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Wien, 16. August. Nach Berichten des Ober-Commandanten Barons i Philippovic über seine Unterredung mit Hafiz Pascha ist nun zweifellos erwiesen, j daß bet 30 Bataillone regulärer türkischer Truppen sich den aufständischen < Mokamedanern angeschloffen haben und daß große Quantitäten Waffen und ' Munition nach Bosnien geschafft und dortselbst vertheilt worden sind. Die 1 Insurgenten sollen bei dem Han Belalovac südöstlich von Bazovaca Stellung ' genommen haben, daher es in dieser Gegend wahrscheinlich zu Kämpfen kom- ! man wird. In Banjaluka wurde die österreichische Besatzung vorgestern von In urgenten angegriffen, die jedoch nach kurzem Kampfe zurückgedrängt wurden. Mutesiarif und Pascha suchten Schutz bei den kaiserlichen Truppen im Castell, wohin sich auch die bedrohten Christen flüchteten. Nach einem Telegramm des dortigen Stations-Commandanten, General Sametz, von gestern, war in Ban- jaluka die Ruhe wiederbergestellt. Der Muteffarif und der Pascha bedankten sich bei dem Stations-Commandanten für den ihnen gewährten Schutz und versprachen, ihn in seinen Bemühungen zur Aufrechterhaltung der Ordnung kräftig zu unterstützen. — Die Verbindung mit Gradtsca und mit der 7. Division war wiederhergestellt.
— Die „Polit. Corresp." meldet aus Belgrad: Nach den Versicherungen der serbischen Regierung bezweckt die Aufstellung eines Observations-Corps von 10,000 Mann an der Drina-Grenze nur die Abschließung dieser Grenze gegen die Serben. Die unzuverlässigen serbischen Elemente wurden von der Grenze entfernt. Die serbischen Truppen besetzten das von den Türken geräumte Bujukljade; ebenso ist die Demarkationslinie in Altserbten von den Türken geräumt. Die Zahl der Insurgenten in Ostbosnien beläuft sich auf 16000, größtentheils Arnauten, darunter 2000 von den Mohamedanern zum Anschluffe gezwungene Christen. Der russische General Fadejeff Hal am 13. d. Belgrad verlassen, nachdem seine Umtriebe an der Erklärung der serbischen Regierung gescheitert waren, daß sie sich in Nichts etnlaffen werde, was Lerbten in Conflict mit seinen internationalen Pflichten bringen würde. — Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel: Das russische Hauptquartier ordnete die Versteigerung von 20,000 Pferden an. Mittlerweile sind seit vorgestern neue diplomatische Schwierigkeiten zwischen Rußland und der Pforte entstanden, welche den Abmarsch der Garde und den Rückzug der Russen aus der Umgebung von Konstantinopel zu verzögern drohen. — Aus Bukarest meldet die „Polit. Corresp.": Die Uebergabe Bessarabiens an Rußland erfolgt Ende August.
Wien, 17. August. Wie der „Polit. Corresp." berichtet wird, verlautet vielfach, daß der Herzog von Connaught (Prinz Arthur von Großbritannien) nach seiner Vermählung mit der Prinzessin Louise Margaretha von Preußen zum Vtcekönig von Irland ernannt werden und mit seiner jungen Gemablin seine Residenz in Dublin nehmen werde.
Wien, 17. August. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel
Bukarest, 16. August. Der officielle „Monitorul" veröffentlicht ein fürstliches Decret, welches verfügt, daß die rumänische Armee auf den Friedensfuß gesetzt werve. - In offieiellen Kreisen wird die angebliche Ernennung de Fürsten Joan Ghika zum Gouverneur der Dobrudscha in Abrede gestellt. E- könne hierüber nichts entschieden werden, bevor sich nicht die Kammern über du Stipulationen des Berliner Vertrags ausgesprochen hätten. Keineswegs könne es in dec Absicht der rumänischen Regierung liegen, in der Dobrudscha em permanentes Special-Gouvernement einzuführen.
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Washington, 16. August. Dem Vernehmen nach sind die Union! Truppen auf's Neue in Mexiko etngedrungen. Dieselben verloren 29 lobte. - Das gelbe Fieber hat sich von New-Orleans bis Mississippi verbreitet. Du Einwohner fliehen. Die Communicationen sind teilweise suspendirt.
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u»b öu^bnden ^UgU|j. Laut einer von der 20. Truppen-Divistou eingelangten telegraphischen Nachricht wurde dieselbe gestern Vormittag von einer bedeutenden Macht in der Stellung bei Doboj^am reckten Ufer der Bosna hat, obgleich unter empfindlichen Verlusten, alle Angriffe
Telegraphische Depeschen.
Wagner'» telegr. Gorr-spondenr-v«reaa.
Haag, 18. August. Der König hat gestern das neue Gesetz über bei Primär Unterricht genehmigt. .
Hamburg, 18. August. Gestern Abend fanden in Harburg anläpliä der Stichwahl Ruhestörungen Seitens der vereinigten Socialdemokraken un) Welfen statt. Erst dem energischen Einschreiten der Polizei, der Feuerwehr un» der dortigen augenblicklich nur schwachen Garnison ist es gelungen, die Ruhestörer zu zerstreuen. Em Civtlist wurde getödtet, mehrere Personen, auch vor Militär, verwundet.
Wien, 18. August. Der Commandant des 13. Armee-Corps telezri phirt aus dem Lager von Fojnicka Cupria vom 16. d. (aufgezeben in Zep e am Heutigen) : Der heutige Angriff auf die befestigte Jnsurgenten-Aufstellma bet Han Belalovac gestaltete sich zu einem vollständigen Liege. Wahrend de linke Settencolonne um 6 Uhr früh entlang dem Hinubrdo, die Hauptcolomr aber auf der Straße vorging, griff die rechte Flügelcolonue über den Orste und Zahorina-Berg aus und kam so in Flanke und Rücken der Jnsuizente, deren ganzes Feldlager, eine Fahne, viele Wagen voll Munition der recht i Colonne in die Hände fielen. Das Gffecht hatte schon bei Han Oociluka Begonnen und gewann bet dem beschwerlichen Fortkommen auf den Bergen n_;t äußerst langsam Raum. Die Entscheidung durch die rechte Settencolonne ful um die Mittagszeit. Die Insurgenten flohen In hellen Haufen gegen W1 und Ktseljak. Die Geschütze hatten sie leider schon früher weggezogen. Rcv jetzt beim Beziehen der Vorposten bei Kiseljak werden aus einzelnen Insurgenten Banden Schüffe gewechselt. Die rechte und die Hauptcolonne lagert bei Fojn'cki Cupria, die linke Colonne auf dem Kralinevac-Brdo zur Beobachtung von Vlsoka. gegen welches Feldmarschall-Lteutenant Tegethoff von Zentra aus auf dem rech«»
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von heute: Der Fürst von Montenegro hat stch auf telegraphischem Wegean den Großvezir gewendet und von der Pforte bie Durchführung der Montenegro 6etr. Bestimmungen des Berliner Verttages, sowie den Austausch der betr. Ge- bletsthe.le verlangt. Trotz der höflichen und concilianten Form dieser Dresche soll die Pforte unter Berufung auf die Abneigung der mohamedantschm Bevölkerung gegen die montenegrinische Herrschaft wenig disponirt fein, bie Räumung der Montenegro zugesprochenen Territorien zu verfugen und sieh. man deshalb die Entstehung neuer Schwierigkeiten voraus. Ebenso verhält sich die Pfo.te bezüglich der von Rußland urgtrten Räumung BatumS, indem es die Rochwen- dtakeit des früher zu brechenden Widerstandes der Lazen betont, dem bie Ruffen Rechnung zu tragen hätten, um Datum nicht in die Hände der Lazen fallen zu lasten. — Dieselbe Eorrespondenz meldet aus Belgrad: Der serbische Fmanz- Minister negocttrt mit Pariser Bankhäusern ein Anlehen von 24 Mill. Francs zur Tilgung der in dem letzten Kriege gemachten Lchulden. — Dl.e serbnche Regierung hat die strengsten Maßregeln erlasten, um jede Unterstützung des Widerstandes in Bosnien Seitens der serbischen Grenzbewohner hintanzuhalten
leidet einen Schaden von fast 300,000 Mark; sie ist versichert bei der Berlin- Kölner. „Thuringia"-, „Germania"- und „Victoria"-Gesellscyafl.
München, 18. August. Fürst Bismarck ist mit feinet: Familie um 8 Uhr Morgens von Kisstngen hier angekommen und um 9 Uhr 40 Mm., von seiner Gemahlin, Tochter und seinem Sohne Wilhelm begleitet, mit dem Salzburger Zug nach Gastein weitergereist. Auf dem Bahnhof hatten sich ö« ferner Begrüßung der Minister v. Pftetzschner und der preußische Militar-Attachö, Oberstlieutenant v. Stülpnagel, eingefunden. Das zahlreich anwesende Publikum brachte dem Fürsten lebhafte Hochrufe aus. , , . ö n,
Kiisinaen, 17. August. Fürst Bismarck wird heute Abend 8 Uhr 30 Mm. von hier abretsen und sich über München nach Gastein begeben.
Kissinaen, 17. August. Fürst Bismarck ist heute Abend 8^ Uhr nach Gastein abgereist. Von dem am Bahnhofe versammelten Publikum wurde derselbe mit lebhaften Hochrufen begrüßt.
Hefterreich.
Die „Röpublique Fran?iise" schenkt den Angaben über, die bevorstehende Verheirathung des Prinzen Napoleon keinen Glaabm und knüpft hieran folgende Betrachtung: W-nn aber auch der junge Herr Bonaparte die Prinzessin Thyra, die drei Jahre älter ist als er, heirathen sollte, so erklären wir freimüthig, daß uns gar nichts daran liegt. Wenn es ein paar souveränen Familien gefällt, sich schlecht zu verschwägern, nun wohl bekomm es ch ten. Daß wir aber deswegen besorgt werden sollten, das ist eine andere Lache. Die vorgebliche Verheirathunz des jungen Mannes hat nichtsdestoweniger die vummen Hoffnungen der bonapartistischen Bande einen Augenblick lang überreizt. Diese Hungerleider sahen schon im Traume ihren Prätendenten herüber- kommen in dem Provtantwagen der Fremden. Ein so erwünschtes Ereigniß schiene ihnen nicht zu theuer erkauft mit einer letzten Invasion, denn es wäre gewiß die letzte, und es gäbe fortan kein Frankreich mehr.
AranLreich.
17. August. Der lebenslängliche Senator Renouard ist
England.
London, 17. August. Das Amtsblatt meldet, daß das Verbot der Torpedo-Ausfuhr verboten sei.
Italien.
Nom, 17. August. Der Vattcan hat dem Fürsten Bismarck Vorschläge zur Genehmigung übersendet, welche darauf gerichtet sind, den ausgewiesenen Bischöfen die Rückkehr in ihre Dtöcesen zu ermöglichen. Es bestehen in dieser Beziehung noch einige Differenzen; der Vatican glaubt indeß,, daß eine einfache Zustimmung der Regierung zur Rückkehr der Bischöfe genüge, ohne daß e nöthig wäre, daß dieselben das betr. Ansuchen an die Regierung stellen.
Aumänieu.
Töien. Einem aus Zepce vom 9. August datirten Bericht des „Neuen i W. Tagbl." ist noch Folgendes zu entnehmen: „Haufen von weggeworfenen Waffen, Gepäck und Munitionstaschen bezeichnen den Weg, den die Aufständischen genommen haben und beweisen, wie große Eile sie hatten, sich den Verfolgern zu entziehen. Auch fand man ganze Päckchen Kaimes (türkisches Papier- < aeld) aber nicht solche, wie sie, von der Banque Ottomane garantirt, m Kon- . stantinopel ausgegeben werden, sondern von der Nationalregierung zu Serajewo aeferttgtes Papiergeld, welches in Bosnien unter den Ausstandischen Zwangs- Curs hat. Auch eine rothseidene Fahne mit der Inschrift: „Tod den Fremd- hnaen" wurde erbeutet, ferner eine Anzahl wichtiger Lchriftstucke in türkischer i Sprache. Die mit den Waffen in der Hand ergriffenen Aufständischen werden vor ein Kriegsgericht gestellt. Bisher wurde blos einer von ihnen hingerichtet. Zwei andere Aufständische wurden heute Vormittags standrechtlich erschoffen. Einer dieser beiden, ein Zaptieh, ein 63jähriger Greis, gehörte zu den Morvern des Husaren. Lieutenants, Grafen Chonnsky, deffen Husarenstwfel er noch an den Füßen trug; der andere ist ein junger Jnsurgentensührer, der, 6ei der Einnahme Maglais verwundet, sich in dem Gebüsche am Bosna-User bis zum Äb- rua der Unseren verstecken wollte. Er wnrde aber entdeckt, und da in feinem Hause der größte Theil der geraubten 20,000 fl., nämlich 14,500 fl-, gefunden wurden und er überwiesen worden war, einer der Mörder des Unter-Intendanten Oberlieutenants Haydeck zu fein, konnte der Feldzeugmeister Gnade nicht walten lassen. Zepce selbst wurde von unseren Truppen nicht am Abend des Gefechts besetzt, was zu bedauerlichen Auftritten Anlaß gab. Die griechisch- orthodoxe Bevölkerung stürzte sich in die Häuser der Mohamedaner und begann dieselben sofort und gründlich zu plündern. Nachdem ein großer Schade an- gerichtet worden, wurde das Mtlitärcommando hiervon benachrichtigt und eine Compagnie des Regimentes Franz Karl in die Stadt gesandt. Zepce ist im Großen und Ganzen an dem geleisteten Widerstand, sowie an dem Husaren- massacre von Maglai nicht betheiligt. Dte Aufständischen hausten daselbst in furchtbarster Weise. Hadschi Loja soll vor einigen Tagen selbst dort gewesen sein und den Defterdar Daud Effendi, der ihm den Gehorsam verweigert hatte, haben köpfen taffen. Auch die öffentlichen Kaffen hatte er bis auf die Kaima- kamatskasse in Beschlag genommen. Letztere wurde von den österreichischen Truppen wegzenommen, in Gegenwart des Katmakams und des Kadi geöffnet und der Inhalt unangetastet ersterem wieder übegeben. In Zepce ist die Ordnung wiederhergestellt. Unser Militär verhinderte den Pöbel an der Plünderung der mohamedanischen Häuser. Der Katmakam ist in seinem Amte bestätigt


