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Nr. 192

Dienstag, den 20. August

1878

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1l^mffes und zwei Wärter zum Tode geleitet wurde. Mit erhobener Stimme nit Kurt W der Untersuchungsrichter darauf das Todesurtheil und die aus Homburg

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riaatsgerrchtshofs, die das Todesurtheil über Hödel gesprochen hatten, an der TRllllOH' den Vicepräsidenten des königlichen Kammergerichts, Herrn v. Mühler 1 1L , der Oberstaatsanwalt v. Luck. Vom königlichen Stadtgericht war der iHche Wrsuchungsrichter Stadtgertchtsrath Hollmann und der Staatsanwalt Gartz 1* L^ksend; von Mllitärpersonen war erschienen der General v. Votgts-Rhetz;

ien .igjj 1 . ^ncrBürgerschaft mehrereStadträthe, Stadtverordnete und Beztrks- getv Pper in ihrer Amtstracht mit Kette angethan; von der Polizeibehörde der L-chei-Oberft Gericke und mphrprp /titfiorhom vnrtron

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, dattrte und vom Kronprinzen unterzeichnete Bestätigungsurkunde, der Verlesung des Datums dieses seines Todesurtheils spie der Verbrecher

' 8 m nef nach beendeter Verlesung ein vernehmlichesBravo 1"

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf,

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Wann 9>/ niete! juSX; für nJ t^el

NedactionSbueeaur Gartenstrahe B. 165.

«xpeditionsbureaur Schulstraße B. 18.

@iegen^berHO^a5'^1878^**'^Unde : Montag den 26. August, Anfang 10 Uhr, in Ljch.

Büchner, Krcisschulinspector.

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«lizei'Oberst Gericke und mehrere Polizei-Lieutenants; außerdem waren etliche »Wcien des königlichen Stadtgerichts zugegen. Der Untersuchungsrichter Stadt- MtSrath Hollmann nahm hinter einem vor dem Schaffst aufgestellten Tische Wlluntz, während der Deliquent durch den Geistlichen, den Jnspector des Zellen»

m zu machen, »Frankfurter ; eingelaufene, ch vermittelst irlichen tele- Tage bringt, in den Stand lonats statt- idlungen, um nehmen, als

;egen Vorlage its gratis zu.

' Zeitung.

Der Untersuchungsrichter wandte sich hierauf an den Scharfrichter Krauts. Derselbe, ein großer und kräftig gebauter Mann mit kleinem Schnurrbart, 34 Jahre alt, war in feinster Wäsche und eleganter Toilette, schwarzem Frack, weißer Halsbinde, schwarzer Weste und schwarzen Beinkleidern erschienen. In­dem er ihm die Bestätigungsurkunde des Kronprinzen vor Augen hielt, sprach der Untersuchungsrichter:Ueberführen Sie sich von der Urkunde und nun : übergebe ich Ihnen den Klempnergesellen Emil Heinrich Max Hödel zur Ent­hauptung".Kommen Sie!" sprach der Scharfrichter zu Hödel. Pieser sprang förmlich die drei Stufen zum Schaffst hinauf und entkleidete sich oben seines Rockes und seiner Weste. In diesem Augenblick ertönte das Armensünder- glocklein in der Anstalt. Mit unbeschreiblicher Frechheit blickte Hödel nach

diesem Glöcklein hinauf und lächelte höhnisch den Anwesenden zu, dann warf er die Hosenträger ab, konnte aber einen Knopf des Oberhemdes nicht lösen, : worauf einer der Scharfrichtergehülfen ihm dasselbe von hinten her herunterzog,, so daß der Oberkörper bis über die Brust entblößt war. Die Scharfrichter­gehülfen schnallten darauf den Verbrecher an Armen und Füßen fest und legten den Kopf in den Einschnitt des Blockes mit dem Gesicht nach unten, indem sie den Hinterkopf mit einem handbreiten Gurt festschnallten, so daß der Hals frei lag und der Deliquent den Kopf nicht bewegen konnte. Jetzt öffnete der Scharfrichter ein sauberes Futteral, mit der Jahreszahl 1878 in Golddruck darauf, nahm das Richtbeil in seine Hand und trennte mit einem Schlage derr Kopf vom Rumpf. Der letztere zuckte nach dir Execution dann noch, während der Kopf einige leise Bewegungen machte. Ein bereitftehender Sarg nahm sofort den Leichnam nebst dem Kopfe auf und wurde alsbald dem bereits geöffneten Grabe am Zellengefängniß übergeben. Die Execution währte kaum 3 Minuten. Es waren nur wenige Menschen vor dem Gefängniß angesammelt, da die Hinrichtung selbst sehr geheim gehalten worden war.

Berlin, 17. August. DiePost" hört, daß die europäische Commission für die Ausarbeitung der Organisation Ostrumeliens am 13. September in Konstantinopel zusammentrete. Am nämlichen Tage trete auch die Commission für Bulgarien an demjenigen Orte Bulgariens zusammen, wo der russische Commiffär seinen Sitz nehme.

Berlin, 17. August. DieNordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Meldung mehrerer Blätter, der Reichskanzler habe das Reichseisenbahnamt angewiesen, ihm keine Verfügung ohne die Gegenzeichnung des preußischen Handelsministers vorzulegen, als vollständig aus der Luft gegriffen.

Der Hofschauspieler Theodor Döring ist heute Nacht halb 3 Uhr an Diphtheritis gestorben.

Berlin, 17. August, Abends. Heute gegen 8 Uhr Abends brach in derNorddeutschen Brauerei" an der Chauffee-Straße Feuer aus, Has die ganzen Restaurations-Localitäten gänzlich in Asche legte. Die eigentlichen Brauerei- Gebäude sind gerettet. Der Schaden wird auf mehr als 300,000 Mark geschätzt.

Berlin, 17. August. Zur Feier der Schlqcht von St. Privat sollt? heute Abend ein großes Militärfest in derNorddeutschen Brauerei" staltfinden. Gegen halb 8 Uhr fing es an zu regnen; das Publikum ging in den Saal und Feuerwerkskörper, die abgebrannt werden sollten, wurden in den Nebegsaal gebracht. Durch irgend ein Versehen entzündeten sich die Feuerwerkskörper. Schnell stand der Nebensqal und der große Saal in Flammep. Lqft 3000 Menschen waren anwesend und flüchteten sich glücklich ohne Unglücksfall. Die gesammte Feuerwehr und die Gardefüstliere halfen löschen. Es brannten nie­der: Saal, Wohnhaus, Orchester, Küche und Eisschuppen. Ein Feuerwehr- mann verunglückte und zwei Andere wurden verwundet. Die Actiengeschaft er-

ung aller Haar- eisen in empfehlende

r Art, sowie ffaml» ? M id, Friseur. Kaffee in w h in empfehlende Fischbach.

m , Gießen, den 15. August 1878.

Betreffend: Statistische Ermittelung der landwirthschaftlichen Bodenbenutzung und des Erndte-Ertrags im Deutschen Reiche.

Das Großherzogliche Kreisamt Gießen

an die Groscherzoqlicben Bürgermeistereien des Kreises.

... UnCr,.8c38nat,me auf unsere Verfügung vom 18. Mai d. I. - Anzeiger Nr. 118 - sehen wir binnen 8 Tagen Ihren Berichten darüber entgegen, wieweit Sie mit Aufnahme der bis jetzt eingeerndicten Bvdencrträgniffe gekommen sind.

______________ Dr. Boekmann.

Berlin. Das schwere Werk der Tabaksenquete-Commission liegt nun Wendet vor; ein stattlicher Band von nicht weniger als 140 Seiten tn dem Mmat der Reichstags-Drucksachen enthält den offictellen Bericht, wie er nach nner endgültigen Durchsicht von Setten des Reichskanzlers in Kissingen seine letzte Redactton erhalten hat. Den Anfang in den Schriftstücken machen die Wgebogen über den Tabaksbau, die Tabaksfabrikation und den Tabakshandel. Daran schließen sich sodann die Fragen an die Bezirks-Commissionen, welche letztere als die Grundpfeiler der ganzen Enquete anzusehen sind. Um nach allen e Eelten hm den Werth anzudeuten, welchen man auf diese Commissionen legt, i W DDn her Controlelettung den Landesregierungen aufgegeben worden, an die Kitze derselben möglichst hohe Beamte zu stellen; von Baden z. B. wird der i *nector des statistischen Landes-Bureaus, Riecke, mit diesem Amte betraut midkn. Als Anhang figurirt eine umfangreiche Arbeit über den Einfluß des Mcksmonopols in Frankreich und Ungarn auf die Tabaksbauer.

l Berlin, 16. August. Ueber die letzten Augenblicke des Verbrechers Hobel meldet dieNattonal-Zeitung": Bet der gestern tn der Zelle des Ver- ^kchers in der Stadtvogtei erfolgten Veröffentlichung der allerhöchsten Cabinets- ü Odre, durch welche der Gerechtigkeit freien Lauf gelaffen wird, erbleichte Hödel | ^n,n Augenblick, fiel aber sogleich wieder in seine bekannte Frechheit und ff Liörrigkett zurück und verlangte sofort ein Gnadengesuch schreiben zu dürfen, kvas ihm aber, unter Hinweis auf die Erfolglosigkeit dem allerhöchst sancttonirten echtskräftigen Erkenntnisse gegenüber, und weil er nicht im Stande sei, neue f Dkständniffe zu machen, nicht gestattet wurde. Kurz darauf verlangte er jedoch, ! daß feine Hinrichtung auf dem Kreuzberge Statt finde. Es wurde ihm hierauf Frage vorgelegt, ob er noch besondere Wünsche habe, worauf er Cigarren md gute Kost forderte, welche er nebst einer Flasche Wein vor dem gestern Herd 6y2 Uhr erfolgten Transporte nach dem Zellengefängntffe mit Behag- Weit genoß. Den geistlichen Zuspruch lehnte er entschieden mit dem Bemerken 5, daß er, behufs Empfangnahme desselben eine jahrelange Vorbereitung ge­brauchen würde. Ueber die Vorgänge unmittelbar vor und bei der Hinrichtung huibt man derKöln. Ztg.": Am heutigen Morgen um 5 Uhr onließ derVer- «rcher in Begleitung des Predigers Heinicke, Hausgeistlichen an der Städtoogtei, die Me, in welcher er^die letzte Nacht seines Lebens zugebracht hatte. Als er M Schrittes am Schaffot angelangt war, musterte er mit frecher Miene das n Hinrichtung erschienene Publikum. Wir zählten etwa 50 Personen, welche

Schaffot gruppirt standen, und bemerkten darunter die Mitglieder des