auf dem Reichensand gestattet. — In heutiger Sitzuna machte man sich schlüssig über die projektirte Einfriedigung an den Thorhausern am Wallthor. Anstatt derselben wurde ein An- traa angenommen, welcher die Vorgärten vor den beiden Häusern beseitigt wissen wlll. An deren Stelle soll ein freier Platz mit Bänken und etwas Bosquct hinkommen. Mit oer Anlegung wird jedoch bis zum Herbste gewartet, dagegen soll oer Hühnerstall am R o l o f s schen Thorhause sofort entfernt werden. Herrn Roloff werden als Entschädigung 30 JL vergütet. — Zwecks Unterhaltung der Straßen-Bankette und Schoorwege sollen außer den 3b 1 Kubikmeter Laynkies, welche seither gefördert wurden weitere 4U0 Kubikmeter beschafft werben. Das Gesuch des Herrn Dr/ßaubingcT um Verebnung eines städt. Wegs auf dem Nahrungsberg wurde der Baudeputation zur enbgiltigen Entscheidung überwiesen. Einer Kostenrechnung des £)rt8ge= rtchts wurde Decretur erthcilt. — Der Versammlung wurde mitgetheilt, daß GroßherzoglicheS Ministerium zur Vereinigung der Vorschule der Realschule mit derselben seine Zustimmung er theilt hat — Die Grassamen , Erndte im Stadtwalde wird einem Bewohner von Griesheim zum Preise von 10 JL zuertheilt. — Großherzogliche Polizei - Verwaltung ersuchte die Bürgermeisterei nun auch ihrerseits die Reinigung derjenigen Plätze und Straßen vom 9. dö. an vornehmen zu lassen, welche in einem Ausschreiben im „Gießener Anzeiger" bezeichnet sind und beschließt die Versammlung bas Entsprechenve. — Nachdem noch ein Baugesuch ber Herren Gebr. Lotz genehmigt worden envigte Die öffentliche Sitzung in eine geheime. —
Vermischtes.
Das Turnwesen in Südweft- und Mittel-Deutschland. In welchem Umfange die Turnerei in Südwest- und Mittel-Deutschland unterhalten wirb, darüber ist schon öfter bet Gelegenheit berichtet worden, aber immerhin dürfte es auch in anderen Kreisen interessiren, ein übersichtliches und genaues Bild unseres Turnwesens zu erhalten, da eben jetzt die Turn-Beretne eine statistisch-tabellarische Ueberstchtskarte zuqeschickt erhielten. Der neunte KretS der deutschen Turnschaft umfaßt unfern MtttelrhetnkreiS, welcher im vorigen Zähre in zwölf Gaue etngethetlt war. Dieselben sind folgende: 1) Gau Hessen enthält die Provinz Oberhessen, Marburg, die Wetterau und Umgegend, zählt 22 Vereine mit 2009 Mitgliedern, Gauoertreter ist Karl Demuth in Gießen. 2) Der Matngau, bestehend aus den Turnvereinen der Main- und Taunuögegend, außer Frankfurt und Ostenbach a M-, zählt 25 Vereine mit 1341 Mitglieder, Gauoertreter ist Jean Bender in Hanau. 3) Der Matn-Rhetngau, die Gegend von Darmstadt bis Mainz umfassend, mit 9 Vereinen und 923 Mitgliedern, Gauvertreter war bisher I. Neumann in Darmstadt. 4) Der Ober-Matngau, welcher die bayerischen Vereine von Aschaffenburg, Miltenberg, Kltngenberg rc. umschließt und 4 Vereine mit 264 Mitgliedern zahlt; Gauvertreter war K. Anselm in Aschaffenburg. 5) Gau Rheinhessen, vorzugsweise die Vereine in der hessischen Provinz Rhemhessen und einige nassauische Vereine, umfaßt 25 Vereine und zählt 2137 Mitglieder; Gauvertreter ist A. W. Stein in Mainz. 6) Gau Süd-Nassau, Gegend um Wiesbaden und des RhetngaueS mit 12 Vereinen und 884 Mitgliedern; Gauoertreter ist H. Weber in Wiesbaden. 7) Der Nahe-saar- aau, Gegend'um Kreuznach, Idar, Oberstetn, Saarbrücken und Metz, zusammen 13 Vereine mit 1445 Mitgliedern; Gauoertreter ist B. Kröger in Kreuznach. 8) Gau Frankfurt, die Vereine von Frankfurt a. M. und Sachsenhausen, 6 an Zahl mit 1200 Mitgliedern; Gauvertreter war I. Gießen in Frankfurt. 9) Gau Offenbach, die Vereine um Offenbach etnschlteßend, und zwar 7 Vereine mit 569 Mitglteoern; Gauvertreter ist L. Stahl in Offenbach. 10) Der Rhein-Moselgau umfaßt die Vereine um Coblenz und der unteren Mosel mit 8 Vereinen und 344 Mitgliedern; Gauoertreter ist R. Friesner in Neuendorf. 11) Der Lahn-Dtllgau, derselbe enthält die Vereine der mittleren und unteren Lahn und ihres Nebenflusses, der Dill, 6 Vereine und 254 Mitglieder zählend; Gauvertreter ist Th. Groß in Diez. 12) Gau, Jsolirte Vereine mit 3 Vereine» und 245 Mitgliedern, deren Gauoertreter der bisherige gemeinsame KretSvertreter E. Reuter in Darmstadt war. Nach den neuesten Bestimmungen, welche der Mittelrheinkreis jüngst ausgestellt hat, werden isoltrte Vereine im Kretsoerbande nicht mehr anerkannt; es muß jetzt jeder Turnverein zugleich die Verpflichtung über- i ehmen, sich einem nächsten Gau anzuschließen oder einen selbstständigen gemeinsamen Gauverband organisiren. — Es zählt also nach der obigen Aufstellung der Mtttelrhetn- kretS gegenwärtig 140 Turnvereine mit zusammen 11,615 Mitgliedern, von welchen etwa die Hälfte acttve Turner, die andere Hälfte passive Mitglieder sind; außerdem sind noch 1350 sogenannte „Zöglinge" vorhanden. Die größten Vereine im Mtttel- rheinkreise mit mehr als 250 Mitgliedern sind die Vereine: Gießen mit 350, Turngemeinde Hanau 290, Turngemetnde Darmstadt 490, Mainz 290, St. Johann 280, Frankfurter Turnverein 400, Frankfurter Turngesellschaft 260, Frankfurter Turn- und Fechtclub 250 und Offenbach a. M. 350 Mitglieder. Die 140 Turnvereine und mittel- rheinischen Kreisverbände bilden nebenher auch noch 44 Feuerwehren und erfüllen ihren humanen praktischen Zweck tbetls als selbstständige Eorps, theilS als örtliche Feuerwehren vereinigt. Ferner bestehen im Mtttelrhetnkreis 36 Turner-Gesangvereine mit 850 Mitgliedern. , ,
— Eine große Feuersbrunst, wie sie in solcher Ausdehnung seit längerer Zeit in Berlin nicht mehr vorgekommen, setzte am 2. Abends die Bürgerschaft in Aufregung. Kurz vor 10 Uhr erhellte ein ganz intensiver Feuerschein den südlichen Horizont und allarmirte die Feuerwehr, die in langen Reihen nach der Brandstätte, dem Gebäude der Berliner Brodfabrik eilte. Als dieselbe daselbst anlangte, schlugen bereits aus dem Dachgesims des Speichergebäudes, welches an der südlichen Seite des gewaltigen Häusercomplexes der Brodfabrik liegt, die hellen Flammen heraus, und die ganze Situation erwies sich sofort als eine höchst bedenkliche, da nicht nur das Speichergebäude selbst mit Waarenvorräthen vollgepfropft war, sondern auch bet der unmittelbaren Nachbarschaft der Jeserig'schen Dachpappen-Fabrik und der Oelmühle der Bank für Produktenhandel die höchste Gefahr für die gesammte Umgebung drohte. Die Feuerwehr unter persönlichem Kommando des Branddirektors Witte ging mit größter Energie!
an's Werk. Nach und nach maischirten 4 Kompagnien der Feuerwehr auf die Brar.d- ftätte, während eine 5. Kompagnie als Reserve intakt verblieb. Die Dampfspritze war bald in Funktion gesetzt und fand in dem unmittelbar neben dem Spetchergcbäube fließenden Zweigarm der Spree reichliche Nahrung und außerdem wurden 7 Handspritzen durch die Mannschaften in Thättgkeit gebracht. Die Macht des entfesselten Elements war indeß so groß, daß die Arbeiten der Feuerwehr zunächst ohne (eben Erfolg waren. In unglaublich kurzer Zett stand der gesammte Dachstuhl des Spetchergebäudes tn lichten Flammen, tn mächtigen Feuergarben stieg die Lohe zum Himmel empor und übergoß das Dunkel der Nacht mit immer blutigerem Rath. An dem Gebäude selbst war nichts zu retten und die ginze Energie der Feuerwehr richtete sich darauf, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Unter unsagbaren Anstrengungen ift dies auch gelungen. Leider sind bet diesen Rettungsarbetten drei der Braven ihrem Berufe zum Opfer gefallen. Die ganz intensive Hitze, welche sich aus dem Innern entwickelte, trieb die Settenwände des Speichers auseinander und mit einem lauten Krach stürzte ein Theil der Ktebelwand zusammen, drei der Mannschaften unter ihren Trümmern begrabend. Der Feuermann Zwinzener dem ein Theil de- herabstürzenden Mauerwerks direkt auf den Kopf fiel, war sofort tobt. Der Oberfeuermann Rutz wurde vom Dache deS Kesselhauses mit in den Sturz gerissen. Ihm wurden beide Beine abgerissen und er starb auf dem Transport nach dem Krankenhause. Das eine Bein wurde erst gestern Vormittag aus dem Schutt hervorgegraben. Der dritte der Beschädigten, Feuermann Neugebauer, starb am 3. tn Bethanien. Die Anstrengungen der Feuerwehr, welche die ganze Nacht nicht vom Platze kam, spotten jeder Beschreibung. Vollständig berußt und beschmutzt mußten zeitweilig einzelne der Steiger tnü Freie geführt werden, um sich dort zu erholen.
Allen Kranken Kraft und Gesundheit ohne Medicin und ohne Kosten durch die Heilnahrung:
REVALESCIERE von London.
Seit 31 Jahren hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesuudhelts speise widerstauocn und bewährt sich dieselbe bei Erwachsenen und Kindern ohne Medicin und ohne Kosten bei allen Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schlonnhaut, Athem-. Blasen- und Nicrcnlciden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, Husten, Unverdauüchkeit, Verstopfung, Diarrlwen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutaufsteigen, Ohrcnbrausen, Ücbelfdt und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von der Geburt an selbst der Ammenmilch vorzuziehen. — Ein Auszug aus 80,000 Certisicaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden, worunter Lertificate von Profeffor Dr. Wurzer, Mcdicinalrath Dr. Angelstein, Dr. Sboreland, Dr. Campbell, Pro feffor Dr. Dödö, Dr. Un, Gräfin Castlestuart, Marquise de Brähan, und vielen anderen hochgestellten Personen, wird franco auf Verlangen eingesandt.
Abgekürzter Auszug aus Eertificaten.
Eertificat des Medicinalraths Dr. Wurzer Bonn, 10. Juli 1852. Revalescifere Du Barry ersetzt in vielen Fällen alle Arzneien. Sie wird mit dem größten Shrtcn angewandt bei allen Verstopfungen, Durchfällen und Rühren, in Krankheiten der Urinwege, Mcrenkra»kh«ten re., bei Stcinbejchwerden, entzündlichen oder krankhaften Reizungen der Harnröhre, bei krankhaften Zusammenziehungen in den Nieren und in der Blase, Blasen-Hämorrhoiden rc. — Mit denr ausgezeichnetsten Erfolge bedient man sich auch dieses wirklich unschätzbaren Mittels nicht blos bei Hals- und Brustkrankheiten, sondern auch bei der Lungen» und Luftröbrenschwindsucht.
L. S. Rud. Wurzer, Medicinalrath und Mitglied mehrerer gelehrten GesellMaften.
Nr. 62176. Dem lieben Gott und Ihnen sei Dank. Die Revaleaciir« hat mein 18jähriges Leiden im Magen und tn den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäche und nächtlichem Schweiß gänzlich beseitigt. I. Evmparet, Pfarrer, Saint« Romaine des Iles.
Nr. 89211. Orvaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren .genieße ich die köstliche Revalescifere und leide seitdem nicht mehr an den Schmerzen in den Lenden, die mich während langer Jabrc fürchterlich gefoltert hatten. In meinem 93. Jahre stehend, erfreue ich mich jetzt der voMommcnsten Gesundheit. Leroy, Vfarrer.
Nr. 642l(i. Marquise von Bröhan von 7jähriger Leberkrankheit, Schlaflosigkeit, Zittern an den Glieoern Abmagerung und Hypochondrie.
Nr. 75877. Florian Köller, St. St. Müitärverwalter, Großwardein, von Lungen» und Luicröhren-Katarrh, Kopfschwindel und Brustbeklemmung.
Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handelslehranstalt in Wien, in einem verzweifelten Grade von Brustübel und Rervenzcrrüttung.
Nr. 65715. Fräulein de Montlouis, von Unverdaulichkeit, Schlaflosigkeit und Abmagerung.
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