Einzelbild herunterladen

unb*7fF*5r--

ittflm. hf j?«S

Wen.

roust

L? an xxcuftag von "twvch von chl Wniihm nn.

Gorke,

W«rtrt Zimmer rstraße No. 149

A/s 6 Jahre schäfte den Per- ^halt besorgt, ogletch ober per tersweg C. 185. !räfitger junger für Hausarbeit platz Nr. 250.

rssstzsssvL)

linder- ß ben angefertigt, £ tücheretc. |

isige Preise. \t

Dörr. f se 81. |

hi.

L.Feibrl. allen bau?licken auf fosort Stelle idcken.

Jtpeb^yk- sowohl, als zur e boherer W nterricht eltheilt. Zeidenaaffe 91. _ M- den Standen'N ebten Aüitel für Wige Häusls vöchentltch MJ )-Offnt-n werden irnb Lreölav er*

16

16

-30

16 1fl

9

4

22^26 22-26 32'71 66'7.» 52'5 UH

iSfwW1

-B-W

,p unb Wnncr

Tätbtß- n

,oui^5?!L-

UWÄ

WS rl?^aa«ber.

fl'o« ifiO. Zweites Blatt. Sonntag, den 12. Mai 1878.

Kietzener Ämeiger

AiM-r-116 Auistlitt fit Ära ßreis Sießra.

.....1 " ------- --____________

Garlenstraße B. 165. etf&emt mH »hrtnn&mt WnttPreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinqerloh:..

Schulst-- B. 18. *CWrt"t md aUte(4me W TOetttegS- Durch bte Post b-,°g-n °,°°t°l,ahrlich 2 Mark 50 W.

MoliLischer Theil.

Woche nübersicht.

Das Verhältniß Deutschlands zu feinen Nachbarn im Osten und Westen ist in der vergangenen Woche durch zwei bemerkenswerthe Ereignisse in ein günstiges Licht getreten. Indem Kaiser Wilhelm dem Kaiser Alexan­der den Stern des Ordens pour le m&ite mit dem Bildnisse Friedrichs des Großen verlieh, eine militärische Auszeichnung, welche bisher nur dem deutschen Kronprinzen und dem Prinzen Friedrich Karl zu Theil geworden war, gab er dem vertraulichen Freundschaftsverhältnisse, welches beide Herrscher seit jeher verbindet, einen neuen Ausdruck. Daß andererseits aber auch unsere Beziehun­gen zu Frankreich augenblicklich nichts zu wünschen übrig lassen, erhellt aus der Thatsache, daß der Wunsch nach einer wissenschaftlichen Verbrüderung beider Völker, den der Vicepräsident der Pariser Geographischen Gesellschaft bei dem 50jährigen Jubiläum der Geogr. Gesellschaft in Berlin aussprach, von dem bei der Feier anwesenden Kronprinzen sowohl, wie von der ganzen Fest­versammlung mit einem wahren Sturm des Beifalls ausgenommen wurde.

Fürst Bismarck weilt noch immer in Friedrichsruh. Sein acutes Leiden ist zwar gehoben, dagegen haben sich die neuralgischen Schmerzen in erhöhtem Grade bei ihm eingestellt es bleibt daher fraglich, ob er noch vor dem Schluß der Reichstagssession nach Berlin zurückkehren kann. Mittlerweile hat das Stellvertretungsgesetz eine weitere Anwendung gefunden, indem der Kaiser den Staatssecretär im Auswärtigen Amt, v. Bülow, den Chef der Admira­lität, v. Stosch, und den Generalpostmeister Dr. Stephan, im Bereich ihrer Verwaltung zu Stellvertretern des Reichskanzlers ernannt hat.

Der am 30. April nach den Osterferien wieder zusammengetretene Reichstag war leider mehrere Male beschlußunfähig und hat daher abge­sehen von einigen kleineren Angelegenheiten nur das Gesetz zur Verhütung der Einschleppung der Rinderpest zu Stande gebracht: er hat dieses aber inso­fern in befriedigender Weise erledigt, als für den Rindvieh-Schmuggel bei Grenzsperre verhältnißmäßig hohe Strafminima festgesetzt wurden. Die gereizte Stimmung zwischen der Regierung und der national liberalen Partei, richtiger gesagt, zwischen den mehr oder minder unterrichteten Preßorganen beider Seiten, scheint glücklicher Weise allmählig wieder versöhnlicheren Gedanken Platz zu machen, wie das ja auch nicht anders möglich ist, wenn die ruhigere Neber legung sich an die beiderseitige Unentbehrlichkeit erinnert. Die Kundgebungen, welche in einzelnen Theilen Deutschlands über die Tabakssteuerfrage stattgefun­den haben, richteten sich meist gegen das Tabaksmonopol. Nur in Elsaß- Lothringen wird, wie wenigstens der Abg. Grad behauptet, allgemein das Monopol gewünscht.

Die Nachrichten über die Stellung des Vaticans zu der preußischen Staatsregierung lauten noch immer widersprechend. Einerseits heißt, die mit der Prüfung der Maigesetze beauftragte Cardinal-Congregation habe Be­schlüsse gefaßt, welche die Wiederherstellung der abgebrochenen Beziehungen erleichterten. Dagegen scheint die Aufforderung, welche die Concils-Congre- galion an die staatsfreundlichen Geistlichen gerichtet hat, entweder öffentlich zu erklären, daß sie den Kirchengesetzen keineswegs zustimmten, oder auf das staat­liche Einkommen Verzicht zu leisten, zu beweisen, daß man in Rom noch keine Miene zum Einlenken macht, sondern in den Bahnen Pius> IX. sortwandelt. Auch die Nachricht von einem versöhnlichen Schreiben des päpstlichen Staats- secretärs an die preußischen Domcapitel wird von der ultramontanen Preffe entschieden dementirt. Letztere setzt überhaupt ihre gehässigen Hetzereien gegen Regierung wie gegen staatstreue Geistlichen mit wenigen Ausnahmen in der alten Heftigkeit fort.

Auch die Nachrichten aus Süddeutschland schlagen in das Gebiet des Culturkampfes hinein. König Ludwig von Bayern hat den Domprobst Steichele zum Erzbischof von München-Freising ernannt. Während Pius IX. die königliche Ernennung für die Bisthümer Würzburg und Speyer bekanntlich nicht respectirt hat, scheint es keinem Zweifel zu unterliegen, daß der gegen­wärtige Papst den Ernannten in seine Stelle einsetzen wird. Seitens der bayerischen Regierung rechnet man fest auf die päpstliche Einsetzung wenig­stens hat der König schon für den zum Bischof ernannten Domprobst einen Nachfolger bezeichnet. Aus Offenburg in Baden wird die gerichtliche Ver- urtheilung der Gebrüder Ockenfuß, welche eine große Zahl Leichtgläubiger durch Erheuchelung von Visionen, Blutschwitzen und bergt Schnurrpfeifereien um ca. 39,000 Mk. beschwindelt hatten, zu Gefängnißstrafen von 2 Monaten bis zu 3 Jahren gemeldet.

Die zweite holländische Kammer hat zu der Verlobung des Prinzen Heinrich der Niederlande mit der Prinzessin Marie von Preußen einstimmig ihre Zustimmung gegeben.

Für Oesterreich-Ungarn scheint der Augenblick der Entscheidung in der Ausgleichsfrage wie in der auswärtigen Politik endlich gekommen zu sein. Der bisherige Streit über den Ausgleich ist in einem unter dem Vorsitz des Kaisers abgebalternn Kronrathe durch gegenseitige Zugeständniffe geschlichtet und das Ergebniß der Einigung den Parlamenten in Wien und Pesth in diesen Tagen zur Genehmigung unterbreitet worden. Desgleichen steht die Vorlegung eines Gesetzentwurfs über die Beschaffung der zu militärischen Zwecken bewillig­ten 60 Millionen jeden Tag zu erwarten. (Ist mittlerweile geschehen. D. Red.).

England ist im Laufe der vorigen Woche der Schauplatz zahlreicher politischer Demonstrationen gewesen. Während einzelne Minister sich sehr scharf über den Vertrag von Can Stefano aussprachen und öffentlich erklärten, England werde die Welt, auch Rußland selbst, davon zu überzeugen verstehen, daß dieser Vertrag von Europa abgeändert werden müsse, machten Arbeiterver­sammlungen und liberale Vereine unter der Führung Brights entschiedene Kund­gebungen zu Gunsten des Friedens. Die Regierung fragt indeß, da sie die Mehrheit der Bevölkerung auf ihrer Seite weiß, nicht viel nach diesen Frie­densmeetings. Im Ganzen und Großen hat das am 6. d. wieder zusammen­getretene Parlament die Lage der Dinge unverändert gefunden.

Frankreich schwimmt in Wonne über die trotz des ungünstigen Wetters und so mancher anderer Hindernisse in glänzender Weise erfolgte Eröffnung seiner Ausstellung. Eine ganz besondere Freude bereitete der Prinz von Wales den Franzosen, indem er bei einem von den englischen Ausstellern zu seinen Ehren veranstalteten Banket betheuert5, sein ganzes Herz sei bei Frankreich! Leider hat die republikanische Presse des Landes sich bei ihren Lobeserhebungen über diesen ersten Triumph der Republik nicht frei von chauvinistischen Anwand­lungen gehalten. Am Tage nach der Eröffnung der Ausstellung fand auch die des internationalen Postcongresses statt, auf welchem Deutschland durch den General-Postmeister Stephan und 2 Oberposträthe vertreten ist. Der Finanzminister Say erwähnte in seiner Eröffnungsrede die Verdienste des deutschen General- Postmeisters um die Gründung des Weltpostvereins mit großer Anerkennung. Nach den am 5. d. stattgehabten, größtenteils in republikanischem Sinne erfolgten Ersatzwahlen zur Deputirtenkammer hat die Zahl der republikanischen Deputirtcn wieder die der früheren Kammer (363) erreicht. Auch auf dem Gebiete der communalen Verwaltung macht sich nachgerade die liberale Richtung mehr und mehr geltend: so hat der Maire von Marseille die Abhaltung von Processionen in den Straßen der Stadt verboten, und als die klerikale Preffe großes Geschrei darüber erhob, Seitens des Gemeinderathes ein ausdrückliches Dankvotum für seine Maßregel erhalten.

Das neue italienische Ministerium hat in den Kammern wider Er­warten schon entschiedene Erfolge davongetragen. Nicht nur, daß der Senat ihm einstimmig seine Zustimmung zu der in den Orientangelegenheiten befolgten Politik gab, auch die Deputirteukammer nahm die Erklärungen der Minister über ihre Haltung gegen von den republikanischen Vereinen jüngst in Rom ab- gehalteneu Congreß, deffen Nichtbeachtung die Festigkeit der inneren Ordnung in ein Helles Licht gesetzt habe, mit Beifall auf.__________________________________

Lokal-Notiz.

Gießen, 11. Mai. (Sitzung der Stadtverordneten vom 9. Mai.) In heutiger Sitzung, welcher auch der Großherzoglicke Steuercommissar beiwohnte wurden lediglich nach Deffen Vor­schlag in die Einschätzungs-Commission gewählt: I. Abiheilung, a. aus der Zahl der Stadtver- orvneten Herr Bürgermeister Bramm und Th. Wortmann, b. aus der Zahl der Steuer­pflichtigen die Herren Louis Bücking, Adv. Dornseiff, C. Schwan und W. Mosler, e. als Ersatzmänner die Herren M. Homberger, Anron Petri und Julius Bap st. In die II. Abtheilung a. aus der Zahl der Stadtverordneten die Herren I. Hanstein, Ph. Lüde- king und C. Grüneberg, b. aus der Zahl der Steuerpflichtigen die Herren Ehr. S ch opck a ch, Ph. Schlatter, H. Vogt, Fr. Müller, E. Gail und Ferd. Hoffmann, c. als Er­satzmänner die Herren L. Kauf, Ehr. Leo, Justus Kreiling und C. Wenzel. In Betreff der Reorganisation der Executiv-Polizet waren zwischen den Ansichten der Stadtverordneten und denen des Großherzoglichen Polizei-Commissärs resp. Kreisamts fünf Punkte als differirend hervorgetreten. Es betrafen diese die Anzahl der Schutzmänner, die Anstellung und Entlassung derselben, der Reviervorsteher und schließlich die Disciplinargewalt über die Schutzmänner. In einer gemeinschaftlichen Sitzung der Finanz-Deputation mit dem Herrn Prov.-Director wurde sich nun über diese Desiderien geeinigt und ging als Resultat hervor: a. Die Zahl der Schutz­männer wird auf 15 festgesetzt, b. Die Anstellung der Schutzmänner erfolgt nach Prüfung Der Vorschläge des Polizei-Commissärs durch die Stadtverordneten, c. Die Entlassung Derselben desgleichen cfr. $ 49 der Städte-Ordnung, d. Statt desRevierVorstehers" wird an­der Zahl der Schutzmänner eine qualifieirte Persönlichkeit mit dem TitelWachtmeister" erwählt, welcher eine äußere Abzeichnung und erhöhten Gehalt erhält. DieserWachtmeister" hat die Befugniß die Schutzmänner zu eontroliren, damit jedenfalls eine bessere polizeiliche Auf­sicht stattfinden solle als wie sie dermalen leider existirt. Die Disciplinar-Gewalt steht Dem Polizei-Commissär zu. Der Zeitpunkt wann das Institut der Schutzmänner in Wirksamkeit tritt wurde nicht bestimmt. Im Jahre 1876 war das Projekt, den Stadtriuggraben vulgo. Säworgrabkn pflastern zu lassen von den Stadtverordneten acceptirt worden und sollte dieselbe successive erfolgen. Nachdem man jedoch heute den Kostenanschlag vernommen, welcher sich z. B. auf die kurze Strecke vom ReichensanD bis zum Seltersthor auf 18,000 beläuft und wonach die Pflasterung des ganzen Ärabens auf ca. 120150,000 Jl. zu stehen kommen würDe, waren die Stadtverordneten Der Ansicht, daß man dieses Projekt fallen lassen möge zumal die Stadt eben anDere Ausgaben genug habe. Bei dieser Gelegenheit wurde die Verunreinigung der Stadt­bach durch Hineinwerfen von Asche, Kehricht re. besprochen und die Erwartung daran geknüpft, daß nach Regelung der polizeilichen Verhältnisse hier jedenfalls eine strengere Aufsicht und An­zeigung der Uebelthäter eintreten werde. Gleicherweise wurde beschloßen die Räumung und Gradlegung des Bruchgrabens vorerst auf sich beruhen zu lassen, da eine zwingende Nothwendig- feit hierfür nicht vorliege. Behufs Pflasterung eines Theiles der Wetzsteingaffe waren ver­schiedene Bewohner derselben vorstellig geworden. Wie noch erinnerlich wurden die Petenten mit ihrem Gesuch abgewiesen weil sie das Eigenthum Der Stadt an den zu pflasternden Stellen nicht anerkennen wollten. Nachträglich wollen dieselben jetzt diese- Recht anerkennen, wenn ihnen gestattet werde, daß sie ihre Miststätten re. darauf belassen dürften. Die Baudepvtation war jedoch der Ansicht, daß es für unsere Stadt nicht passe wenn Miststätten noch wie hier existirten und wurde darauf hin auch beschlossen das erneute Gesuch abzulehnen. Dagegen wurDe beschlossen, das Trottoir auf der Schoor zwischen Seltersthor und Neustadt, soweit dort angebaut ist, pflastern zu lassen. Der Weg welcher von der Ecke des Engelba ch'schen Hauses nach dem Schiffenbergerwege und der Corsettenfabrik von Koch und Patz führt, soll weil ein Bedürfniß vorliegt mit Lahnkies und nicht wie früher schon geschehen, mitrothem Dreck" hergerichtet werden. Herrn Gerbermeister Becker wird die Anbringung von Abweissteinen an seiner Hoftaithe