1878
Dienstag, den 19. November
Meßmer Mneiger
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Am 25. Octbr. wurde dem Schullehrer Johann Nicolai zu Ilbenstadt die dritte kath. Mädchen-Schulstelle zu Bensheim, am 26. Octbr. dem Schul
lehrer Johannes Dix zu Bürstadt die vierte kath. Mädchen-Schulstelle zu Bens-'tuell als die kompetente Behörde erachtete.
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und die Allerhöchste Familie in ihrem tiefen und gerechten Schmerze trösten! Möge Gott die Großh. Familie und vor Allem auch die erkrankten Glieder derselben in seinen Schutz nehmen, einer baldigen Genesung entgegenführen!
Darmstadt, 16. November. Der Großherzog ist heute Morgen fieberfrei. Der örtliche Proceß ist stellenweise im Rückgänge begriffen. Bei dem ; Erbgroßherzog haben sich die Drüsenanschwellungen am Halse vergrößert; das | Fieber ist geringer. Prinzessin Irene ist fieberfrei, doch ist der Zustand im Allgemeinen dem schweren Charakter der Krankheit entsprechend. Die örtlichen Erscheinungen im Halse sind stark entwickelt. Der Zustand der Prinzessinnen | Victoria und Alix ist unverändert.
Darmstadt, 16. November. Ueber das Ableben der Prinzessin Marie
heim, bem Schullehrer Jacob Liebmann zu Nackenheim die erste Gemeinde Schulstelle zu Weinolsheim und dem Schullehrer Ludwig Weitzel zu Bernsburg die erledigte Gemeinde-Schulstelle zu Sellnrod übertragen.
7. Charakterertheilung.
8. Dienstentlassung. Am 1. Novbr. wurde der Lehrer an dem Gymnasium zu Büdingen Friedrich Trefz auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 10. Novbr. an aus dem Dienste entlasten.
9. Nuhestandsversetzungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädtgst geruht: am 27. Octbr. den Pfandmeister bei dem Rentamt Alsfeld Georg Christian Aller, sowie den Zugmeister bei der Matn-Neckar-Etsen- bahn PH. Götz, Letzteren temporär in Rücksicht auf seine geschwächte Gesundheit, in den Ruhestand zu versetzen.
10. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hamm mit einem Gehalte von 900 «A; die zweite Gemetnde-Schulstelle zu Mombach mit einem Gehalte von 1020 JL
11. Sterbefälle. Gestorben sind: am 11. Octbr. der Schullehrer Georg Holl zu Nidda; am 12. Octbr. der evang. Pfarrer Christian Körwer zu Armsheim; am 15. Octbr. der evang. Pfarrer Wilhelm Weiffenbach zu Stein- Bockenheim; am 24. Octbr. der kath. Pfarrer Hermann Joseph Rupp zu Gaulsheim.
PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohir» Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pst
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Gießen, 16. November. Die „Darmst. Ztg." vom 16. dss. enthält folgenden Art>kel, welchem wir uns aus vollstem Herzen anschließen:
Mit dem tiefsten Schmerze erfüllt die heutige Trauerkunde unsere Herzen. Ihre Großh. Hoheit Prinzessin Marie ist in der vergangenen Nacht tm Alter von 4y2 Jahren (sie war geboren am 24. Mai 1874), an der Diphteritis
Berlin, 16. November. Die „Nordd. Allg. Ztg." ist in der Lage, das Schreiben mttzuthetlln, welches der Herzog von Cumberland anläßlich des Todes seines Vaters seiner Zett an den Kaiser und König gerichtet hat. Das von Gmunden, tm Juli 1878, datirte, an des Königs von Preußen Majestät adressirte Schreiben zeigt den Tod des Königs Georg an und fährt dann fort: In Folg- dieses Todesfalles sind alle Rechte, Prärogative und Titel, welcoe dem Könige, meinem Vater überhaupt, insbesondere in Beziehung auf das Königreich Hannover zustanden, kraft der in meinem Hause bestehenden Erbfolgeordnung auf mich übergegangen. Alle diese Rechte, Prärogative und Titel halte ich voll und ganz aufrecht. Da jedoch deren Ausübung in Beziehung auf das Königreich Hannover tatsächliche, für mich selbstverständlich nicht rechtsverbindliche Hinderntffe entgegenstehen, habe ich beschloffen, für die Dauer dieser Hinderntffe den Titel „Herzog von Cumberland, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg" mit dem Prädicate „Königliche Hoheit" zu führen. Indem ich auch hiervon Mtttheilung mache, wird besonderer Erwähnung nicht bedürfen, daß meine und meines Hauses in voller Selbständigkeit bestehenden Gesammt- rechte durch zeitweiligen Nichtgebrauch der dieselben bezeichnenden Titel und Würden in keinerlei Weise aufgehoben oder eingeschränkt werden können. Ich verbleibe Euer Majestät freundwilliger Bruder und Vetter Ernst August.
— Die Eröffnung des Landtags am 19. d. findet Mittags um 12 Uhr Weißen Saale des königlichen Schloffes statt.
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4. Ordensverleihung.
5. Namensveränderungen.
6. Dienstnachruhten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 23. Octbr. den von dem Herrn Fürsten zu Leiningen aus bie evang. Pfarrstelle zu Rothenberg präsentirten evang. Pfarramts-Candidaten Emil Knodt aus Eppelsheim für diese Stelle zu bestätigen; am 27. Octbr. ! len praktischen Arzt Dr. Georg Psannmüller zu Mörfelden zum Arzte an, dem [ Landeszuchihause zu Marienschloß zu ernennen; am 28. Octbr. den Oberförster : der Oberförster ei Nieder-Eschbach Bernhard Bornemann in gleicher Dtensteigen schäft in die Oberförsterei Lich zu versetzen; am 1. Novbr. die in Gemäßheit , der Art. 2, 3 und 4 der Declaration vom 31. Januar 1837 über die Rückgabe der Verwaltung des düfseitigen Kaufunger Stiftsfonds an die althessische Kitterschaft des Großherzogthums Heffen von den beteiligten adeligen Familien zu den drei Obervorstehern gewählten und präsentirten Oberstkammerherrn Hermann Frhrn. v. Nordeck zur Rabenau, Excell., in Darmstadt, Oberst a. D. und Kamnnrherrn Giefebert Frhrr. v. Riedesel zu Eisenbach in Lauterbach, — Major a. D. und Kammerherrn Adolph Frhr. v. Rotsmann in Darmstadt, — in der gedachten Eigenschaft landesherrlich zu bestätigen.
(gib. 24. Mai 1874) jüngsten Tochter des Großherzogs, berichtet die „Darmst. Ztg." noch Folgendes: Die Prinzessin Marie ist heute 20 Minuten nach Mitternacht gestorben. Der Tod trat, obwohl bis zu diesem Zeitpunkt die Athmung völlig unbehindert war, ganz plötzlich in Folge einer Verschließung der Stimmritze ein, welche höchst wahrscheinlich durch eine abgelöste, weiter oben gebildete diphterttische Haut bewirkt wurde. Dr. Etgenbrodt. Dr. Jäger.
Darmstadt, 16. November. Wegen des Ablebens Ihrer Großherzoglichen Hohett Prinzessin Marie von Heffen ist auf Allerhöchsten Befehl eine Hoftrauer von sechs Wochen, vom Heutigen bis einschließlich den 27. Decem- ' !. Js., verordnet worden.
Darmstadt, 15. Novbr. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beil.
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28) enthält:
1. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 21. August d. Js. der zehl.jährige Sohn des Friedrich Kessel II. zu Nierstein von einem etwa Meter vom Lande treibenden Schiffe in den Rhein. Der am Ufer arbeitende Taglöhner Johann Eichner IV. von Nierstein sprang, als er dies sah, mit seinen Kleidern in den Strom, erreichte schwimmend daS schon mit dem Tode ringende Kir d und hielt daffelbe mit der größten Anstrengung auf einer Strecke von etwa 150 Meter so lange über Waffer, bis der Schiffer Peter Ranzenberger von Nierstein mit einem kleinen Nachen herzusahren und ihn, der selbst dem Versinken nahe war, mit dem geretteten Kinde aufnehmen konnte.
Se. König!. Hoheit der Großherzog haben dem Joh. Eichner IV. von Nierstein für diese muthvolle, mit eigener Lebensgefahr vollbrachte That, neben Bewilligung einer Geldprämie, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Rettung von Menschenleben" Allergnädtgst zu verleihen geruht.
2. Uebersicht der für das Jahr 1879 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfniffen in den israelitischen Reltgions Gemeinden des Kreises Gießen.
3. Ernennungen in Beziehung auf de« Landtag.
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Wien, 16. November. Der berühmte Bildhauer Fernkorn ist gestorben.
3Wien, 16. November. Die „Poltt. Corresp." meldet aus Konstantinopel vom 15. d.: Nach auf der Pforte eingelaufenen Meldungen nimmt der Ausstand in Macedonien immer größere Dimensionen an; derselbe breitet sich bereits nach Theffalien und Epirus aus. Eine Gruppe Aufständischer befindet sich im Gebirge von Malesplantna. Dsuma, Krescchner und Melnik, eine zweite in Kosjeg, Planinakrania und Kustendil, die dritte concentrirt sich in Karadeq- Veretschka, Monastir und Florina, die vierte breitet sich an den Abhängen des Olymps in Verca und Elaffona aus. Die letztere besteht zumeist aus Griechen, die übrigen meistens aus Bulgaren. Die politische Tendenz ist für Viele nur der Vorwand zu Raub und Plünderung. Das Seraskierat hat 23 Bataillone reguläre Truppen und 5 Batterien zur Bekämpfung des Aufstandes aufgebracht. In den letzten Tagen sanden fortwährend Minister-Conseils in Betreff der griechischen Frage und des defimttven Friedens-Vertrages mit Rußland statt. In Betreff der Ersteren ist man geneigt, mit Griechenland bezüglich der Grenz- Recttfication sich bald in Verbindung zu setzen. In Betreff der Letzteren ist auf der Pforte ein Vertrags-Entwurf ausgearbeitet worden, welchen man dem Fürsten Lobanoff vorlegen will. Unter dem Vorsitze Karatheodori Paschas wurde eine Commission eingesetzt zur Ausarbeitung von Reformen für alle Provinzen der europäischen Türket, welche von dem Berliner Vertrag nicht dtrect berührt werden. Im Uebrtgen sollen die von Midhat Pascha in Syrien etnzu- führenden Reformen als Ausgangspunkt aller Reformen für das ganze türkische Reich dienen. In Ostrumelien dürfte das von dem türkischen Delegtrten vorgeschlagene Organisattons-Project von der Commission in Bausch und Bogen angenommen werden. Dem Projekte wird ein sehr liberaler Charakter nachgerühmt.
Die „Polit. Corresp." meldet aus Belgrad: Die internationale Commission in Vranja dürfte die Grenzregulirung zwischen Serbien einerseits und Bulgarien und der Türkei andererseits längstens in zwei Wochen beendet haben. Die hiesige Bisckofs-Synode hat ihre Arbeiten beendet und die angeregte Frage wegen der griechisch orientalischen Kirche in Bosnien und der Herzegowina von der Tagesordnung abgesetzt, indem sie hierfür die Synode von Karlowitz eve^-
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gestorben. Unser Ällverehrter Landessürst, Se. König!. Hoheit der Großherzog, selbst aus dem Krankenbette darniederliegend, die Allgeliebte Fürstin, Ihre | königliche Hoheit die Großherzogin, haben den herbsten Schmerz erfahren, der ------I Elternherzen treffen kann, sie haben ein geliebtes Kind durch eine schreckliche lebör Tu?? ’ Seuche verloren, welche auch noch die Geschwister und den Allerhöchsten Vater ' Dr selbst erfaßt hält. War schon die innigste Thetlnahme des hessischen Volks --------- durch die Krankheitsfälle in dem Großh. Hause erweckt, so steigert sich durch die jüngste traurige Nachricht diese Thetlnahme zum tiefsten Mitgefühl, zur schmerzlichsten Bekümmerntß. Möge Gott der Herr die Allerhöchsten Eltern


