dem Kron­prinzen zu Wagen seinen Einzug in die Stadt Neapel hielt, und inmitten der enthusiastischen Kundgebungen der Bevölkerung, welche sich ehrerbietigst um das einziehende Herrscherpaar drängte, stürzte sich ein Individuum mit einem Messer in der Hand aus Se. Majestät. Der König, welcher sich sofort von dem Sitze erhoben hatte, erhielt eine sehr leichte Hautwunde an der linken Schulter. Da ich die Ehre hatte, dem Könige gegenüber zu sitzen, konnte ich glücklicherweise selbst den Mörder erfassen und an der Ausführung des Verbrechens verhindern. Ich erhielt in dem Kampfe eine leichte Wunde am Bein. Der Mörder, von dem Säbelhiebe eines Cürassir-Capitäns am Kopfe getroffen, wurde sofort ver­haftet. Ihre Majestäten gaben nicht das geringste Zeichen von Erregung kund. Die B völkerung begleitete dieselben bis in's Palais mit den wärmsten Ovationen. Cairoli.

Rom, 18. November. Die Nachricht von dem Attentat auf den König und von dessen glücklicher Errettung, welche durch Plakat der Stadtbe­hörde bekannt gegeben wurde, hat hier ungeheure Aufregung und die lebhaftesten Demonstrationen hervorgerufen. Zahllose Menschenmafsen erfüllten alsbald die Straßen und sammelten sich vor dem Parlamente und anderen öffentlichen Ge­bäuden, die, wie zahlreiche Prtvathäuser, alsbald sich mit Flaggen bedeckten und vielfach illuminirt wurden. Große Volkshaufen durchzogen unter Vorantritt von Fackelrrägern mit Musik und unter begeisterten Ovationen auf den König die Stadt. Verschiedene Corporationen traten sofort zusammen, um Glück­wunsch-Telegramme an den König und Cairoli zu erlassen. Man hört überall die kaltblütige Haltung bewundern, die der König bewahrt hat. Gegen den Meuchelmörder hat die Untersuchung sofort begonnen.

Rom, 18. November. (Osfictell.) Die Wunde des Königs ist eine sehr oberflächliche Schramme. Auch Catrolcks Verletzung ist eine leichte, die in wenigen Tagen heilbar. Als sich die Attentatsnachricht gestern Abend 9 Uhr in der Stadt verbreitete, stellten alle Theater ihre Vorstellungen ein. Auf den Straßen erfolgten imponirende Kundgebungen; eine große Menschenmenge zog nach dem Ministerium des Innern, um Nachrichten über den König zu erbitten; das Volk nahm die sofort ertheilten Nachrichten mit Hochrufen auf den König und den Ministerpräsidenten aus. Die fremden Botschafter und Gesandten be­gaben sich nach den Ministerien des Innern und Auswärtigen, um daselbst ihre Glückwünsche abzustatten. Besonders lebhaft gestalteten sich die Kundgebungen der Bevölkerung auf der Piazza Colonna, dem Corso und dem Capitol, wo die Menge mit Fackeln, Musik und der Nationalflagge aufzog. In allen Straßen, hauptsächlich aber auf dem Corso waren die Häuser illuminirt. Später zog die Volksmenge nach Montocitorio. Die hier anwesenden Deputirten übersenden dem König telegraphisch eine Glückwunsckadreffe. Der Senat und die Deputirten- kammer werden Deputationen an den König abordnen.

Mehreren Blättern zufolge soll Paffamante ein fanatisches Mitglied der Internationale und 1870 wegen revolutionärer Affichen verhaftet wor den sein.

London, 18. November.Standard" will wissen, das Kanonenboot Condor" würde nach Burgas gesendet, um zu ermitteln, ob von den Russen daselbst Befestigungen errichtet seien; England stehe vertragsmäßig das Recht zu, zwei Kanonenboote im Schwarzen Meep zu haben.

Konstantinopel, 17. November. Dem Vernehmen nach hat Bra- tiano der Pforte mckzetheilt, die Russen hätten die Besetzung und Befestigung von Kustendsche und anderen strategischen Punkten der Dobrudscha, sowie die Einräumung einer Militärstraße zur Bedingung der Räumung Rumäniens gemacht.

Rom, 18. Novbr. Auch aus vielen anderen Städten werden patrio­tische Kundgebungen anläßlich des Attentats gemeldet. Allgemeine Erbitterung herrscht über die Frevelthat. Auf dem Capitol hielt der Syndikus eine mir Begeisterung aufgenommene Ansprache. Die hier anwesenden Deputirten drück- ten in einer Depesche an Cairoli ihren Abscheu über das Attentat und Dank an die Vorsehung für die Errettung des Königs aus.

Neapel, 18. November, Abends. Der König empfing mehrere nam­hafte Persönlichkeiten, darunter einige Deputirte, und bemerkte hierbei, daß er vor Kurzem zwei Briefe erhalten habe, in denen mitgetheilt sei, daß ein Atten­tat ausgeführt werden würde. Die Einwohner von Potenza richteten an den König eine Beileidsadresse.

Rom, 18. November. Die Präsidien des Senates und der Kammer haben sich nach Neapel begeben. In der könizl. Kapelle daselbst hat heute früh Dankgottesdienst stattgesunden, welchem der Hof beiwohnte. Fortwährend langen Depeschen au, welche von begeisterten Demonstrationen für den König und die königl. Familie, sowie von dem tiefen Abscheu melden, welche das Attentat er- regte. Die Wunde Cairolis ist bereits in der Besserung begriffen.

Rom, 19. November. Bei dem Attentäter Paffamante wurden meh­rere Schreiben von Mitgliedern der Internationale gefunden. Mehrere 3nttT» Nationalisten sind verhaftet worden und sind weitere Verhaftungen verfügt.

Lokal-Nottz.

Gießen, 19. November. Die Zahl der für das Winter-Semester 1878/79 ein­geschriebenen Studirenden an hiesiger Hochschule beträgt btS heute 330. Davon studiren Theologie 15, Jurisprudenz 93, Medictn 55, Veterinärkunde 9, Kameralwtssenschaft 5, Forstwissenschaft 16, Mathematik 29, classische Philologie 29, neuere Philologie 6, Chemie 13, Pharmacte 23, Philosophie, Naturwissenschaften, Landwtrthschaft, Ge- ichichte rc. 37.

--Herr Dr. Krönletn, seither erster Assistent deS Herrn Prof. Langen b eck in Berlin, hat in Stellvertretung deS Herrn Prof. Bose gestern die Funktionen des Directors der chirurgischen Klinik übernommen und wird morgen, den 20. dsS., seine Vorlesungen eröffnen.

--Heute Nacht wurde in einem Laden in der Löwengasse eingebrochen. Außer einigen Cigarren und einem Regenschirm wurde nichts annektirt, da auch hier der Ladeninhaber seine Kasse in Sicherheit gebracht hatte.

--Wegen fortgesetzter Ruhestörung fand gestern Abend ein Cigarrenmacher liebevolle Aufnahme im StockhauS.

In einem Hofe in den Neuenbäuen wurde heute Nacht eine Kalkbütte mit Inhalt umgestürzt, sowie einer Stellleiter ein Platz auf dem Hofthor angewiesen. Zu gleicher Zeit wurde eine Attaque mit Backscheiten auf die Noll'sche Veranda an der Schoor eröffnet, wobei mehrere Vasen die Unvorsichtigkeit begingen heruntc'zufallen und zu zertrümmern. Ferner fand das Schild an der Brücke zur Frauenklinik ein anderweitiges Placement.

--Gutem Vernehmen nach sollen die Mörder be8 vor ca. 14 Tagen in Frank­furt ermordeten alten Gärtners Glitzenhirn gestern in Friedberg verhaftet worden sein. Uebcr die Verhaftung derselben berichtet der heutigeOberbess. Anzeiger": Friedberg, 18. Nov. Vor etwa 14 Tagen wurde bei Frankfurt ein Gärtner ermordet und beraubt, ohne daß es der Polizei seither gelang, den Thätrr zu ermitteln. Gestern Abend nun wurde derselbe in der Person eines einem baterischen Zuchthaus entsprunge. nen Raubmörders, Mchger Haffner auSSteyern, an hiesiger Post durch die Gensd'armm Lind und Rieck verhaftet. Ferner wurden verhaftet als wahrscheinlicher Mttthäter der Schneider Rtnow aus Naumburg, sowie als Mitwisser Buchbinder Ferber au8 Dresden und Maurer Winkler aus Königstein. Die vier Gesellen reisten zusammen und führten gemeinschaftliche Kasse. Rtnow befindet sich in hiesigem Lazareth, da er fußleidend ist.

--Gestern Abend stürzte beim Pasfiren der Schoor nach dem Lahnstein in der Dunkelheit ein Mann in den Schoorgraben. Vergangenen Simstaz Abend erging es einem anderen Passanten an derselben Stelle nicht bester. V ell:tcht ließe sich hier eine Laterne anbringen ober die nm Lahnstein befindliche versetzen, wenn nicht vorzu- ziehen wäre, daß der Schoorgraben auch hier überwölbt oder etngezäunt würde.

Gießen, 19. November. Auf Einladung bc8 Kaufmännischen Vereins wirb Herr Wtlh. Ltesenberg au8 Düsseldorf hier am nächften Freitag, den 32. d. Mts., Abends 8 Uhr, im Saale deS Gasthofs zumPrinz Carl" einen öffentlichen Vortrag halten über Handel und Wandel in Südamerika, mit fpecieller Berücksichtigung des Kaiserreichs Brasilien und der La Plata-Starten: Argentina, Uruguay und Paraguay. Der Herr Redner wird sich hierbei insbesondere auch über die Wichtigkeit dieser fernen Länder für bte deutsche Industrie und die gegenwärtigen Handelsbeziehungen des deutschen Reiches zu denselben, unter Erthetlung geeigneter Rathfchlägc zur Hebung des deutschen Handels nach jenen Ländern, eingehend verbreiten, wie auch deren staatliche und wtrthschaftliche Verhältnisse, das dortige Familien- und Gesellschaftsleben rc. in den KreiS seiner Darstellung auf nehmen, alles DteS auf Grund großer, während eines zehnjährigen Aufenthalts in Südamerika unternommenen Reisen und fleißiger Studien, eigener scharfer Beobachtungen und von Selbfterlebtem.

Herr Li es en berg, der bereits in vielen Städten Norddeutschlands über Bra­silien und die La-Plata-@tart*n öffentlich: Vorträge gehalten, wird in allen darüber vorliegenden Berichten übereinstimmend als ein sehr gewandter Redner und seine diesbezüglichen Mittheilungen als äußerst interessant und lehrreich, wie auch angenehm unterhaltend gerühmt.

Außer dem großen Interesse, welches demnach der bevorstehende Vortrag, bei dem Bestreben unserer Zett, ferne Länder und Völkerschaften mehr als früher in daS Bereich unfereS Wissens zu ziehen, für das größere Publikum in verschiedener Hinsicht haben möchte, kann derselbe insbesondere auch für Industrielle, Kaufleute und Gewerbe­treibende von praktischem Werthe sein. Man darf daher wohl einer zahlreichen Be- theilioung deS hiesigen Publikums ettaeoenfeben. W.

Handel und Vermehr.

Gießen, 19. Novbr. Auf dem heuttgen Wochenmartt kostete: Butter, perPfd. JL 1.51.10, Hühnereier, per Stück 7 Käse, per Stück 58 4, Käsematte, per 5rücf 3 H, Erbsen, 1 Liter 22 Linsen, 1 Liter 24 H, Tauben, das Paar 60 H, Hühner, per Stück JL80, Hahnen, per St. JL 75 Enten, per Stück X 2.10, Kartoffeln, 100 Kilo «4L 5.507.. Weißkraut per Hundert JL 57. Ochsen fleisch 7072 H per Pfd.. Kuh - und Rindfleisch 5662 4, Schweinefleisch 5860 H, Kalbfleisch 5660 H, Hamm-lfleisch 5060 Gänse, per Pfd. 4652

Herborn, (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 18. Novbr. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 524 Ochsen, 682 Kühe und Rinder, 994 Schweine. Der nächste Markt ist am Montag den 2. December l. I. Der diesjährige Weih- nachtsmarkt wird am 23. December und der Neujahrs markt am 30. December abgehalten.

LocälH^istorischeS Museums

Für die Münzsammlung liefen diverse Geschenke ein von den Herren Becker, Boger, Buchner, Glaser, Hoffmann, Jrle, Klewitz, Landmann, Leo, Rothenberger, Schellenberg, Soldan. Nr. 1105.

Sckaii

Di» 8ur a

;** * SS* 5S

Maite rwßksi

Mittags 8 Uhr, ^lUttilhen- gjrßeii. den

Kaiser!

Lo

""'M

|U Allendi

Mag den ifiormü itfltn die z"in § ; »irthl Heinn Urigen ZMM0 i 1$ versteigert 1 Diesen best 1 276 (Mr.

Schmer und in der Mack - 656 llMtr.

Thurm.

Die Hosrait' in Hauptstraß' Md eignet sich Itifle

Mendorf a., Grvßh. Orts 7114)

Ihm

von porcellai

7117) A Wilhelm 5 ton heute an in fiatz zu bedeute tnlauft.

M. Pil

Apsing

M

7H6) ffi, if »In nut bref

Hühi

Nun, lurzhai «rkausen. Wo

nerfa

^ULittenber

Eine n

lliillll

Endeln, tz ^vfiebit

l°bert Stu,

w

?,1" «->»

Mailst