Ausgabe 
20.9.1878
 
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Martini, Bürgermeister.

Glauchau, den 6. September 1878.

Der Stadtrath und das Stadtverordnetencollegium.

Ein Gießener Sohn, f

Am 1. ds8.Mts. verschied derKommerzimrath Hermann Kratz aus Glauchau in Baden bet Wien, wo er Linderung für seine Leiden gesucht hatte.

Er hat kein hohes Alter erreicht, und doch können wir auf ein rastlos thätiges Leben zurückölicken, das große Erfolge zu verzeichnen hatte und in Gemeinde und Familien reichen Segen schuf.

Er war ein Gießener Kind, der Sohn einer schlichten Bürgcrsfamtlte und hat in Gießen seine Erziehung und Schulbildung genossen.

Er ging keinen leichten Weg. Es hat Jahre langer Arbeit und nimmer ruhender Thätigkeit bedurft, bis er mit seinem Freunde Burk den Grund zu dem großen Ge­schäfte legte, dessen Firma Kratz und Burk in ganz Europa und Amerika einen wohlverdienten Ruf genießt.

Seit zehn Jahren stand er allein an der Spitze deS Geschäfts und hat in den schwierigsten Zeitverhältnissen seiner Firma nicht allein den alten Ruf bewahrt, sondern auch dem Geschäfte eine große Ausdehnung gegeben.

Kein Wunder also, daß sein Tod bedeutende Lücken riß, und daß seine Persön­lichkeit allen denjenigen, mit denen er tat Leben zu thun hatte, in ihren vielen vortrefflichen Eigenschaften voll und ganz vor Augen trat.

Sein Tod war ein Tag der allgemeinen Trauer in Glauchau. Seine Beerdigung eine Feierl'chkeit, wie sie die Stadt noch nicht gesehen hatte.

Die gesammte Webertnnung, seine Arbeiter und zahlreiche Mitbürger befanden sich unter den Leidtragenden. Es hatte hundert Personen bedurft, um allein die von allen Seiten zuströmenden Blumen, welch: dem Verstorbenen das Grab schmücken sollten, zum Friedhöfe zu tragen.

Die Weberinnung hatte sich die Ehre ausgebeten ihn in ihrem Todtenwagen zu bestatten.

Obgleich ein scharfer Gegner der Endziele der Socialdemokratie hatte er durch sein humanes und gerechtes Auftreten daS größt- Ansehen unter den Arbeitern genossen. Und zu ihrer Ehre sei es gesagt, sie haben Alles gethan, um ihre Dankbarkeit zu beweisen.

Was er seiner neuen Heimath im Verlauf eines kurzen Menschenlebens geworden war, das geht am deutlichsten hervor aus dem im Glauchauer Amtsblatt demSchön- burgischen Anzeiger" veröffentlichten Nachruf:

Am 1. dss. Mts. verschied in Baden bei Wien der hiesige Kaufmann und Fabrikant

An die alte Heimath dachte er gern. Hatte er doch hier noch Freunde seiner Jugend und theuere Erinnerungen.

Bewahren auch wir ihm ein gutes Andenken, und möge ihm die Erde leicht sein.

Handel und Verkehr.

Gießen, 19. September. Auf dem am 17. und 18. September dahier abae- haltenen Viehmarkte waren aufgetrieben 1500 Stück Rindvieh und 1200 Schweine - am * und 2. October. Am letzteren Tage auch Krämermarkt (Michaetlmarkt).

Frankfurt, 18. Septbr. Der heutige Heu-und Strob-Markt war reichlich be­fahren. Heu kostete per Gentner je nach Qualität X 23, Stroh per Gentner X 1.50 bis Der heutige Gerealienmarkt war nicht so reichlich wie der vorige befahren. Weißkraut waren 30 Wagen am Markt unb wurde der Gentner mit X 2 bezahlt. Kohlkraut das Stück 6-8 Blumenkohl per Stück Prima-Maare höchst wenig am Platz 15-20 H. Butter das Pfund im Großen 1. Qual. X 1.10, 2. Qual. X 1, im Detail 1. Qual. X 1.20-30, 2. Qual. X 1.10-15. Eier das Hundert X 4.50 bis 6. Kartoffeln per 100 Kilo X 6. Erbsen geschälte (per 100 Kilogr.) X 26-28, ganze Erbsen X 2123; Linsen X 3032; Bohnen X 28-30. Ochsenfletsch per Pfd. 7075 H, Kuh- und Rindfleisch 5460 H, Kalbfleisch 6070 Hammelfleisch 58 bis 68 St, Schweinefleisch 7075 Buchenscheitholz erste Sorte per Q.-M-^L 10.80 bis 11.05, zweite Sorte X 9.6080, Tannenholz erste Sorte X 7.5090, zweite Sorte x 6.7080. Tannäpfel per Hect. 50 H. Geschnittenes Holz je nachdem ge- schnitten der Gentner X 1.6070. Lohkuchen das 1000 x 1012.

Herr Kommerzienrath Hermann Kratz, einer der besten unserer Bürger, dessen große Verdienste um die Entwicklung der Industrie unserer Stadt, wie sein vom Geiste achter Humanität durchdrungenes geschäftliches Wirken, seine nie ermüdende, durch eine reiche Stiftung auch auf eine ferne Zukunft sich erstreckende Wohlthätigkeit, sein stets bewährter Edelmuth unb seine treue Collegialität als früheres Mitglieb unseres Rathscollegiums ihm bei uns unb auch in weiteren Kreisen bte ungeteilte Anerkennung als eines wahren Ehrenmanns erworben haben.

Die Liebe unb Achtung seiner Zeitgenossen folgen ihm in sein frühes Grab.

Seinen, wie für bie Seinigen, so auch für unsere Gemeinbe schmerzlichen Verlust tief betrauernb, werben wir sein Gebächtniß für alle Zeit in " ' Ehren halten.

Literarisches.

von Schmibt-Weißensels, Stuttgart, A ben- ^^r^Z^lagSbuchbanblung. I. BänbchenZwölf Schneider". II. Bändchen

' iIL-,?^cn "Zwölf Buchdrucker". IV. BändchenZwölf 'öacJ»- kl' "Zwölf Metzger". VI. BändchenZwölf Barbiere". Preis

pro Bändchen 50 Pfennig; mit illustrirtem Umschlag 1 Mark. *

c ki nsbcr Agitation gegen die Socialdemokratie erweisen sich gerade die Mittel auf die Dauer am unwirksamsten, welche am meisten in die Augen springen als da ^?^?t»"^k^^-!?^">^Erurtheilunqen wegen frecher Aeußerungen u. s. w. Ersteres wirft eine bedenkliche Saat in das ehrliche Bürgerthum, lcheres macht oft aus Schubjacken IRaütprer. Ist der Socialismus nicht ohne weiteres als ein Verbrechen, sondern als hk aufzufassen, so ist nicht abzusehen, wie durch Verfolgung unb Strafen

bte Irrenden aus den richtigen Weg geführt werben sollen. Der augenblicklich straff un ro rb. br! ZA schon wieber schlaffer werden, unb dann wird ^k,b"»AEbel mit erneuter Kraft wieder geltend machen. Aufklärung, Belehrung thut "A die Lust an der Arbeit wieder zu erwecken, und mit ihr bie Fleißes und ber Sparsamkeit. Es gilt zu zeigen, baß auf b:r treu n tüchtige Arbeiter soll sich feiner Tüchtigkeit bewußt unb barnuf stolz sein unb sich bagegen stemmen, baß er in der Masse aufgeht. Es ist ein schöner unb beherzigenswerther Spruch: 6

rm-bwerb unb Kunst mit Gottes Gunst - kein stärker Banb für's Vaterland!' 2 ®Änb JW*" Ä Aen festen Damm gegen die Socialbemokralie abzugeben, so ist es ber Hanbwerkerstanb. Der Handwerker ist darauf angewiesen, sich durch seine Werke auszuzeichnen, während die Socialdemokratie jede Auszeichnung ver­pönt. Wenn bei ihm jene Irrlehren Eingang gefunden haben, so sollte gerade hier denselben am ersten unb nachbrücklichsten entqegengcwirkt werden. V

Wir begrüßen die von Schmidt-Weißenfels geschriebenen Volksschriften inaifawr^ntcrnmen, welches vorzüglich geeignet ist die täglich nothwendiger werdende Volksbildung in die weitesten Kreise zu verbreiten unb allen Schichten zugänglich zu ?(Id)Cn' freundlicher, unterhaltenber, anregenber Form ist hier so viel Gutes ge- boten, baß Niemand versäumen sollte, burch solchen Schatz fein Wissen zu bereichern. Namentlich aber feien bie hübsch ausgestatteten Bücher allen Gerwerbevereinen unb Volksbibliotheken empfohlen.

Bernharb Kuhn, Vorsteher bes Stabtoerorbnetencollegiums.

Besondere Aekanntmachungen

In Sachen

des Gr. Hessischen Fiskus, vertreten durch bie Großberzogliche Direktion ber Oberhefsischen Eisenbahnen, Klägers gegen

bie Erben bes zu Biebenkopf verstorbenen

Großh. Physicatsarztes Dr. Pfeffer.

1. Ferdinand Engelbach) unbekannt

2. Hermann Engelbach ! wo ab-

3. Fritz Engelbach ) roefenb. Beklagte.

Errichtung einer Eigenthums- urkunde betr.

Beschluß.

Dem Ferbinanb Engelbach, Her­mann Engelbach u. Fritz Engeldach con hier, bereu Aufenthaltsort beschetnigter- maßen zur Zeit unbekannt ist, wirb auf diesem Wege eröffnet, daß ber Grobherzog­liche Hessische Fiskus in seiner Eigenschaft «is Rechtsnachfolger ber oberhessischen Eisen- dchngesellschaft gegen sie als Miterben bes iuBiebenkopf verstorbenen Großherzoglichen dhyflkatsarztes Dr. Pfeffer eine Klage wf Errichtung einer Kaufnotul nebst Kauf- drief über eine von ihrem angeblichen nun­mehr verstorbenen Generalbevollmächtigten

Hofg.- Registrator Engelbach dahier im Jahre 1869 an bie oberhessische Eisenbahn- ichllschast abgetretenen näher bezeichneten !heil ber Parcelle Flur XXVI Nr. 157 ber h-markung Gießen bei unterzeichnetem ucht, besten Zuftänbigkeit als Gerichtsstanb iis Vertrags begrünbet sei, erheben lassen, Jb ihnen unter Gestattung ber Actenein- Nt auf unserem Actuariate aufgegeben sich °aewiß binnen 2 Monaten auf btefc Klage w unterzeichnetem Gericht zu erklären, widrigenfalls bas thatsächliche Klagevor- dringen als zugestanden gilt unb sie mit 'taaißen Einreben ausgeschlossen sinb.

, Zusleich werben sie zur Bestellung eines A diesseitigen Gerichtssprengel wohnenden Mellungsbevollmächtigten aufgefordert, vidrigenfalls alle sonstigen in dieser Sache «gehenden Verfügungen und Entscheidungen ^ lediglich durch Anheften an daS Ge- WSbrett bekannt gemacht werden.

Gießen, den 27. August 1878. Großherzogliches Stadtgericht Gießen.

Bötticher.

Bberhesfischr Eisenbahnen.

11 k. Mts. ab werden Billete Schiffenberg für dieses Jahr nicht Mr ausgegeben.

Gießen, den 16. September 1878. Großherzogliche Direction.

Mohn.

Allgemeiner Anzeiger.

Adam Zecher, 36 Jahre alt, ledig, Dienstknecht aus Treis a./Lda.

ist wegen Geistesschwäche unter Curatel gestellt worden. Rechtsgeschäfte bezüg­lich deffen Vermögens können mit recht­licher Gültigkeit nur durch Vermittlung des gerichtlich bestellten Curators Hein­rich Stein von Treis a. d. Lda. abge- schloffen werden.

Gießen, am 11. September 1878. Großherzogliches Landgericht Gießen.

5542) I. B. L:

Langermann, Landg.-Affeffor.

Oberhesfische Bahnen.

Vergebung von Bau - Arbeiten.

5655) Die bet Herstellung eines Güter­schuppens und eines Abtrittsgebäudes auf der Haltestelle Mittelgründau nothwendig werdenden Arbeiten sollen vergeben werden.

Offerten sind bis längstens den 26. dss. auf dem technischen Bureau einzureichen, wo­selbst auch die Pläne und Bedingungen ein­gesehen werden können.

Gießen, den 19. Septbr. 1878. __________________Stahl, Ingenieur.

Oberhessische Bahnen.

5654) Die bet Herstellung eines Kanales, eines Güterschuppens unb eines Abortge- bäubes auf ber Haltestelle Ranstabt erfor» berlichen Lieferungen unb Arbeiten sollen vergeben werben, Offerten sinb bis längstens ben 26. d. MtS. auf dem Bureau des Unter­zeichneten einzureichen, woselbst bte Pläne unb Beengungen eingesehen werben können.

Gießen, ben 19. September 1878. _____Stegmayer, Sectionsingenieur.

Lieferung von Iurbacher

ITragbalbeir

Die Stadt Lich beabsichtigt zur Er­bauung eines Amtsgerichts zu Lich die Lieferung von J Tragbalken, veranschl. zu X. 471,60, auf dem Submissions­wege zu vergeben. Lieferungsbedingungen und Voranschlag können von 18. Septbr. ab in meinem Geschäftszimmer einge­sehen und die Offerten bis zum 22. l. Mts. daselbst eingereicht werden.

Lich, den 17. Septbr. 1878. 5641) K. Schön.

Kersteigerungerr.

Bekanntmachung.

Montag den 23. September, des Nachmittags um 2 Uhr, soll im fiscalischen Garten zu Alten-Buseck die Ernte von 80 Aepfelbäumen an Ort und Stelle versteigert werden.

Gießen, den 17. Septbr. 1878. Großherzogliche Oberförsters Gießen.

5599) Lang.

Obstversteigerung.

Montag den 23. September d. I., Vormittags 8 Uhr,

soll das Gemeinde - Obst, bestehend in Aepfel, Birnen und Zwetschen an Ort und Stelle versteigert werden.

Der Anfang ist an dem Auweg. Alten-Buseck, am 17. Septbr. 1878. Großh. Bürgermeisterei Alten - Buseck. 5635)_____Wagen bqch._________

Obst Versteigerung

bei der Stadt Gießeu.

5628) Die Aepfel und Birnen von ben Bäumen am Krofdorfer-, Glei- berger-, Steinbacher- und Anneröderweg, in der Anlage vor dem Friedhof, auf dem Lutherberg und Lerchenwäldchen, im ehemals Ebel'schen Garten, sowie die Aepfel von 2 Bäumchen links der Marburger Chauffee und die Nüsse von den Bäumen am Hardtberg sollen Freitag den 20. Septbr. d. I.,

Nachmittags von 2 Uhr an, an Ort und Stelle versteigert werden.

Anfang am Krofdorfer Weg.

Gießen, den 18. Septbr. 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

A. Bram m.

Bcrsteigerung.

5652) Auszugshalber sollen

Dienstag den 24l. d. Mts.

Mittags um 2 Uhr, eine Anzahl noch gut erhaltener Möbel als Tische, vollständige Betten (auch zweischläf­rige) 1 Kleiberschrank, Stühle u. s. n . öffent­lich versteigert werben.

Marburgerstraße Lit. A. 178.

Versteigerung und Submission.

Mittwoch den 25. d. Mts.,

Vormittags 10 Uhr, werden dahier zur alsbaldigen Lieferung öffentlich versteigert:

1) 1600 Gentner Kartoffel und 2) 8 Zwiebeln.

Sodann werden

Mittwoch den 2. Oktober,

Vormittags 10 Uhr, für 1879 im Submissionswege vergeben: 1) circa 50 Ctr. weiße Bohnen,

2) 50 Erbsen (Victoria),

3) 40 Linsen,

4) 60 Salz (Nauheimer),

5) n 50 Hectoltr. Petroleum,

6) 1 Rüböl,

7) 1 Thran,

8) 8 Ctr. geschälte Gerste,

9) 6 Nudeln,

10) 25 Reis und

11) 20 gedörrte Zwetschen.

Die unter pos. 1, 2, 3, 4 und 5 aufgeführten Gegenstände werden einzeln, diejenigen unter 6 und 7 und unter 8 bis 11 aber zusammen vergeben.

Bedingungen und Proben sind täglich von 8 bis 12 Uhr Vormittags und von 2 bis 6 Uhr Nachmittags auf dem Bureau der unterzeichneten Direction einzusehen, (von Hülsenfrüchten sind auch Proben vorzulegen). Lieferungs­lustige werden ersucht, die Submissionen bis zum 2. n. Mts., Vormittags 10 Uhr in ben vor dem Directionsbureau auf­gehängten Submisstonskasten verschloffen einzulegen.

Marienschloß, den 14. Septbr. 1878. Großherzogl. Landeszuchthaus-Direction. 5561) Scriba.

Lahrer hinkende Bote, sowie Deutscher Neichsbote bei Wilhelm Klee. Wiederverkäufer erhalten hohen Nabatt. (5534