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Lokal-Notiz.

Gießen, 19- Juli. Jeder, welcher Sinn für Schönes hat und ein Freund der Natur und spectell der Blumen ist, wird gewiß mit Vergnügen die Anlagen im Wenzel'schen Garten betrachten. Die Bewohner von Gießen können stolz auf dies «tabltssement fein, um welches sie viele und größere Städte, wie Gießen, beneiden. Um so schmerzlicher mutz es berühren wenn man sieht wie die Rohheit und Unvernunft diese Anlagen muthwilltg zerstört. Abgesehen von früheren Fällen, wo Rosen massen­haft bei Cotillon und Francatse gepflückt worden u. f. w. bot heute Morgen, nach dem gestrigen Abonnements-Concert der Garten einen traurigen Anblick dar. Weinend siand der Gärtner vor seinen Lieblingen, welche zerpflückt, abgerissen und zertreten haufenweise auf der Erde lagen. Wir appelliren hier an das Gefühl der Besucher des Gartens, datz diesem Unfug Einhalt geboten wird. Wir glauben nicht, datz Er- »achfene gestern Abend diese Verwüstung angerichtet haben sondern sind der Meinung, daß spielende Kinder dies gethan, legen aber den Eltern die Bitte ans Herz besser auf ihre Kinder Acht zu geben. Wer will es, nach diesen Erfahrungen dem Besitzer ver­übeln, wenn er vielleicht für die Folge anstatt Blumenbeete anzulegen Dickwurzpflanzen, wie früher, setzt. Auch das Mitbringen der Hunde, mögen sie nUNBüllchen, Assorchen v f. w. heißen, ist eine Untugend, welche gerügt werden muß. In Frankfurt z. B. wird die Mitnahme eines Hundes in eine Wtrthschaft strenge gestraft und zwar mit vollem Rechte.

Gießen, 19. Juli. Nachdem erst kurze Zeit feit dem Feste des Lahnthal-Sänger- bundes verflossen sind, möchte es fast als ein gewagtes Unternehmen gelten, schon wieder auf Festlichkeiten aufmerksam zu machen, welche in nächster Zeit hier stattfinden werden. Und doch müssen wir als getreue Berichterstatter unseren Leser von allen dem berichten, was dieselben interefflren könnte Für diesmal gilt es dem V. D elegirten- tag der Allgem. Deutschen Kriegerkameradschaft verbunden mit der Weihe der, von hiesigen Frauen und Jungfrauen gestifteten Fahne des hiesigen Krieger-Vereins, welche ihrer Vollendung bereits nahe ist.

Genanntes Fest verspricht ein schönes und würdiges zu werden und dürfte auch die erhoffte Betheiltgung der hiesigen Einwohnerschaft eine sehr rege fein, da dieselbe ja durch die reichlichen Spenden zur Fahne des Vereins Gießen bereits ihre Sympathien für denselben zum Ausdruck gebracht hat.

Wie früher bereits erwähnt, werden sämmtltcheFestlichkeiten in den W enzel'schen Lokalitäten stattfinden, und machen wir darauf aufmerksam, daß Herr Wenzel einen Raum unter Dach zu schaffen bereit ist, innerhalb dessen 3000 Personen bequem Sitzplätze finden werden. Außerdem werden in dem Restaurations-Garten und auf dem, ebenfalls mit Tischen und Bänken zu bestellenden Grasgarten daneben, eine nahezu gleiche Anzahl Gäste genügenden Platz finden.

Die innere Einrichtung und Anlage des genannten Gartens lassen einen dekorativen Schmuck, sofern es nicht Flaggen, Fahnen rc. betrifft, gänzlich überflüssig erscheinen; dagegen sind Maßnahmen getroffen, um auch von außen dem ganzen Festplatz ein feierliches imponirendes Ansehen zu geben, und sind die betreffenden Arbeiten den be­währtesten Händen anoertraut.

Was die Preise anlangt, werden sich dieselben um ohngefähr ein Dritttheil billiger fiellen, als die entsprechenden am Sängerfest. Das Programm würde im Großen und Ganzen folgendes sein:

Samstag den 10. August, Abends, Banket. Sonntag den 11. August, Morgens, Tagreveille. Empfang ankommender Vereine. 10 Uhr Eröffnung des Kriegertages. Mittags 21/2 Uhr, Stellung des Festzuges. Zug durch die Stadt. Begrüßung der frtmben Vereine. Uebergabe der Fahne seitens des Damencomit^s. Weihe der Fahne rc. Sänket und Concert. Abends von 7 Uhr ab zu gleicher Zeit Tanz im Saal. Montag dm 12. August, Frühconcert und Frühschoppen.

Wir machen alle diejenigen, welche sich über das Kriegeroereins-Wesen informiren -wollen, darauf aufmerksam, daß sie während des Kriegertages die Gelegenheit dazu haben werden, da Niemandem der Zutritt zu den Verhandlungen gewehrt werden wird, tm Gegentheil kann es der Sache von Nutzen sein, wenn die Prinzipien der Krieger­vereine, besonders in Kreisen ehemaliger Milttairs möglichste Verbreitung finden.

Es ist nicht Zweck dieser Zeilen, ein volles Programm, sowie Alles das, Was -aeschehen soll, zu veröffentlichen; es wird dies lediglich Sache des Comitss sein; es -soll jedoch die Aufmerksamkeit des hiesigen Publikums auf eine Feier gelenkt werden, bei melcher Niemand fehlen sollte, her nationales Gefühl besitzt.

Sehlffeberieht. Mitgetheilt von dem Agenten de« Norddeutschen Sion» C. W. Dietz in G i e ß e n.

Southampton, 16. Juli. Das Postdampfschiff Main, Capt. I. Barre, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 6. Juli von Newyork abgegangen war, ist heute 1 Uhr Nachmittags Wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere Post und Ladung 3 Uhr Nachmittags die Reise nach Bremttr fpxtgefttzt. Der Main Überdttngt 273 Passagiere, Post und

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 18. Juli. (Fruchtbericht.) Seit unserem letzten Berichte hat sich erfreulicher Weise ein Umschwung der Witterung zum Besseren vollzogen; in Folge dessen sind Käufer für Getreide in den Hintergrund getreten, obwohl dagegen anderseits die Verkäufer auf ihren alten Preisen bestehen, da man überzeugt ist, daß wir selbst bet dem möglichst günstigen Ernte-Wetter wohl kaum mehr als eine Mittel-Ernte zu erwarten haben. Die uns vorliegenden Berichte bestätigen vollständig alles Das, wsS bisher über den wenig günstigen Stand der ungarischen Exportfähigkett verlautete. Der Getreidehandel in dttser Woche kann sich leider großer Umsätze nicht rühmen; es bleibt eine auffallende Erscheinung, die wohl nur darauf schließen läßt, daß prima Weizen selten geworden, da unsere Mühlen für hochfeine Qualitäten JL 24 und selbst datüber anlegen, wahrend ordinärer amerikanischer und russischer Herkunft zu Jfc 20 vergeblich offerirt bleibt. In Roggen ist nichts von Belang umgegangen. Es besteht williges Angebot. Gerste ganz geschäftslos. Hafer ist wenig im Handel, aber nicht flauer. HÜlsenfrüchte vernachlässigt. Reps jl 32-32y2. Unsere Oel-Fabrikanten kaufen nicht und bleiben reservirt. In Mehl besteht schleppendes Geschäft.

Mehl Nr. 1 Jt. 40, Nr. 2 36, Nr. 3 32, Nr. 4 28, Nr. 5 JL 22, Roggen

mehl % (Berliner Marke) JL 22, do. II. (Berliner Marke) JL 19, Weizen, effect. hies. ab Bahnhof hier JL 23.00, ab unserer Umgegend 22.2522.50, do. fremder je nach Qualität JL 22.2524, Roggen je nach Qualität JL 1516.75. Gerste JL 1419, Hafer 14.5016, Kohlfamen JL 3232.50 gefragt. Erbsen JL 1923, Wicken 15 bis 16, Linsen 1723, Rüböl, detail, JL 74. Stimmung unsicher. Dringend offerirt: Getreide und Mehl. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewickt = 100 Kilo.)

Ixischbäcker in Gießen.

Sonntag den 21. Juli. Heinrich Faß, Kreuz. Christian 9toü Ww, Neustadt.

Kirchliche Anzeigen rb.er evangelisM KeMiyde zu Gießen.

Gottesdienst.

Sonntag den 21. Juli.

Morgens: Pfarrer Schloss er.

Nachmittags: Pfarrvicar Schöner.

(Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 21. bis 27. Juli besorgt Pfarrer Schlosser.)

Sonntag den 28. Juli wird das heil. Abendmahl gefeiert werden.

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