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(Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 16. bis 22. Juni besorgt Pfarrer Dr. Seel.

Herr Heinrich Ferber:

Meine Herren! Wenn ich das Wort ergreife, so geschieht es durchaus nicht, Um Die Anträge des Vorstandes noch weiter zu begründen; denn sie sind bereits von den Herren ^orrebnern auf eine Weise begründet worden, die nichts zu wünschen übrig läßt; jede wdi- tere.Begründung denn angefochten werden sie gnviß nicht erscheint ntir über- slüslig. Ich stelle deshalb den Antrag, die Anträge, weil vollständig begründet, sofort an- zrmehmen- (Bravo.)

Die Versammlung genehmigt hierauf einstimmig die Anträge des Vorstandes und bemerkt zum Schlüsse der Vorsitzende, Hofgerichts-Advocat Dr. Dittmar:

Damit, meine Herren, wäre unsere Tagesordnung erledigt. Ich selbst sowohl als meine beiden Herren Vorredner haben Sie wiederholt aufmerksam gemacht, vor welch schweren Gefahren wir stehen und was gegenüber denselben unsere Schuldigkeit ist; es ist auch nicht verschwiegen worden, was wir seither versäumt haben. Ich möchte aber die Versammlung nicht auseinandergehen lassen, ohne für den Kampf, dem wir entgegengehen, einer freudigen Hoffnung Ausdruck zu geben, welche ich zunächst herleite aus dem zahlreichen' Besuche der heutigen Versammlung. Meine Herren! Ich erlaube mir Sie fpecieU darauf hinzuweisev, daß seit- dem Bestehen unseres Vereins- heute zum ersten Mal der Eintritt unter strenger Conrrole bezüglich der Mitgliedschaft stattgefunden hat. Wenn Einem auch in diesen Tagen bange werden konnte, ob das deutsche Bürgerthum mächtig genug sein werde, der Sociäl- demokrntie entgegen zu treten, so kann man, wenigstens für unsere Stadt, aus dem Verlaufe der heutigen Versammlung eine Beruhigung schöpfen. Ich füge dem, gewiß zu Ihrer Aller Freude die Mittheilung bei, daß die Adresse an den Kaiser beinahe 2000 Unterschriften erhalten hat. (Bravo!)

.Unsere heutige Versammlung trifft zusammen mit der Kunde von einem politischen Ereigniß, welches eine ganz besonders ernste Pflichterfüllung von uns verlangen wird. Wir wissen, daß die Auflösung des Reichstages beantragt ist. Es sei ferne von mir, schon heute einzutreten in die Erwägung, ob die Auflösung des Reichstages für uns erwünscht oder nicht erwünscht ist, aber wollen wir dem, was wir nicht ändern können, die besü Seite abgewinnen, so dürfen wir wohl sagen:

Nachdem die Socialdemokratie sich in ihrer ganzen Verworfenheit gezeigt, kann es dem deutschen Volke nicht unerwünscht sein, durch die Auflösung des Reichstags die Gelegen­heit zu erhalten, auf die Frage: Wollt Ihr denn immer noch Soeiäldemokraten in den Reichstag wählen? mit einem kräftigenNein!" zu antworten. Schon jetzt aber dürfen wir uns darüber keinen Illusionen hingeben. Es wird bei der Wahlcampagne harte Kampfe absetzen. Die Partei, die wir vertreten, wird von rechts und links hart angegriffen werden, und da heißt es, einmüthig Zusammenhalten, daß wir in der Stunde der Entscheidung nicht nur Worte finden, sondern am rechten Platze stehen und richtig handeln. Wird es auch harte Arbeit kosten, so lassen Sie uns eingedenk bleiben, daß wir immer noch viel zurück- jtkhen hinter den Opfern, die der Schöpfer unserer nationalen Einheit für die Sache des Vaterlandes gebracht, hinter den Leiden, die er für dieselbe erduldet hat. Und in der zu­versichtlichen Hoffnung, daß uns diese Erinnerung an der Stunde ernster politischer That nicht fehlen, möge, fordere ich . Sie auf mit mir einzustimmen in den Ruf: Se. Majestät, unser Kaffer, lebe hoch; nochmals hoch uitD abermals hoch!

Nachdeni die Anwesenden einmüthig und begeistert in diesen Ruf eingestimmt, schließt die Versammlung.

Kirchliche Anzeigen

evangelischen Gemeinde zu Gießen

Gottesdienst.

Sonntag den 16. Juni.

Morgens: Pfarrer Schlosser.

Confirmation der Mädchen und Feier des heil. Abendmahls.

Nachmittags: Schulinspector Vtgelius.

(Kollekte für die Stadtarmen.)

Gemeinde wird gebeten, bet der Confirmation die vorderen zehn Bank­reihen für die Angehörigen der Confirmanden frei zu lassen.

es sich hier handelt, m. H., ist klar: Ferne von uns ist, daß wir Versammlungen, die ge­schlossene Versammlungen sein sollen, sprengen; uns liegt durchaus ferne, einzudringen in eine der socialdemokratischen Parteiversammlungen und uns dort als Mitglieder zli geriren und die Versammlung zu stören. Die Resolution hat nicht den Sinn, daß wir den Weg der rohen Gewalt anwenden sollen, sondern, m. H.: Wenn von Seiten der Socialdemokratie eine Volksversammlung ausgeschrieben wird, die dazu benutzt werden soll, einzumirken auf harmlose und unbefangene Leute, um sie für diese Partei zu gewinnen, dann wollen wir im Interesse der Verführten erscheinen und sagen: Das, was dieser Redner gesagt har, ist nicht bewiesen, das ist nicht möglich, das ist eine Lüge. Es kommt in dieser Resolution der Ausdruck,gewissenlose Verführungskünste" vor; ich habe diesen Ausdruck zu'erläutern: Wenn Sie dieAeußerungen der socialdemokratischen Agitation betrachten, so ist die gewissen­lose Verführung geradezu herrschend in derselben. Ich las in einer vielgelesenen Agitations­schrift, das Elend unter den Menschen sei furchtbar, denn die Statistik beweise, daß 95 pC. der Bevölkerung in Deutschland nicht über 800 Thlr. jährliches Einkommen habe, 5 pEt., also ein- ganz geringer Bruchtheil der Bevölkerung erfreue sich eines höheren Einkommens als 300 Thlr. Ich will die Richtigkeit dieser Zahlen hier unerörtert lassen, aber das will ich Ihnen sagen, in dieser Statistik sind die Kinder und Frauen gleich gerechnet mit den erwachsenen Männern. Wenn also eine Familie aus 3 Kindern und Mann und Frau be­steht, so hat sie nach dieser Statistik ein Einkommen von 4500 M. Eine solche Verwendung und Fälschung der Statistik ist doch sicherlichgewissenlose Verführungskunst." Ich will davon schweigen, daß socialdemokratische Blätter jeden geringfügigen Excest, den fich ein betrunkener. Soldat zu Schulden kommen läßt, aufbauschen zu einem politischen Ver­brechen und dazu verwenden, gegen den Militarismus, gegen den Bestand des Staats, gegen die ganze Menschheit von ihrem Standpunkt aus zu operiren. Auf ein Manöver möchte ich ganz besonders aufmerksam machen, aus welchem wir recht deutlich ersehen können, was sich die socialdemokratische Presse ihrem Publikum gegenüber erlaubt. Das zweite schändliche Attentat auf unseren Kaiser fand am 2. Juni statt, die erste Depesche hierüber brachte die Nachricht, daß ein gewisser Nobiling, Rath im landwirthschaftlichen Ministerium das Attentat verübt habe. Bereits Sonntags Abends wußte man nahezu aller Orten, daß diese Bezeichnung Nobilings als Beamter nicht richtig ist, wer dies Sonntags noch nicht wußte, erfuhr es am 3. Juni, Montags früh sicherlich. Die Nummer desVorwärts", welche Mittwoch den 5. Juni erschien, bringt noch am 5. Juni jene erste Depesche, erklärt noch am Mittwoch den 5. Juni, daß ein Beamter des deutschen Reichs auf den Kaiser geschossen, und nur in einer Anmerkung wird angefügt, letzteres werde in Abrede gestellt undnatürlich" halte man nun den Thäter wieder für einen Socialdemokraten. Bedenkt man nun, daß gleichzeitig das Publikum davor gewarnt wird, andere als socialdemokratifche Blätter zu lesen, so wird man abermals finden, daß der Ausdruckgewissenlose Verfüh- rungskünfte" in. unserer Resolution mit Grund gebraucht ist. Es ist aber die ganze social- demokratische Agitation gewissenlos; denn es ist gewissenlos, dem Volke vorzuspiegeln, daß durch den socialdemokratischen Staat eine Verbesserung der menschlichen Gesellschaft herbei­geführt würde. Ich habe von dieser Stelle wiederholt den Agitatoren jener Partei gesagt: Wie soll dies gemacht werden? Ihr sprecht von der Nothwendigkeit der Verbesserung. Aber sagt nur: wie?" Darauf wird geantwortet:'Ja, das wissen wir noch nicht." Ist cs nicht gewissenlose Verführung, wenn Jemandem ein Ideal gezeigt wird, der Weg dazu aber verheimlicht wird, weil er verheimlicht werden muß! Wir haben in Frankreich einen Aufstand der socialdemokratischen Partei gesehen, ein gräßliches Bild der Menschen­geschichte. ,Wir haben gesehen, daß Tausende theils auf den Straßen von Paris fielen, theils auf der Ebene von Satory erschossen wurden, das sollte der Weg sein. Und wo waren die, welche das Volk auf jenen Weg geführt hatten? Die Communistenführer saßen ruhig und sicher in London und da sitzen sie noch oder sonst wo, ferne vom Schuß, während der verführte Proletarier den Tod findet auf den Barrikaden oder vor den Kriegsgerichten

- das ist das letzte Ziel dergewissenlosen Verführungskunst." Ich glaube, daß jener Ausdruck gerechtfertigt ist. Wir wollen nicht ohne Gegenrede derartige Verführungskünste lasten, wir wollen auftreten und sagen: Das was ihr vorrechnet, beruht auf falscher Zahlen-

Ww sagenNicht ausschließlich von der Staatsgewalt", diese hat ebenfalls ihre Aufgabe, diese hat ebenfalls ihre ernste Pflicht zu erfüllen. Aber es ist nicht diese allein, der wir unfern Schutz zuschieben; wir sind Deutsche nicht von dem Schlage, daß wir im Falle der Gefahr sogleich nach d^r Polizei schreien, wir wollen selbst das Unserige thun. Die Gefahr, mit der wirs zu thun haben - es ist das oft ausgesprochen worden ist eine vergiftende Irrlehre", eine der zahlreich vorhandenen Glückseligkeitstheorien; aber es ist eine Lehre, welche in ihren Mitteln keinen Unterschied kennt zwischen dem, was die ganze Menschengeschichte bisher als erlaubt betrachtet hat und dem, vor dem die ganze Geschichte sich bisher mit Abscheu abgewandt hat. Eine solche Irrlehre war noch nie ---

die-ist, mit der wir es hier zu thun haben.

Einer Irrlehre kann man auf doppelte Weise entgegentreten. Die Ausschreitungen die Excesse, welche durch sie veranlaßt werden, müssen durch die Gewalt der organisirten Gesellschaft, durch die Gewalt des Staates niedergeworfen werden. Es gibt Dinge gegen die der einzelne Freie wehrlos ist, wenn nicht die organisirte Gesammtheit, der Staat, und die Staatsgewalt dagegen auftritt. Wären wir ein reactionärer Verein, ein Verein welcher alles Heil von den Gesetzen des Staates, von der Polizei, von der Militärgewalt,' welche jene unterstützt, erwartet, wir hätten ein verhältnißmäßig leichtes Spiel. Aber wir sind keine reactionäre Partei, wir wollen nicht das Stück Gewalt, welches den Socialdemo­kraten abgerungen werden soll, einer Partei zuwenden oder einigen Parteien, die uns unsere Freiheit von anderer Seite wieder verkümmern würden, und indem wir mit Energie gegen die Socialdemokraten auftreten, wollen wir unsere Freiheit nach allen Seiten hin festhalten. Es wird demnach an uns die Frage herantreten: wie stellen wir uns zu Gesetzeswerken, die augenscheinlich in Vorbereitung sind und die die Aufgabe haben der Socialdemokralie den Daumen auf's Auge zu drücken. Es läßt sich sehr schwer der Standpunkt einer Partei von vornherein kennzeichnen-gegenüber Projecten, die uns im Einzelnen noch nicht bekannt sind. So viel aber ist sicher, daß von unserem Parteistandpunkt aus, soweit ich ihn verstehe, eine Beeinträchtigung der allgemeinen bürgerlichen Freiheit nicht befürwortet werden solle, eine Beträchtigung, die uns um Errungenschaften bringen würde, die wir hoch und heilig halten. Wir verlangen Einschreitungcn gegen die Ausschreitungen der Socialdemokratie, energisches Einschreiten._der Staatsgewalt auf Grund der Gesetze. Aber in dem wir in unserer heutigen Resolution dies ausdrücklich sagenwir überlassen den Schutz nicht aus­schließlich der Staatsgewalt", fügen wir hinzusondern wir betrachten den Schutz als eigenste und ernste Pflicht rc."

Ich sage, die Socialdemokratie tritt uns in Gestalt einer furchtbaren Irrlehre ent­gegen. Gegenüber den Rechtsverletzungen, den Beschädigungen von Rechten oder gar von Leib und Leben, die die Socialdernokratie sich zu Schulden kommen läßt, muß die Staats­gewalt auf treten, darüber sind alle nichtsocialistischen Parteien einig. Ich habe mehrere Jahre in der Schweiz gelebt und mich überzeugt, daß die Demokraten dort mit einer Energie gegen die Socialdemokratie auftreten, die man in Deutschland selten findet. Man vergiebt der politischen Freiheit nichts, wenn man gegen Ausschreitungen einschreitet, die der ganzen Humanität einen Faustschlag ins Gesicht geben.

Aber einer Irrlehre ist auch auf andere Weise gegenüberzutreten: Durch Zurecht­weisung, durch Belehrung, die am rechten Ort und zu rechter Zeit geschieht. Und diese Belehrung, die selber wieder verschieden sein kann nach Wort und Stimmungsart, ist eine Sache des deutschen Bürgerthums. Vieles ist hierin versäumt worden. Ich glaube, wir dürfen alle der Ueberzeugung sein und find es auch Alle, daß wir, wenn wir von Anfang an das geahnt hätten, wozu die Socialdemokratie jetzt schon geführt hat, nicht so nach­lässig gewesen wären als wir s waren, nicht geduldet hätten, daß socialdemokratische Agitatoren auftreten in Versammlungen, in denen junge Menschen anwesend waren, die noch keinen Begriff von unseren politischen Rechten hatten, daß sie Leuten, die kein Einsehen in die ersten wirthschaftlichen Grundsätze haben, Theorien vortrügen, die ihnen einerseits ein glückseliges Ziel in Aussicht stellten und sie andererseits zu Gewaltthaten aufreizten. M. £>., es ist eine Aufgabe des deutschen Bürgerthums, diesen Irrlehren entgegenzutreten, wo dieselben sich zeigen. Wenn wir jederzeit neben dem verführten Arbeiter gestan-en wären und ihm hätten zeigen können, was der Parteiführer wirklich will, was er aber voraussichtlich nicht erreicht, wir dürfen überzeugt sein, diese Ausdehnung und diese Frech­heit Hütte die Socialdemokratie nie erreicht.

Es ist vielleicht ein h arter Vorwurf, der dem deutschen Bürgerthum gemacht werden muß, er trifft vielleicht jeden von uns, aber das Selbsterkennen ist der Anfang zur Besse­rung. Wir müssen uns sagen, das deutsche Bürgerthum hat in dieser Beziehung nicht g-- than, was es thun soll und im Interesse der Menschheit hätte thun sollen. M. H.! Von diesem Gesichtspunkte ausgehend, ist der erste Absatz der Resolution gefaßt worden: Die reichstreuen Bewohner der Stadt Gießen dürfen daher fortan nicht geschehen lassen, daß ein Theil ihrer Mitbürger den gewissenlosen Verführungskünsten berufsmäßiger Agitatoren der Socialdemokratie in Volksversammlungen ohne Gegenrede preisgegeben wird. Um was

zusammens ellung, was ihr wollt, ist Verführung des urtheilslosen Volkes, was ihr erreicht ist des Volkes Verderben. Der weitere Passus ist lediglich die Einleitung zu diesem Ver- fahren:Der geschäftsleitende Ausschuß des Vereins der nationalen und liberalen Partei wird hiermit verpflichtet, so oft eine öffentliche Versammlung von socialdemokratischer Seite ausgeschrieben wird, alle reichstreuen Bewohner der Stadt, insbesondere aber die Vereins- genopen, zum Besuche dieser Versammlung aufzufordern und Sorge dafür zu tragen, daß ;;e./rr!^ren der Socialdemokratie niemals unwidersprochen bleiben und alle heuchlerischen Beschönigungen ihrer Endziele entlarvt werden." Der Ausschuß soll durch diesen Ab atz verpflichtet werden, bei jeder von socialdemokratischer Seite ausgeschriebenen Volksversamm­lung eine Einladung zu erlaßen nicht blos an die Parteigenossen, nicht blos an die Mit- gheber ber nationalen unb liberalen Partei, sonbern an alle reichstreuen Bewohner unserer stabt. Denn bie Socialbemokratie ist nicht blos eine Feindin der liberalen und nationalen -partes man kann weit links oder weit rechts entfernt von unserer Partei stehen und man muß doch em Gegner der Socialdemokratie sein. Die Socialdemokratie als solche muß mebergekampft werben, nicht nur, weil sie sich an unseren Monarchen zu vergreifen wagt, nicht roCl .-ltrCJ>lC^rHrn?e?^a^cn letzten Jahre anzugreifen wagt, sondern well sie die menschliche Gesellschaft als solche angreift.

... $e.r Socialismus, wie er den Massen gepredigt wird und wie er in den Muffen graffirt, ist es, der unseren Institutionen feindlich ist, aber nicht blöZ denen des Liberalismus und den deutschen Einrichtungen, er ist ein internationaler Feind aller bestehenden Ordnung JJtan kann em Reactwirär oder ein Demokrat der äußersten linken Seite fein und man nnrb und muß doch in den Socialdemokraten Feinde sehen. Daher auch die Kümpfe in Amerika und m der Schweiz. Deshcllb soll Ihr Ausschuß alle reichstreuen Bürger auf: fordern. Für uns Mitglieder der nationalen und liberalen Partei ist es selbstverständlich eine heilige, eme unserer heiligsten Verpflichtungen, dieser Aufforderiing nachzukommen.

Deßhcüb besagt der letzte Paragraph unserer Anträge: Alle Vereinsgenoffen werden ' hiermit verpflichtet, unseren derartigen Aufforderungen gewissenhaft nachzukommen. In dem vorausgehenden Absätze verpflichten Sie Ihren geschäftsleitenden Ausschuß, im letzten verpflichtet sich jeber Parteigenosse, fein heiligstes, fein bestes Werk barin zu sehen, ben ^emben bes allgemeinen Wohls, ben Feinben unseres Vaterlanbs, ben Feinben unserer Fanulien gegenüber zu treten. Ein nationales freies beutsches Bürgerthum ist es, an welches mir unsere Worte richten! Kein Wort ber Reaction ist gesprochen, kein Werk der Reactwn soll geschehen, aber ein Werk der Einheit und Freiheit soll uns begeistern, wir wollen uns frei machen von einer Partei, welche uns unfrei machen will, von einer Partei welche die höchsten Ideale, die wir kennen, in Gefahr zieht, frei machen von einer Partei' öie unö beschädigen will, was jedem das Heiligste ist, das ist sein freies deutsches Vaterland' (Allgemeines, lebhaftes Bravo.)

Der Vorsitzende, Hofgerichts-Advocat Dr. Dittmar:

Nachdem die beiden Herren Referenten über die Ihnen vorgelesenen Anträge Bericht erstattet haben, eröffne ich nunmehr die Discussion. Ich ertheile Herrn Heinrich Ferber das Wort. ' u

Znschbäcker in Gießen.

Sonntag den 16. Juni. Georg SpieS in der Neustadt. Martin Lenz am Marktplatz. Friedrich Hennings, Seltersweg.