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die Montenegriner bei Ubla; diese gingen aber bald ihrerseits zum Angriff über und nahmen 30 bis 40 Albanesen gefangen. Eine gemischte Commission zur Untersuchung dieses Ereignisses soll eingesetzt werden. Die Montenegriner erhielten 4 Bataillone Verstärkung. Der Vorfall dürfte keine weitere Ausbrei' rung gewinnen. — Aus Konstantinopel. Neuerlich ist eine Schaar griechischer Freiwilliger in Thessalien eingebrochen. Es heißt, die britische Flotte sei heute . ach den Prinzen-Jnseln abgesegelt.
Berlin, 17. Juni. Bulletin von 10 Uhr Vorm. Das befriedigende Befinden Se. Mas. des Kaisers hat während des gestrigen Tages angedauert. Nachts hat Se. Maj. mit Unterbrechungen gut geschlafen. Die Anschwellung am Arme nimmt langsam ab.
(Unterz.) v. Lauer, v. Langenbeck. Wilms.
Berlin, 18. Juni. Se. Maj. der Kaiser verbrachten die vergangene Nacht mit geringen Unterbrechungen in ruhigem Schlaf. — Das gestrige Diner der Congreß-Delegirten beim Fürsten Bismarck dauerte bis 8 Uhr; ein Toast wurde nicht ausgebracht.
Berlin, 17. Juni. Von einer bestimmt festgestellten gedruckten Tagesordnung für die Congreß-Sitzungen kann nicht die Rede sein, da die bezüglichen Punkte der Discussion sich vorher nicht genau feststelleu lassen, auch den Eon« greßmitgliedern keinerlei Beschränkung bezüglich der von ihnen vorzubringenden Gesichtspunkte und Beziehungen auserlegt werden kann.
Wien, 17. Juni. Im Abgeordnetenhause erklärte der Ministerpräfident Fürst Auersperg in Beantwortung einer Interpellation betreffs Ermordung dalmatischer Türken: die Regierung that bereits die energischsten Schritte zur Erlangung voller Genugthuung. — Das Hnus nahm darauf in dritter Lesung das Einführungsgesetz zu den Ausgleichsgesetzen an, womit letztere im Abgeordnetenhause vollständig erledigt sind.
Lokal-Notiz.
Gießen, 18. Juni. Die Tage des Sänperfestes des Lahnthal- Sängerbundes rücken allmählig heran. Mit dem Erbauen der verschiedenen Gebäude wird eben der Anfang gemacht. Zur Labung der Festtheilnehmer werden auf dem Festplatz 8 Bierwirthschaften (wo nur hiesiges Bier verzopft werden darf und zwar zum Maximalpreis oon 20^ per Va Liter), 1 Weinwirthschaft, Conditorei, Wasserbuden rc. errichtet. Zwei große Tanzböden ermöglichen den ausgedehntesten Genuß zum Schwingen des Tanzbeins. — Wenn wir aus dem zwar noch nicht herausgegebenea Programm plaudern so thun wir es nur im Interesse unserer Leser und möge uns daS Comltö, welches damit so lange zögert, die Jndiscretion verzeihen. Also nach dem Programm findet Samstag Nachmittag Empfang der Sänger am Bahnhof statt unter Begleitung mit Musik nach dem alten Rathhaus, woselbst das Bureau der Quartier-Commission sich befindet. Abends auf dem Festplatz Begrüßung der Sänger, Generalprobe und Concert der Regimentsmusik mit freiem Enti6e für die Quartieraeber. Sonntag früh Reveille. Nachmittags 3 Uhr Festzug nach dem Festplatz, dortselbst Rede, Vocal- und Jnstrumentalconcert unb Tanzbelustigung. Montag früh Sängertag in Wenzels Garten, daselbst auch itlorgen-Concert. Am Nachmittag wiederum Fcftzug u. s. w. wie am vorhergehenden Tage. Dieses wäre so im großen Ganzen das Programm, ohne die Einzelheiten zu berühren. Die Eintrittspreise, wie die Familienbillette rc. sind in richtiger Würdigung der Zeitverhältnisse so niedrig gegriffen, daß sich Jedermann an dem Feste betheiltgen kann. Zu erwarten steht ein hoher Genuß, denn die eben stattfindenden Proben der hefigen 5 Gesangvereine unter der anerkannten Leitung des akademischen Musikdirectors Herrn Felchner versprechen dieses in seltenem Maße und wenn wir noch unserer eben cotij vortrefflichen Regimentsmusik gedenken, so darf, wenn der Himmel uns günstig ist, Gießen sich wieder als freundliche Feststadt zeigen und ihre allbekannte Gastfreundschaft den uns besuchenden Sängerbrüdern und Gästen zuwenden.
Gießen, 18. Juni. Wir lassen nachstehend die T ag e sord nung für die Stadt- o.rordneten-Sitzung am Donnerstag den 20. Juni 1878, StachmittagS 4 Vhr, tm alten Realschulgebäude folgen:
1. Die Reorganisation der Executivpolizei.
2. Die OctroierHeberstätte am Seltersthor.
3. Legat des Rentners Karl August Flinsch in Darmstadt zu Gunsten der Stadtarmen GteßenS.
4. Beschwerde des Heinrich Kreiling I. von Heuchelheim wegen Wasserzufluß nach seinem Grundstück an dem Hardtabhang.
5. Den Weg an dem Windhof an der Hardt betreffend.
6. Den Weg nach dem Felsenkeller an der Hardt betreffend.
7. Straßenanlage zwischen dem Ncuenwegerthor und dem Wallthor.
8. Straßenanlage zwischen Neustadt und Wallthor.
9. Anlegung einer Straße zwischen demKirchenplatz und demOswaldischen Garten.
10. Gesuch des Philipp Kratling um Bauerlaubniß.
11. Gesuch des Stadtverordneten Louis Petri II. um Bauerlaubniß.
12. Gesuch des Wilhelm Noll um Bauerlaubniß.
13. Gesuch des Kaufmanns Wilhelm Limpert um Erlaubniß zum Erbauen eines Hintergebäudes.
14. Gesuch des Kaufmanns Wilhelm Seuling wegen desgleichen.
15. Gesuch des Heinrich Cape Her um Erlaubniß zur Anlegung einer Einfriedigung.
16. Unterhaltung der Canäle im Feld.
17. Den städtischen Canal an der Gartenftraße.
18. Trottoirpflosterung in der Bismarckstraße.
19. Die Verbesserung des Holzwegs.
20. Die Verpachtung der Wieseckböschungen.
21. Pachtung von Gelände für den Brückenbau über die Wieseck.
22. Miethoertrag mit dem Gymnasium wegen Benutzung der Turnhalle.
23. Anschaffung von Turngeräthen.
24. Abtrittsanlaven in der Stadtmädchmschule.
25. Gesuch des Bäckermeisters Karl Wallenfels um Überlassung städtischen Geländes an der Grünberger Chaussee zum Lagern für Holz.
26. Gesuch wegen Aufstelluna von Gaslaternen.
27. Besetzung einer Lehrerstelle an der höheren Mädchenschule.
Vermischte-.
Darmstad t» IS. Juni. Arn gestrigen Nachmittage verunglückten sechs Personen in Griesheim durch Zerspringen elper Granate, die auf dem dortigen Exerzierplatz, gefunden worden war und mit der hantiert wurde. Wie wir hören, blieb An Kind gleich tobt, einer Frau sind die beiden Beine zerschmettert, ein Mann ist noch lebensgefährlich verwundet, die Wunden der andern sind weniger schwer. Die Verletzten wurden in das hiesige Mauerhospital verbracht. Es ist unbegreiflich, wie aller Warnungen ungeachtet immer noch ein solch sorgloses Hantieren mit Sprenggeschossen Vorkommen urtb solch schreckliche Unglücksfälle herbeiführc« kann.
__ Aus Köln, 8. Juni, wird der „Germ." geschrieben: „Wenn es derAttentötkr Hodel darauf abgesehen hatte, ein „berühmter Mann" zu werden, so sind unsere am Dombau beschäftigten Steinmetzen bereits auf und daran, diesen seinen Wünschen zu entsprechen. Sein nicht Übel getroffener Kopf ist nämlich an einem Consol angebracht, welcher eine Heiligenftatue am Nordportale tragen soll. Der Kopf ist nach einer Photographie ziemlich gut ausgemeißelt: umgeben von andern Fratzen läuft auch er in einen Thierkörper aus; der halb eingedrückte Hut bedeckt das Ganze; die eine Kll-ue tragt einen Revolvex, die andere umfaßt ein halb aufgerolltes Zeitungsblatt; welche Redaction damit zugleich verewi t werden soll, besagt keine Aufschrift."
Eine errrpfehlenswerthe Zeitung.
Wie sehr Gediegenheit, Reichhaltigkeit und unpartelische Behandlung aller Zer.- fragen geeignet sind, einem journalistischen Unternehmen allgemeine Anerkennung zu erwerben und zu sichern, dafür liefern die außergewöhnlichen Erfolge der in Berlin se.t 7 Jahren bestehenden Zeitung: „Berliner Tageblatt* einen treffenden Beweis. Die gegenwärtige Abonnentenzahl dieses Blattes beträgt 70,000, eine Ziffer, welche b.c her in Deutschland oon keiner Zeitung auch nur annäbernd erreicht wurde.
Der reiche und interessante Inhalt des .Berliner Tageblatt* nebst dessen Gratis-Beilagen berliner BonntagSblatt* und dem illustrtrten Witzblatt „Ulf* ist aber auch vollkommen dazu geeignet, selbst den weitgehensten Ansprüchen des zeitungslesenden Publikums nach jeder Richtung hin vollkommen zu genügen.
Einem großen Kreise von Spezial-Correspondenten an allen Hauptplätzen, sowie der ausgedehntesten Benutzung des Telegraphen verdankt das »Berliner Tageblatt* den Vorzug, daß es durch die ihm täglich zugehenden ausführlichen Spezial-Telegramme allen anderen Zeitungen mit seinen neuesten politischen Nachrichten voraneilt.
Ferner dürfte noch die Thatsache zu beachten sein, daß das »Berliner Tageblatt* bei seiner entschieden liberalen Tendenz nach jeder Richtung hm unabhängig <st. und sich durch keine Parteirücksichten bei der Beurtheilung politischer und national- ökonomischer Fragen beeinflussen läßt, sondern dieselben lediglich nach seinem eigenen über den Parteien stehenden Ermessen beleuchtet. — Nächst den umfangreichen Lokalnachrichten, welche alles Wissenswerthe Über die Ereignisse in der Reichshauptstadt in wohlgesichteter Form bringen, enthält das „Berliner Tageblatt* eine alle Zweige des Handels umfassende „Handelszeitung" mit komplettem Kurszettel der Berliner Börse, die vollständige Ziehungsliste der preuß. Staats-Lotterie rc. — Eine besondere Zierde des Blattes bildet das „Feuilleton", in welchem die neueste" Romane uniei ersten Schriftsteller Aufnahme finden. Im nächsten Quartal erscheint Fr. Spielhagen'S neuester Roman „Platt Land*, welchen der Verfasser als ein Pendant zur ^Sturmflut^ bezeichnet, genauer: als eine Entstehungs-Geschichte der in „Sturmflut" geschilderten Zustände, welche niemals hätten e'nkrettn können, wären ihnen nicht diejenigen oorhergegangen, deren Darstellung »Platt Land* bringt. Es ist unzweifelhaft, d ß diese neueste Schöpfung des beliebten Dichters gleich der „Sturmflut" allgemeines Aufsehen erregen wird. — Sodann werden in diesem Theile des Blattes dem Theater, Kunst, Wissenschaft durch Original-Kritiken und Berichte sorgfältigste Beachtung gewidmet- Nach Aufzählung dieses reichhaltigen, den Abonnenten gebotenen Lesestoffes ist die kolossale Verbreitung des »Berliner Tageblatt* erklärlich und kann eine weitere Zunahme der Leserzuhl wohl mit Recht erwartet werden. Der Abonneinents- preis ist als ein sehr mäßiger zu bezeichnen; derselbe beträgt für alle drei Blätter zusammen nur 5 JL 25 pro Quartal inklusive Postprovision.
Sehirreberleflit. Mitgetheilt oon dem Agenten de» Norddeutschen Lloyd (£♦ W. Dietz in Gießen.
Newyork, 16. Juni. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Weser, Capt. G- Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 2. Jvm oon Bremen und am 4. Juni von Southampton abgegangen war, ist gestern 12 Uhr Mittags wohlbehalten hier angekommen.
Handel und Verkehr.
Gießen, 18. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pjd. 80 bis 85 Hühnereier, per Stück 5 Enteneier, per St. 6 Käse, per Stück 5—10 H, Käsematte, per Stück 3 Erbsen, 1 Liter 20 H, Linsen, 1 Liter 34 H, Tauben, das Paar 75 Hühner, per Stück at 1.20, Hahnen, per Jt 1.40, Enten, p. Stück —, Kartoffeln, 100 Kilo JL 6.—. Ochsenfleisch 68—70 H per Pst Kuh- u. Rindfleisch 58-60 Schweinefleisch 64 Kalbfleisch 56-60 Hammelfleisch 65—70
Frankfurt, 17. Juni. Der heutige Viehmarkt war ziemlich gut befahren. Angetrieben waren 360 Ochsen, 190 Kühe undjRinder, 230 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. JL 68-70, 2. Qual. 62-64, Kühe und Rinder 1- Qual. 62-64, 2. Qual. 54—56, Kälber 1. Qual. JL 62-65, 2. Qual. JL 58 bis 60, Hämmel 1. Qual. JÄ 63—66, 2. Qual. JL. 58—60, Schweine 59 H per Pf5.
Frankfurt, 17. Juni. (Fruchtvencht.) Die flaue Stimmung an unserem Markte scheint sich in Permanenz zu erklären. Während früher in den Monaten Juni und Juli die Witterung bestimmend auf die Preisschwankungen einwirkte, bleibt auch dieser Factor in Bezug auf seinen Einfluß auf die Course unbeachtet. Wie wir seither schon berichteten, sind Händler sowohl als Müller völlig unthätig und so vergeht leb er ei« Markttag nach dem andern, ohne daß wir Gelegenheit hätten, eine erfreuliche Wendung des Geschäfts zu constatiren.
Mehl Nr. 1 JL 40, Nr. 2 jl 36, Nr. 3 JL 32, Nr. 4 28, Nr. 5 JL 22, Roggen
mehl % (Berliner Marke) JL 22, do. II (Berliner Marke) JL 19, Weizen, effect hies. ab Bahnhof hier 23.50, ab unserer Umgegend JL 22.50, do. fremder je nach Qualität Jt. 22—24 50, Roggen je nach Qualität JC. 16—17.25. Gerste JC. 19 bis 21, Hafer jl 13.50—15.50, Kohlsamen JL 33 per August-September-Lieferung. Erbsen JL 19-22, Wicken JL 16-17, J?infcn .X 19-24, RübSl, detail, Jt 74. Stimmung unsicher. Dringend offeiirt: Lrämmtliche Getreidesorten und Mehl. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo.)
Herborn, (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 17 Juni. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 225 Ochsen, 343 Kühe und Rinder, 1131 Schweine. Der nächste Markt, zugleich Wollmarkt, ist am Montag, den 1. Juli I. I.
Allgemeiner Anzeiger.
3769) Wir offeriren bei Abnahme von mindestens 25 Clr. franco an's Haus:
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Kriabbelkohlen, „ „ 88 „
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