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nunft bringen.

Türkei.

Konstantinopel, 12. November. Der Suleiman - Proceß ist noch immer nicht beendigt. Die Aussagen und Erklärungen der Zeugen, welche ver­öffentlicht werden, haben in militärischen Kreisen große Verstimmung hervorge- ruten. Man hatte geglaubt, daß seine starrköpfigen Angriffe im Schipka-Paffe trotz aller gegentheiligen Befehle Mehemed Ali's zu seiner Verurtheilung führen würden, da wenn er dieselben befolgt hätte, die Lom-Eampagne ein an­deres Ende genommen haben würde- Es stellt fich nun aber aus den Ver­handlungen heraus, daß Suleiman durch Mahmud Dhamat den Befehl erhalten hatte, seine Angriffe im Schipka sortzusetzen und sich diesem Befehle nicht widersetzen konnte, da derselbe vom Palast ausging. Ferner bestätigt es sich, daß, abgesehen von diesen Gründen, der Mangel an Munition und Lebens­mitteln die Armee zum Rückzüge nöthtgte und eine Vereinigung derselben mit der Armee Mehemed Ali's schlechterdings unmöglich machte; auch stellt es sich nun heraus, daß ganze Bataillone der Armee Suleiman's vollständig demora- ltsirt waren in Folge mangelhafter Verpflegung und vor dem Feinde nicht Stand hielten. Diese Enthüllungen haben auf den Geist eines Theils der Armee den schädlichsten Einfluß gehabt. Der Mangel an Vertrauen und Achtung gegen ihre Officierc hat sich auf die Truppen sortgepflanzt, so daß Desertionen augenblicklich häufiger vorkommen, als je zuvor. Die ernsten Maß­regeln, mit welchen Deserteure und Diejenigen bedroht werden, welche ihnen Unterhalt bieten, haben bis jetzt die gewünschten Resultate nicht erzielt.

und Earraca (?) spanisch- Kohlen in Gebrauch nehmen sollen; fremde Kohl« ollen nur in Eadix zum öffentlichen Gebot zugelaffen werden.

Konstantinopel, 14. November. Russische Truppen in beträchtlicher Zahl find in Adrianopel eingeltoffen.

Wien, 14. November. DiePresse» meldete Das Uebereinkommen zwischen der ungarischen Regierung und dem Rothschtld-Consortium gebt dahin, daß der Bedarf zur Einlösung der Schatzbonds erster Emission mit 76'/, Mill. Gulden nominal durch eine Domainen- Anleihe und der Bedarf zur Deckung des nächstjährigen Deficits und der nächstjährigen Occupationskasten durch eine Emission von ungarischer Goldrente aufgebracht wird.

Wien, 14. November. Schuwaloff ist aus Pesth zurückgekehrt und setzt voraussichtlich heute Abend seine Reise nach London fort.

Bombay, 14. November. Die ausständige Bewegung in Seistan hat nachgelaffen und ist die Entsendung von persischen Truppen nach dem Schau­platz des Aufstandes eingestellt worden.

Eine ernste Jnsurrection ist in dem Distrikte N-jd in Arabien gegen die türkischen Behörden ausgebrochen.

Paris, 14. Novbr. Die Deputiitenkammer erklärte in ihrer heutigen Sitzung mit 266 gegen 18t Stimmen die Wahl des Bonapartisten de Bourgotng im Departement Nievre für ungültig._______

Telegraphische Depeschen.

SBefl*«» telegt. «»mfp»*»«*! - »*«««*.

Darmstadt, 14. November. Prinzessin Victoria befindet sich aus dem Wege der Besserung; auch bei Prinzeß Alix ist leichte Besserung ein- getreten.

Darmstadt, 14. November. Nachdem ein gestern in derDarmst. Ztg.» erschienenes Bulletin die Erkrankung der Prinzessinnen Victoria, Irene, Alix und Marte, Töchter des Großherzogs, an Diphterie gemeldet hatte, be- richtet ein Bulletin von heute, daß der Erbgroßherzog Ernst Ludwig von der gleichen Krankheit befallen ist. _ ..

Darmstadt, 15. November. Die soeben ausgegebeneDarmst. Ztg. meldet: Auch Se. König!. Hoheit der Großherzog ist seit gestern Abend an Diphterie erkrankt. , o

Berlin, 14. November. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Das Frkftr. Journal" bringt Mittheilungen über die Art und Weise von im Gang befindlichen Verhandlungen mit Rom, wonach dieselben zwischen v. Keudell und Nina geführt werden auf Grund einer genau sestgestellten Instruction. Diese Notiz ist nicht, wie verschiedene Blätter bet Wiedergabe derselben behaupten, offiziös, denn sie ist unrichtig.

Pesth, 14. November. Das Unterhaus begann heute die Adreßdebatte.

Wien, 14. November. Der Wiener Gemeinderath beschloß, sich an dem festlichen Acte des Einzuges der aus Bosnien zurückkehrenden Truppen zu bethetligen.

Pari4, 14. November. Der Schriftsteller Taine ist zum Mitglied der Akademie gewählt.

Versailles, 14. November. Die Deputirtenkammer hat die Wahl des Bonapartisten, Baron Bourgoing, für ungültig erklärt. Die Discusston über die Gültigkeit der Wahl des ehemaligen Ministers Fourtou wurde auf Montag anberaumt. Die Budgetberathung wird am Donnerstag beginnen.

Konstantinopel, 14. November. Die internationale Commission zu Philippopel nahm das Reglement bezüglich der Verwaltung Ostrumeltens mit geringen Modificattonen nach dem von der Pforte vorgelegten Entwürfe an.

Madrid, 14. November. Ein Schreiben aus Tanger berichtet von zwei daselbst vorgekommenen Cholera-Sterbefällen und von mehreren Cholera- Erkrankungen. Der Martnemintster hat bestimmt, daß die Arsenale in Ferrol

Lokal-Notiz.

Gießen, 15. November. Die in Frankfurt a. M. erscheinende conseroNtve Deutsche Rdchspost" enthalt einen Artikel von hier unteren 10. d., welcher folgender­maßen lautet: (Sestern Abend erhielten die beiden mit dem 1. Octo der d I. in dm Ruhestand versetzten Professoren, Geh. Kirchenrath Dr,$effe unb Ktrchenrath Dr. Köllner einen sehr solennen Fackelzug, an dem sich mit Ausnahme von 3_®oryi anb der Wingolfiten die ganze Studentenschaft bethetligte. Dr. Köllner sprach öffentlich m den Studirenven, die von einem großen herzu gestromten Publckum umgeben wäre-, Dr. Hesse auf dem nachfolgenden Bankrt. Die beiden Männer dürfen in der öffentlichen iteterltdrfett immerhin eine nicht unbedeutende SatiLfaction finden, da allgemein bekannt tft, daß sie gegen ihren Willen penfionirt worden sind- Daß die beiden Gruppen der Corps und der Wingolfiten sich an dem Fackelzuge nicht betheiltgt haben, Ihm der Bedeutung des Vorganges keinen Abbruch- Das liegt in den äußeren Verhältnissen her Verbindungen zu einander. Die Wingolfiten haben aber ihrerseits noch vor dem Fackelzuge eine solenne Abordnung an die beiden gefeierten^Männer abgesendet, um ausdrücklich zu erklären, daß ste nur wegen der äußeren Verhältnisse der Verbtndungm keinen Thetl nähmen, dagegen durch diese solenne Abordnung um so mehr ihrer Aa» erkennung der Verdienste der beiden schddenden Lehrer Ausdruck geben wollt«. Man sieht, daß die Studentenschaft anders über die Thattgkett und Verdienste der belbeu (noch sehr rüstigen) Männer, urtheilt, als ein gewisser Artikel tn 6er »Darmstädter Ästung', in welcher eine solche Auslassung am wenigsten hatte erscheinen sollen, über deren Werth und Urheber das Urthdl hier übrigens nicht zweifelhaft ist.

Gießen, 15. November. (Musikalisches.) Zwei Jahre find verfloffen, seitdem fierr Concertmetster de Ahna aus Berlin bei 1einem Auftreten in einem MuseumSconccrl ttlbFrank^urt in^hiestge^r Staot concertirte. Auch diese« mal ist die gleiche Veranlassung, durch welche es allein möglich geworden, das Concert Sonntag den 24. November zu veranstalten. Von jenem Künstler befreundeter Seite ist da« Arrangement deffllbm gerne detzhalb in die Hind genommen, weil allen Musikfreunden unserer Stadt und Umgegend durch das Horen dieser hervorragenden Jite^preten für die V wliae und das Ptanoforte Hrrr Mustkdtrector Enzian auS Creuznach ein Mer ®enuft bereitet werden wiro; den Musikoerftändigen aber durch daS vorzügliche und echt claisische Programm. Verweilen wir für heute bei Nr. 4 desselben, bem dH en beb ohn'schen Volinconcert, der nach Beethovens Concert geistig bedeutendsten Solocomposttton für Violine, an welche sich die größeren Concerte L-vohrS bezüglich ihres Kunstwerthes dann anreihen. Zur würdigen, tm ® d|t be« Compon sten g^- haltenen Wiedergabe dieses Werkes gehört ein Künstler wie de Ahna, bet dem zugleich als Musiker jede handwerksmäßige Auffassung, dieser edel gestalteten, poesieoollen Composition ausgeschlossen ist, und der uns dieselbe mit feinster Detallltrunz deS In^ haltes musikalisch vortragen wird- Manche einseitigen Virtuosen, welche bet dem Vor­träge dt!ses Werkes nichts wdter als ihre Technik zeigen wollen, verfallen besonders bei Wiedergabe des Finales in den Fehler, daß sie ein Tempo wählen, welche» schUeßlich durck das Ueberjngen an Undeutlichkeit grenzt. Allerdings mutz daS Finale wie ein > Spiel neckischer Geister dahtnfltegen und ist frisch, mit übersprudelnder Laune ausrn» führen. Wir freuen unS aber auch ganz spectell auf den Vortrag deS Andante«, dessen Hauptthema einfach und innig zu halten ist^und im Herrn de Ahna ^ww zinnern ' an den Vortrag des Adagio« aus dem 9. L>pohr scheu Concert vor twet Jahren i einen der besten Interpreten findet. Einem folgendem Artikel die Bestechung der wetteren Nummern des Programms und der beiden anderen ausübenden Künstler

OrbC6®icfien, 15. November. Die von uns in letzter Nr. beregten zwei ZuchtM>l<- mrtren nan, adäbrltche Verbrecher. Der eine kleinere, mit Namen Koch, war unlängs: in Mainz wegen Mord an seiner Geliebten, welcher er 3 2 M e ff erst ich e betör ach te, zuu Tode verurthetlt worden- Der andere, ein gefährliche Einbrecher, hat Zuchthaus abzubüßen. Diese Beiden versuchten in Martenschloß auS-ubrechen, wur"- aber durch die Wachsamkeit deS Postens daran verhindert und zur Anzeige gebrach, vom Bezirksstrasgericht zu einer Nachverbüßung von je 1 Jahr Zuchthaus verurtheil, Gegen dieses Urtheil legten sie Berufung au Großh- Hofgertcht em, welches jedoch b selb^e verwarf. Wie gerechtfertigt die starke Bedeckung gestern war, belehrt unS et« Ratt» im beuttaen Wett-Boten", wonach der Mörder dem einen Gendarmen, welcher Wäräflrngc amtn tronsvorttrt.^durchging. G-dacht.S Blatt ichrE B«> bach, 14. Nov. Heute früh entsprang ein auS dem^ Zuchthaus MarKnfchloß z Untersuchung nach Gießen transporttrter Sträfling zwischen Griedel und Butzbach der zur Aufsicht beigegebenen Gensdarmen. Der betr. Sträfling, welcher die Rtchtur^ nach dem Griedcler Walde eingeschlagm hatte, wurde dahin> verfolgt und müer H i leistuna unserer hiesigen GenSdarmerie bald darauf im Walde selbst wieder verhas^ so daß derselbe mit dem nächsten Eisenbahnzug seinem vorläufigen Bestimmung Gießen überbracht werden konnte. w

__An Stelle des schwerkrank in Darmstadt liegendm Herrn Prof. Bo hat Herr Dr. Krönlein, gegenwärtig -weiter Assistent de« Herrn Prof-Langen in Berlin, die Funktionen des Director« der chirurgischen Klinik übernommen-

__Die Inhaberin eine« hiesigen SchirrngefchäftS ist in Frankfurt weg»

Betrugs verhaftet worden. , , ,

__Nach denOberbeff. Nachr." wird Herr Prof. EareiSseinm Wählte in Sdmftm in btr erften Hälft- des D-c-rnb-rs Bericht über die ThätHkrit d-r R-ich- !a°ktn b-rl«tzt.n S°sst°n erftatten. Ob uns-r Abg-°rbn-t-r H-rr °. R -b -n°u, °u» feiner Wählerschost einen solchm Bericht erstatten will, konnten mir nicht in Erfahrurl bringen^ _ vorletzter Nummer war unter den -"wischten In,eratm die,es »l-tt- -tn Poem enthalten, welches bie Stubenten mst Hirschen nnb Hasen vergl ch und denn L!»NL!4^

sind bereits zur Anzeige gebracht. .fnlhrr ftbcI

__Gestern Vormittag ging dn fremder Herr, anscheinend ein Reffender,

ben Lindenplatz, olS plötzlich dessen eine Brustsette zu rauchen und zu brennen a^iH Der Herr sdbft will vorher einen Knall vernommen haben. Jedenfalls llegt!hier schlechter Streich mit einer FeuerwerkS-Cigarre oder sonst explodirendem Körp welcher dem Manne gespielt wurde. D(r,

__Wegen fortgesetzter Ruhestörung wurde gestern Abend ein Schlosser

hastet.

»immt d-rKöln. Ztg.» folgend-Einzelheiten üb« den Streit zwischen England und Portugal einerseits und dem König von Dahorney mrdererselts. Dieser König hatte einem in der Stadt Lagos ansäsfigen portugtsischen Händler Namens ^anacio de Souza Magalhaes Auftrag gegeben, verschiedene Einkäufe für ihn zu besorgen. Nachdem d-r Auftrag ausgefühct worden, verweigerte der Kömg die Zahlung, in Folge dessen d-r Händl-r nach Abom-y, Hauptstadt des König­reichs und von Ajuda einige neunzig Meilen entfernt, reiste, um dort seine Ansprüche geltend zu machen. D-r R-gerkönig bezahlte nicht nur nicht, sondern ließ den Magalhaes und seine ihn begleitende Gattin in Fesseln legen und em- sp-rr-n. Damit nicht zufrieden, und fürchtend, daß der Gouv-rneur der Festung San Zuan Bautista de Ajuda von der Sache Kenntniß erhalten und ihn an« greifen würde, lud er d-nf-lben in der li-b-nswürdtgst-n Weise zu einem Besuche -,n Der Officier, welcher nichts Böses ahnte, verließ das Fort in der Be­gleitung von nur sieben Soldaten und begab sich nach Abomey^ Kaum waren sie tn Gegenwart des Königs angelangt, so sahen st- sich auch schon von einer großen Anzahl Soldaten und Amazonen (der aus Frauen bestehenden Leibgarde des Königs) umringt, welche sie fesselten und wie Magalhaes und seine Frau in's G.sängniß absührten. Nach den letzten Nachrichten befanden srcb noch alle in Haft, und sollen namentlich die Soldaten die Zielscheibe des Spottes fein; d-r König zwingt sie, ihn täglich durch militärische Ex-rnli-n zu zerstreuen. Alle fremden Unterthanen, di- in Whydah ansässig sind, einschließ­lich des englischen Consuls, find verhaftet worden. Man gestattet ihnen nur

an Bord der im Hafen liegenden schiffe zu gehen, wenn sie eine bedeutende Summe bezahlen, und selbst dann werden sie von einer statten Wache begltttet, welche sie bei dem ersten Fluchtversuch« zu tödten droht. Dem englischen Eon- sul ist das Briesschr-chen untersagt worden. Di- R-gierung-n von Portugal und England sind -ntschloff-n, den König von Dahomey als Piraten zu behan­deln, besonders weil er den Vertrag verletzt hat, den er im vorigen Jahre mit England abschloß und worin er fich verpflichtete, die in Dahomey ansässigen europäischen Kaufleute nicht mehr in's G-sängniß zu stecken. Von England er­fährt man, daß der Rest der Besatzung des Fort von Wan Juan Bautista de Afuda, bestehend aus einem Sergeanten, einem Gefreiten und fünf Soldaten, ebenfalls in die Hände des Königs von Dahomey gefallen ist. Die portugiesische Regierung hat befohlen, daß von Santo Tome ein Kanonenboot nach Ajuda abaehe aber wider damit noch mit den wenigen Soldaten, di« sie auf der Küste von Guinea besitzt, wird man den König von Dahomey zur Ver-

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